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Videoausblick: Was kann den Dax jetzt noch stoppen?

Der Dax ist gestern nach wochenlangem Seitwärtsgeschiebe nach oben ausgebrochen. Auslöser des Anstiegs sind die extrem dovishen Aussagen von Mario Draghi, der den Märkten das Gefühl geben wollte, dass die EZB niemals als Liquiditätsspender wegfallen werde – was jedoch eher ein Bluff als Realität ist. Jetzt können wohl nur zwei Dinge den Dax stoppen..

Markus Fugmann

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Markus Fugmann

Von Markus Fugmann

Der Dax ist gestern nach wochenlangem Seitwärtsgeschiebe nach oben ausgebrochen. Auslöser des Anstiegs sind die extrem dovishen Aussagen von Mario Draghi, der den Märkten das Gefühl geben wollte, dass die EZB niemals als Liquiditätsspender wegfallen werde – was jedoch eher ein Bluff als Realität ist, der Maestro versucht also eine Art „dovishes Tapering“. Dann nachbörslich die Zahlen von Amazon, Alphabet und Microsoft, die alle über der Erwartung lagen und vor allem dem Nasdaq-Future einen Schub gaben. Der X-Dax dürfte daher noch höher starten, im Bereich der 13200er-Marke – der Euro fällt weiter. Jetzt können wohl nur zwei Dinge den Dax stoppen: erstens deutet vieles darauf hin, dass das katalonische Parlament heute die Unabhängigkeit ausrufen wird, und zweitens wäre die Ernennung von John Taylor zum neuen Fed-Chef für die Wall Street durchaus ein Problem..

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    mario

    27. Oktober 2017 09:09 at 09:09

    Zu allererst einmal Danke für die täglichen Analysen. Es ist immer wieder ein Vergnügen und auch eine Pflicht mir diese anzusehen. Anderseits, und das ist ebenso wichtig, sind es die vielen Kommentare, die abgegeben werden. Ich habe tatsächlich den Eindruck, dass sich auf dieser Plattform einige echte Profis befinden.

    Nun zu einer Frage, die mich doch schon etwas länger beschäftigt. Haben Sie (und die Profikommentatoren) nicht den Eindruck, dass Draghi und somit der gesamte Markt an einer bipolaren Störung leidet?

    Im echten Leben ist es ja so, dass wenn jemand schwere Depressionen hat er Medikamente (Antidepressiva) nehmen soll. Macht er das, können Depressionen verschwinden und sich ein Normalzustand einstellen. Werden diese Medikamente zu lange genommen kommt es zu einer manischen Phase, in der alle Schranken fallen. Übersteigertes Selbstwertgefühl, Kaufrausch, Euphorie sind die Symptome. Treten diese auf, müssen Medikamente abgesetzt werden – macht man das zu schnell kann der Patient direkt in die Depression fallen.

    Wenn ich mit jetzt ansehe, dass die Wirtschaft in ganz Europa brummt, die Arbeitslosigkeit stark zurückgeht, die wahre Inflation doch beträchtlich höher ist, als die EZB sie sehen will – und wir trotzdem Antidepressiva (Nullzinsen, QE) nehmen dadurch in einer manischen Phase sind (Euphorie am Aktienmarkt) – kann so etwas dann gut gehen? Müssten wir nicht schon längst die Medikamente absetzten?

    Ich bin wirklich kein Bär (als Bulle sind die Chancen immer höher) und schon gar nicht ein Crash-Prophet – mittlerweile habe ich aber schon etwas Höhenangst?

    Kann meiner Argumentation irgendwer folgen – oder bin ich mit meiner oberflächlichen Analyse komplett am Holzweg?

    • Avatar

      Wolfgang M.

      27. Oktober 2017 09:29 at 09:29

      @Mario. Aus meiner Sicht geht es um die Rückführung der (unerträglichen) Staatsverschuldung durch finanzielle Repression. Italien hat eine Verschuldung von über 130% des BIP, die Maastricht-Kriterien sehen 60% vor. In Deutschland funktioniert dies schon, wir sind von 80% bei 65% gelandet. Also, wenn die Inflation steigt, die Zinsen ganz unten sind und die Wirtschaft wächst, kommt diese Quote nach unten. So der Plan – nur bei den Südländern will das immer noch nicht klappen. Dabei gibt es erhebliche Nebenwirkungen, wie langsame Enteignung der Kleinsparer, asset price inflation u.s.w. , aber das nimmt man als Übel in Kauf – noch. Gruß

    • Avatar

      Lausi

      27. Oktober 2017 10:30 at 10:30

      Ohne QE würden die mediterranen Länder bankrott gehen, so einfach ist das. Die USA werden ohne QE auch nicht lange durchhalten. Lesen sie mal die Seiten von Daniel Stelter (beyond-the-obvious) – dann wissen Sie, was uns bald blühen wird!

      Auch von meiner Seite ein großes Lob an Herrn Fugmann! Auch ich bin ein begeisterter Leser :-) Weiter so!

    • Avatar

      Gerd

      27. Oktober 2017 10:31 at 10:31

      Ergänzend zu Wolfgang M. meine Meinung zur „Aktieneuphorie“.

      Ich schaue mal für einen Augenblick überhaupt nicht auf das Zins -und Liquiditätsumfeld. Und in dem Moment frage ich mich, ob ich
      ein KGV von ca. 14 für die DAX-Werte für zu hoch halte. Oder gar für euphorisch zu teuer. Nein, nach den historischen KGV’s früherer Jahre eher noch für zu billig.

      Wenn ich anschließend die Zinsseite auch wieder mit einbeziehe, dann….
      ja, dann weiß ich, dass der DAX heute auch bei 30000 nicht zu teuer wäre – sofern jemand die Garantie gibt, dass das Zinsniveau auch in zehn Jahren noch nicht deutlich höher liegt als jetzt.
      Was ich damit ausdrücken will: Das niedrige Zinsniveau ist in den Kursen der DAX-Aktien überhaupt nicht mit eingepreist – weil anscheinend alle so tun als gäbe es für die 10-Jahres-Bundesanleihe bereits schon morgen wieder Renditen von 3% und höher.

      • Avatar

        mario

        27. Oktober 2017 10:55 at 10:55

        … geb ich Ihnen vollkommen recht. Das KGV im Dax hat mit Euphorie wirklich nichts zu tun. Grundsätzlich sehe ich auch weiterhin steigende Kurse.

        Mich beschleicht nur manchmal das Gefühl, dass uns alles schneller zusammenbrechen könnte als uns lieb ist. Wenn man sich seit über dreißig Jahren mit Börse beschäftigt (in den letzten Jahren noch verstärkter) hat man eben schon einige extrem scharfe Korrekturen gesehen. Schwarze Schwäne sind zwar relativ selten – aber es gibt sie nun mal.

        Mal sehen – vorerst ist sowieso noch Party angesagt :-)

        • Avatar

          Gerd

          27. Oktober 2017 11:57 at 11:57

          „Mich beschleicht nur manchmal das Gefühl, dass uns alles schneller zusammenbrechen könnte als uns lieb ist.“

          Trotz meiner vorhergehenden Zeilen, kann ich Ihnen ehrlich sagen, dass mich oft genau dasselbe Gefühl beschleicht. Wie Sie auch schreiben, sind Schwarze Schwäne ja relativ selten. Und dennoch gibt es von denen sogar mehrere Exemplare ganz unterschiedlicher Art.

  2. Avatar

    Gixxer

    27. Oktober 2017 09:53 at 09:53

    Da kommt um 23:14 Uhr noch ein Bericht über Katalonien und dann schon wieder um 07:56 Uhr wie gewohnt der Videoausblick.
    Ganz großer Dank für so viel Engagement!
    Ich habe es sicher schon gesagt, aber eure Seite ist das erste, was ich anklicke, wenn ich online gehe.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      27. Oktober 2017 10:01 at 10:01

      @Gixxer, vielen Dank für diese schönen Worte! Das motiviert uns sehr!
      Liebe Grüsse!

  3. Avatar

    peter

    27. Oktober 2017 11:37 at 11:37

    Sehr geehrter Herr Fugmann.Kann mich meinen Vorschreibern nur anschliessen,ihre Kommentare und deren Darstellung sind wirklich sehr gut.Vielen Dank für ihre Bemühungen

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Ballard Power vor gewaltigem Kursrutsch? – Werbung

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Lieber Börsianer,

da stimmen Sie mir sicherlich zu. Die Stimmung an den Börsen hat sich im Oktober eingetrübt. Vor allem das europäische Infektionsgeschehen schlägt uns aufs Gemüt. Auch im Alltag werden wir die Folgen nächstens wieder alle ganz gegenständlich spüren, wenn Deutschland in den Lockdown light geht. Das nämliche Bild bei unseren Nachbarn. In Wien werden derzeit ähnliche Maßnahmen vorbereitet, um die zweite Covid-Welle zu brechen. In Frankreich gelten sogar wieder harte Ausgangssperren. Man darf dort zur Arbeit und zum Einkauf fahren. Ansonsten gilt: Rien ne va plus.

Da überrascht es nicht, dass der DAX südwärts läuft und derweil auf Wochensicht über 8 % eingebüßt hat. Ähnlich wie im vergangenen Februar und März sind auch die Ölpreise wieder massiv rückläufig und verlieren zur Vorwoche rund 9 %. US-Aktien halten sich noch recht wacker, aber auch hier sehe ich Gefahr im Verzug.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich mache jetzt hier nicht den Pessimisten. Gleichwohl halte ich es für ratsam, kurzfristig in unseren Depots die Cashquoten zu erhöhen und den ein oder anderen Titeln zu veräußern, um dann am Ende zu günstigeren Kursen wieder in den Markt zurückzukommen.

Diese Taktik dürfte etwa bei dem Wasserstoff-Titel Ballard Power reizvoll sein, denn hier kündigt sich ein scharfer Ausverkauf an. Schauen wir uns zunächst einmal die letzten Zahlen aus dem zweiten Quartal an. Das kanadische Unternehmen meldete einen Umsatz in Höhe von 25,8 Millionen USD. Das entspricht einem recht vernünftigem Wachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal in Höhe von 9 %. Den Verlust konnte man spürbar eingrenzen, gleichwohl hat das…..

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