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Volks- und Raiffeisenbanken: „Tricksen, täuschen, tarnen“

Da geht aber jemand hart ins Gericht mit den Volks- und Raiffeisenbanken. Es sind schwere Vorwürfe, die gegen die eigentlich als bodenständig und volksnah geltenden „Kleine Leute“-Banken erhoben werden…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Da geht aber jemand hart ins Gericht mit den Volks- und Raiffeisenbanken. Es sind schwere Vorwürfe, die gegen die eigentlich als bodenständig und volksnah geltenden „Kleine Leute“-Banken erhoben werden durch das Portal „biallo“. Umfassend habe man die Gebührenstrukturen der VR-Banken analysiert, Anfragen gestellt und ausgewertet. Dabei sollen die Volks- und Raiffeisenbanken in großem Stil vertuschen, dass viele von ihnen anders als behauptet gar keine kostenlosen Kontomodelle mehr anbieten.

Auch wiegt der Vorwurf schwer, dass viele von ihnen am Geldautomaten auf den Displays keine Infos für eine Abhebegebühr anzeigen würden. Auch sagte der „Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken“ (BVR), dass einem keine Mitgliedsbanken bekannt seien, die ihren Kunden nicht wenigstens ein Gebührenmodell für das Girokonto anbieten, bei dem die Abhebung am eigenen Geldautomaten kostenfrei sei. Diese Aussage habe man aber wiederlegt. Das ist schon der Hammer für diese Banken, die der „kleine Mann“ doch eigentlich gerade auswählt, weil er denkt dort sei er/sie gut aufgehoben. Bei 150 von insgesamt 1.000 Volks- und Raiffeisenbanken sei die kostenlose Bargeldversorgung inzwischen abgeschafft worden.

Auf Anfrage hätten einige der Volks- und Raiffeisenbanken ihre nicht angezeigten Gebühren für die Bargeldabhebung so argumentiert, dass es sich dabei gar nicht um Gebühren, sondern um „Buchungspostengebühren“ handele, die im Kontoabschluss der Kunden auch als solche ausgewiesen würden. Daher handele es sich nicht um ein gesondertes Dienstleistungsentgelt für die Barauszahlung. Eine äußerst abstruse Argumentation, oder? Gebühr ist Gebühr! Auch argumentieren einige der VR-Banken, dass ihre Kunden nur Gebühren für Bargeldabhebungen außerhalb der Öffnungszeiten der Bank zahlen müssten. Man kann es sich auch noch so schön reden!

Man kann glatt den Eindruck gewissen, als wollten gerade diese mit so einem netten Image ausgestatteten Banken in der Öffentlichkeit mit allen Mitteln ihren guten Ruf am Leben erhalten. Dabei könnten sie doch ganz offen sagen, dass sie auf diese Gebühren vermeintlich angewiesen sind, weil die einzelnen Institute in der Regel sehr klein sind, und dank der EZB keine oder nur noch minimale Zinserträge haben, und sich daher andere Einnahmequellen erschließen müssen. Aber es geht noch weiter. So haben anscheinend 1/3 aller VR-Banken kein Preisverzeichnis im Internet, und beantworten Fragen hierzu auch teilweise gar nicht. Und wenn, dann kommen laut biallo sogar irreführende Antworten. Hier im Originalwortlaut auszugsweise aus der Veröffentlichung:


Mitte März sagte BVR-Präsident Uwe Fröhlich zudem, eine Bank müsse am Automaten anzeigen, dass die Abhebung ein Entgelt koste. Viele der befragten VR-Banken gaben jedoch an, dass sie am Terminal ihrer Geldautomaten nichts anzeigten, weil sie keine Abhebegebühren nehmen. Gleichwohl kostet das Abheben Geld. Sie nehmen dann einen Betrag zwischen 0,10 und 0,65 Euro für das Verbuchen der Abhebung. Wie viele VR-Banken die Gebühren mit Erfolg hinter den Buchungsgebühren verstecken, war nicht auszumachen.Über diese und ähnliche Praktiken sind Verbraucherschützer natürlich alles andere als glücklich. „Wenn wir zu dem Ergebnis kommen, dass die Information irreführend ist und/oder Verbraucher unangemessen benachteiligt werden, werden wir die Darstellung oder Klausel abmahnen beziehungsweise eine gerichtliche Klärung herbeiführen“, sagt Andrea Heyer von der Verbraucherzentrale Sachsen. Ein anderer Trick: Man nervt die Kunden mit zeitgesteuerten Bargeldgebühren. Das machen zum Beispiel die Frankfurter Volksbank und die Raiffeisenbanken Oberursel und Offenbach/Bieber. Wer bei ihnen tagsüber Geld abhebt, zahlt nichts. Nach Geschäftsschluss werden dann jedoch Gebühren fällig. Die Offenbacher nutzen auch die Mittagspause zwischen 13 und 14 Uhr zum Abkassieren. Wer also mittags schnell mal einkauft oder nach Feierabend Bargeld braucht, wird zur Ader gelassen.

Um Kritiker abzuwiegeln verweisen die Berliner Funktionäre von Sparkassen und VR-Banken schließlich darauf, dass der Kunde ja entscheiden kann, ob er ein günstiges Konto mit Bargeldgebühren wählt oder ein teureres ohne diese Kosten. Mag das für die Sparkassen-Gruppe zur Zeit noch zutreffen, bei den VR-Banken ist das auch überholt. Eine ganze Reihe davon bietet nur noch Konten mit diesen Gebühren an.

Dafür drei Beispiele, für Banken, bei denen diese Kosten anfallen, gleich für welches Konto man sich entscheidet:

Raiffeisenbank Gotha
Volks- und Raiffeisenbank Muldental in Thüringen
Volksbank Lette-Darup-Rorup im Münsterland.

Von offizieller Seite wird schließlich immer behauptet, dass man nur bei den günstigen Konten für Bargeldabhebungen zu zahlen habe. Das stimmt aber weder bei den Sparkassen noch bei den Volks- und Raiffeisenbanken. Dafür ist die Volksbank Eifel aus Bitburg ein treffendes Beispiel. Selbst wer das teurere Modell VR-Standard für immerhin 7,50 Euro im Monat wählt, hat keine unbegrenzte Bargeldverfügung. Die gibt es nur beim „Girokonto mit Komplettleistung“. Das kostet allerdings 12,90 Euro im Monat oder 156 Euro im Jahr. Die Mastercard Gold ist dennoch nicht enthalten. Sie kostet 69,00 Euro extra.


Zum Vergrößern bitte anklicken.

Quelle: biallo

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Berti

    13. April 2017 11:46 at 11:46

    Da könnte ich euch auch eine ziemlich krasse Geschichte erzählen. Ich war bis vor 2 Monaten selbst Kunde bei dieser Bank(seit über 30 Jahren), sowie meine ganze Familie, auch mein verstorbener Vater. Doch was die Bank bezüglich des Nachlasses und auch mit meinem Privatkonten rechtswidrig und illegal gemacht hat, ist unfassbar.
    Wenn ich mal Nerven und Zeit habe wollte ich es alles ausführlich mal an Zeitungen schreiben, damit es einer abdruckt.
    Ich habe die Bank gewechselt. Nie wieder Volks- und Raiffeisenbanken!!!

  2. Avatar

    Michael

    13. April 2017 11:56 at 11:56

    Ich halte dieses Bankengejammere von wegen „keine Zinserträge mehr“ für pure Heuchelei. Privat- oder Geschäftskredit etwa 7% und mehr, genehmigter Dispokredit 10% und mehr, geht man darüber hinaus 14% und mehr.
    Supergünstig sind doch nur die Immobilienkredite, sonst nichts. Die Differenz zwischen dem, was Banken an Zinsen zahlen und dem, was sie verlangen, hat sich nicht wirklich verändert.
    Und wenn sie zu blöd sind, die Kundengelder gewinnbringend anzulegen, sollte das nicht zu Lasten der Kunden gehen.

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Marcel Fratzscher im Interview: Marktversagen, Börse, Staatshilfen, Globalisierung uvm

Redaktion

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Marcel Fratzscher als Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wurde von der FAZ schon mal als Claqueur der SPD bezeichnet. Wer den Begriff nicht kennt: Ein Claqueur ist jemand, der auf Kommando Beifall klatscht. Und so hat Herr Fratzscher den Ruf, vor allem bei wirtschaftspolitischen Meinungen und Inhalten der SPD jede Menge Lob zu verteilen und die Thesen auch mit seinen fachkundigen Aussagen zu untermauern. Man munkelt in Berlin und Frankfurt schon seit geraumer Zeit, dass der gute Herr Fratzscher eine Karriere als Notenbanker oder in einem Ministerium anstrebt. Aber sind das nur Gerüchte? In den politischen Zeitgeist würde er sicher gut passen.

Marcel Fratzscher wurde schon von vielen anderen Kommentatoren sehr kritisch beäugt, aber auch von unserer Redaktion. Zum Beispiel sagte er im September, dass er keine Zombieunternehmen in Deutschland entdecken könne. Nur um wenige Tage später vom Problem der Zombieunternehmen zu reden. Generell ist er dem Lager der „Experten“ zugehörig, die der Meinung sind, dass man mit genug neuen Schulden so ziemlich alles regeln kann. Gibt es nur genug Nachfrage, lösen sich alle Probleme von selbst? Und die zusätzlichen Staatsschulden, die sind ja sowieso kein Problem bei den Nullzinsen? So einfach kann die Welt sein.

Aktuell hat Marcel Fratzscher dem auf YouTube bestens bekannten Interview-Format „Jung und Naiv“ ein 145 Minuten langes Interview gegeben. Die Leitlinie kommt relativ weit am Anfang des Interviews. Der Markt hat versagt. Also, wohin soll es seiner Meinung nach gehen? Mehr Regulierung, mehr Planwirtschaft? Thilo Jung spricht mit Marcel Fratzscher über Themen wie die Aktienmärkte und ob sie sich von der Realwirtschaft abgekoppelt haben, über die Coronakrise, Staatshilfen, die Klimakatastrophe, Autoindustrie, Konsumverzicht, Globalisierung, die Ungleichheit von Vermögen, Steuern uvm.

Wir können Ihnen an dieser Stelle nicht knallhart empfehlen 145 Minuten Marcel Fratzscher am Stück anzuschauen. Diese Entscheidung müssen Sie schon selbst treffen. Aber auch bei „Experten“, die wir kritischer sehen wie einen Herrn Fratzscher, gilt das selbe wie bei Hans-Werner Sinn, Markus Krall oder Clemens Fuest. Auch wenn man als Zuhörer die Meinung des Interviewten nicht teilt, so erweitert das Zuhören doch den Horizont.

Marcel Fratzscher
DIW-Chef Marcel Fratzscher. Foto: SPÖ Presse und Kommunikation – ExpertInnen Austausch anlässlich der Kurt Rothschild Preisverleihung, 27.09.2017 CC BY-SA 2.0

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Unser Wohlstand kommt übers Meer – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Welt ist so vernetzt wie nie zuvor. Auch wenn es in vielen Ländern protektionistische Tendenzen gibt, hat die weltweite Vernetzung ein Ausmaß erreicht, das in der Menschheitsgeschichte einmalig ist. Die Welt ist zusammengerückt. Viele Produkte, die Sie täglich nutzen, werden komplett oder in Teilen rund um den Globus verschifft, bevor Sie sie in Händen halten.

Die globalen Wertschöpfungsketten wären undenkbar ohne den regen Seehandel, der die Welt verbindet. Tausende Containerschiffe fahren von Kontinent zu Kontinent und bringen uns Waren vom anderen Ende der Welt.

Ich schreibe hier vorrangig über Zukunftstechnologien, die unsere Welt tiefgreifend verändern werden. Doch nichts hat unseren Wohlstand so sehr befeuert, wie der weitgehend freie Welthandel.

Deutschland ist Exportweltmeister

Unser Land ist erfolgreich, weil wir so stark in den Welthandel eingebunden sind. Maschinen und Autos aus Deutschland genießen international einen guten Ruf. Von den Erträgen aus dem Exportgeschäft kaufen wir beispielsweise Elektronik, chemische Erzeugnisse und Bekleidung. Das meiste davon wird übers Meer transportiert.

Die Lebensadern unserer Wirtschaft liegen im Wasser

Wenn Sie schon einmal in Hamburg am Hafen standen, haben Sie einen Eindruck, welche Mengen an Gütern täglich über den Seeweg nach Europa kommen. Rund 90% aller weltweit gehandelten Waren werden übers Meer befördert.

Unternehmen wie Hapag-Lloyd, Costamare oder Euronav betreiben riesige Flotten, um Waren rund um die Welt zu verschiffen. Sind die Aktien deshalb einen Blick wert? Das Geschäft ist lukrativ, aber hart umkämpft. Triton ist da schon eher interessant, denn das Unternehmen vermietet die…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Hotels und Restaurants: Wachstum ja, aber noch keine V-Erholung

Claudio Kummerfeld

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Restaurant-Tische mit Gläsern

Der Umsatz bei Hotels und Restaurants ist im August gegenüber Juli um 5,5 Prozent gestiegen. Aber im Vergleich zu August 2019 liegt er immer noch mit 22,2 Prozent im Minus. Die Grafik, die bis zum Jahr 2013 zurückreicht, zeigt es: Eine V-förmige Erholung ist noch nicht abgeschlossen. Der Indexwert der Umsätze von Hotels und Restaurants lag vor dem Start der Coronakrise im Februar bei 105,5 Indexpunkten, und im August waren es 80,9 Punkte. Da ist noch einiges an Lücke vorhanden. Innerhalb der Gastronomie lag der reale Umsatz der Caterer im August 2020 sogar um 32,9 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats.

Gut, diese heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Daten sind aus August. Inzwischen haben wir Oktober, und die V-förmige Erholung könnte bis jetzt schon fast geschafft sein. Könnte, nicht muss. Aber selbst wenn…. ein halbes Jahr lang gigantische Verdienstausfälle machen einer Branche zu schaffen, die darauf angewiesen ist konstant Umsatz zu machen. Viele Betreiber und Hotels und Restaurants überleben vielleicht aktuell, aber nur dank staatlicher Kredite. Man hat also nach der Krise deutlich mehr Schulden als vorher, dazu kommen oft noch vermutlich Mietschulden, weil der Vermieter monatelang die Restaurantmiete stundete, die nun nachgezahlt werden muss. Hat man die Krise auf den ersten Blick überlebt, und hat wieder „normale“ Umsätze, so türmen sich die Schulden auf. Zeitlich verzögert könnten also viele Insolvenzen folgen, auch wenn sich die Umsätze der Branche wieder normalisieren.

Chart zeigt Umsätze bei Hotels und Restaurants

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