Die Immobilienkrise zeigt immer mehr ihre Spätfolgen, die sich durch die Renditen von Anlegern fressen, zu Pleiten bei Projektentwicklern führen, aber auch zu Banken, die aufgefangen werden müssen! Nach der Volksbank Bad Salzungen Schmalkalden (Meldung vom 10. Juni) musste mit der Volksbank Dortmund-Nordwest innerhalb kurzer Zeit ein weiteres Geldhaus von anderen genossenschaftlichen Instituten gestützt werden.
“Dank der Unterstützung der Sicherungseinrichtung des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken konnten Risiken abgeschirmt werden”, heißt es laut Bloomberg in einer aktuellen Mitteilung der Bank. Grund für die Schieflage der Volksbank Dortmund-Nordwest sind Immobilienfonds, in die sie investiert hatte. Viele Immobilien hatten zuletzt aufgrund höherer Zinsen stark an Wert verloren.
Auch der Ausblick auf die kommenden Geschäftsjahre “zeigt keine ausreichenden Ergebnisbeiträge”, teilte die Volksbank Dortmund-Nordwest weiter mit. Als Lösung werde nun eine Fusion mit der Dortmunder Volksbank angestrebt. Über ihre Sicherungseinrichtung geben sich die Genossenschaftsbanken das Versprechen, einander im Krisenfall zu unterstützen. Aufgabe der Sicherungseinrichtung ist es, wirtschaftliche Schwierigkeiten bei den angeschlossenen Banken abzuwenden oder zu beheben. Sie ist vor allem präventiv tätig, kann aber auch — falls erforderlich — Sanierungsmaßnahmen durchführen. Mit einer Bilanzsumme von rund 1 Milliarde Euro zählt die Volksbank Dortmund-Nordwest zu den mittelgroßen genossenschaftlichen Primärbanken.
Man sieht: Wertminderungen bei Immobilien-Investitionen können gerade bei kleineren Banken schnell die Bücher kaputt machen. Denn mit wenig Geld kann man auch nicht so gut breit gestreut investieren. Wenn dann einzelne Investments in Schieflage geraten, sind die Verluste schnell existenzgefährdend für eine Bank.
FMW/Bloomberg
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