Der Videoausblick muss heute leider entfallen – Grund ist eine erkältungsbedingte Heiserkeit. Ich versuche dennoch, heute Abend ein Marktgeflüster zu machen, falls die Stimme mitmacht – die Lage ist ja extrem spannend. Kurz noch ein paar (schriftliche) Anmerkungen zur aktuellen Lage.
Trump als Ideologe und die Folgen
Kurz gefaßt könnte man sagen: Die Märkte haben Trump falsch eingeschätzt! Sie glaubten, dass Trump die Zölle nicht um ihrer selbst willen, sondern als reine Verhandlungsstrategie einsetzen würde. Dabei hat man aber übersehen, dass diese Zölle der ideologische Grundpfeiler schlechthin sind für Trump. Salopp formuliert: Was den Grünen das Klima, sind bei Trump die Zölle.
Trump will eben nicht nur Deals machen – er will die Wirtschaftsstruktur der USA in den nächsten Jahrzehnten grundlegend ändern. Das kann aus seiner Sicht nur durch Zölle gelingen, die das rückgängig machen, was im Prozess der Globalisierung passiert ist: nämlich die Verlagerung der Produktion raus aus den USA, hinein ins Ausland (China, Mexiko etc.). Diese Produktion soll wieder zurück in die USA kommen – eben weil die Zölle die Unternehmen dazu zwingen. Trump will also das Geschäftsmodell der Globalisierung mit diesen Zöllen unrentabel machen. Trumps Fentanyl-Argument als Begründung für die Zölle ist daher (vor allem im Falle von Kanada!) nur vorgeschoben – damit kann er jenen vermeintlichen Notstand erklären, der diese Zölle auch formaljuristisch mit sofortiger Wirkung (ab 04.Februar) ermöglicht.
Bedeutet: die Hoffnung, dass mit Abebben dieser Fentanyl-Krise Trump die Zölle aufheben würde, ist illusorisch. Trump glaubt, dass die Handelsbilanzüberschüsse anderer Staaten mit den USA ein „Ausnutzen“ der USA sei (faktisch ist jedoch eher das Gegenteil der Fall). Daher wird Trump vermutlich erst dann von den Zöllen ablassen, wenn er hier sein Ziel erreicht: die Produktion kehrt in die USA zurück, schafft Jobs (wofür es jedoch zu wenig Arbeitskräfte-Reservoir in den USA gibt), und Amerika ist auf dem Weg zu dieser idealen Zukunft (im Trumpschen Sinne) gleichzeitig auch noch reich geworden durch die Zölle (auch das wird faktisch nicht der Fall sein).
Aber die wirtschaftliche Realität (komplexe Strukturen der Arbeitsteilung) wird Trump einen Strich durch die Rechnung machen. Vermutlich auch die Finanzmärkte, die solange Druck machen, bis Trump vor den Tatsachen einknickt. Bis dahin aber kann es noch viel Schmerz geben: für die Weltwirtschaft und für die Finanzärkte gleichermaßen!
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Gute Besserung…aber DT ist ein Mann der Wallstreet, die liegt ihm näher als Ideologien. Deshalb gilt weiterhin: buy the dip!!
Hallo Herr Fugmann,
rauchen einstellen ;) und heissen Tee trinken.
Gute Besserung!
Bleiben Sie gesund!
Herr Fugmann, gute Besserung! Mit Ihrer heiseren Stimme, könnte es zu einem „echten Marktgeflüster“ heute Abend kommen 😂.
@Permanix, haha, genau :)
Fugi, gute Besserung wünsche ich Dir!
Grüße aus Bayern/Augsburg
Benjo
@Benjmanin, lieben Dank! Aber seid ihr Augsburger wirlich Bayern, oder eher Schwaben? :)
Moin, moin,
die Zölle drücken den Ball unter Wasser und halten ihn dort solange, bis die Kraft der Zölle entschwindet. Dann ploppt der Ball wieder an die Wasseroberfläche. Oder einfacher, ggf. jetzt und in der nächsten Zeit Positionen aufbauen, die von der Rückabwicklung des „Zollstreits“ profieren könnten.
Und ja, Trump wird auch von der Realität der Wirtschaft eingeholt. Noch ist er frisch im Amt und genießt das Wohlwollen der US-Wähler. Und fallende Börsen in den USA kann sich auch Trump nicht auf Dauer leisten.
Steht Trump jetzt unter Beobachtung durch Faeser?
Einerseits ist die Europäische Union/deutsch-französische Achse aufgerufen, Texas-Steaks zu importieren. Daneben gibt es aber eben auch Stimmen, die beim 47. US-Präsidenten Donald John Trump einen Deal-Maker Kauf von US-amerikanischem Erdöl gegen Zugeständnisse bei Zöllen sehen.
Das diesbezügliche Säbelrasseln von Bundeskanzler Olaf Scholz hingegen wird unser Land nicht voranbringen.
Bitte kein schwarz weiss Bild beim nächsten Mal,
puhh kurzer Schock…
Gute Besserung
dem kann ich nur beipflichten
Herr Fugmann, ich wünsche Gute Besserung! Mir fällt die raue Stimme schon länger auf!
Dafür ist kein Medizinstudium erforderlich!
Ich hoffe, Sie sind Nichtraucher. Dann ist alles gut.
Hallo Herr Fugmann,
auch von mir einen Genesungsgruß.
Wir brauchen Sie doch als „Permabär“. Wenn Sie fallen, dann wissen wir das die Welt aus den Fugen ist.
Liebe Grüße
Scheer
Gute Besserung und weiterhin viel Spaß beim analysieren… und danke für die unzähligen Artikel
Das Schwarz – Weiß – Bild hat mir ebenfalls für einen kurzen Moment einen heftigen Schrecken eingejagt. Bitte nicht mehr wiederholen! Ich wünsche gute Besserung.
Inhaltlich sehe ich die Dinge genauso wie in Ihrem Artikel. Der amerikanische Durchschnittswähler scheint bei der Wahl von Trump nicht wirklich begriffen zu haben, dass der prozentuale Aufschlag der Zölle von den Groß- und Zwischenhändlern in gleicher Höhe ans Ende der Food – Kette: Dem Endverbraucher, weiter gereicht wird. Am Ende bezahlt daher der Endverbraucher durch höhere Preise die Zölle und nicht Kanada, Mexiko oder China und später dann auch die EU. Denn ich bin überzeugt, dass Trump auch auf EU – Importe über kurz oder lang Zölle erheben wird.
Es gibt einen Grund warum bsw US-Autobauer die Produktion nach Mexiko verlagert haben – den selben warum wir unsere Produktion nach Osteuropa verlagert hatten: Kosten. Bei einer geschlossenen Volkswirtschaft sind die Kosten egal, aber soll das das Ziel sein? Trumps Ziele gehen einfach nicht auf. Es wäre anders wenn er bsw die Produktion von China nach Südamerika verlagern wollte. Im Falle der EU wäre hier statt China Nordafrika eine Option. Wenn ich zB an Ägypten denke, dann wäre das sinnvoll. Nach dem Krieg auch die Ukraine. In unserem Fall scheiterte Nordafrika, weil die Südeuropäer das verhinderten. Weiß nicht wie das bei Südamerika ist. Vielleicht sind die Landwirte in der USA dagegen?
>> wofür es jedoch zu wenig Arbeitskräfte-Reservoir in den USA gibt
Sie erwähnen explizit die „Produktion“!
Geht es nicht darum herauszufinden, ob das wirklich so ist, oder ob das ganze nur eine Mär ist? Der sogenannte „Fachkräftemangel“ existiert -egal ob in USA oder DE- immer nur punktuell und speziell. Nie als gesamtwirtschaftliche Situation. Es gibt keinen nationalen Fachkräftemangel. Es gibt nur zu hohe Sozialleistungen. Gehen die runter, gehen die verfügbaren Arbeitskräfte rauf.
Trump könnte mit seiner „einwanderfeindlichen“ Politik diese seit Jahrzehnten erzählte Mär widerlegen.
Gute Besserung Herr Fugmann!! Hatte mir ernsthaft Sorgen gemacht, dass sie aufgrund der kritischen Berichterstattung letzter Woche heute Morgen Besuch bekommen haben.
Hallo Herr Fugmann,
zuerst einmal gute Besserung! ;)
Zum Anderen möchte ich Ihnen und dem ganzen Team von FMW mal ein dickes Lob aussprechen für die tolle Arbeit, die Sie leisten!
Ich selbst beschäftige mich noch nicht sooo lange Zeit mit internationaler Politik und den Märkten. Früher war dieses Thema für mich immer trocken und langweilig. Als ich dann aber auf Ihre Seite gestoßen bin (insbesondere auf Ihre tollen Videos morgens und abends) musste ich feststellen, dass das nicht stimmt. Es ist unheimlich interessant. Ihre Videos sind nicht nur informativ sondern auch lehrreich und unterhaltsam. Sie erklären Zusammenhänge und helfen damit den Dschungel aus Politik und Finanzen besser zu verstehen.
Dafür möchte ich heute einfach mal Danke sagen!
Danke für die gut recherchierten Infos, die Erklärungen und die höchst unterhaltsame Aufbereitung! Von Ihrem Wissen und Verständnis könnten sich so einige Politiker mal eine dicke Scheibe abschneiden.
Weiter so! Ich freu mich schon auf Ihr nächstes Video ;)
Liebe Grüße
isa
@isa, herzlichen Dank für diese Worte!
Gute Besserung!
Was die Zölle betrifft: die Wirtschaftstheorie ist sich relativ einig mit ihnen.
Ich denke, dass die USA wieder mehr im eigenen Land produzieren müssen, damit der Mittelstand gesunden kann und damit sie ihre Stellung mittelfristig behaupten können. Die USA waren auf dem Weg in den Orkus: vergendert, verfettet, krank und unfähig genügend Waffen und Munition für einen kleinen Grenzkrieg herzustellen. Von Chips ganz zu schweigen. Unter Biden hat sie niemand ernstgenommen. Das war für den ganzen Westen gefährlich und ich froh, dass sich das jetzt ändert. Aber ein Spaziergang wird das nicht.
Ich habe Sie heute vermisst. Aber Genesung braucht Zeit.
Gute Besserung !
Das von Trump geschätzte Wall Street Journal drückt es so aus: Der US-Präsident habe den „dümmsten Handelskrieg der Geschichte“ angezettelt.
https://www.theguardian.com/us-news/2025/feb/02/trump-tariffs-wall-street-journal-editorial
Nachdem Trump deswegen auf seinem Netzwerk Truth Social gegen die Zeitung austeilte, legte sie nach: Womöglich sei ihre Formulierung noch untertrieben.