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Videoausblick: Falsche Erwartungen

Ist nach den US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag wirklich eine Zinsanhebung schon im September vom Tisch, wie die Aktien-Märkte einpreisen? Das ist eher nicht der Fall..

Markus Fugmann

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Markus Fugmann

Von Markus Fugmann

Ist nach den US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag wirklich eine Zinsanhebung schon im September vom Tisch, wie die Aktien-Märkte einpreisen? Das ist eher nicht der Fall, denn für einen August waren die Daten – so wird es die Fed interpretieren – ziemlich anständig. Während die Aktienmärkte derzeit den vermeintlichen Ausfall einer Zinsanhebung einpreisen, tut der Dollar das nicht. Heute Feiertag in den USA (Labor Day), der Dax darf sich also noch einmal austoben. Aber dann werden sich im Laufe der Woche – wie schon am letzten Freitag in Gestalt von Lacker – Fed-Mitglieder äußern und die Märkte mit eher hawkishen Statements wieder ernüchtern, morgen dann auch der wichtige ISM Index Dienstleistung…

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7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    V

    5. September 2016 08:57 at 08:57

    Herr Fugmann, nach meiner mehr als 20 jährigen Börsenerfahrung ist es mir sicher erlaubt folgendes zu sagen:
    Ich find es fast schon Hybris von Ihnen zu sagen, dass Sie Recht haben und die Märkte sich irren. Wenn ich eines gelernt habe, dann, dass an der Börse Recht haben wollen für die Rechthaber sehr sehr teuer werden kann. Ihre Argumente kann ich zudem auch nicht nachvollziehen, denn sie sind partiell unlogisch. Z.B., dass die FED sich nicht in die Präsidentschaftswahl einmischen wolle und deswegen eine Septembererhöung machen werde. Genau das würde die FED aber bei einer Septembererhöung machen. Wenn sie dadurch Turbulenzen in den Märkten verursacht, dann wird sie verantwortlich gemacht und der Wahlkamp läuft plötzlich ganz anders. Also wird sie die Füße stillhalten. Denn was ist schlimmer, das Wahlvolk zu beeinflussen oder den neuen Präsidenten zu verärgern. Ich für mich kann das ganz klar beantworten, was den Politikern lieber ist.
    Ich persönlich, der die Märkte auch intensiv beobachtet und nicht gerade unerfolgreich an der Börse ist, kann nicht sagen, wohin die Reise geht. 50:50 at best. Auch ich sehe sich verschlimmernde Wirtschaftsdaten weltweit und in USA, auch ich sehe eine drohende Topbildung in USA. Ich sehe aber auch bullishe Signale wie versuchte Ausbrüche aus den Abwärtstrends bei manchen Indizes. Und zudem ist da noch die EZB, die jederzeit ne weitere Keule aus der Kiste holen kann. Auch die Zentralbanken sind nicht blind ob der derzeitigen Entwicklung und was sie nun gar nicht brauchen können ist ein Absturz der Assets und sie werden eher überschiessen als das Gegenteil.

    Lange Rede kurzer Sinn, nachdem Sie so vehement behaupten, dass Sie Recht haben werde ich Sie einfach daran messen. Wir werden also sehen. Ich bitte im Falle Ihres Irrens daher um eine medial inszenierte Selbststeinigung im Rahmen des Morgenausblicks oder der Abendzusammenfassung. ;)

  2. Avatar

    LookOut

    5. September 2016 10:51 at 10:51

    Außer Finanzmarktwelt kenn ich nur die Aussagen von Goldman Sachs die glauben an eine Zinserhöhung im September schenken.

    Allerdings ist Goldman Sachs mein lieblings Kontrainidikator, also bestätigt das meine Ansicht das keine Zinsanhebung im September kommt :-)

    Allerdings jedem seine Meinung, wir können es ja schon bald auflösen wer Recht hatte :-)

    Liebe Grüße
    Stefan

  3. Avatar

    Zinsangst

    5. September 2016 11:35 at 11:35

    Sehr geehrter Herr Fugman, unabhängig davon, ob der Markt irrt und Sie die Weisheit besitzen, dies im Vorfeld schon sicher zu wissen, widersprechen Sie damit klar der Faktenlage und reden einer Investmentbank das Wort, die Sie selbst vor Kurzem noch für ihre Fehlprognosen an den Pranger gestellt haben (Goldman Sachs). Das finde ich irritierend, ebenso wie eine Aussage aus einem ihrer letzten Videos, in dem Sie sagten: „Meine Freunde von Goldman Sachs sehen eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung…“ (übrigens wider dem aktuellen Trend der Fed Fund Furures). Goldman Sachs ist zwar ein Meister der Markt- und Meinungsmanipulation aber wenn das nicht mehr funktioniert, weil die Welt sich nun mal weiter gedreht hat, dann kochen die auch nur noch mit Wasser und ihre Macht bei der Fed of New York schwindet aktuell massiv. Sie spielen ein wenig mit Ihrer Reputation, Herr Fugman. Davon abgesehen empfinde ich Ihr Portal nach wie vor als mehrwertstiftend und lesenswert. Bin sehr auf den 21. September gespannt, aber nicht wegen der Fed (die hat keinen Spielraum), sonder wegen der nächsten Fassbombe der Bank ogf Japan, die ebenfalls zu diesem Datum tagt.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      5. September 2016 11:44 at 11:44

      @Zinsangst, mit Verlaub: der Verweis auf „meine Freunde“ von Goldman Sachs war durchaus ironisch gemeint – aber ich gehe eben davon aus, dass sie diesmal nicht so falsch liegen..

      • Avatar

        Zinsangst

        5. September 2016 11:50 at 11:50

        @Markus Fugmann: Okay, dann habe ich Ihre Aussage fehlinterpretiert und auch sorry für die Falschschreibung Ihres Namens in einem Kommnetar.

        • Markus Fugmann

          Markus Fugmann

          5. September 2016 11:52 at 11:52

          @Zinsangst, kein Problem..gibt sicher Schlimmeres als als „Fugman“ mit einem „N“ bezeichnet zu werden..:)

  4. Avatar

    tkms

    5. September 2016 18:51 at 18:51

    Also, wenn ich mir das Video heute abend nochmal anschaue: Rückwirkend betrachtet lagen Sie doch ziemlich richtig mit den heutigen Tagesverlauf: Ein Dahindämmern ab 11:00 Uhr, insgesamt sehr überschaubar mit einem leichten Abrutschen nach unten in den letzten Handelsstunden.
    Auf morgen bin ich auch mal gespannt.

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Aktien

Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

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Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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Türkische Lira vor weiterer Aufwertung? Aktuelle Zinsentscheidung gibt Hoffnung

Redaktion

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Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira könnte noch weiter aufwerten. Warum? Nun, zuerst ein kurzer Rückblick. Seit November ist der Leitzins in der Türkei durch die türkische Zentralbank in zwei Schritten kräftig angehoben worden, von 10,25 Prozent auf zuletzt 17 Prozent. Erst der zweite Zinsschritt von 15 Prozent auf 17 Prozent an Heiligabend brachte Vertrauen in die Lira – denn die Inflationsrate liegt derzeit bei satten 14,6 Prozent. Jetzt liegt der Leitzins deutlich genug über der Inflation, damit es einen positiven Geldfluss vom Ausland in die Türkei geben kann. Dies wäre Balsam für die türkische Lira. Aber so ein hoher Leitzins muss einige Zeit beibehalten werden, damit er wirken kann.

Und nun? Heute hat die türkische Zentralbank erneut eine weitere Zinsentscheidung verkündet. Man belässt den Leitzins bei 17,0 Prozent. Dies kann vom Devisenmarkt als Signal gewertet werden, dass die Zentralbanker gewillt sind die Angelegenheit „durchzuziehen“, als eine nachhaltige Bekämpfung der hohen Inflation.

Türkische Lira reagiert leicht positiv

Auf längere Sicht hohe Zinsen in der Türkei – das könnte die türkische Lira nachhaltig aufwerten lassen. Und die letzten Wochen lief es ja schon ganz gut in diese Richtung. Und jetzt aktuell? Die Zinsentscheidung wurde um 12 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht. Da notierte US-Dollar vs türkische Lira noch bei einem Wechselkurs von 7,39. Jetzt notiert USDTRY bei 7,36. Im Chart sehen wir den Kursverlauf von Dollar vs Lira seit Februar 2020. Die türkische Währung konnte seit November einiges gut machen, und könnte womöglich nun weiter aufwerten (sicher ist das aber natürlich nicht).

Zentralbank mit guten Aussagen, Erdogan meldet sich zu Wort

Die Notenbanker in Ankara erklärten heute, dass man seinem harten geldpolitischen Kurs treu bleibe, bis sich ein nachhaltiger Rückgang der Inflation abzeichne. Falls nötig, werde man weitere Schritte zur Straffung der Geldpolitik unternehmen. Super, da freut sich der Devisenmarkt im Sinne einer festeren Lira? Achtung, Präsident Erdogan fordert seit Jahren sinkende Zinsen. Die würden (so Erdogan) die Inflation zum Sinken bringen – was aber eigentlich genau anders rum funktioniert. Seit Monaten hört man von Erdogan kaum Aussagen in dieser Hinsicht. Aber am letzten Freitag, da meldete er sich wieder zu Wort. Die aktuelle Geldpolitik (steigende Zinsen sollen Geld teuerer machen etc) diene nicht der Türkei. Die Lösung des Problems der hohen Inflation sei, die Zinsen zu senken. Bringt dies die nachhaltige Erholung der Lira wieder in Gefahr?

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira seit Februar 2020

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Devisen

Goldpreis steigt nach Yellen-Rede – was ist da los?

Claudio Kummerfeld

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am

Ein Barren Gold

Der Goldpreis reagiert recht merkwürdig auf die gestern Abend gehaltene Online-Rede der neuen US-Finanzministerin Janet Yellen vor dem US-Kongress. Wir sprachen vorgestern vorab darüber, und was ihre möglichen Aussagen für den Goldpreis bedeuten könnten. Ein stärkerer US-Dollar würde den Goldpreis schwächen. Vorab waren Redeinhalte durchgesickert. Aber ob sie auch wirklich genau das sagen würde? Nun, es kam wie erwartet. Janet Yellen (hier alle wichtigen Redeinhalte) sagte ganz eindeutig, dass man nicht wie die Trump-Regierung einen niedrigen US-Dollar sehen möchte.

Nein, man überlässt es dem freien Devisenmarkt den fairen Wert für den US-Dollar zu finden, ohne jede verbale Beeinflussung. Trump hatte auf einen billigeren US-Dollar gedrungen, damit die US-Wirtschaft wettbewerbsfähiger wäre (damit wären US-Produkte im Ausland günstiger). Janet Yellen sprach gestern von einer stabile Währung, deren Preis von den Marktkräften bestimmt werden solle. Man strebe keinen schwächeren US-Dollar an. Es sei inakzeptabel absichtlich schwächere Wechselkurse anzuvisieren um wirtschaftliche Vorteile zu erlangen, so Yellen. Und der Goldpreis, wie reagierte der auf diese Worte?

Warum steigt der Goldpreis nach der Yellen-Rede?

Nun, ihre Worte bringen ganz eindeutig Phantasie für einen höheren US-Dollar. Dann würde der Goldpreis fallen. Aber das Gegenteil passiert seit gestern Abend. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere wichtige Währungen) fiel von 90,50 auf aktuell 90,27 Indexpunkte. Der Goldpreis steigt seit gestern Abend von 1.840 auf aktuell 1.855 Dollar. Damit zeigt er Stärke, als klassische negative Korrelation zum US-Dollar.

Nun, offenbar geht der Markt kurzfristig vor nach dem Motto „Sell on good news“? Der US-Dollar war die letzten Tage vor der Yellen-Rede gestiegen (in Erwartung genau dieser Aussagen), und jetzt kam die Yellen-Rede exakt wie erwartet auf den Tisch. Also, erstmal Gewinne im Dollar machen, und der Goldpreis kann steigen? Auch kann man den aktuellen Anstieg im Gold erklären mit anderen gestrigen Aussagen von Janet Yellen. Ebenfalls wie erwartet will sie nun erstmal jede Menge neue Schulden machen um US-Bürger und Wirtschaft zu stützen in dieser Krise. Das ist tendenziell positiv für Gold. Aber, als Frage formuliert: Kommt der Drang hin zu einem stärkeren US-Dollar bald wieder zum Vorschein, und Gold schwächelt doch? Vorsicht ist also geboten im restlichen Verlauf dieser Woche.

Chart zeigt Kursverlauf von Goldpreis gegen US-Dollar
Im Chart sehen wir seit gestern früh den steigenden Goldpreis in rot-grün gegen den fallenden US-Dollar.

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