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Videoausblick: Harter Brexit Flash Crash

Im asiatischen Handel gab es einen Flash Crash: das britische Pfund, zuletzt ohnehin unter Druck, stürzte im Rahmen eines blitzartigen Crashs mehrere hundert pips nach unten..

Markus Fugmann

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Markus Fugmann

Von Markus Fugmann

Im asiatischen Handel gab es einen Flash Crash: das britische Pfund, zuletzt ohnehin unter Druck, stürzte im Rahmen eines blitzartigen Crashs mehrere hundert pips nach unten – es gibt dafür mehrere Erklärungsmuster. Jedenfalls wird immer klarer, dass die Dinge auf einen harten Brexit zusteuern. Heute im Fokus naturgemäß die US-Arbeitsmarktdaten (Prognose 170.000 neue Stellen) – fallen sie stark aus, wird der Dollar seine Rally fortsetzen. Der Euro hingegen unter Druck, nachdem EZB-Vize Constancio gestern Abend die Berichte über das vermeintliche Tapering der EZB klar dementiert hat. Das wiederum freut die Aktienmärkte (kein Entzug von Liquidität), aber der Dax dürfte heute wieder einmal von Nachrichten über die Deutsche Bank bewegt werden..

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28 Kommentare

28 Comments

  1. Avatar

    leuebeach

    7. Oktober 2016 08:05 at 08:05

    Guten Morgen Rüdiger, super Startschuss in den Ofen mit dem Short EUR/GBP!!!

  2. Avatar

    klack

    7. Oktober 2016 08:11 at 08:11

    Mal eine Frage zum handwerklichen Rüstzeug eines Börsianers.
    wenn von der 200-er Tage Linie geredet wird ,was ist da wirklich gemeint.
    Der einfache gleitende Durchschnitt, der exponentiell gleitende Durchschnitt, der gewichtete gleitende Durchschnitt oder eine anders ausgestaltete Durchschnittskonstruktion.
    Die Durchblicker von der FMW-Redaktion wissen das bestimmt.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      7. Oktober 2016 08:31 at 08:31

      @klack, damit ist der moving average (MA) gemeint, also der einfache gleitende Durchschnitt..

  3. Avatar

    bauer

    7. Oktober 2016 08:33 at 08:33

    Servas..
    Händler machen für den Absturz fehlgesteuerte Computer-Algorithmen verantwortlich.
    Quelle:dpa

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      7. Oktober 2016 08:34 at 08:34

      ist aber noch nicht geklärt, sondern nur Vermutung..

      • Avatar

        bauer

        7. Oktober 2016 08:45 at 08:45

        Ist aber trotzdem der Hammer,daß Algos über die „Welt“ entscheiden…
        Da war das „Parkett“ früher noch harmlos dagegen(siehe 1929)

  4. Avatar

    bauer

    7. Oktober 2016 08:49 at 08:49

    Die Briten hier in Asien haben z,Z.nichts zu lachen…ca.20% weniger seit dem Brexit!

  5. Avatar

    maitdjai

    7. Oktober 2016 09:08 at 09:08

    TdT EUR/GBP

    Hallo Her Born, hallo Herr Fugmann,

    ich moechte ausdruecklich vorausschicken, dass es hier um KEINE Kritik am TdT handelt. Ich finde Ihre Videos sehr informativ und die von Herrn Born auch sehr unterhaltsam in einem gewissen „touristischen Sinn“!

    Meine Frage:
    Ich hatte die Order; wie von Herrn Born empfohlen, gesetzt.
    sell stop: 0.87840 aber ausgefuehrt bei 0.91299 (!)
    stop loss: 0.88100 aber ausgefuehrt bei 0.92986 (!)
    take profit: 0.87500 Keine Ausfuehrung :-)

    Auch wenn zu meinem Glueck die Verkaufsorder (zu) spaet ausgefuehrt wurde, ist der Stop Loss auch viel zu spaet ausgefuehrt worden.

    Das sind Slips von mehreren 100 Pips!
    Ist das normal?
    Bei der „ordnungsgemaessen“ Ausführung wäre ich mit dem kalkulierten „blauen Auge“ davongekommen. So, allerdings kann man sich vorstellen, was das mit meinem Konto gemacht hat!

    Vielleicht können Herr Born, Herr Fugmann oder sonst jemand hier was dazu sagen. Da ich sicherlich nicht der Einzige bin, den das interessiert und dem es ähnlich passiert ist!

    Ueber eine Antwort wuerde ich mich sehr freuen.

    Freundliche Gruesse

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      7. Oktober 2016 09:13 at 09:13

      @maitdjai, normal ist das sicher nicht mit einer solchen slipage, aber heute Nacht war nichts normal beim Pfund: wir haben es mit einem massiven Flash-Crash zu tun, mit Bewegungen von mehreren hundert pips in wenigen Sekunden. Ich weiß nicht, bei welchem Broker Sie sind, aber ich vermute, dass bei fast allen eine solche slipage aufgrund der extremen Umstände der Fall war..

  6. Avatar

    bauer

    7. Oktober 2016 09:23 at 09:23

    Soeben auf DW-TV:
    Lagarde sagte:“Germany its like North Korea“
    und fragte Schäuble,warum er nichts dazu sagt…..Ha Ha

    Ich sags doch die ganze Zeit….Willkommen im Nord Korea(DE) in der EU…

    • Avatar

      HansWurst

      7. Oktober 2016 09:52 at 09:52

      Wie wäre es mal mit ein wenig Kontext? Ihr Kommentar ergibt irgendwie überhaupt keinen Sinn, zumindest nicht in dieser News.

      • Avatar

        bauer

        7. Oktober 2016 10:01 at 10:01

        Dann mußt halt den Bloomberg einschalten!!
        …oder gibts den bei euch nicht??
        Ist schon schlimm,wenn man in einer isolierten Welt lebt…
        Glaubst du im ERNST,daß N24 od.NTV euch eure Schandtaten verklickert?
        Bloomi läuft bei mir 24 Std.
        …und Aljazeera ist auch zu empfehlen!

        MfG
        PS:…DE/Schäuble… soll mehr Cash in die Wirtschaft pumpen….warum ist die „schwarze 0″ein MUß??)
        Klingelts….?

        • Avatar

          HansWurst

          7. Oktober 2016 10:52 at 10:52

          Nun da ich seid ca. 7 Jahren keinen Fernseher habe kann ich auch kein Bloomberg sehen und nein Streamen werde ich es auch nicht, meine Zeit ist dafür viel zu kostbar.
          Das alles ändert aber nichts an ihren Sinnlosen Kommentar, es ist schlicht nicht ersichtlich was ihr Kommentar mit den Crash heute morgen zu tun hat.

          „PS:…DE/Schäuble… soll mehr Crash in die Wirtschaft pumpen….warum ist die „schwarze 0″ein MUß??)
          Klingelts….? „
          Was hat das mit dem Flash Crash Des GBP zu tun?

          • Avatar

            bauer

            7. Oktober 2016 11:00 at 11:00

            …ohne Worte…(meine Zeit ist dafür viel zu kostbar.)
            nur ein „wischi waschi Freak“(smartphone)?

  7. Avatar

    bauer

    7. Oktober 2016 09:36 at 09:36

    NUR eine Zusammenfassung!
    http://www.goldseiten.de/artikel/303954–Die-Maer-von-der-US-Zinswende.html
    Es gibt nur einen Weg!

  8. Avatar

    bauer

    7. Oktober 2016 10:20 at 10:20

    An dem Buch „2018 nach dem CRASH“ wird jeden Tag eifrig daran gearbeitet!

    Durch die Algos/Hyperfrequ.Handelssysteme, wird der Ausgang noch enger, wie ein Nadelöhr werden.

    Der Brexit hat es bei einigen Banken gezeigt,ne wa…Herr Fugmann,(sie berichteten auch darüber)!

  9. Avatar

    Lossless

    7. Oktober 2016 11:25 at 11:25

    Ein Tipp: Bloomberg auf Twitter ist mega schnell…

    • Avatar

      bauer

      7. Oktober 2016 12:51 at 12:51

      „Twitter“existiert das noch?

  10. Avatar

    Lossless

    7. Oktober 2016 12:18 at 12:18

    @maitdjai was sagt den Ihr Broker dazu? Haben sie garantierte Stops?

    • Avatar

      maitdjai

      7. Oktober 2016 12:41 at 12:41

      Nein noch nicht. Habe noch keinen Kontoauszug, nur die Daten vom MT4.

      • Avatar

        maitdjai

        10. Oktober 2016 16:04 at 16:04

        Antwort vom Broker:
        „…market condiditions…all partipicants…same…trying to hard to improve execution speeds with our liquidity providers…blabla
        Abgekackt!

        Was heisst garantierte Stops? Davon bin ich eigentlich ausgegangen. Sonst braucht man keine.

  11. Avatar

    bauer

    7. Oktober 2016 12:29 at 12:29

    Crash hin od.her…
    Wems noch nicht aufgefallen ist:
    Wir befinden uns schon seit längerer Zeit in einem Währungskrieg!
    letzte Nacht das Pfund…vorher der Rubel…der euro sowieso….und ?
    Es crasht nur noch in Zukunft,damit müßt ihr euch abfinden…besonders DE!

  12. Avatar

    Lossless

    7. Oktober 2016 12:45 at 12:45

    @maitdjai such Dir einen Broker mit garantierten Stops! Alles andere ist mega fahrlässig. Stell Dir mal vor was alles passieren kann ohne? Hilfe!!!

    • Avatar

      bauer

      7. Oktober 2016 12:54 at 12:54

      Stupid german money….so schauts aus,wenn der Broker mal eine rauchen ist…
      DAB kann ein lied davon singen!!
      Gold im Fundament….und der Broker kann von mir aus ne Schachtel rauchen,lol

  13. Avatar

    bauer

    7. Oktober 2016 13:09 at 13:09

    Deutsche Bank ist die gefährlichste Bank der WELT!!!

    …da ist der Pfund-Crash ein pipi fax!!

    Des werd no luschtig und mia gehts dabei sehr guat,

  14. Avatar

    iVinz

    7. Oktober 2016 13:50 at 13:50

    Algos? … bin mir nicht so sicher… den Flash Crash noch mal hier hochgeladen:

    https://www.youtube.com/watch?v=BDR3xgS7U9U

  15. Avatar

    bauer

    7. Oktober 2016 14:26 at 14:26

    Wenn DE mal nicht das AAA verliert….dann ist Polen offen und wer kann das nicht besser als de US Boys….
    Ich weiß,aber die letzte Nacht ist doch schon von gestern…

  16. Avatar

    bauer

    7. Oktober 2016 14:42 at 14:42

    Passt doch…nach den Arbeitsmarktzahlen ist gold nicht unter die 1250$ gefallen!
    Der Chinese wirds am Montag schon richten…
    Pfund ist vergangenheit.

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Aktien

Aktien: Die Rally und die Cocktail-Theorie von Peter Lynch

Ibrahim Sonay

Veröffentlicht

am

Klar, Corona ist das Gesprächsthema Nummer-Eins, doch dicht auf den Fersen folgt derzeit schon das Thema Aktien!

Aktien: Woher stammt die Cocktail-Theorie?

Der berühmte Magellan-Fonds Manager Peter Lynch, ein Maestro der Investment-Welt aus den 80er-Jahren, stellte damals die Interessante Cocktail-Theorie auf, um die unterschiedlichen Marktprognosen darzulegen, die er über Jahre entwickelt hatte, während er auf Partys herumstand.

Phase Eins

Gar nicht über Aktien sprechen die Leute in der ersten Phase, eines leichten Marktanstiegs, nachdem sie längere Zeit am Boden lagen, ohne Bewegung und Beachtung. Fragte man Lynch auf der Party, was er denn so beruflich treibe, antwortete er, dass er einen Aktienfonds manage. Daraufhin nickten die Leute freundlich und gingen weiter, um sich mit dem Nächsten auf der Party über Belangloses zu unterhalten. War dies der Fall, so wusste Lynch, dass der Markt vor einer Erholung stand.

Phase Zwei

Nachdem Lynch seinen Beruf nannte, blieben die Partygäste meist etwas länger – aber auch nur so lange, um ihn klar zu machen, wie gefährlich doch Aktien seien. Danach sprachen die Partygäste wieder übere andere Themen. Auch dies beobachtete er und stellte somit fest, dass die Börse in der zweiten Phase steckt, denn die Aktien stiegen bereits, doch es interessierte (noch) niemanden.

Phase Drei

Der Markt war bereits um 30 % gestiegen und Lynch wusste, dass ihn auf der Party eine neugierige Schar von Menschen umringen würde. Viele euphorische Zeitgenossen nahmen ihn beiseite, um herauszufinden, in was sie denn nun investieren sollten und fast jeder sprach von Aktien. Damit war klar, Phase Drei ist erreicht.

Phase Vier

In der vierten Phase umzingelten ihn die Leute erneut, aber diesmal nicht um zu erfragen, worin sie investieren sollten, sondern um ihn Tipps und Ratschläge zu geben, welche Aktien er kaufen solle. Erfuhr er Tage später, dass die Empfehlungen der Partygäste aufgingen, so erkannte Lynch, dass der Markt in Phase Vier steckt: Das Hoch war erreicht – ein Rückschlag der Märkte stand kurz bevor.

Das aktive Zuhören kann sehr wertvoll sein. Halten Sie also ihre Augen und Ohren auf. Auf lange Sicht sollte jeder für sich selber entscheiden, worin er sein Geld investieren möchte – ob er dabei Prinzipien, Ethik oder Trends berücksichtigt. Eines zeigt uns die Vergangenheit der Aktienmärkte jedoch: wenn man Aktien von Qualitäts-Unternehmen findet und das zu einem guten Preis, erzielt man über Jahre Rendite.

Aktien und die Cocktail-Theorie

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Aktien

Aktien: Die 2020-er, wieder das Jahrzehnt der Aktie?

Die Jahre 2010 bis 2020 war ein Jahrzehnt für die Aktien – den Notenbanken sei Dank! Aber wie sieht es für die 2020er-Jahre aus?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Die Jahre 2010 bis 2020 war ein Jahrzehnt für die Aktien – den Notenbanken sei Dank! Aber wie sieht es für die 2020er-Jahre aus?

Derzeit wird viel spekuliert über die Zukunft nach Corona. Ein Jahrzehnt hat begonnen, in dem die Schulden weltweit auf noch nie gesehene Höhen gestiegen sind. Für einen Dollar Wachstum mussten in den USA bisher bereits sieben Dollar neue Schulden aufgenommen werden, um dieses zu generieren – die Demographiefalle schlägt in vielen Industriestaaten unbarmherzig zu. Deshalb sollte es schwierig werden, das Potenzialwachstum der letzten Jahrzehnte überhaupt zu halten. Man kann sich vieles vorstellen und darüber diskutieren, es gibt aber ein paar fundamentale Gesetzmäßigkeiten in neuzeitlichen Gesellschaften. Auch wenn das durch Geldhäuser ausgerufene Jahrzehnt der Aktien recht interpretationsbedürftig ist.

Aktien: Die Wirtschaft ist der Ast, auf dem wir alle sitzen

Bei allen Dikussionen über das FIAT-Geld, über Schulden und einem Auseinanderdriften der Gesellschaften in der Einkommensverteilung, darf man eines nicht übersehen: Ohne eine funktionierende Wirtschaft, ohne Steuereinnahmen funktioniert kein Gemeinwesen. Die Aufwendungen für einen Staat mit seiner Regierung, seiner Verwaltung, seiner Justiz, seiner Polizei, seinem Militär, seinem Gesundheits- und Bildungssystem, können nicht durch die Druckerpresse der Notenbanken produziert werden, zumindest nicht für lange. Die Kosten müssen durch Steuereinnahmen der Unternehmen und bei den Bürgern erwirtschaftet werden.

Was passiert denn in einem Staat, in dem durch Krieg oder Aufstände Polizei und Militär ausgeschaltet werden? Eine erste Reaktion in einem solchen Land (beispielsweise nach den Umstürzen im Irak oder Lybien) sind stets sofort Plünderungen, aber auch Vergewaltigungen und andere Abscheulichkeiten.

Anleihen können auf null gesetzt und entwertet werden, Schulden durch Währungsreformen vernichtet, aber ein Teil der Wirtschaft bleibt immer erhalten und damit auch der Aktienmarkt und die Aktien.

Denn was stellt der Aktienmarkt dar? Die Beteiligung an Unternehmen, an der Volkswirtschaft, bei allen stets immer wieder zu korrigierenden Entgleisungen. Damit wird auch im Jahrzehnt nach Corona höchstwahrscheinlich der Spruch von Warren Buffett, aus den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts weiter gelten:

“Langfristig werden die Aktienmärkte für gute Nachrichten sorgen. Im 20. Jahrhundert durchlebten die USA zwei Weltkriege und weitere traumatische und teure militärische Konflikte. Eine Depression, mehrere Rezessionen, Börsenpaniken, Ölschocks, Virenpandemie und den Rücktritt eines Präsidenten. Dennoch stieg der Dow Jones von 66 auf 11.497.”

Sondersituation Deutschland

Deutschland wird im Anleihebereich als ein sicherer Hafen angesehen – mit fatalen Folgen für Sparer und Vorsorgesysteme. Denn wie sollen selbst bei leicht steigenden Zinsen Vorsorgeleistungen, Versicherungs- und Pensionsleistungen erwirtschaftet werden? Deutschland sitzt inmitten von Ländern, die sich keine höheren Zinsen leisten können. Der Zinseszinseffekt schafft erst ab einem Zinssatz von drei Prozent in überschau- und erlebbaren Zeiträumen einen Vermögensaufbaueffekt. Aber wie würden die Belastungen für die Staatshaushalte ausfallen, wenn die Renditen für Staatsanleihen in diese Regionen zurückkehren sollten. Die europäische Staatengemeinschaft mit ihrer Zentralbank wird also versuchen über die Zeit aus diesem Dilemma herauszukommen. Die Anleihelaufzeiten auf 30/50 Jahre plus verlängern, wie in Griechenland im Ansatz geschehen.

Die erzielbaren Renditen reichen nicht für das bisherige Vorsorgesystem. Wird man etwa den norwegischen Weg gehen und die Quote an Aktien erhöhen? Das Börsen-Urgestein Gottfried Heller (Partner von André Kostolany) hat auf einem Börsentag schon vor zwei Jahren die Prognose gewagt, dass Versicherer ihre Statuten ändern werden (müssen), um eine auskömmliche Rendite zu erwirtschaften und ihren ständigen Auszahlungsverpflichtungen nachzukommen. Die langlaufenden Anleihen im Bereich von 10 Jahren und mit ertragreichen Kupons, sind am Auslaufen. Allzu viele 30-jährige hat man sicher nicht in den Portfolios. Also wohin mit den Kundengeldern in Zukunft? In grüne Projekte, Private Equity u.ä.?

Was macht eine Allianz, eine der großen Dividendenzahler (4,8 Prozent aktuell), wenn es nicht einmal mehr am (nicht nutzbaren) Markt für Junk Bonds solche Renditen gibt? Der Zyklus der sinkenden Zinsen seit dem Jahr 1980 ist mit den großen Zinsschritten in den USA im März am Ende angelangt. Bis zuletzt konnte man wegen der Durationseffekte stets Gewinne mit den Anleihen erwirtschaften, so auch noch einmal im Jahr 2020. Aber wenn die Zinsen nicht unter null fallen, gibt es künftig kaum noch etwas – keine Kupons und keine Kursgewinne bei fallenden Zinsen.

Was machen Großfirmen mit ihren Betriebsrenten, Stiftungen mit ihren Anlagegeldern in den nächsten Jahren? Es spricht sehr viel für die Dividendentitel in diesem Jahrzehnt. Mit all ihren Schwankungen und vermutlich sind die jahrelangen Renditen von acht Prozent plus per annum auch bei Weitem nicht mehr realistisch. Aber wo sind die Alternativen?

Fazit

Obwohl ich absolut nichts davon halte, größere Zukunftsprognosen zu stellen – daran verbrennen sich schon ständig ganze Organisationen und Thinktanks die Finger, mit einer Heerschar von Professoren – so bin ich schon davon überzeugt, dass das jetzige Jahrzehnt wieder das Jahrzehnt der Aktien sein wird. Mit großen Schwankungen, Crashs, die Exzesse bereinigen werden, aber auch begründet in der Tatsache, dass man zwar Geldsysteme verändern und vernichten kann, aber nicht die Produktionsanlagen oder die Betriebe in einer Volkswirtschaft, ohne die es kein Überleben gibt, apokalyptische Szenarien einmal ausgenommen.

Es ist aber auch wahrscheinlich, dass es ein wesentlich langsameres Wachstum an den Börsen geben wird, nach Preisexzessen und deren Bereinigung, wie man es in Japan seit 31 Jahren nun schon beobachten kann. Aber selbst wenn Euro oder Kryptowährungen scheitern, wofür hat man nach 250 Staatsbankrotten seit 1800 (sowie 68 internen Pleiten) noch keinen Ersatz gefunden? Für Aktien..

Werden die 2020er-Jahre ein Jahrzehnt für Aktien?

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Aktien

JP Morgan-Quartalszahlen: Deutlich besser als erwartet – Milliarden-Rücklagen für faule Kredite aufgelöst

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Soeben wurden JP Morgan-Quartalszahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen. Der Umsatz liegt bei 30,16 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 29,2/Erwartungen 28,7). Der Gewinn liegt bei 3,79 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,57/Erwartungen 2,62).

In der Grafik unten sieht man es in der dritten Spalte. JP Morgan hat im letzten Quartal die Risikofürsorge für faule Kredite um 1,9 Milliarden Dollar reduziert, wodurch natürlich der Gewinn erhöht wird. JPM ist der Meinung, dass sich das wirtschaftliche Umfeld (im Sinne der Zahlungsmoral der Kunden) bessert, und vor allem dass Firmenkunden nach wie vor frisches Geld am Kapitalmarkt aufnehmen können. Insgesamt spricht die Bank davon, dass sogar 2,9 Milliarden Dollar an Kreditreserven umgewandelt und in den Gewinn von 12,1 Milliarden Dollar verschoben wurden. Ohne diese Buchung wären es nicht 3,79, sondern nur 3,09 Dollar Gewinn pro Aktie, so die Headline-Aussage der Bank.

Zitat aus dem aktuellen Bericht von JPM:

The provision for credit losses was a net benefit of $1.9 billion, compared to an expense of $1.4 billion in the prior year driven by reserve releases in the current quarter. The Wholesale reserve release was $2.0 billion, reflecting an improvement in the macro-economic scenarios and the continued ability of clients to access liquidity and capital markets. The Consumer reserve release was $0.9 billion, in Home Lending, primarily due to improvements in HPI expectations and portfolio run-off. The prior year included a net reserve release in the Consumer portfolio and a net reserve build in the Wholesale portfolio. Net charge-offs of $1.1 billion were down $444 million from the prior year, driven by Card.

Die Aktie notiert vorbörslich mit +0,7 Prozent.

Hier das Headline-Statement von JPM-CEO Jamie Dimon:

Jamie Dimon, Chairman and CEO, commented on the financial results: “JPMorgan Chase reported strong results in the fourth quarter of 2020, concluding a challenging year where we generated record revenue, benefiting from our diversified business model and dedicated employees. While we reported record profits of $12.1 billion, we do not consider the reserve takedown of $2.9 billion to represent core or recurring profits – essentially reserve calculations, while done extremely diligently and carefully, now involve multiple, multi-year hypothetical probability-adjusted scenarios, which may or may not occur and which can be expected to introduce quarterly volatility in our reserves. While positive vaccine and stimulus developments contributed to these reserve releases this quarter, our credit reserves of over $30 billion continue to reflect significant near-term economic uncertainty and will allow us to withstand an economic environment far worse than the current base forecasts by most economists.”

Dimon added: “In Consumer & Community Banking, deposits grew 30% or over $200 billion driven primarily by growth in the Federal Reserve’s balance sheet and the continuation of modest market share gains. Within our consumer lending franchise, auto and retail mortgage originations were both up more than 20%. Consumer spending continued to recover, as reflected in combined debit and credit card spend being up for the full quarter. The Corporate & Investment Bank delivered another impressive quarter with growth in Global Investment Banking fees of 34% and Markets revenue of 20%. With a record quarter, Commercial Banking earned $3.3 billion of investment banking revenue in 2020, surpassing its previous $3 billion long-term target. In Asset & Wealth Management, AUM grew 17% due to higher asset values and net inflows of over $190 billion into long-term and liquidity products over the last twelve months.”

Dimon concluded: “We ended the year with a CET1 ratio of 13.1% (vs. 12.4% at the beginning of the year) and capital above $200 billion, providing us with meaningful capacity to further invest in our business and communities, while returning capital to
our shareholders. This increase in capital was after raising over $2 trillion of credit and capital for our consumer and institutional clients around the world, which includes nonprofits and U.S. government entities, including states, municipalities, hospitals and universities and adding net $12 billion to credit reserves. We also hold $1.4 trillion of cash and marketable securities, which is currently over $450 billion in excess of what is required. We opened branches in new markets, improved our digital capabilities, and made acquisitions that will enhance our product offerings and deepen our engagement with our customers. We also continued to invest in our communities – for example, through our initial commitments to support those most impacted by the pandemic and our longer-term commitment to advance racial equality and promote economic growth. Our earnings power and healthy capital position also provide us the flexibility to pay dividends and return excess capital to shareholders through share repurchases. I want to end by thanking our frontline colleagues and those working from home who quickly adapted to the pandemic and safely helped our clients, customers, communities and governments.”

Grafik zeigt aktuelle JP Morgan-Quartalszahlen

JP Morgan-Quartalszahlen - Jamie Dimon
Jamie Dimon. Foto: Steve Jurvetson Creative Commons Attribution 2.0

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