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Videoausblick: Kleinvieh macht Mist

Der Dax hat sich gestern aufgerappelt, nachdem plötzlich Euphorie aufgekommen ist bei europäischen Banken, vor allem italienischen Banken.
Die Trump-Rally in den USA wird vor allem von den auf den US-Markt fokussierten Nebenwerten getragen, der Star unter den US-Indizes ist der Russell2000..

Markus Fugmann

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Markus Fugmann

Von Markus Fugmann

Die Trump-Rally in den USA wird vor allem von den auf den US-Markt fokussierten Nebenwerten getragen, und der Star unter den US-Indizes ist derzeit der Russell2000, der gestern erneut ein Allzeithoch erreichte. Dabei sind die in dem Index enthaltenen Aktien inzwischen massiv überteuert, aber der Optimismus ist weiter grenzenlos – Kleinvieh macht viel Mist. Der Dax hat sich gestern aufgerappelt, nachdem plötzlich Euphorie aufgekommen ist bei europäischen Banken, vor allem italienischen Banken. Offenkundig wird Italien zwei Milliarden Euro in die faktisch insolvente Monte dei Paschi pumpen, das wäre dann der nächste eklatante Verstoß gegen die selbstgesetzten Regeln in der EU! Der Dax dürfte im Bereich des Jahreshochs starten – nun wird die Luft dünner..

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22 Kommentare

22 Comments

  1. Avatar

    Gixxer

    7. Dezember 2016 08:06 at 08:06

    Gestern gab es noch diesen Kommentar:
    „Es wird so kommen, dass die Monte dei Paschi vom Steuerzahler gerettet wird.
    Wieder einmal wird die EU gegen ihre eigenen Regeln verstoßen und danach wird es wieder einen Aufschrei (und das zu Recht) der radikaleren Parteien geben, einhergehend mit weiterem Rechts- oder Linksruck.“
    Und heute scheint es schon so weit zu sein.
    Wobei ich mich frage, ob die 2 Mrd. Euro reichen werden.

    Ich sehe das ganz ehrlich noch drastischer als „nur“ ein Vertrauensverlust. Es ist der Tod der Demokratie! Bei einer Demokratie hat man die Wahl. Wenn aber alles alternativlos ist oder eine Ausnahme, weil Notsituation, dann gibt es keine Wahl mehr.

  2. Avatar

    longside

    7. Dezember 2016 08:07 at 08:07

    Moin,
    Ich denke jetzt sollte wirklich ein wenig mehr Optimismus angebracht sein.Der Markt will nach oben und schon heute sehen wir die 11000.Dabei ist es auch egal ob die meisten Akteure Mega optimistisch sind und schon lange im Markt Long positioniert sind.Dadurch soll es ja keinen Short Squeeze mehr geben können.Aber hier sind ganz andere Mächte am werkeln und die können sich das Geld einfach aus dem nichts erschaffen.Die wollen Ihre Rally und werden sie auch für Ihr Ego bekommen.

    • Avatar

      Peter

      7. Dezember 2016 09:04 at 09:04

      @longside:
      „…ein wenig mehr Optimismus“ auf diesem Board?
      Da erwartest Du viel von Herrn F.
      Ich hatte hier schon vor mehr als einem Jahr den Vorschlag gemacht, sich die noch freie Domaine Baerenmarktwelt.de zu sichern, dessen Name viel besser passen würde. Dann wurde ich direkt zum Aktionaer weggelobt… ;-)

      Mal im Ernst: Ich habe nur Sorge, dass sich viele Boardneulinge von dem negativen BIAS von Herrn F. anstecken lassen und pleite gehen. Immer mal wieder meldet sich hier einer, der größere Verluste eingesteht und der Börse den Rücken kehrt. Die Dunkelziffer derer wird extrem viel höher liegen. :-(

      Als NEWS-Board finde ich FMW top, als Trading-Board (ich rede hier nur von den Einschätzungen v.Herrn F.) ein Flop.
      Das schliesst nicht aus, dass Herr F. nach 3 Monaten vergeblichen Warnens auch mal ein Monat richtig liegt.
      Doch der Monster-Megatrend ist seit mehr als hundert Jahren UP, das wird hier immer wieder vergessen.

      Peter
      11k wir kommen. :-)

      • Markus Fugmann

        Markus Fugmann

        7. Dezember 2016 09:27 at 09:27

        @Peter, es ist ja immer dasselbe Spiel bei Ihnen: wenn der Dax steigt, sind Sie da und brüllen: ich hab´s doch immer gewusst! Aber wo waren Sie, als der Dax weiter unten war? Schweigen Ihrerseits. Und faktisch sind wir beim Dax in einer Seitwärtsphase seit August diesen Jahres, übergeordnet nach wie vor in einem Abwärtstrend seit dem Hoch Anfang 2015. Und der von Ihnen beschriebene „Monster-Megatrend seit mehr als 100 Jahren? Meinen Sie, das geht jetzt logischerweise die nächsten hundert Jahre weiter so? Das ist so ziemlich das dümmste Mainstream-Argument, das ich kenne: historisch steigen Aktien immer! Wir werden sehen, dass genau das absolut unhistorisch ist! Ist übrigens ja rührend, wie besorgt Sie um die werten Anleger sind – meinen Sie, die wären unfähig, sich selbst ein Urteil zu bilden?

        • Avatar

          Verinet

          7. Dezember 2016 10:07 at 10:07

          Herr Fugmann,

          also faktisch liegen Sie sehr oft daneben dieses Jahr in Ihrer Markteinschätzung
          das war beim Brexit so wo wir alle noch auf die zweite downwelle warten die schlimmer sein sollte als die erste das ist jetzt beim Italoreferendum so wo es ja anschließend so richtig rund nach unten gehen sollte das müssten Sie doch mal selber reflektieren können sind ja nicht dumm

          • Avatar

            Der Katamaransegler

            7. Dezember 2016 11:11 at 11:11

            Man sollte schon fair bleiben.
            Nach dem ‚leave‘ Votum der Briten sackte deren Pfund auf 1,33 ab.
            Das war ein harter Schlag für die Insulaner, schien aber einigermassen verkraftbar.
            Der (von Herrn Fugmann) angekündigte nächste Rutsch führte in mehreren Wellen zu 1.21 hinab und verblieb lange Zeit in der Range bei 1.22.
            In absoluten Zahlen mag es nicht viel klingen – tatsächlich war die Folge gravierender, als der erste Fall.

          • Avatar

            Verinet

            7. Dezember 2016 14:11 at 14:11

            @ der Katamaransegler …..bei dem von Herrn Fugmann angekündigten nächsten Rutsch ging es um die Aktienmärkte insbesondere unserem DAX
            gleiches Spiel beim Italoreferendum dat hat Herr Fugmann ja auch negative Auswirkungen auf die Aktienmärkte vorausgesagt

        • Avatar

          Peter

          7. Dezember 2016 10:19 at 10:19

          @Markus:
          Dass Aktien die historisch beste Anlageklasse ist, muss ich Ihnen eigentlich nicht nochmal schreiben, als finanzmarktinteressierter Historiker sollten Sie das wissen.

          Ich habe weder Zeit noch Interesse viele Kommentare zu schreiben, ich arbeite freiberuflich fulltime als Ing.
          Ich brülle im Gegensatz zu Ihnen nicht.
          Sie brüllen immer mal wieder und oft ist es dann einer guter Zeitpunkt zum Kaufen:
          * Deutsche Bank bei unter 10€ (ich war aber nur kurz drin)
          * bei dem von Ihnen richtig gemutmaßten Brexit ganz laut: „…das ist erst der Anfang. Jetzt gehts es erst richtig abwärts…“
          (Ich war nach dem historischen (vorbörslichem) 1100 Punkte-Daxabsturz (!!!) viel zu sehr mit Aktieneinsammeln beschäftigt, als igendwelche Kommentare zu schreiben.)

          Ja, ich habe wirklich Sorge, dass der eine oder andere FMW-Leser sich von Ihrem negativen BIAS anstecken lässt und (dann vielleicht noch gehebelt) pleite geht.
          Dass es diese Leser gibt, ist unbestritten, aber mit denen müssen Sie klarkommen…
          So, ich habe jetzt keine Zeit mehr.

          11k – wir kommen.
          Peter

  3. Avatar

    Frank

    7. Dezember 2016 08:44 at 08:44

    Ich finde das geseiere über Demokratie immer witzig, welche Demokratie.
    Eine Volksherrschaft haben wir schon seid den 90igern nicht mehr, nennt es die Herrschaft es Geldes, denn Wählerstimmen werden erkauft und nicht erkämpft!

  4. Avatar

    back2life

    7. Dezember 2016 08:45 at 08:45

    also sind jetzt noch mehr im Markt drinne und noch mehr Euphorie und noch mehr optimismus. Diesmal brauchen wir viel mehr ECB und viel mehr Drahgi ansonsten wird es eine trübe Runde zum Wochenende. Wenn es hält dann hatte nicht nur der Riese recht sondern auch alle Trump Anhänger und auf einmal ist die Welt heil und nichts mehr kann schief gehen. Ich werde mir das alles von der ersten Reihe anschauen was für ein Spektakel!

  5. Avatar

    Macwoiferl

    7. Dezember 2016 10:44 at 10:44

    Eine Lanze für Herrn Fugmann!!!
    Ich finde es prima, mit welchem Esprit und oftmals Witz hier der tägliche Wahnsinn wenigstens noch offen angesprochen wird. Abseits von Konsensterror-Wir-Haben-Uns-Alle-Lieb und Rosa-Wolken-Cocon, in den 80 Mio. Bundesbürger und Perma-Merkelfans offenbar eingewoben sind.
    Gott ja, wir haben Hausfrauenrallye bald. Wenn der letzte Permabär kapituliert ist Lieschen Müller investiert!
    Bitte, welcher der reichlich vorhandenen Kaffeesatzleser, Eliottwellen-Fuzzis, Gräfe-Schwadroneure hat uns in den vergangenen Monaten irgendetwas richtig vorhergesagt?
    In Zeiten, in denen Mafio Droghi und Piepen-Janet ihren Großen Bruder von Goldman Sachs bestens bedienen MÜSSEN sind nicht nur demokratische, sondern auch börsianische Gesetze ausgehebelt!
    Leute, ja, es ist Bullenmarkt. Wenn da nicht zugleich der Rinderwahnsinn grassieren würde!

  6. Avatar

    Bademeister

    7. Dezember 2016 10:58 at 10:58

    Im Mittelalter haben schlaue Menschen in einer seit Monaten belagerten Stadt einen der letzten Ochsen gut sichtbar für die Belagerer über der Stadtmauer aufgehängt und ein rauschendes Fest „gefeiert“. Die restlichen (zwei) Ochsen mussten den ganzen Tag lauthals brüllen, um den Belagerern ihre ausweglose Situation bzgl. aushungern der Belagerten darzustellen.

    DAX und Co. haben gerade den LETZTEN Bullen gehisst…..und bekanntlich kommt der Crash, wenns KEINER erwartet und kein Bulle/Ochse mehr da ist, der zum Brüllen stimuliert wird.

    Herr Fugmann hat in seinem „mittelalterlichen“ Leben schon einige Belagerungen mitgemacht und weiss wies läuft….

    • Avatar

      Verinet

      7. Dezember 2016 12:18 at 12:18

      wenn der Crash kommt wenn ihn keiner mehr erwartet würde ich ja mal warten bis Herr Fugmann long geht…befürchte das kann noch dauern :)

  7. Avatar

    Bademeister

    7. Dezember 2016 11:06 at 11:06

    ..und ob die 11… heute noch fallen, mag ich bezweifeln.
    Ich denke jedenfalls bei glatt 11K an strong short….im DAX.

    • Avatar

      gerd

      7. Dezember 2016 11:28 at 11:28

      Auf 11K warten? Wäre das nicht zu einfach, bis zu dieser runden Zahl zu warten?

      Vielleicht jetzt sofort einen milden Short oder vielleicht warten bis die 11K überschießen.
      Vielleicht!

  8. Avatar

    i

    7. Dezember 2016 11:47 at 11:47

    Rund 40.000 Kleinanleger halten Anleihen der Monte Dei Paschi für rund 2 Milliarden EUR (Quelle: ntv). Wer sind eigentlich diese armen „Kleinanleger“, die gerettet werden sollen?
    Im Schnitt hat jeder von ihnen 50.000 EUR in die Anleihen allein dieser einen Bank investiert. Vermutlich sind also nicht wenige Millionäre unter den Anleihehaltern. Aber niemand in den Medien macht sich die Mühe, diese einfache Rechnung aufzumachen.
    Darüber könnten Sie doch mal schreiben, Herr Fugmann?

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      7. Dezember 2016 11:50 at 11:50

      @isntit, das sind eher nicht Millionäre. Der Deal lief meistens so: wir geben die Kleinsparer einen Kredit (für deine Firma), dafür kaufst du unsere Anleihen – so eine Art südeuropäisches Tauschgeschäft

  9. Avatar

    Börsenguru

    7. Dezember 2016 12:07 at 12:07

    Morgen ist also die Partie vorbei. Aha. MORGEN geht sie erst los Herr Fugmann. Wo ist eigentlich der Tsunamie geblieben?

  10. Avatar

    Lossless

    7. Dezember 2016 12:20 at 12:20

    Die Finanzmärkte möchten auch einmal „Fly sein“. ;-)

  11. Avatar

    marc

    7. Dezember 2016 12:34 at 12:34

    Laut italienischen Medien, hat die EZB jeden MdP-Deal
    dementiert und trotzdem steigen die Papiere der Bank um 8%.
    Hut ab vor so viel Zockermut.
    Der Dax wird bei 10900 ebenfalls wie wild gekauft.
    Ebenfalls meine tiefste Bewunderung.
    „Im Einkauf liegt die Rendite“ hab ich mal gehört.

  12. Avatar

    Joe

    7. Dezember 2016 13:19 at 13:19

    Moinsen,
    Ich finde es toll wie viele Experten es hier gibt ;-). Ich trade ein wenig. Mal gewinne ich, mal nicht. Ok, wäre ich nicht grundsätzlich im Plus würde ich wohl nicht handeln.
    Ich schaue mir gerne Herrn F. an. Liegt er immer richtig? Nee. Und ich habe auch das Gefühl, dass er in letzter Zeit häufiger mal daneben lag. Aber mal im Ernst: das kann doch keiner. Und das weiß wohl hoffentlich auch jeder. Wer Herrn F. häufiger zuhört weiß, dass er nicht gerade bullish ist (oder Herr F.?). Er ist eine sympathische und verlässliche Informationsquelle die auch noch kostenlos ist. Anfeindungen sind m.E. völlig Fehl am Platz. Wer bullische Signale hören möchte guckt dann Riße. Völlig anders aber deswegen nicht schlechter. Also: Weiter so und danke!

  13. Avatar

    longside

    7. Dezember 2016 15:26 at 15:26

    DAX gefällt sehr gut heute, aber was da gerade wieder für eine maßlose Manipulation beim Gold abläuft?Da manipuliert aber einer gerade wieder mächtig nach oben.Einfach wiederlich so was.

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die gemeldeten und heute Abend anstehenden Quartalszahlen sind heute ein wichtiges Thema.

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SAP in der Krise: Ist das eine Chance für uns? – Werbung

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Lieber Börsianer,

das war ganz harte Kost, die der europäische Software-Riese SAP am 26. Oktober für seine Aktionäre hatte. Die Cloud-Sparte blieb überraschend deutlich hinter den Erwartungen zurück. Einzelne Anwendungen wie die Software Concur (Verwaltung und Organisation von Geschäftsreisen) floppten völlig. Und noch mehr: Die Walldorfer kassierten auch gleich die Gewinnschätzungen für die nächsten Jahre, wie wir aus dem Quartalsbericht entnehmen mussten.

So kam es wie es kommen musste. Die Aktie des DAX-Schwergewichts kollabierte an jenem Tag binnen weniger Sekunden und verlor 20 % ihres ursprünglichen Marktwertes. Per saldo sank die SAP-Aktie von über 140 Euro unter 100 Euro ab. Milliarden Euro waren plötzlich durch den Schornstein.

Ungefähr im gleichen Zeitraum meldete die US-Konkurrenz bestes Zahlenwerk. Oracle und Salesforce nutzten die Dollarschwäche des vergangenen Jahres und griffen den deutschen Software-Riesen in seinem europäischen Heimatmarkt an. Die Analysten hängten wie üblich ihr Mäntelchen in den Wind und urteilten vernichtend über das Software-Unternehmen. Der Tenor: Eine Wachstumsgeschichte geht zu Ende. SAP bringt es nicht mehr.

In der Tat befindet sich die Walldorfer Software-Schmiede in einer veritablen Krise. So wird der Umsatz 2021 kaum noch wachsen, der Gewinn wird großer Wahrscheinlichkeit sogar rückläufig sein.

Das sind die Stärken der SAP

Aber gemach! SAP ist unverändert ein großartiges Unternehmen, dessen Software-Anwendungen weltweit in rund 25 Branchen genutzt werden. Bei Großunternehmen sind die Deutschen immer noch das Maß aller Dinge. 9 von 10 Playern nutzen mindestens eine kleine SAP-Anwendung. Die Kundenkartei der Walldorfer liest sich imposant. Dort finden Sie typische Traditionsunternehmen wie Chevron, Ford oder AT&T. Aber auch die…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Wall Street: Kommen jetzt Regulierungen durch die Biden-Regierung?

Wird es für die Wall Street unter Biden sehr viel schwieriger als unter Trump? Was passiert mit den Monopolen der großen Tech-Firmen?

Wolfgang Müller

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Wird es für die Wall Street unter Biden sehr viel schwieriger als unter Trump? Bereits seit Monaten wird darüber spekuliert, wie eine demokratische Regierung den großen Techfirmen mit ihren monopolartigen Stellungen zu Leibe rücken wird. Schon die Bildung der Regierung wird Hinweise darauf geben, viele designierte Minister haben bereits in der Regierung unter Barack Obama politische Posten bekleidet.

Die Wall Street und der Abbau der Regulierungen

Die Ära Trump war für die Wall Street geprägt von Deregulierungen, insbesondere im Finanzsektor, was natürlich den oberen Einkommensklassen zugute kam – trotz seiner Beteuerungen dem Establishment auf den Leib rücken zu wollen. Joe Biden hat bereits im Wahlkampf davon gesprochen, gegen die wachsende Ungleichheit im Lande vorgehen zu wollen, was zwangsläufig auf einen Machtkampf mit der Wall Street hinauslaufen würde. Jetzt hat er aber mit der neuen Finanzministerin Janet Yellen, der einstigen Notenbankchefin, eine Entscheidung gefällt, die eher Kontinuität als Radikalität in Finanzfragen erwarten lässt. Sie unterstützt natürlich das Corona-Hilfspaket von 1,9 Billionen Dollar, zu dem die Ministerin vor dem Senat betonte, dass diese Verschuldung mehr nutze, als dass sie schade. Ihre Zielstellung seien mehr und besser bezahlte Jobs und höherer Wohlstand für mehr Amerikaner.

Die letzten Personalentscheidungen deuten aber daraufhin, dass man die Wall Street doch in Teilbereichen stärker regulieren wolle.

Chef der Börsenaufsichtsbehörde SEC soll Gary Gensler werden, ein Mann, der schon von 2009 bis 2014, also unter der Präsidentschaft von Barrack Obama, die Aufsicht über die Derivate CFTC innehatte. Er hatte damals die Untersuchungen bei den Manipulationen des Zinssatzes Libor geleitet und die Finanzreform umgesetzt. Er gilt als harter Hund in der Szene, aber wie könnte es auch anders sein – er hatte zuvor schon 20 Jahre bei Goldman Sachs gearbeitet.

Die Aufgaben der SEC dürften gewaltig sein, im Stadium der derzeitigen Spekulationsauswüchse. Zum Beispiel bei den Special Purpose Acquisition Companies, kurz SPAC genannt. Firmen, die zunächst Kapital über einen Börsengang einsammeln, um das Geld in die Übernahme eines noch nicht feststehenden Unternehmens zu investieren. Ein kaum regulierter Bereich, bei dem es wieder auf Kosten der Kleinanleger gehen könnte. Bereits in den ersten drei Wochen wurden im Bereich der SPACS schon wieder 56 solcher Mantelfirmen an die Börse gebracht und 16 Milliarden Dollar an Geldern eingesammelt. Nach 300 Firmen im Jahr 2020.

Was Gensler auch besonders auszeichnet, sind seine Kenntnisse im Bereich der Kryptowährungen – einem Thema, über welches er auch an seiner Universität gelehrt hat. Er hat sich zur Szene schon sehr kritisch geäußert und wird sich ganz besonders mit Fintech-Unternehmen und Kryptowährungen befassen.

Unterstützt wird Gensler von Rohit Chopra, der Chef der Verbraucherschutzbehörde für Finanzprodukte (CFPB) werden soll, die nach der Finanzkrise gegründet wurde.

Der Mann hatte sich bereits in in seiner Zeit bei einer anderen Behörde gegen die Macht der großen Tech-Konzerne ausgesprochen. Er stimmte für die Klage der Behörde gegen Facebooks ungesetzliche Monopolisierung, der sich auch eine Gruppe von Generalstaatsanwälten angeschlossen. Unter Trump war der Einfluss der Verbraucherschutzbehörde deutlich zurückgefahren worden.

Chef der Bankenaufsicht (OCC) soll Michael Barr werden, ein Mann der auch schon im Finanzministerium zu Obamas Zeiten gearbeitet hatte und nun auf 1200 Banken ein Auge werfen soll.

Die Personalauswahl Bidens zeigt in jedem Fall, dass dem Schutz der Verbraucher zulasten der großen Firmen mehr Bedeutung zukommen wird – und das könnte ein Problem für die Wall Street werden.

Fazit

Wieder einmal stellt sich bei einer neuen Regierung die Frage, wie viel von den Programmpunkten aus dem Wahlkampf im politischen Kampf und vor allem gegen das mächtige Kapital der Wall Street in den USA umgesetzt werden kann. Wer glaubt, dass es jetzt zu einer größeren Umverteilung von Wall Street zu Main Street kommen würde, dürfte ein bisschen blauäugig sein. Bidens Mannschaft besteht aus vielen älteren Semestern, die schon unter Barrack Obama im Einsatz waren.

Außerdem spielen die Wall Street und die Kapitalmärkte in den USA eine viel dominantere Rolle als in allen anderen Industriestaaten der Welt. Es dürfte kaum Gouverneure, Senatoren und Politiker in führenden Positionen geben, die nicht auf einem großen Aktienpaket sitzen. Den Ast ansägen, auf dem man selbst sitzt? Das beste Beispiel ist doch die ehrwürdige Sprecherin der Demokraten, die bereits 80-jährige Nancy Pelosi. Wenn die Grande Dame der US-Demokraten sogar eine halbe Million Dollar für Optionen auf die Tesla-Aktie gesetzt hat, erst vor Kurzem und bereits in der Gewissheit in Regierungsverantwortung zu stehen, was werden wohl die anderen Abgeordneten in ihrem Vermögensdepots haben? Bestimmt kein gefülltes Girokonto, wie unser Finanzminister.

Ergo: Regulierungen an der Wall Street werden kommen, aber wohl immer noch mit Schonung des Aktien-Wunderlandes USA.

Wird die Biden-Regierung die Wall Street bald stärker regulieren?

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