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Videoausblick: Normal und unnormal

Man könnte sagen: was der Dax macht, ist normal, was die US-Indizes veranstalten, dagegen unnormal. An den US-Märkten ist nun so ziemlich alles im Extrembereich: technische Indikatoren, aber auch etwa die Investitionsquote bei Hedgefonds in US-Aktien. Daher: wenn ein Rückschlag kommt, wird er heftig – der S&P500 könnte zuvor noch auf 2400 Punkte steigen..

Markus Fugmann

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Markus Fugmann

Von Markus Fugmann

Man könnte sagen: was der Dax macht, ist normal, was die US-Indizes veranstalten, dagegen unnormal. So stieg der Dax gestern aus Euphorie über die starken Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland und der Eurozone mehr als 1% – das hat der S&P500 seit 50 Handelstagen nicht mehr gemacht, und das trotzdem die US-Märkte praktisch täglich neue Allzeithochs erreichen (und: seit 90 Handelstagen hat der S&P500 nicht mehr als 1% verloren). Es handelt sich also bei den US-Märkte um eine Art Salami-Rally, Scheibchen für Scheibchen geht es nach oben. Dabei ist nun so ziemlich alles im Extrembereich: technische Indikatoren, aber auch etwa die Investitionsquote bei Hedgefonds in US-Aktien. Daher: wenn ein Rückschlag kommt, wird er heftig – der S&P500 könnte zuvor noch auf 2400 Punkte steigen..

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Börsenguru

    22. Februar 2017 10:04 at 10:04

    Seid 4 Monaten versuchen sie den Markt runter zerquatschen.

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      Börsenguru

      22. Februar 2017 10:06 at 10:06

      Zuquatschen meinte ich

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      Rainer Köhler

      22. Februar 2017 10:15 at 10:15

      Seit 4 Monaten versuchen Sie die Realität zu ignorieren.

      Wenn es dann wieder Banker regnet, war natürlich keiner long.

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      Walter Schmid

      22. Februar 2017 11:02 at 11:02

      Irgendwie konnte ich noch nie Jemanden ernst nehmen, der die Rechtschreibung nicht beherrscht, sofern es sich um jene seiner Muttersprache handelt.
      Herr Fugmann quatscht keine Märkte runter, er zeigt Problempotential auf und zwar solches mit hohem Markteinfluss. Wer jetzt noch weiter auf steigende US-Märkte setzt, hat entweder gar keine Ahnung, keinerlei Realitätssinn oder will unbedingt einmal kennenlernen, wie es sich anfühlt, viel Geld zu verlieren.

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        Gerd

        22. Februar 2017 12:45 at 12:45

        „Wer jetzt noch weiter auf steigende US-Märkte setzt, hat entweder gar keine Ahnung, keinerlei Realitätssinn oder will unbedingt einmal kennenlernen, wie es sich anfühlt, viel Geld zu verlieren.“

        Sinngemäß lese ich das hier schon seit vielen Monaten und bei noch ein paar Tausend DOW-Punkte tiefer. Mal von dem, mal von jenem Kommentator.
        Da habe ich mich auch schon sowas gefragt wie, ist es mir lieber ohne Ahnung und Realitätssinn an den steigenden Kursen viel Geld zu verdienen?
        Oder möchte ich als der Experte gelten mit viel logischer Sachkenntnis und weiter trocken Brot essen?

        Vielleicht ist ja jetzt endlich die Zeit gekommen und der Dow fällt wenigstens mal wieder auf einen solchen Stand runter, wo ihn die anderen warnenden Kommentatoren vor Monaten allerdings auch schon als himmelweit überteuert eingestuft hatten.

        Ich wünsche Ihnen und mir, dass Sie möglichst schnell Recht bekommen, dass ein Einstieg zum jetzigen Zeitpunkt bedeuten würde, viel Geld zu verlieren.

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          Walter Schmid

          22. Februar 2017 13:50 at 13:50

          Ihre Argumentation drängt sich natürlich auf und tatsächlich gibt es viele „Experten“, die trotz aller Logik und Kompetenz immer wieder ganz furchtbar falsch liegen, weil die Märkte es dann doch ganz anders bewerten. Die Entwicklung der US-Indizes seit der Trump-Wahl ist ein gutes Beispiel dafür.
          Ich erhöhe meine Short-Positionen auf die US-Indizes zwar mit jedem weiteren Anstieg immer weiter, habe sie aber gut abgesichert und konnte in den letzten Monaten trotzdem Gewinne einfahren. Wer sich hier aber nicht gut auskennt, der sollte gegenwärtig lieber gar nicht investiert sein. Short-Positionen sind gefährlicher als Long-Positionen. Ich bin zwar völlig davon überzeugt, dass eine bevorstehende Korrektur oder ein Crash die gegenwärtigen Niveaus der US-Indizes sehr deutlich korrigieren wird, habe aber keine Ahnung, wann das sein wird. Die Börsen sind zuweilen extrem verrückt und könnten durchaus auch noch weiter nach oben marschieren. Es gibt Märkte, in die man auch jetzt einsteigen kann; der amerikanische gehört nicht dazu!

  2. Avatar

    Walter

    22. Februar 2017 11:21 at 11:21

    5 Gründe NICHT die Etablierten zu wählen
    Das scheint die Forderung der Stunde zu sein: Bloß nicht die Etablierten wählen! Es scheint manchmal so, als ob nur die Pest schlimmer ist. Im Web kann man zahlreiche Titel in dieser Art lesen: „Warum die Etablierten Parteien nicht wählbar sind – Gründe und Fakten“. (1)

    Und in der Tat finden sich eine Menge Gründe, die dafür sprechen den Etablierten den Rücken zu kehren und eine neue Kraft zu formen, die endlich aufräumt in diesem
    unserem Lande. Es herrscht eine regelrechte Aufbruchsstimmung an manchen Orten und wir wollen versuchen, uns diesem Phänomen zu nähern.

    Grund 1: Der Europa-Sumpf

    Die letzte Europawahl hat klar gezeigt, dass die etablierten Parteien ums Überleben kämpfen. Die Zahl der Europagegner und -kritiker nimmt so stark zu, dass man sich fast fragt, ob überhaupt noch jemand dieses fragile Gebilde unterstützt und wann das Kartenhaus in sich zusammenfällt.

    Einzig die AfD scheint manchen Menschen als Lösung in den Sinn zu kommen, weil die offenbar zwar auch keine Lösung anbietet, aber immerhin die richtigen Fragen stelle. Die Glaubwürdigkeit der Etablierten dagegen ist beschädigt, so ein Fazit zu der Europawahl 2014. (2)

    Und in der Tat trauen immer weniger Menschen den etablierten Parteien zu, den Karren aus dem Brüsseler Sumpf zu ziehen – vielleicht deshalb, weil die den dort hineingefahren haben. Es ist ein bisschen wie bei dem Dieb, der laut nach der Polizei ruft, als das Licht angeht.

    Viele Politiker und Gefolgsleute der etablierten Parteien haben sich in den letzten Jahren nicht als Reformmotoren und Arbeiter für die Interessen der Menschen in Europa einen Namen gemacht, sondern haben sich schlicht und ergreifend den eigenen Hintern vergolden lassen. Der beste Beweis ist sicherlich die Antwort auf folgende einfache Frage: Welche Europapolitiker von Format und Durchschlagskraft für die Interessen der Menschen kennen Sie?

    Grund 2: Das Deutschland-Chaos

    Es ist kein Geheimnis, dass in unserer Gesellschaft die Schere zwischen arm und reich immer stärker auseinanderklafft und dass immer mehr Menschen von der Wohlstandsentwicklung abgehängt werden. Es hat sich eine Form der Demokratie gebildet, die mit Basta unter Schröder oder dem Wir schaffen das von Mutti Merkel auf die eine oder andere Form zu viele Menschen faktisch außen vor lässt, weil die Machteliten lieber unter sich auskungeln, was als nächstes passieren soll.

    Es braucht aber mehr Beteiligung breiter Schichten der Bevölkerung und ein echtes Interesse an den Problemen der Menschen in unserem Land.

    Grund 3: Die Scheinheiligen

    Es wird bei den lahmen Debatten im Deutschen Bundestag, in den Landtagen oder Kommunalparlamenten immer der Eindruck einer lebendigen Demokratie vermittelt. Dabei haben die meisten Menschen längst begriffen, dass hier eine einzige Show abgezogen wird, weil sich die etablierten Parteien längst vorher auf das Ergebnis in den wichtigsten Fragen verständigt haben – spätestens beim Pöstchengeschachere ist man ja aufeinander angewiesen und sorgt für Ausgleich.

    Es braucht aber eine Erneuerung der lebendigen Demokratie und eine positive Streitkultur, in der es wirklich um Inhalte statt um Macht geht.

    Grund 4: Das Demokratiedefizit

    Die Wahlbeteiligung ist seit Jahren ein Riesenproblem in unserem Land – Ergebnis einer Auskungelungs-Politik, die wirkliche Beteiligung auf einen formalen Wahlakt alle paar Jahre beschränkt, aber nicht wirklich will. Schuld daran sind die politischen Machteliten in unserem Land. In der Analyse zu den letzten Landtagswahlen wurde deutlich, dass viele Menschen in der Vergangenheit nicht zur Wahl gegangen sind, weil sie genau wussten, dass es so oder weiter geht wie bisher. (3)

    Wir brauchen aber mehr aktive Beteiligung. Und das bedingt echte Alternativen zu einer als Einheitsbrei verstandenen Politik.

    Grund 5: Die Probleme

    Deutschland hat weit mehr Probleme als der Schuldenstand oder die Zahl verkaufter Autos. Es geht um die Frage unseres Überlebens, das begreifen immer mehr Bürger. Diejenigen, die uns in diese Situation geführt haben, erscheinen kaum als geeignet für eine solide und nachhaltige Problemlösung – die Etablierten.

    Fragt sich nur, wo denn dann die Lösung liegt. Viele Menschen vermuten sie in einer neuen Kraft, die sich selbst als konservativ beschreibt, von Kritikern aber als rechts außen beschrieben wird. Für letztgenanntes spricht viel, alleine wenn man sich die Lebensläufe markanter Vertreter der AfD anschaut, öffentliche Äußerungen analysiert oder die faktischen Verbindungen innerhalb der rechten Szene unter die Lupe nimmt.

    Außerdem sollte man nicht vergessen, dass viele dieser angeblich Nicht-Etablierten selbst über ein jahrelanges Vorleben in etablierten Parteien oder Organisationen verfügen und deshalb kaum als Garanten für einen Kurswechsel taugen. Mit der Kennzeichnung „etabliert“ gehen wir deshalb einfach nur den Rechtspopulisten und Extremisten auf den Leim (4) – die am Ende auch nur an die Macht wollen.

    Fazit: Wenn Sie wirkliche Veränderung in diesem Land wollen, dann müssen Sie sich selbst darum kümmern – und einsteigen in das mühsame Bohren dicker Bretter, wie der Politikbetrieb treffend beschrieben wird. Einfache Lösungen gibt es dabei nicht. Wohl aber einen Ansatz: Inhaltlich, kooperativ, lösungsorientiert, kümmernd.

    Ihr
    Volker Hahn

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Aktien

Coronakrise: Für die Verlierer folgt wohl der zweite wirtschaftliche Abschwung

Redaktion

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Lufthansa mit massiven Problemen in der Coronakrise

Zum Ausbruch der Coronakrise gab es zunächst massive Staatshilfe über Kurzarbeit, Zuschüsse, Milliardenkredite und sogar Unternehmensbeteiligungen durch den Staat. Die Lage schien sich zu stabilisieren. Mit der deutschen Volkswirtschaft geht es wieder bergauf. Und wenn man sich die Headlinezahlen der Statistiker betrachtet, wirkt die Lage auch gar nicht mehr so schlimm. Aber die Verlierer-Branchen, die ab März fast komplett den Bach runtergingen, die erleben derzeit womöglich den zweiten Abschwung.

Wenn dem wirklich so ist, wäre es für Börsianer ratsam die Finger von Aktien dieser Branchen zu lassen. Denn es ist natürlich zunächst verführerisch. Was im Zuge der Coronakrise stark gefallen ist, scheint jetzt vom reinen Aktienkurs her optisch günstig zu sein. Aber kommt eine weitere kräftige Abwärtswelle bei den Aktienkursen der betroffenen Konzerne, wenn den Börsianern klar wird, dass die Coronakrise auf ganz spezielle Branchen noch viel länger sehr drastische Auswirkungen haben wird?

Lufthansa in der Coronakrise weiter im Abschwung

Da wäre zum Beispiel die Lufthansa als Paradebeispiel in Deutschland zu nennen. Zum Ausbruch der Coronakrise sanken die Passagierzahlen auf Null. Nun denkt man, dass sich die Fluggastzahlen zusammen mit der allgemeinen wirtschaftlichen Erholung auch steigern werden. Aber die Lage ist wohl schwieriger. Erstmal hilft da der gesunde Menschenverstand. Wie viele potenzielle Urlauber bleiben bitte schön solange den Flughäfen fern, bis die Maskenpflicht entfällt? Denn stundenlang als erholungssuchender Tourist im Flieger, am Flughafen, im Hotel, und an der Strandpromenade mit Maske rumzulaufen – darauf haben viele Menschen einfach keine Lust, denn das ist einfach kein richtiger Urlaub!

Nach den bisherigen massiven Einschnitten der letzten Monate sieht es bei der Lufthansa (wie bei anderen Airlines auch) nach einer erneuten Runde von Einschnitten aus. Dies lässt vermuten, dass sich die Flugzahlen eben nicht so erholen, wie man es sich erhofft hatte. Laut aktuellen Berichten soll Anfang nächster Woche bekanntgegeben werden, wie viele zusätzliche Jobs und Maschinen bei der Lufthansa gestrichen werden. Denn die Airlines leider derzeit auch darunter, dass sich die Einreisebeschränkungen einzelner Länder schnell ändern, und der potenzielle Reisende dann fernbleibt. Auch hier kann man denken aus „kaltherziger“ Börsianer-Sicht: Gut, dann warte ich die nächste Kürzungsrunde und weiter fallende Aktienkurse noch ab, und kaufe dann günstig ein.

Aber das sage mal jemand den Aktionären der Telekom, die damals in ein immer weiter fallendes Messer griffen nach dem Motto „jetzt gibts die Aktie aber günstig zu kaufen“. Natürlich ist das alles Ansichtssache. Es kann natürlich auch sein, dass ab einem gewissen Kursniveau wirklich eine Bodenbildung eintritt. Aber man sollte als Börsianer nicht all zu euphorisch agieren, nur weil der Aktienkurs optisch günstig zu sein scheint. Im folgenden Chart sehen wir in den letzten 12 Monaten in blau den Verlauf des Dax gegen die deutlich schlechter laufende Lufthansa-Aktie (beides auf CFD-Basis).

Chart zeigt Kursverlauf von Lufthansa gegen Dax

US-Airlines und Hotels

Auch in den USA geht der Abbau bei den Verlierern weiter. Nachdem die Airlines nach dem Ausbruch der Coronakrise bereits üppig vom US-Steuerzahler bedacht wurden, scheint das Geld wohl auszugehen. Nach ganz aktuellen Berichten sind die Chefs der großen US-Airlines im Weißen Haus vorstellig geworden. Das Motto lautete: Gebt erneut Staatshilfe, oder wir müssen Massenentlassungen durchführen. Auch dies ist ein klares Indiz dafür, dass es Delta, United und Co sehr schlecht geht.

Wie jüngste Berichte zeigen, und was natürlich mehr als verständlich ist: Das Spieler-Paradies Las Vegas wurde von der Coronakrise übel getroffen, aber gleich doppelt und dreifach. Da lohnt es sich einen Blick zu werfen auf die Las Vegas Sands Corp, einen Hotel- und Casino-Betreiber mit Schwerpunkten in Las Vegas, Macau und Singapur. Die Aktie notierte vor dem Beginn der Coronakrise im Februar bei 71 Dollar, jetzt bei 49 Dollar. Im folgenden Chart, der 12 Monate zurückreicht, haben wir die Kursverläufe der Hotelkette und von United Airlines übereinander gelegt. Frage: Greift man hier in ein fallendes Messer, wenn man jetzt kauft? Oder stehen die Aktien vor einem langen, langweiligen Seitwärtstrend?

Chart zeigt United Airlines und Las Vegas Sands

Nicht in das fallende Messer greifen?

Der Spruch ist einer der absoluten Börsianer-Klassiker. Man soll nicht in das fallende Messer greifen. Damit ist gemeint, dass man in einem Absturz, bei dem der Boden noch nicht erkennbar ist, nicht kaufen sollte. Natürlich sollte man auch später nie krampfhaft versuchen den absoluten Tiefpunkt für seine Einstiege an der Börse zu finden. Aber derzeit scheint es bei Aktien von Hotels und Airlines so zu sein, dass die Corona-Misere weitergeht, während sich der größte Teil der sonstigen Volkswirtschaft damit beschäftigt die alten Niveaus zu erreichen. Also, Vorsichti ist geboten bei den Problembranchen. Es sieht nicht nach einer raschen Erholung aus! Gestern berichteten wir bereits über die große Entlassungswelle bei deutschen Autozulieferern (hier finden Sie den Artikel). Auch hier sollte man bei Neueinstiegen in die entsprechenden Aktien überlegen, ob nun das Tief wirklich erreicht wird, oder ob die Misere noch einige Zeit anhalten wird, was auch die Aktienkurse weiter belasten könnte.

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Aktien

Aktuell: Grenke veröffentlicht ausführliche Stellungnahme

Claudio Kummerfeld

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am

Die Grenke AG (notiert im MDax) ist seit Tagen massiv unter Beschuss nach harten Manipulationsvorwürfen a la Wirecard (wir berichteten). Nachdem man die Vorwürfe bereits zurückwies, erfolgt ganz aktuell eine ausführliche Stellungnahme des Unternehmens. Hier zeigen wir die wichtigsten Passagen im Wortlaut. Vorab noch die Info, dass Grenke heute beschlossen hat, dass man ein Sondergutachten beim Wirtschaftsprüfer KPMG in Auftrag gibt, welches die massiven Vorwürfe entkräften soll. Nun geht es aber los, mit ausgewählten Passagen aus dem aktuellen Text von Grenke (hier in voller Länge).

Headline-Aussage:

Die GRENKE AG, globaler Finanzierungspartner für kleine und mittlere Unternehmen, weist auch nach genauer Prüfung des 64-seitigen Berichts von “Viceroy Research” die darin erhobenen Vorwürfe mit aller Entschiedenheit zurück. Nach einhelliger Auffassung des Vorstandes und des Aufsichtsrates sind sämtliche Anschuldigungen in allen Themenbereichen unbegründet. Antje Leminsky, Vorstandsvorsitzende der GRENKE AG: „Die Behauptungen in dieser sogenannten Analyse entbehren jeder Grundlage. Wir verwehren uns gegen jeglichen Vergleich mit Wirecard. Die Anschuldigungen eines Leerverkäufers, der mit dem von ihm ausgelösten Kursverfall Geld verdient, sind ein Schlag ins Gesicht unserer über 1.700 Mitarbeiter, unserer 40.000 Händler und unserer langfristig orientierten Aktionäre.“

Entscheidend – Vorwurf zu fehlenden Geldern:

Viceroy behauptet ferner, dass ein substanzieller Anteil von den im Halbjahresfinanzbericht 2020 ausgewiesenen 1.078 Mio. Euro liquiden Mitteln nicht existiere. Diese Behauptung – einer der zentralen Vorwürfe von Viceroy – ist frei erfunden. 849 Mio. Euro, also fast 80 Prozent der liquiden Mittel, befanden sich zum 30.06.2020 auf Konten der Deutschen Bundesbank – wie im Halbjahresfinanzbericht veröffentlicht. Am 15.9.2020 betrug das Guthaben bei der Bundesbank, wie bereits mitgeteilt, 761 Mio. Euro. Die Differenz von rund 20 Prozent befindet sich überwiegend auf Konten bei deutschen Großbanken.

Zum Franchise:

Viceroy unterstellt, dass die Franchise-Akquisitionen von GRENKE in der vergangenen Dekade mit nicht offengelegten verbundenen Parteien stattgefunden hätten und diese Beziehungen hätten offengelegt werden müssen. Das ist falsch.

Die GRENKE AG betont zudem, dass unter den Geschäftsführern der Franchise-Unternehmen durchaus ehemalige GRENKE-Mitarbeiter sind, diese aber alle spätestens mit Aufnahme ihrer Tätigkeit als Gesellschafter und Geschäftsführer der Franchise-Unternehmen keine Rolle im GRENKE Konzern mehr innehatten.

Viceroy behauptet zudem, die von Grenke akquirierten Franchise-Unternehmen hätten keinen reellen und tangiblen Wert und seien „underperforming“. Dennoch tauchten sie in den Büchern des Konzerns mit Goodwill auf.

Dazu erläutert GRENKE: Die Franchise-Unternehmen werden gerade deshalb nach vier, fünf oder sechs Jahren akquiriert, weil sie dann schon ein gutes Händlernetz aufgebaut und gleichzeitig viel Potenzial haben. Es ist völlig normal, dass die Franchise-Unternehmen zum Zeitpunkt des Verkaufs als wachsende Start-ups noch Verluste machen.

Geldwäsche:

Viceroy stellt außerdem die Wirksamkeit der Geldwäsche-Prävention bei GRENKE in Frage. Als vermeintlicher Beleg dafür wird angeführt, dass drei GRENKE-Bank-Kunden Geldwäsche über ihre Konten bei der GRENKE Bank hätten betreiben können, obwohl die BaFin bereits rechtlich gegen sie vorging. Auch dieser Vorwurf ist falsch: Die regulatorisch vorgeschriebenen Prozesse für „Know your customer“ (KYC) und Anti-Money-Laundering (AML) werden bei GRENKE vollumfänglich umgesetzt und regelmäßig überprüft. Als KYC-Tool nutzt GRENKE ein leistungsfähiges System, das dem Branchenstandard entspricht und unter anderem von einer dreistelligen Zahl von Volks- und Raiffeisenbanken ebenfalls einsetzt wird.

Zentrale von Grenke
Firmengelände des Unternehmens. Foto: © GRENKE AG

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Aktien

Aktienmärkte: Großer Verfall – Optionen und mögliche Turbulenzen!

Heute, vielleicht aber noch mehr Anfang nächster Woche könnte es für die Aktienmärkte richtig turbulent werden. Der große Verfall und die US-Tech-Aktien

Markus Fugmann

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am

Für die Aktienmärkte ist heute der große Verfall der wahrscheinlich entscheidende Faktor – es verfallen Optionen und Futures mit Laufzeit September (siehe hierzu den heutigen Videoausblick „Großer Verfall – es steht viel auf dem Spiel“). Zuletzt war in den Finanzmedien vor allem das in den USA von Privatinvestoren gehandelte Volumen an Optionen (vor allem Calls auf die großen US-Tech-Aktien) ein großes Thema – und das zurecht!

Folgende besipielhafte Grafik zeigt, wie dieses hohe Volumen an Calls bei den Borkern/Verkäufern dieser Call-Optionen Käufe des jeweiligen underlyings ausgelöst hat – in der Grafik konkret illustriert anhand der Amazon-Aktie:

Großer Verfall: Der stark gestiegene Effekt der Optionen auf die Aktienmärkte

Grafik: Benn Eifert, https://twitter.com/bennpeifert

Man sieht: der Kauf von Call-Optionen auf die Amazon-Aktie hat letzlich den Verkäufer der Call-Optionen gezwungen, sein Risiko durch den Kauf der Amazon-Aktie abzusichern, nachdem die Amazon-Aktie angestiegen war (was ja bis Anfang September der Fall war). Aus 1500 Dollar, die ein Privakunde in Amazon-Calls investiert hatte, entstanden Käufe im Volumen von 230.000 Dollar der Amazon-Aktie durch den Broker/Verkäufer der Amazon Calls.

Es war offenkundig dieser Mechanismus, der die Aktienmärkte zuletzt stark beeinflußt hatte – und die extreme Rally der US-Tech-Werte vor Anfang September mit erklären kann.

Aktienmärkte und Call-Optionen bei US-Techaktien

Der Bestand von Call-Optionen auf Amazon war vor Anfang September regelrecht explodiert und betrug 48% der Marktkapitalisierung von Amazon:

Aktienmärkte und Amazon Call-Optionen

Noch krasser die Call-Bestände bei Tesla (380% der Marktkapitalisierung) – was den unter Bewertungsgesichtspunkten absurden Anstieg der Tesla-Aktie erklären hilft:

Tesla Call-OptionenCharts: @MacroCharts

Folgende Grafik zeigt, wie extrem die Call-Bestände auf die großen US-Tech-Aktien zuletzt angestiegen waren:

Aktienmärkte: Call-Optionen auf US-Tech-Aktien und großer Verfall

So weit so extrem. Aber was passiert, um das oben aufgeführte Beispiel der Amazon-Aktie zurück zu kommen, wenn die Optionen auf die einzelnen Aktien verfallen? (zu den Uhrzeiten des Verfalls auf einzelne Aktien siehe hier – Optionen auf die US-Indizes dagegen verfallen heute um 15.30Uhr deutscher Zeit)

Dann nämlich werden die Absicherungen des Brokers, der die Amazon-Aktie gekauft hatte um sein Risiko zu hedgen, im Grunde überflüssig (siehe die Grafik oben). Es könnte also eine große Verkaufswelle für die Aktienmärkte drohen – aber wir wissen eben nicht wirklich, wieviel der nun heute auslaufenden Call-Optionen bereits vor dem Verfall verkauft wurden! Möglich ist also, dass die Schwäche der großen US-Techaktien wie Amazon in den letzten Tagen bereits ein Zeichen dafür ist, dass die Broker die underlyings verkauft hatten!

So oder so: heute, vielleicht aber noch mehr Anfang nächster Woche könnte es für die Aktienmärkte richtig turbulent werden! Oder eben auch nicht – vielleicht nämlich ist der größte Teil schon abgewickelt, Schieflagen inzwischen weitgehend bereinigt. Daher zitieren wir hier den Kaiser Beckenbauer: „Schaun mer mal, dann sehn mer scho“!

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