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Videoausblick: Zwei Blasen, eine davon kritischer..

Der ehemalige Fed-Chef Alan Greenspan hat es gestern in einem viel beachteten Interview auf den Punkt gebracht: sowohl Aktienmärkte als auch Anleihemärkte sind laut Greenspan in einer Blase, aber die gefährlichere Blase bestehe am Anleihemarkt. Das hat gestern im späten Handel die Wall Street verschreckt, die zuvor noch mit Schulterzucken auf die leicht hawkishen Fed-Aussagen reagiert hatte..

Markus Fugmann

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Markus Fugmann

Von Markus Fugmann

Der ehemalige Fed-Chef Alan Greenspan hat es gestern in einem viel beachteten Interview auf den Punkt gebracht: sowohl Aktienmärkte als auch Anleihemärkte sind laut Greenspan in einer Blase, aber die gefährlichere Blase bestehe am Anleihemarkt. Das hat gestern im späten Handel die Wall Street verschreckt, die zuvor noch mit Schulterzucken auf die leicht hawkishen Fed-Aussagen reagiert hatte – die Notenbank ist jetzt optimistischer in Sachen Inflation, eine Zinsanhebung im März gilt als sicher. Dann die Zahlen von Facebook, die zunächst abverkauft wurden, bevor dann Aussagen von Zuckerberg im conferenece call heute Nacht die Aktie sogar auf ein neues Hoch bringen dürften. Heute richtet sich der Fokus auf die Zahlen der Tech-Giganten Apple, Amazon und Google..

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14 Kommentare

14 Comments

  1. Avatar

    Wolfgang M.

    1. Februar 2018 09:49 at 09:49

    Als Alan Greenspan in seiner Rede „The challenge of Central Banking in a Democratic Society“ am 5.12.1996 von der „irrational exuberance“ sprach, löste er zwar ein kurzfristiges Beben aus (Nikkei fiel um 3%, andere Märkte folgten), der Dow stand damals unter 7000 Punkten, aber der Einbruch kam erst 3 Jahre später bei 11500 Punkten. Will sagen, das Erkennen einer „Bubble“ ist das eine, das Vorhersagen des Zeitpunkts des Platzens aber das andere. Wusste auch schon Isaac Newton. Interessant ist aber der Inhalt der damaligen Rede, die heute wieder Gültigkeit erlangen könnte: „Clearly, sustained low inflation implies less uncertainty obout the future and lower risks premiums higher prices of stocks and other earning assets….“ Dann kam die Inflation und dies könnte sich jetzt wiederholen, gerade wenn die ansteigende US-Verschuldung die Schleusen öffnen wird.

  2. Avatar

    Beobachter

    1. Februar 2018 10:13 at 10:13

    Ich bin meistens zu 100 % mit der Meinung von M.Fugmann einverstanden, diesmal aber nur zu 99,9%.
    Er meinte die Aktinmärkte hätte man eher im Griff:
    Meine Meinung, wenn es am Anleihenmarkt bum macht, dann macht es am Aktienmarkt bum, bum, bum.
    Bei nicht manipulierten Anleihenmärkten hätte man hohe Aktienkurse wegen guter Wirtschaft u.tiefe Bondkurse =
    höhere Zinsen.D. heisst ,normal kann nur eine dieser Anlagen in einer Blase sein.Jetzt ist das grosse Problem,dass die künstlich tiefen Zinsen erst die Bondblase u.die Bondblase die Aktienblase befeuerte.
    Da der weltweite Anleihenmarkt etwa 3 mal grösser ist als
    der Aktienmarkt könnte eine Umschichtung in interessante Anleihen ( nach Bondcrash ) dem Aktienmarkt volumenmässig arg zusetzen.
    Wenn dann z.B. 2 jährige US Bonds über 2,5% Rendite
    gäben,wäre die seit Jahren gepredigte Alternativlosigkeit
    von Aktien blitzartig weg.Wenn man die teilweise abartig hoch bewerteten US Titel anschaut ist es eigentlich schon
    jetzt so.Eine Blase aufpumpen ist einfach,das geschieht über Jahre, aber ich glaube es ist noch nie gelungen eine Blase langsam auf Normaldruck zurückzuführen!
    FÜR MICH IST NUR DIE FRAGE?,WELCHE BLASE MACHT DEN ANFANG, ES WERDEN BEIDE PLATZEN!!

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      PK

      1. Februar 2018 10:45 at 10:45

      @Beobachter:
      was wird denn genau passieren wenn die Anleihen crashen ?
      Versuch dir mal als Investor vorzustellen was du mit dem Geld machen sollst was du aus Anleihen abgezogen hast.
      Ich habs schon tausendmal gesagt, die Staaten können sich hohe Renditen nicht mehr leisten weil der Staatsbankrott die unmittelbare Folge wäre.
      Ergo ist in diesem Fall zwangsläufig Cash ebenso schlecht wie die Anleihen selber.
      Der Aktienmarkt wird sicher am Anfang dieses Szenarios auch deutlich leiden, aber im Ende ist und bleibt es ein liquider Markt um seine Kohle vor einem Schuldenschnitt in Sicherheit zu bringen und daher wird es letztendlich zu einer massiven Entwertungsrally in allen hard assets kommen !
      Aber man wird natürlich in der Anfangsphase seitens der Zentralbanken wieder mit dem Drucken anfangen um die Zinsen künstlich unter Kontrolle zu halten, bis einfach der endgültige Vertrauensverlust einsetzt.
      Wer die Moves des Marktes hier antizipieren kann, wird mit dem Crash ein Vermögen machen.
      Wenn sich der Rauch verzogen hat bleibt nur die Frage, wie der Staat sich bei den Leuten bedienen wird, die clever mitgedacht haben.

  3. Avatar

    PK

    1. Februar 2018 10:15 at 10:15

    wir haben jetzt beim Russel2000 erstmals eine Divergenz in der A/D Linie.
    Dort sind wir auf das Hoch vom Herbst letzten Jahres zurückgefallen.
    Das Sentiment ist in den USA immer noch komplett am Anschlag.
    Was ich so interessant finde ist der völlige Konsens, daß wir eine 5-7% Korrektur bekommen und dann steigt es weiter. Das bedeutet, daß es so wahrscheinlich nicht kommen wird. Wir werden daher wohl entweder nochmal einen finalen Squeeze nach oben erleben, oder die Korrektur wird viel weiter laufen als von den Marktteilnehmern eingeplant.
    Mein Fahrplan für dieses Jahr ist immer noch eine Volaexplosion, die die ganzen Short-Vola Fonds in den Abgrund bugsieren wird.

    • Avatar

      Segler

      1. Februar 2018 12:27 at 12:27

      @PK – was meinst Du mit Divergenz ?
      Wäre es möglich ein Bild zu verlinken ?

      • Avatar

        PK

        1. Februar 2018 12:48 at 12:48

        ich schicks dir.

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      V

      1. Februar 2018 13:16 at 13:16

      kann mich mit dieser ansicht sehr gut anfreunden

    • Avatar

      Lars

      2. Februar 2018 00:08 at 00:08

      @PK, wäre ich Mr. Gerhard Konjunktiv auf diesen Seiten, hätte ich aufgrund Ihrer Posts der letzten Tage und Wochen vermutet, dass Sie aus der ganzen skurrilen Aktienerektion derzeit größtenteils ausgestiegen sein könnten. Was ich, rein hypothetisch, umso mehr bewundern würde, weil Sie den Mut und die Weitsicht und die rechnerischen Fähigkeiten bewiesen zu haben scheinen, auch mit 500 bis 800% Gewinn zufrieden zu sein, obwohl es auch noch 10% mehr hätten sein können. Ich persönlich hätte wieder einmal auf dem Weg bei jeder kleineren Korrektur die Nerven verloren. Was jedoch meinen Sie mit dem Fahrplan der Volaexplosion? Ich möchte mich mit der eventuellen Intention meiner Fragestellung nicht gänzlich festlegen, schließe aber auch nicht völlig aus, dass ich nicht zur Gänze verstanden habe, ob Sie nun Stillhalten, Casherhöhung oder Shorteinstiege bevorzugen.

      Gegenenfalls unter Umständen Hochachtungsvoll, Ihr Konjunker Lars GerhArD

      • Avatar

        PK

        2. Februar 2018 08:20 at 08:20

        @Lars,
        ich muss zu meiner eigenen Entlastung dazu sagen, daß ich im Schnitt nur mit rund 200% (Faktor 3) im Plus lag. Denn im Grunde ist mein eigenes Alterssicherungsdepot sehr langweilig aufgebaut, im wesentlichen ETF.
        Und durchgehalten habe ich in erster Linie deshalb so lange, weil die DInger alle steuerfrei waren (<= 2009). Das hat mir denke ich sehr geholfen.
        Aber es stimmt, es ist unglaublich schwer eine Rally so lange durchzuhalten. Wir sind für sowas wie langfristige Aktienanlage leider nicht wirklich geschaffen.
        Wieviele Gründe fände man zwischendurch die Sache hinzuschmeissen…
        Nun gelten die neuen Steuergesetzt für ETF (ab Anfang 18) und ich denke, vom Timing her war das nicht schlecht. War wohl auch Glück dabei.
        Nach wie vor gilt aber, wenn ich jetzt den Einstieg nicht besser hinbekomme als meinen Ausstieg, war das ein Fehler. Denn Fakt ist, daß Aktien langfristig Cash und Anleihen schlagen werden, da zweifel ich keine Sekunde dran. Mir gehts einfach nur um ca. 15% billigeren Re-Entry.
        Was die Volaexplosion betrifft:
        Ich hab mich jetzt einigermassen intensiv mit Optionen, Volahandel etc. auseinandergesetzt. Segler hat mich zu diesem Thema gebracht.
        Ich hab mir einen Haufen Bücher gekauft, 1000 Euro für Seminare ausgegeben (weil das einfach doch schneller geht als alles selber lesen) und hab mir danach eine Meinung gebildet.
        Die wird vielleicht Segler nicht gefallen, aber meine Meinung dazu ist, daß die Mehrzahl der Trader und Coaches (Segler natürlich ausgeschlossen) da mit einer enormen blauäugigkeit an diese Trades herangeht.
        Diese Hausse schleppt seit 6 Jahren einen immer größer werdenden Haufen von sehr erfolgreichen Short-Vola Tradern und Short-Put Tradern hinter sich her.
        Viele Fonds setzen einzig auf diesen Trade und gehen da mit viel zu hohem Einsatz (denn die erzielen 15% und mehr Rendite und da sieht man sofort, daß der Einsatz nicht korrekt sein KANN um mit heftigen Markausschlägen klar kommen zu können).
        Es gibt denke ich eine Grundregel an der Börse. Die besagt, daß es immer mal wieder einen Reinigungsprozess geben muss, um dieses "Easy money" einzukassieren. Wahrscheinlich kommt das daher, daß sich der Markt immer mal wieder automatisch aufgrund der jeweiligen Positionierung in Richtung des größten Schmerzes bewegen wird.
        Und ich denke, der größte Schmerz liegt aktuell bei den Short-Put Tradern.
        Wann wir eine entsprechende Reinigung bekommen, kann ich aber nicht sagen. Wir brauchen denke ich einen Trigger, den wir aktuell noch nicht am Schirm haben.
        Sich auf die Gegenseite zu begeben, also Puts zu kaufen, halte ich aber für wenig sinnvoll. Ich hab in frühen Jahren Puts und Calls gekauft und immer auf den Jackpot gehofft. Aber es ist wie Lotto spielen denn im Schnitt gewinnt die Bank. Daher kaufe ich niemals ein Produkt, was pro Zeiteinheit Geld verliert.
        In meinem Zockerdepot bei IB ist meine durchschnittliche Haltedauer 10 Minuten. Hier waren die letzten Tage sehr schön, weil endlich wieder gemischte Emotionen im Markt waren. Endlich mal konnte der Markt atmen und der ES wurde nicht gleich nach einem 3 Punkte Rücksetzer wieder panisch gekauft.
        Short-Put ist übrigens eine gute Sache, wenn man ein Renditeziel von max. 5% anstrebt. Dann ist der Einsatz gering genug um bei fallenden Kursen in die höhere Vola rollen zu können ohne daß es einem dann fast am Volatop das Konto zerbläst. Als Depotergänzung durchaus empfehlenswert, man braucht aber knallhartes Riskmanagment. Das schaffen maximal 2% der Trader die da aktuell ihre Finger drin haben.
        Aktuell würde ich einfach den Cash Anteil erhöhen und in Ruhe abwarten. Gleichzeitig liege ich persönlich bei Gold auf der Käuferseite. Die Argumente hier hab ich schon gegannt, die Inflation wird in den nächsten 2 Jahren stärker zulegen als die Fed die Zinsen erhöhen möchte und kann.

        • Avatar

          Segler

          2. Februar 2018 11:21 at 11:21

          @PK Solche Beiträge sind Perlen. Unbedingt kopieren und Speichern.
          Schade, dass sie so schnell verschwinden. Umso mehr beeindruckt es mich.
          Chapeau !
          Vielleicht sollte nicht ich, sondern PK eine gelegentliche Kolumne erhalten.

          An einer Stelle haben Sie mich direkt angesprochen: Die „Blauäugigkeit“ vieler Trader, insbesondere der Short Vola Händler sehe ich genauso.
          Wir sind durchaus gleicher Meinung.
          Zwei Dinge würde ich ergänzen.

          1.) Die unfassbare Ahnungslosigkeit über die Funktion, Historie, Hintergründe und vor allem über das mögliche brutale Risiko der VIX Derivate in einem Margin Konto.
          In Gesprächen selbst mit langjährig erfahrenen Händlerkollegen oder Investoren staune ich über das totale Unwissen zu diesem Thema.
          Dies ist keineswegs arrogant gemeint. Es ging mir früher genauso. Mein Schlüsselerlebnis war August 2015, als mein Short Vola-Konto Federn gelassen hat – um es freundlich zu formulieren. Dies war der Grund, mich intensiv mit der Materie zu befassen.

          2.) Es gibt eine Vielzahl sehr beliebter Produkte, die von Banken in ganzseitigen Anzeigen der NZZ usw. beworben werden, und die sich in breiten Schichten der Anlegerbevölkerung grosser Beliebtheit erfreuen – Ein Beispiel: Reverse Convertibles.
          Ich kann nur für die Schweiz sprechen, vermutlich ist es in Deutschland ähnlich.
          Diese Produkte sind Short Vola Engagements, ohne dass deren Besitzer es ahnen, und ohne dass der Berater es ihnen erzählt.
          (Stimmt nicht ganz .. im Kleingedruckten des zugehörigen Prospektes findet man schon etwas verklausuliert formuliertes .. )

          Menschen denken linear. Die aus einer labilen Lage heraus stark exponentielle Entwicklung können wir ohne Mathematik nicht begreifen.
          Der Begriff „Explosion“ ist schon zutreffend.
          Gruss aus der verschneiten Schweiz

          • Avatar

            PK

            2. Februar 2018 13:02 at 13:02

            @Segler
            „Menschen denken linear. Die aus einer labilen Lage heraus stark exponentielle Entwicklung können wir ohne Mathematik nicht begreifen.“

            und bei Wahrscheinlichkeiten denken wir in Gausskurven und bei den absoluten Werten (die es bei Assets nicht gibt) fallen wir der Ankerheuristik zum Opfer…
            Alles leider sehr sehr ungünstig fürs Traden.

  4. Avatar

    Beobachter

    1. Februar 2018 11:36 at 11:36

    @P.K. Noch nichts verstanden,
    also wenn die Bonds crashen u.nachher die Aktien crashen wird sehr viel Geld frei u.dann kann man Bonds auf sehr tiefem Niveau z.B. US Anleihen mit z.B. 10jährige mit ca.3%Rendite kaufen u.die Bonds steigen dann sogar wieder wie bei jedem Aktiencrash.

  5. Avatar

    Beobachter

    1. Februar 2018 12:46 at 12:46

    Übrigens eine dritte Blase, Bitcoin u.andere Kryptos sind schon geplatzt ,vielleicht eine Warnung an die Permanaiven die glauben ,dass Werte einfach künstlich geschaffen werden können.
    Für mich sind diese Kryptos moderne elektronische Schneeballsysteme wo dank der Anonymität die Kriminellen auch noch problemlos mitmachen können.
    Ich erinnere mich an ein altes SCHNEEBALLSYSTEM vor ca. 20Jahren ,wo nach dem Auffliegen Computer konfisziert wurden u.jede Ein- u.Auszahlung nachgewiesen werden konnte u.die Anführer verurteilt wurden.

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Aktienmärkte: Warum einige aktive Fonds 2020 den Markt schlagen

Wolfgang Müller

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Die Aktienmärkte sind Schauplatz eines Kampfes, der von Jahr zu Jahr härter wird: Der Wettstreit zwischen den aktiven Fonds und den preisgünstigen, passiven Indexfonds (ETFs). In diesem Jahr haben einige der aktiv gemanagten Investmentfonds die Nase vorn. Ein Grund dafür ist die auch die ungewöhnliche Konzentration der Anleger allgemein auf marktschwere Titel.

Aktienmärkte: Das Dauerduell aktiv gegen passiv

Was hatte sich der in diesem Jahr verstorbene Gründer des passiven Investierens, John Bogle, anfangs für Feinde gemacht, zumeist wurde er milde belächelt! Mitte der Siebziger war Mittelmaß als Ziel eines Investments absolut verpönt, alle wollten noch die Aktienmärkte schlagen.

Doch Bogle hatte seine Mitarbeiter beauftragt, alle im S&P 500 enthaltenen Aktien entsprechend ihrer Gewichtung zu kaufen und damit den bekannten Börsenindex einfach nachzubilden.

Damit schuf Bogle den ersten Indexfonds (Vanguard 500), mit einem aus heutiger Sicht mickrigen Volumen von 11,3 Millionen Dollar.

Doch von Jahr zu Jahr steigt die Anlagesumme in die passiven Anlagevehikel, vor gut zehn Jahren wurde die Billionen-Grenze überschritten, mittlerweile ist die von BlackRock, Vanguard, State Street dominierte Branche bei weit über sechs Billionen Dollar angelangt.

Natürlich lässt es sich auf Dauer nicht verheimlichen, dass es kaum einem aktiven Anlagevehikel jenseits der 10-Jahresfrist gelingt, den Index und damit auch den entsprechenden Exchange Traded Fund zu schlagen. Am allerwenigsten den Leitindex der Aktienmärkte, den S&P 500 als Benchmark – insgesamt liegt die Underperformance bei über 90 Prozent in den großen Märkten.

Ich habe es vor kurzem in einem Artikel dargelegt, welche Folgen es hat, wenn man in einem Jahrzehnt auch nur die zehn besten Handelstage der Aktienmärkte versäumt.

2020 und die extreme Outperformance von Growth

Blicken wir nun auf den heimischen Markt, wo die Entwicklung natürlich einmal mehr den amerikanischen Vorbildern folgt. Hier gibt auch BlackRock den Ton an mit seinen iShares, gefolgt von Lyxor und den XTrackers von DWS, einer Tochter der Deutschen Bank. Gefolgt von UBS, Amundi, Invesco und Deka Investments und damit sind auch die deutschen Sparkassen im Geschäft.

Wie eine Auswertung des Fondsverbands BVI zeigt, haben in den Privatanleger-Depots es einige der alten Namen aus der aktiven Branche geschafft, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Produkte der DWS, der Deka oder der Allianz Group und aus dem Kreise derer, die schon über ein Jahrzehnt am Markt sind. Und dies gilt auch schon für ein paar Jahre, obwohl für diese Produkte die teuren Konditionen mit dem Ausgabeaufschlag und der jährlichen Jahresgebühr von deutlich über ein Prozent p.a. gelten. Wie ist diese Performance zu erklären?

Es waren zum Teil die internen Vorschriften, die den aktiven Fondsmanagern geholfen haben – und nicht die besondere Aktienauswahl.

Man hatte innerhalb der Aktienmärkte auf Aktien gesetzt, die eine hohe Marktkapitalisierung aufwiesen, so genannte Blue Chips – und was lief in den letzten Jahren besonders gut?

Klar, der Tech-Bereich mit Titeln wie Amazon, Apple oder Microsoft, Aktien, die in den Fonds zum Teil noch stärker gewichtet waren, als zum Beispiel im S&P 500 oder im MSCI World. Aber bereits seit Anfang September ist so etwas wie eine Branchenrotation feststellbar, verstärkt durch das Ergebnis des Wahlausgangs in den USA sowie den letzten Ereignissen im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung.

Anders ausgedrückt: Was passiert, wenn die Big Player wieder auf ein „normales“ Wachstumstempo zurückfallen, um nur eine milde Kursentwicklung zu prognostizieren?

Fazit

Aus den letzen Überlegungen wird deutlich, wie schwierig es in Zukunft bleiben wird, mit spezieller Aktien-Einzelauswahl die Aktienmärkte zu schlagen. Wird es zu einer bleibenden Branchenrotation von Growth zu Value kommen, oder hält sich das Wachstum der Big Seven, oder auch der FAANG-Aktien noch eine Weile?

Man braucht sich nur den explosiven Anstieg einiger Corona-Aktienopfer seit der Impfstoffmeldung von BioNTech/Pfizer zu betrachten. Wie stark wird es noch zu großen Umschichtungen in den großen Depots, insbesondere zum Jahreswechsel kommen? Der 9. November könnte bedeutsamer gewesen sein, als bisher angenommen. Der Anstieg des Nasdaq 100 von seinem Tief vom 6. März 2009 bis zu seinem Hoch am 2. September 2020 mit sagenhaften 1154 Prozent sollte irgendwann korrigiert werden, Kurse (speziell von Indizes) wachsen nie in den Himmel. Der Dax brachte es in diesem Zeitraum auf bescheidene 354 Prozent.

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Beschlossen: Dax mit 40 Aktien und neue Qualitätskriterien – hier die Details

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Der Wirecard-Skandal hat die deutsche Börsenlandschaft erschüttert. Ein Dax-Wert geht pleite und löst sich sang und klanglos als Luftnummer in Rauch auf. Die Vorstände sind in Haft oder auf der Flucht. Was für ein Debakel für die Deutsche Börse. Die Aufnahme- und Qualitätskriterien für die Indizes wie dem Dax waren wohl mangelhaft. Nach der Konsultation von Marktteilnehmern hat die Deutsche Börse jetzt Änderungen beschlossen. Hier alle Details, im Wortlaut von der Deutschen Börse:

Ab September 2021 wird der Leitindex DAX um zehn Werte auf insgesamt 40 Werte erweitert. Damit wird er die größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland noch umfassender abbilden. Im Gegenzug verkleinert sich der MDAX-Index auf 50 statt bisher 60 Werte.

Ab Dezember 2020 müssen alle künftigen DAX-Kandidaten vor Aufnahme ein positives EBITDA in den zwei letzten Finanzberichten aufweisen.

Ab März 2021 wird es Bestandteil der Indexmethodologie, dass zukünftig alle Unternehmen in den DAX-Auswahlindizes testierte Geschäftsberichte und vierteljährlich Quartalsmitteilungen veröffentlichen müssen. Nach einer 30-tägigen Warnfrist führt ein Verstoß gegen diese Anforderungen unmittelbar zum Indexausschluss.

Infolge dessen entfällt für alle Unternehmen in den DAX-Auswahlindizes die Pflicht zur Notierung im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse. Die Notierung im Regulierten Markt ist künftig ausreichend. Diese neue Regel wird eingeführt, um dem Indexanbieter zu ermöglichen, im Falle einer Regelverletzung unabhängig und schneller reagieren zu können.

Zusätzlich müssen ab März 2021 alle Neuzugänge zur DAX-Familie den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex hinsichtlich eines Prüfungsausschusses im Aufsichtsrat entsprechen. Für bestehende Mitglieder gilt eine Übergangsfrist, um Kontinuität in der DAX-Familie zu bewahren; sie müssen die Vorgabe ab September 2022 erfüllen.

Ab 2021 gibt es bei den DAX-Indizes zweimal im Jahr eine planmäßige Hauptüberprüfung (März und September). Zurzeit gibt es eine derartige Überprüfung nur im September.

Um die Regeln zu vereinfachen, ohne jedoch auf Investierbarkeit zu verzichten, werden ab der Überprüfung im September 2021 Indexmitglieder nur noch nach Marktkapitalisierung bestimmt. Der Börsenumsatz wird bei der Rangliste nicht mehr berücksichtigt; stattdessen müssen Indexmitglieder eine Mindestliquidität aufweisen.

Nicht übernommen wird der Vorschlag zum Ausschluss von Unternehmen mit Beteiligung an kontroversen Waffen. Stephan Flägel: „Wir haben ein sehr heterogenes Meinungsbild zu den Themen Nachhaltigkeit und ESG außerhalb der Vorschläge, die wir zur Governance gemacht haben, bekommen. Es wird von vielen Seiten die grundsätzliche Frage aufgeworfen, ob diese Kriterien bei der Auswahl der DAX-Mitglieder eine Rolle spielen sollten. Deshalb werden wir den Austausch mit den Marktteilnehmern fortführen. Nachhaltiges Investieren ist und bleibt einer der wichtigsten Trends an den Finanzmärkten und wird das Investitionsverhalten in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Das Thema ESG hat für Qontigo sehr hohe Priorität. Im März haben wir bereits den DAX 50 ESG Index gestartet und wir verfügen seit Längerem über eine breite Palette an ESG-Indizes, die wir auch künftig weiter ausbauen werden.“

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