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Viele Anleger überschätzen das Risiko an der Börse

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Viele Anleger stehen einer Geldanlage an der Börse nach wie vor äußerst kritisch gegenüber. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest die am 02.12.2019 veröffentlichte repräsentative Studie der Frankfurt School of Finance & Management und der Goethe-Universität Frankfurt mit fast 2.800 Teilnehmern.

Lassen Sie uns heute die Gründe dieser Börsenabneigung betrachten und überprüfen, ob die Kritik vieler Anleger sowohl faktenbasiert, als auch auf historischen Daten begründbar ist. Die spannende Frage, die ich Ihnen heute zudem stellen möchte, lautet:

Ist eine solide und ertragsorientierte Geldanlage mitunter sogar alternativlos?

Prof. Dr. Michael H. Grote (Vizepräsident der Frankfurt School of Finance & Management) benennt auf Basis der o. g. Studienergebnisse drei Hauptgründe, weshalb Deutsche Aktien meiden:

1. Viele Anleger scheuen sich vor einer Geldanlage an der Börse aufgrund von Angst vor einem möglichen Crash/einem Wertverlust ihres Investments.

2. Das bestehende Vermögen wird als zu klein angesehen und es herrscht die Meinung, dass für eine Teilnahme am Börsengeschehen bereits mehr Kapital zur Verfügung stehen müsste.

3. Sie denken, sie wüssten nicht genug über eine Investition am Aktienmarkt.

Nur 15,2 Prozent der Deutschen investieren in Aktien oder Aktienfonds

Laut Zahlen des Deutschen Aktieninstituts vom 28.02.2020 besaßen 2019 insgesamt rund 9,7 Millionen Bürger, also 15,2 Prozent der Deutschen, die älter sind als 14 Jahre, Aktien oder Aktienfonds. (Quelle: Deutsches Aktieninstitut)

In den USA etwa, wo der Staat die Altersvorsorge über den Kapitalmarkt/die Börse stärker fördert, lag die Anzahl der Aktionäre im Jahr 2016 bei circa 25 Prozent. (Quelle: LBBW Research)

Verheerende Auswirkung der Zinspolitik auf die Altersvorsorge der Sparer

Betrachten wir die Entwicklung der Zinspolitik der EZB so fällt auf, dass vor allem Sparer, die sich bisher bei dem Aufbau ihrer Altersvorsorge ausschließlich auf das gute, alte und bewährte Sparbuch verlassen, in Zukunft mit großen Problemen zu kämpfen haben werden. Nicht nur, dass die Verzinsung von nahezu 0 Prozent auf Spareinlagen einen Vermögensaufbau über Zinserträge nahezu unmöglich macht, die Sparquote der Menschen sinkt, weil es sich zudem nicht mehr lohnt zu sparen. Diese Kombination aus fehlendem Anreiz und Demotivation führt bei vielen Anlegern zu Frust bei dem Aufbau ihrer Altersvorsorge.

Historische Entwicklung der Aktienmärkte in Deutschland und der Eurozone

Es ist sicherlich korrekt, dass eine Investition an der Börse gewisse Risiken birgt. Um die bestehende Kritik vieler deutscher Anleger jedoch besser einordnen zu können, lassen Sie uns einen Blick auf die historische Entwicklung der Aktienmärkte in Deutschland und der Eurozone werfen:

Das DAX-Rendite-Dreieck (Quelle: Foto4) visualisiert die Renditeentwicklung der im Deutschen Aktienindex (kurz: DAX) enthaltenen Aktien in den letzten 50 Jahren. Es zeigt rückblickend die in einem beliebigen Zeitfenster erzielten Renditen einer Geldanlage in eben diesen DAX.

Wer beispielsweise Ende 1995 in den DAX investierte und seine Position bis Ende 2010 hielt, erzielte in diesem Zeitraum eine durchschnittliche jährliche Rendite von 7,8 Prozent. Die Wahl dieses Zeitfensters wurde bewusst gewählt, da sowohl die Dotcom-Blase von Anfang der 2000er Jahre, als auch die Finanzkrise von 2008/2009 in der durchschnittlichen jährlichen Rendite inkludiert sind.

Wer sein Geld in der Eurozone beispielsweise in den Euro Stoxx 50 investiert und seine Position bis 2018 gehalten hat, unabhängig vom Einstiegszeitpunkt innerhalb der letzten 32 Jahren, musste nie einen Verlust hinnehmen. (Stand 31.12.2019)

Es braucht kein Vermögen um zu beginnen

Es ist ein Mythos zu glauben, dass bereits ein großes Vermögen vorhanden sein muss, um am Börsengeschehen teilnehmen zu können. Ab einer Investitionssumme von nur 25 Euro im Monat ist es bei zahlreichen Banken möglich, in verschiedene Indizes (wie beispielsweise den zuvor genannten DAX oder Euro Stoxx 50) mittels eines ETF Sparplans (Definition: Was sind ETFs?) zu investieren.

Fazit: Wenn Sie Investitionen zurückschrauben, um Geld einzusparen, ist es dasselbe, wie die Uhr anzuhalten, um Zeit zu sparen.

Was nach einer Binsenweisheit klingt hat durchaus einen wahren Kern. Besonders die Absicht kurzfristig hohe Erträge zu erzielen, birgt tendenziell erhöhte Risiken. Eine solide, ertragsorientierte und langfristige Geldanlage kann sich jedoch mit wenig Aufwand und/oder Kapital an der Börse realisieren lassen.

Anleger sollten ihre Ängste bei der Auswahl ihrer Vermögensanlage möglichst rational hinterfragen, um so Chancen und Risiken gegeneinander aufzuwiegen und eine intelligente Anlageentscheidung treffen zu können.

Autorenbeschreibung: Herr Ricardo Tunnissen bringt umfassende Erfahrungen aus dem Bankwesen bzw. der ganzheitlichen Kundenberatung mit. Als zertifizierter Gewerbekundenberater RWGA und Bankbetriebswirt BankColleg arbeitete er unter anderem in der privaten Baufinanzierung und der Firmen- und Gewerbekundenberatung einer regionalen Volksbank. Im Oktober 2018 folgte der Schritt in die Selbstständigkeit, mit der Zielsetzung Menschen den Einstieg in die Finanzwelt zu erleichtern und zu befähigen, eigene Finanzentscheidungen treffen zu können, ohne sich ausschließlich auf die Meinung von Experten verlassen zu müssen. Hier geht es zur Homepage von Ricardo Tunnissen.

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Klarer Trend: Die Risiken nehmen weltweit zu – Werbung

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Lieber Börsianer,

was ist in dieser Frage eigentlich Ihre Meinung? Wird die Welt, wird unser Lebensumfeld nicht pausenlos gefährlicher? Denken Sie einmal an den Klimawandel oder an die Corona-Pandemie! Oder stellen Sie sich einmal vor, in Deutschland fällt das Internet nur für zwei Stunden aus? Die Konsequenzen für unser digitalisiertes Leben wären verheerend. In den Städten würden die Verkehrsleitsysteme kollabieren, viele Ampelanlagen würden nur noch blinken, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Tatsächlich aber ist unser Leben nicht gefährlicher als früher. Auch zu Kaisers Wilhelms Zeiten kannte die Menschheit schon Naturkatastrophen, Finanzkrisen oder etwa Krieg und auch Terrorismus.

Trotzdem haben wir in den letzten Jahren einen fundamentalen Wandel erlebt, der für uns alle, für Unternehmen und sogar für Staaten eine neue bisher unbekannte Risikodimension bedeutet.

Ein plattes Beispiel: Wenn vor hundert Jahren der Busch in Kalifornien brannte, was er auch damals schon tat, wurden einige Blockhütten vernichtet. Wenn dort heute Waldbrände wüten, sind Städte und große Unternehmensanlagen im Milliardenwert bedroht. Und das ist der springende Punkt: Die Gefahr war immer schon da, nur das Risiko des erheblichen Vermögensverlustes war weit geringer.

Heute sind durch eine Wetterkatastrophe, eine Pandemie oder auch eine Finanzkrise immer gleich Milliardenwerte bedroht. Vor diesem Hintergrund haben sich schon Ende des vergangenen Jahrhunderts Dienstleister oder Unternehmen mit der Risikoanalyse befasst. Ein bekanntes Unternehmen dieser Branche ist etwa der US-Risikoanalyst Moody´s, der sein Geld vorwiegend in der Finanzbranche verdient. Daneben bieten Unternehmen wie SAP, Oracle oder IBM verschiedene punktuelle Risikomodelle für Ihre Unternehmenskunde an.

Alle diese Unternehmen rechnen US-Investoren dem „Global Risk Market“, also dem Markt für Risikoanalyse zu. In Europa ist dieses spannende Segment leider noch wenig bekannt und etwas unterbelichtet. Das ist schade, denn dieses Segment wächst seit Jahren ganz erheblich und vor allem sehr stetig, wie Sie sich sicherlich ausmalen können.

Warum diese Aktie praktisch immer steigt

Mein persönlicher Favorit aus diesem Marktsegment ist ein US-Unternehmen, dass seine Wurzeln ursprünglich in der Versicherungsbranche hat. Damals schlossen sich die großen US-Versicherer und Warren Buffett zusammen, um quasi eine eigene Risikoabteilung zu gründen, da Versicherungsrisiken zunehmend schwieriger zu kalkulieren waren. Das Unternehmen sammelte zunächst Daten und entwickelte schließlich ein einzigartiges Prognosemodell, damit Versicherungsrisiken prognostizierbar wurden.

Heute arbeitet der Risikoanalyst auch für Banken und zählt ausnahmslos alle westlichen Kreditkarten-Unternehmen zu seinen Kunden. Wir alle haben in der Finanzkrise erfahren, was passiert, wenn Finanzdienstleister ihre…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Tesla: Elon Musk enttäuscht, Aktie fällt – bald schon Schnee von gestern?

Claudio Kummerfeld

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Innenansicht eines E-Autos von Tesla

Gestern gab es neben der Hauptversammlung auch den so groß erwarteten „Battery Day“ bei Tesla (hier dazu der gestrige Video-Kommentar eines Analysten). Kurz gesagt: Es war eine Enttäuschung. Analysten erwarteten für gestern von Tesla die Verkündung einer Batterie, die 10 Jahre oder länger halten könnte. Und es wurden konkrete Ziele für Kostensenkungen erwartet.

Tesla-Chef Elon Musk enttäuscht

Was Elon Musk verkündete, war einmal mehr gut verpackt seine Art von Marketing. Etwas Großes und Wundervolles ankündigen, was sich beim genaueren Hinschauen doch eher als Luftnummer entpuppt, als weit entfernter Traum, der noch gar nicht konkret greifbar ist. Genau so könnten BMW oder VW ihre neuesten noch weit entfernten E-Auto-Pläne hier und heute als Sensation verkaufen. Tesla will nämlich ein E-Auto für 25.000 Dollar bauen. Man versprach in den nächsten Jahren die Batteriekosten mit neuen Technologien und Verfahren um die Hälfte zu reduzieren, und so ein erschwingliches E-Auto anbieten zu können. Aber, so Elon Musk, die Voraussetzung für ein 25.000 Dollar-Auto von Tesla sei nun mal die drastische Kostensenkung bei den Batterien, und das könne man erst in drei Jahren erreichen!

Was für eine Enttäuschung. Die Tesla-Aktie verlor am gestrigen Handelstag 5,6 Prozent, und dann ab 22 Uhr nachbörslich nochmal 6,9 Prozent. Dieses nachbörsliche Minus hat sich abgeschwächt auf aktuell nur noch -4,8 Prozent, und jetzt in der ganz frühen Vorbörse liegt die Aktie bei 403 Dollar.

Tesla-Chef Elon Musk sagte gestern auch, dass es dem Unternehmen in 2020 sehr gut gehe. Man werde trotz schwieriger Umstände wahrscheinlich ein Wachstum zwischen 30-40 Prozent hinlegen. Tesla halte am Jahresziel fest, rund 500.000 E-Autos zu verkaufen. Das wäre eine Steigerung von 36 Prozent im Jahresvergleich. Und das in einer Zeit, wo die „alten“ Autohersteller arg unter der Coronakrise leiden.

Zur großen Tesla-Show gehört wohl auch, dass sich Elon Musk wie gestern geschehen von seinen Fans (die natürlich auch Aktionäre sind) per Hupkonzert abfeiern lässt. Denn HV/Battery Day fanden Corona-bedingt auf einem Open Air-Gelände statt, wo die Anwesenden in ihren Tesla-Autos saßen, und die Tesla-Offiziellen oben auf einer Bühne standen. So eine Show sieht man bei den staubigen Veranstaltungen von Daimler, BMW und Co wohl nicht. Es mag wohl auch dieses hippe, jugendliche Spaß-Image sein, dass Tesla den Erfolg bringt – sei es auch nur ein gefühlter Erfolg.

Blick auf die Aktie

Wird die Tesla-Aktie diesen aktuellen Rückschlag wegstecken? Gut möglich. Denn man schaue auf den folgenden Chart. Man sieht hier den Kursverlauf der Aktie seit Mai – hier wurde der jüngste Aktiensplit schon voll berücksichtigt. Seit Mai gab es einen Anstieg in der Tesla-Aktie von 163 auf über 500 Dollar. Dann der jüngste Rückschlag auf 330 Dollar, wo alle Welt schon an den großen (längst überfälligen?) Crash der Aktie glaubte. Und jetzt sind wir wieder bei 400 Dollar. Man sollte die streng gläubige Gefolgschaft von Elon Musk nicht unterschätzen.

Chart zeigt Kursverlauf der Tesla-Aktie seit Mai

Hier in voller Länge von gestern die Hauptversammlung mit „Battery Day“ von Tesla, die mehr als 270.000 Menschen live verfolgten.

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Markus Koch im Interview mit Dr. Jens Ehrhardt – Markt war überkauft

Redaktion

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Markus Koch spricht im folgenden aktuellen Interview mit Dr. Jens Ehrhardt über die aktuelle Börsenlage. Dr. Ehrhardt ist der Meinung, dass die Börse zuletzt überkauft war, und dass die Kurse deswegen gerade zurückkommen. Das Thema Optionen spielt dabei eine wichtige Rolle. Angesprochen werden im Interview technische wie auch fundamentale Faktoren.

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