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Videoausblick: Rekorde und Realitäten

Obwohl in der derzeitigen US-Berichtssaison über 70% der berichtenden Unternehmen die (sehr tiefen) Erwartungen übertroffen haben, bleibt ein Fakt: der bisherige durchschnittliche Gewinnzuwachs liegt bei 1,7% (zum Vorjahresquartal) und damit unter der ohnehin geringen Erwartung von +2,8%. Das macht die Bewertungen der US-Aktien noch teurer (Dow Jones mit RSI über 86!)- viel teurer als etwa bei japanischen Aktien im Nikkei, der heute den 15.Handelstag in Folge steigt..

Markus Fugmann

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Markus Fugmann

Von Markus Fugmann

Obwohl in der derzeitigen US-Berichtssaison über 70% der berichtenden Unternehmen die (sehr tiefen) Erwartungen übertroffen haben, bleibt ein Fakt: der bisherige durchschnittliche Gewinnzuwachs liegt bei 1,7% (zum Vorjahresquartal) und damit unter der ohnehin geringen Erwartung von +2,8%. Das macht die Bewertungen der US-Aktien noch teurer (Dow Jones mit RSI über 86!)- viel teurer als etwa bei japanischen Aktien im Nikkei, der heute den 15.Handelstag in Folge steigt in Euphorie über den klaren Wahlsieg von Ministerpräsident Abe. Gleichwohl dürfte der Dax nach der enttäuschenden Performance am Freitag heute nicht höher eröffnen (im Bereich der 13.000er-Marke) – und das in einer „großen“ Woche: mehr als ein Drittel der S&P500 Unternehmen legen ihre Zahlen vor, am Donnerstag die viel erwartete EZB-Sitzung, am Freitag das US-BIP aus dem 3.Quartal. Und Trump dürfte den neuen Fed-Chef ernennen..

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22 Kommentare

22 Comments

  1. Avatar

    PK

    23. Oktober 2017 09:00 at 09:00

    15 Tage in Folge dürfte statistisch bei gleichverteilung Fallen/Steigen nur alle 100 Jahre in einem Index auftreten.
    Ein schönes Beispiel für die Tatsache, daß es zu einer Verschiebung der Gleichverteilung kommt, wenn man mal im äusseren Bereich der Gausskurve liegt, denn dann wird es tatsächlich noch wahrscheinlicher, daß es nochmal in die gleiche Richtung geht.
    Kann man in allen Zeitebenen sehen.
    z.B. ist es nach 4 grünen Balken 50/50 ob danach ein grüner oder ein roter kommt.
    Hab ich aber 10 grüne, ist es tatsächlich etwas wahrscheinlicher, daß nochmal ein grüner kommt.
    Die meisten sind aber gefühlsmässig genau anderer Meinung.

    • Avatar

      Gerd

      23. Oktober 2017 09:53 at 09:53

      „Die meisten sind aber gefühlsmässig genau anderer Meinung.“
      Ist doch irgendwie auch verständlich. Die gedankliche Hürde muss man erst einmal in der Lage sein zu überspringen.

      • Avatar

        m.d

        23. Oktober 2017 10:01 at 10:01

        stimme deiner Meinung zu.

        • Avatar

          madsoul

          23. Oktober 2017 11:03 at 11:03

          Die Frage ist, doch nicht die Anzahl der Beteiligten, sondern deren entsprechende Gewichtung im Hinblick auf Marktrelevanz. Das Problem ist, dass wir hier eine deutliche Kluft zwischen US und Europa haben. In US hedgen die Big Player auf hohem Niveau, und sorgen einfach für eine satte Distribution an die euphorischen Privatanleger. Da spielen die Europäer keine Rolle, außer in den vorbörslichen Futurezeiten.

          Ich bin wie (zahlenmäßig fast alle) von einer Korrektur überzeugt, und wie schon mehrfach geschrieben, leider zu früh short gegangen, und hangel mich mit Zwischenlong Positionen mehr schlecht als recht durch.

          Man könnte derzeit die ganzen Theorien und Analysen einfach beiseite lassen, denn bei aller Phantasie über QE etc. ist das auch nur eine klägliche Begründung für die Anstiege seit der Trump Wahl. (Auch in Europa) Wir haben ja keine Ausweitung der Geldmengen um 25 +x% in den letzten 12 Monaten gehabt.

          Die Zusammenhänge mit anderen Parametern wie GOLD/EUR/US Dollar etc. sind auch nicht grade stichhaltig.

          Bezüglich der Übertreibung der Märkte (USA) stellt sich für mich einzig die Frage, wollen die noch bis 25.000 im DOW und die 2750 im S&P sehen, bis Sie eine Korrektur von 5 % zulassen, um dann den Setup für 2018 zu haben mit Target 30.000 und 3000, oder kommen wir nur noch auf max 23500 /2600, bevor man sich in ruhigeres Fahrwasser begibt?

          Für ein Ansteigen findet man genug Begründungen (egal ob stichhaltig oder nicht:
          EU Krise durch Spanien- gut für Amerika, weil weniger Wettbewerb
          Keine EU Krise- gut für Amerika, weil EUR wieder höher
          Fed Chef dovish- gut für Amerika, weil weiter billiges Geld
          Fed Chef hawkish- gut für Amerika, weil Möglichkeit für Rückkehr zu laxerer Geldpolitik, wenn Wirtschaft abschwächt.
          NK ruhig- gut für Amerika, weil kein Risiko
          NK weitere Unruhe- gut für Amerika. weil damit Begründung für mehr Rüstungsausgaben, und Verknüpfung von Amerikazentrierten Wirtschaftsthemen mit „Schutz der Welt“ durch Amerika. (Rüstungs-Exporte Japan/Australien/Südkorea, Zugeständnisse Chinas in anderen Wirtschaftsfragen zur Vermeidung der Eskalation etc.)

          Am Beispiel des Russell 2000 sieht man hier m.E. genau diese Unentschlossenheit, entweder ist das eine Bullenflagge mit Zielzone 1700-1750 (Was interessiert das KGV, das ist bei Amazon und Facebook deutlich höher, also kein Argument für „Top of the pops“) oder ist das der Beginn einer soften Korrektur?

          Das Thema Crash wird so nicht kommen, denn bei 5% ist Schluss. dann wird der Handel ausgesetzt, und das PPT aktiviert, die Notenbanken machen irgendwelche Stützungsthemen etc. Abgesehen wünsche ich mir auch keinen Crash, der wäre m.E. einzig durch einen echten Black-Swan zu erwarten, und ich denke keiner wünscht sich Krieg oder Anschläge.

          Zusammengefasst befinden wir uns derzeit also in einem reinen Casino, entkoppelt von Logik und Sinnhaftigkeit. Die Aktienmärkte machen nichts anderes als die Kryptowährungen, auch dort gilt kein rationaler Ansatz (Was nützt im Alltag ein Bitcoin, wenn ich mir heute mit 10 BTC einen 5er BMW kaufen kann, und in einer Woche reichen die für einen GOLF?

          Und so ist es auch beim DOW, woher kommt denn die Phantasie für Boeing? Ausschließlich aus der Rüstungsthematik, aber rechtfertigt dass derartige Anstiege. Bin hier nur gespannt, wie Onkel Donald hier die Argumentationskette hinkriegt (Mehr Geld für Rüstung, aber keine fetten Profits mehr für die Hersteller, das verhandelt er persönlich runter ??)

          Da steh‘ ich nun, ich armer Tor, Und bin so klug als wie zuvor! :-)

          • Avatar

            Gerd

            23. Oktober 2017 11:27 at 11:27

            Madsoul:
            1.
            „Wir haben ja keine Ausweitung der Geldmengen um 25 +x% in den letzten 12 Monaten gehabt.“
            Denkfehler. Die vorgegebene Geldmenge ist ja nur zu einem kleinen Teil für die Finanzmärkte da. Eigentlich für die Realwirtschaft.
            Ein Beispiel nur um zu zeigen, was ich meine – die genauen Zahlen kenne ich nicht: 99% der weltweiten Geldmenge wären für die Realwirtschaft und 1% gingen in die Märkte. 99 Trillionen zu 1Trillion
            Wenn bei einer angenommenen Ausweitung der Geldmenge von nur 2% die Hälfte (also 1 Trillion) in die Finanzmärkte geflossen wäre, sind da jetzt 2 Trillionen drin, also eine Verdoppelung, sprich 100% mehr – und so stark sind die Märkte eben noch nicht gestiegen.

            2.
            EU Krise gut für Amerika, weil…
            Keine EU Krise – auch gut für Amerika, weil …
            Und deinee weiteren Beispiele zeigen, dass im Moment womöglich alles positiv ausgelegt wird.
            Dann wäre aber die Konsequenz daraus: Mitmachen und ebenfalls KAUFEN.
            Blöd nur, wenn es im nächsten Moment nicht mehr positiv ausgelegt würde. Und irgendwann kommt der Moment. Und der bleibt dann – zumindest für einen Moment.

    • Avatar

      Segler

      23. Oktober 2017 09:56 at 09:56

      Ja, der alte Carl Friedrich – Princeps Mathematicus aus Göttingen.
      Die nach ihm benannte Verteilungs-Glocken-Kurve ist quasi synonym mit dem Namen „Gauss“.
      Sie keinesfall so sakrosankt, wie immer Glauben gemacht wird.
      Man darf nicht vergessen, dass sie auf der Annahme basiert, ihre Einzelwerte seinen voneinander unabhängig. Genau das ist in der Börsenwelt selten der Fall.
      In den Flanken sind die Extreme ausgeprägter, als sie die Gauss’sche Rechnung angibt.
      (Gruss an den EX-Physiker – habe ich das einigermassen korrekt formuliert ?)

      • Avatar

        PK

        23. Oktober 2017 10:34 at 10:34

        das hast du genau richtig formuliert.
        Mir ging es auch darum zu zeigen, daß unser „Hausverstand“ an der Börse hoffnungslos zum Scheitern verurteilt ist.
        Wir müssen so viele Heuristiken lahmlegen, die uns im normalen Leben durchaus weiterhelfen, daß es fast schon hoffnungslos ist.
        Man sieht ja bei den Argumenten die hier immer ins Feld geführt werden, daß diese Neandertaler – Heuristiken bei den meisten immer noch dominieren.
        Der Klassiker:
        „Der Trend geht jetzt schon so lange, der muss ja jetzt mal zu Ende sein.“

  2. Avatar

    Oekonomiestudent

    23. Oktober 2017 10:21 at 10:21

    Ich glaube diese Kursentwicklung hat mehr mit Trump-Steuer-Phantasie zu tun als mit der Gauss-Kurve.Übrigens hat ein Wissenschaftler geschrieben, dass die Theorie der Gausskurve mit den Manipulationen auch zu hinterfragen sei.

  3. Avatar

    Denker

    23. Oktober 2017 11:24 at 11:24

    Wehe, wehe, wehe …wenn ich auf das Ende sehe.

  4. Avatar

    peter

    23. Oktober 2017 12:03 at 12:03

    Sehr gute ausgewogene Kommentare,lässt sich gut lesen

    • Avatar

      m.d

      23. Oktober 2017 12:31 at 12:31

      ei dann lass ich mal lieber die finger von der tastatur. :) sonst fällt das niveau um einige punkte.

  5. Avatar

    Oekonomiestudent

    23. Oktober 2017 14:26 at 14:26

    Einige Anmerkungen zu den Einbahn Börsianern.
    Es gibt kein Finanzprodukt das 10 -15 Jahre steigt ohne grosse Korrektur.Der längste Zyklus hat vielleicht der US T-Bond ,der schon etwa 30 Jahre gestiegen ist u.jetzt eher am Fallen ist d.h steigende Zinsen.
    P.K. kritisiert die Annahme ,dass ein langer Trend drehen könnte ?? Der Umkehrschluss ist also , weil ein Trend schon so lange dauert ,muss er ewig weitergehen ??
    Er redet auch von Neandertalern, schon vergessen ,dass die letzte Krise in den USA von Leuten ausgelöst wurden die meinten DIE HÄUSERPREISE KÖNNTEN NUR NOCH IMMER STEIGEN, ich rede da eher von Démenten. Das gemeine Volk ( Neandertaler) war dann immerhin gut genug durch Nullzinsen ( Volkenteignung )
    den Schaden der Nicht-Neandertaler zu bezahlen.

    • Avatar

      Segler

      23. Oktober 2017 15:04 at 15:04

      Oha.
      Der Erstsemestrige mit einem Restbestand Schülersozialismus gleicht mangelnde Erfahrung, fehlenden Stil und Orthografie mit wirren Formulierungen und Capstan Lock Taste aus.
      Besonders beeindruckt das accent aigu bei den Dementen
      :-)
      Gut, dass neben dem Forum immer ein Eimer parat steht.
      Es soll sogar Wirtschaftswissenschaftler geben, die verwechseln diese zwei Dinge.

      Und zum Thema ‚Es gibt keine Finanzprodukte, die 10-15 Jahre ohne „Korrektur“ sind‘ :
      Hausaufgagen machen !
      Kleiner Tipp – Gucken Sie unter Vola Produkten.
      Aber die kriegen Sie erst im zwölften Semester

  6. Avatar

    Gerd

    23. Oktober 2017 15:11 at 15:11

    „P.K. kritisiert die Annahme ,dass ein langer Trend drehen könnte ?? Der Umkehrschluss ist also , weil ein Trend schon so lange dauert ,muss er ewig weitergehen ??“

    Da interpretieren Sie aber mehr hinein als PK tatsächlich gesagt hat oder zum Ausdruck gebracht hat. Weder die Aussage in ihrem obigen Erstsatz passt zu ihm, noch hat er auch nur angedeutet, dass ein schon lang anhaltender Trend ewig weitergehen muss.

  7. Avatar

    PK

    23. Oktober 2017 15:13 at 15:13

    @Oekonomie:
    „P.K. kritisiert die Annahme ,dass ein langer Trend drehen könnte ?? Der Umkehrschluss ist also , weil ein Trend schon so lange dauert ,muss er ewig weitergehen ??“

    ich habe (offenbar ohne Erfolg) versucht über Wahrscheinlichkeiten zu sprechen.
    Zu behaupten, daß etwas ewig weitergeht entspricht ja 100%. Das gibt es nicht an der Börse. Meine Behauptung ist nur, daß es speziell bei einem sehr langen und etablierten Trend wahrscheinlicher ist daß er weitergeht als daß er bricht.
    Wäre es anders, gäbe es keine Trends und man könnte immer mit reversion to the mean Geld verdienen. Oder Segler würde sich mächtig freuen, denn man könnte ohne große Sorgen Optionen shorten.

    Ich habe also einen (leicht) positiven Erwartungswert wenn ich jetzt in Aktien mit einem Zeithorizont von z.B. 1 Monat long gehe als jetzt short zu gehen.
    Seit 2 Jahren erklären mir halt hier die Mehrzahl der Trader das Gegenteil wäre der Fall. Die Tatsache, daß auch dieser Trend irgendwann zu Ende ist, ändert an der Grundaussage gar nichts.

    • Avatar

      PK

      23. Oktober 2017 15:17 at 15:17

      „Oder Segler würde sich mächtig freuen, denn man könnte ohne große Sorgen Optionen shorten.“

      wobei diese Aussage von mir nicht ganz richtig ist, denn auch im Random Walk gibt es die Möglichkeit, daß sich ein Wert deutlich von seinem Startwert entfernt.

  8. Avatar

    Oekonomiestudent

    23. Oktober 2017 15:50 at 15:50

    @Segler, bisher kannte ich ihn als anständigen Schreiber mit eigener Meinung ,der auch andere Meinungen akzeptierte.Warum plötzlich so aggressiv ,hat er keine Argumente mehr u.kritisiert Orthographie,Styl u.s.w mit einem Kommentar der auch nicht fehlerlos ist.
    Ich hätte lieber eine Antwort auf den Auslöser der Krise 2008/2009 ,meine Ansicht ist doch richtig, oder hören Sie die Wahrheit nicht so gerne?

    • Avatar

      Segler

      23. Oktober 2017 17:13 at 17:13

      Mensch Junge. Das war nicht aggressiv, sondern eine Replik auf das verworrene Sammelsurium Ihres Postings.
      Manchmal sticht der Hafer.
      Und nun begraben wir den Disput und überlassen das Feld den Leuten, die etwas konstruktives zum Forex Thema beitragen. Wäre sonst schade um die Arbeit des engagierten Forex Strategen. Gruss aus der Schweiz

    • Avatar

      m.d

      23. Oktober 2017 17:18 at 17:18

      mensch oekonomiestudent. diese menschen mit denen du dich gerade anlegst sind kenner der börsenszene. so hab ich sie bei fmw kennengelernt. die wissen wovon sie reden bzw schreiben. du kannst von denen allen viel lernen also vergraule sie nicht schon beim ersten mal. :) du bist gut :))))

  9. Avatar

    m.d

    23. Oktober 2017 17:18 at 17:18

    mensch oekonomiestudent. diese menschen mit denen du dich gerade anlegst sind kenner der börsenszene. so hab ich sie bei fmw kennengelernt. die wissen wovon sie reden bzw schreiben. du kannst von denen allen viel lernen also vergraule sie nicht schon beim ersten mal. :) du bist gut :))))

  10. Avatar

    Oekonomiestudent

    23. Oktober 2017 18:15 at 18:15

    @Segler, es ist leider billig meine Argumente der 2008 er Krise als Sammelsurium abzutun, warum könnten Sie das nicht bestätigen ? Ich suche absolut keinen Disput ,leider muss ich feststellen ,dass Sie bei Ihren Kommentaren einige gravierende Widersprüche produziert haben.
    Zu m.d.
    Wer von wem was lernen konnte wird sich dann bei der nächste Krise zeigen.Es könnte ja auch sein ,dass ich mehr Erfahrung habe als viele meinen u. vielleicht auch kein Student bin !

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Tesla, Zoom, Salesforce

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Tech steht heute im Fokus der Börsianer, darunter, die Aktien von Tesla, Zoom, und Salesforce.

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Aktienrückkäufe: Warum ich nicht begeistert bin – Werbung

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Lieber Börsianer,

die langjährige Flutung der Finanzmärkte mit dem billigen Geld der Notenbanken hat mittlerweile zu einigen kuriosen Begleiterscheinungen geführt. Weil Geld nichts mehr kostet, verschulden sich einige Unternehmen bis über beide Ohren. Doch statt in Zukunftstechnologien zu investieren, kaufen sie lieber eigene Aktien zurück – Kurspflege nennt man das. Angeblich geschieht das zum Wohle der Anleger, denn durch die Aktienrückkäufe steigen in der Regel auch die Kurse.

Allerdings ist bei hochverschuldeten Unternehmen Vorsicht geboten. Denn bereits ein geringer Zinsanstieg stellt diese Unternehmen vor arge Probleme. Freilich sind nicht alle Aktienrückkäufe schlecht. Wenn sich das Unternehmen die Kurspflege leisten kann und damit Geld an die Aktionäre zurück gibt, ist das oft besser, als das Geld möglicherweise zu Negativzinsen im Unternehmen zu belassen. Doch vor Übertreibungen müssen Sie sich schützen.

Das Spielcasino ist eröffnet

In den USA sind mittlerweile nicht mehr Privatanleger, Pensionsfonds und Vermögensverwalter die größten Aktienkäufer, sondern die Unternehmen selbst. Das freie Spiel von Angebot und Nachfrage wird damit außer Kraft gesetzt. In den vergangenen zehn Jahren gaben die 500 Unternehmen des S&P 500 die gigantische Summe von fünf Billionen Dollar für eigene Aktien aus. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Japan, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

90% der Unternehmen haben dafür mehr als die Hälfte ihrer Gewinne investiert. Das Geld fließt also nicht mehr in Fabriken, Maschinen, Produkte und Jobs sondern wird für die eigene Kurspflege eingesetzt. Die Big Player erhalten damit den Status Quo und überlassen die Entwicklung neuer Technologien den Start-Ups und der Konkurrenz aus Fernost.

Nicht unbedenklich ist dabei, dass vor allem in den USA ein Teil der Vorstandsvergütung an die Entwicklung des Aktienkurses geknüpft ist. Die Manager tun sich also vor allem selbst etwas Gutes, statt an die langfristige Konkurrenzfähigkeit Ihres Unternehmens zu denken. Wenn Aktien in solch riesigem Umfang zurückgekauft werden, dann handelt es sich um einen ernsten Eingriff in die Preisbildung der betreffenden Aktien.

Apple schlägt besonders gerne zu

Der größte Käufer eigener Aktien ist ausgerechnet Apple. Jetzt könnte man einwenden, dass Apple auch Milliardengewinne erzielt und sich deshalb die Rückkäufe leisten kann. Das ist prinzipiell richtig. Doch selbst Apple übertreibt mittlerweile. Im vergangenen Jahr wurden Anteile im Wert von 72 Milliarden Dollar zurückgekauft. Der freie Cashflow lag deutlich darunter. Selbst die Gewinnmaschine Apple nimmt also mittlerweile Fremdkapital auf, um Aktienrückkäufe zu finanzieren. Das wurde sogar von offizieller…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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IHS Markit-Kauf für 44 Milliarden Dollar – wie man gigantisch wächst ohne neue Schulden

Claudio Kummerfeld

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New York Downtown bei Nacht

In der Branche für Finanzdaten, Börsendaten und ökonomischen Analysedaten nimmt die Konzentration auf wenige große Anbieter immer mehr zu. Es gibt Bloomberg, Reuters, große Börsenanbieter wie die Deutsche Börse oder Euronext, und es gibt gerade den Versuch der London Stock Exchange den Datenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Euro zu übernehmen. Jetzt legt S&P Global (gehört zur Standard & Poors-Gruppe) nach und kauft den Datenanbieter IHS Markit. Und das für satte 44 Milliarden Dollar.

IHS Markit war Ende letzter Woche an der Börse noch 37 Milliarden Dollar wert. S&P Global lag bei 82 Milliarden Dollar. Wie schafft man es so viel Geld auszugeben, mal eben 44 Milliarden Dollar? Nun, in diesem Fall ist das gar kein Problem. Man „kauft“ per Aktientausch. Ein richtiger Kauf ist es dann gar nicht. Man fusioniert, und der „Käufer“ erhält an der neuen Firma die Aktienmehrheit. Oder besser gesagt, die bisherigen Aktionäre des größeren Fusionspartners halten dann später auch die Mehrheit am neuen Unternehmen.

So kommt es, dass die bisherigen Aktionäre von S&P Global an der neuen Firma 67,75 Prozent der Anteile halten werden, und die bisherigen Aktionäre von IHS Markit 32,25 Prozent. So haben alle was davon, und die Firma hat keine gestiegene Verschuldung durch diese Transaktion. So können große Konzerne schnell weiter wachsen, ohne sich zu verschulden.

Ganz anders lief es vor vier Jahren bei Bayer, wir erinnern uns alle mit Grausen an die Zeit danach. Die Leverkusener kauften Monsanto für 66 Milliarden Dollar in Cash. Dafür musste man damals eine Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar aufnehmen, also Kredite. So brockt man sich jede Menge Probleme ein, wenn man seine bisherige Aktionärsstruktur beibehalten will.

Will man extern kräftig zukaufen, muss man sich dann wie Bayer massiv verschulden. Um die Last zu reduzieren, muss man dann brutal einsparen, einzelne Sparten verkaufen usw. Gerade große Konzerne mit stark steigenden Aktienkursen können sich über den Weg des Kaufs mit eigenen Aktien (Fusion) andere Unternehmen einfach und bequem einverleiben. Dann werden die Aktionäre der bisherigen Konkurrenzfirma einfach zu Miteigentümern des eigenen Unternehmens gemacht. Und zack, der Konzern wächst kräftig, ohne dabei neue Schulden machen zu müssen. Natürlich hat der einzelne Altaktionär nach der Transaktion weniger Eigentum am Konzern. Aber dafür ist der Konzern an sich ja auch spürbar gewachsen, wodurch eine Kompensation stattfindet. Langfristig können über diese Methode die ganz großen Konglomerate entstehen.

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