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Vola-Spekulationen mit Rekordumsatz – Markt wieder im „Einklang“?

Die Schwankungsintensität der Aktienmärkte (Volatilität) oder besser gesagt ihr Ausbleiben war in den letzten Tagen ein Thema. Natürlich liegt das unter anderem auch am Höhepunkt der...

FMW-Redaktion

Die Schwankungsintensität der Aktienmärkte (Volatilität) oder besser gesagt ihr Ausbleiben war in den letzten Tagen ein Thema. Natürlich liegt das unter anderem auch am Höhepunkt der Urlaubssaison. Dennoch sind die Spekulanten hellwach. Das zeigt ein Blick auf die Umsatzdaten der wichtigsten Optionsbörse in den USA „Chicago Board Options Exchange“ (CBOE). Hier werden unter anderem Optionen auf den Volatilitätsindex des S&P 500 „VIX“ gehandelt.

Für den Handelstag Donnerstag 10. August vermeldet die CBOE Rekordumsätze auf den VIX-Future und auf VIX-Optionen. 2,56 Millionen Optionskontrakte wurden nur am Donnerstag gehandelt, womit man den bisherigen Rekord von 2,38 Millionen aus dem Jahr 2014 deutlich überholte. Für den Monat Juli habe das durchschnittliche tägliche Options-Handelsvolumen bei 687.181 Kontrakten gelegen, eine Steigerung von 11% gegenüber dem Vorjahr.

Bei den VIX-Futures an der CBOE wurden am Donnerstag 939.297 Kontrakte gehandelt, womit man den Rekord aus 2014 mit 791.788 Kontrakten ebenfalls deutlich überholte. Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen im Juli lag mit 283.342 Kontrakten 20% über dem Juli-Wert aus 2016. Die CBOE erwähnt auch, dass von den 10 umsatzstärksten Handelstagen im VIX-Future 4 im Jahr 2017 stattfanden. Was sagt uns das?

Dass die Trader bei den hohen Indexständen in diesem Jahr diverse Mal schon massiv Angst vor einem Crash hatten, und versuchten sich dagegen (teilweise?) mit Positionen auf eine höhere Volatilität abzusichern. Denn wenn in einem ewig lange steigenden Markt ganz plötzlich ein Einbruch von vielleicht 1.000 Punkten geschieht, explodiert natürlich die Vola, und der VIX-Index steigt dramatisch stark an.

Wie der folgende Chat zeigt, stiegen die Aktien Woche um Woche, Monat um Monat langsam an. Es ging zwar immer in kleinen Trippelschritten aufwärts, aber oft innerhalb extrem geringer Schwankungsbreiten. Dadurch fiel die Vola (VIX) stark ab, wodurch sich im Vergleichschart dieser Abstand herausbildete. In extrem kurzer Zeit, wo der Markt dank Nordkorea in den letzten Tagen etwas Nerven zeigte, sprang der VIX an, und beide Indexstände überlappen sich.

Der zweite Chart zeigt es kurzfristig deutlicher. Genau am Donnerstag, wo die Vola-Umsätze einen Rekordtag erlebten, kommen die Kursverläufe zusammen, und treffen sich heute erneut. Das würde zumindest theoretisch dafür sprechen, dass eine gewisse Normalität einkehrt, und Ängste vor dem großen Knall abgebaut sind. Wie gesagt, das könnte „theoretisch“ dafür sprechen.

Der VIX stieg nur am Donnerstag von 12 auf 15,60. Von Freitag bis heute geht es wieder zurück auf 13,59.


Der folgende Chart zeigt die Vola (orange) in Relation zum S&P 500 (schwarz) seit Anfang des Jahres.


Der selbe Chart nur in einem deutlich kürzeren Zeitfenster, nämlich seit dem 3. August.

Der folgende Vola-Chart zeigt, dass der jüngste Ausschlag aber keine große Nummer ist. In 2015 und 2015 ging es mehrmals über Werte von 20, sogar bis rauf auf fast 30 Punkte. Das waren die Zeiten der Griechenland-Krise, wo man nicht genau wusste, wie stark sich das auswirken würde auf Staaten, Aktienmärkte und Konjunktur.


Die Vola seit Ende 2014.



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