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Volkswagen, BMW und Daimler: Mögliches Trading-Szenario nach morgigem Gerichtsurteil

FMW-Redaktion

Aufgepasst liebe Trader deutscher Dax-Aktien. Morgen könnte es interessant werden für die Aktien von Volkswagen, BMW und Daimler. Denn das Bundesverwaltungsgericht entscheidet morgen sozusagen höchstrichterlich, ob deutsche Kommunen im Kampf gegen Luftverschmutzung auch das Mittel von Fahrverboten anwenden dürfen.

Was würde das bedeuten? Zunächst einmal würde so manche Kommune vielleicht (!) Fahrverbote für Diesel-PKW anordnen. Das würde die Nachfrage nach neuen Diesel-PKW natürlich drastisch schwächen. Bestehende Diesel würde natürlich regelrecht „entwertet“, und Inhaber solcher Autos dürften sich mit Beschwerden an die Hersteller wenden. Imagemäßig wäre das schon mal nicht gut!

Aber noch viel schlimmer wäre das für die großen Dieselflotten von Volkswagen und Co. Hierauf müssten natürlich Wertminderungen vorgenommen werden (Abschreibungen). Das dürfte die Bilanzen der Hersteller treffen. Insgesamt dürfte es um mehrere Milliarden Euro gehen, die auf die Jahreszahlen der großen Drei negativen Einfluss haben könnten.

Alles halb so schlimm für Volkswagen und Co?

Aber da Leasingflotten schnell „jünger“ werden und Kommunen Übergangsfristen für Fahrverbote einbauen dürften, sollten die Wertminderungen wohl weniger brutal ausfallen, als man es zunächst denken würde. Und da wäre noch der Umstand, dass die Hersteller ihre Diesel schnell in andere Märkte schieben könnten, wo keine Fahrverbote drohen. Und letztlich bleibt da noch die Frage: Wenn die Richter zustimmen, wäre das nur eine Ja für eine „Kann-Genehmigung“.

Wie viele Kommunen würden in der Realität wirklich Fahrverbote verhängen? Vielleicht eine Hand voll. Der große Diesel-Skandal hat gezeigt, wie robust die großen drei börsennotierten deutschen Hersteller letztlich durch diesen Diesel-Horror gekommen sind. Und zu guter letzt vergesse man nicht den Fels in der Brandung der globalen Autoindustrie, die deutsche Bundesregierung. Egal ob SPD oder CDU, man wird letztlich alles dafür tun seine wichtigste Industrie neben dem Maschinenbau zu schützen.

Trading-Szenario

Daher ist folgendes Szenario morgen denkbar, wenn auch dafür keine Garantie übernommen werden kann (!). Das Bundesverwaltungsgericht genehmigt grundsätzlich die Möglichkeit von Fahrverboten. Dann sacken die Auto-Aktien erstmal schockartig ein paar Prozente ab, vor alle die Volkswagen-Aktie. Dann wäre es, wenn man die vorher genannten Argumente ebenso sieht, logisch in die Schwäche hinein zu kaufen. Denn oft erholen sich Börsenkurse nach einem ersten Schock, wenn die große Börsenmeute merkt, dass die Panik des ersten Augenblicks doch übertrieben war. Wie gesagt: Das ist nur ein Szenario. Wie es letztlich kommt, wissen wir auch nicht. Entscheiden Sie selbst!


Die Aktie von Volkswagen seit August 2017. Ab morgen vielleicht ein Absacker nach unten, danach die Erholung? Wie gesagt, das ist nur ein Szenario, und keine Gewissheit!



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4 Kommentare

  1. @FMW-Redaktion: Wann in etwa ist morgen mit dem Urteil zu rechnen?

    1. Heute um 11 Uhr geht’s jedenfalls in Leipzig los…Dauer und Ausgang ungewiss. Bei schwachem Markt ergibt sich da eine gute Tradingchance….@ FMW-Redaktion: Danke für den Tipp!!!

  2. Die „Angst“ vor dem Urteil ist doch schon eingepreist.
    Dabei betrifft das die jetzigen, neuen Dieselmodelle doch gar nicht.
    Somit werden auch keine „Horrorabschreibungen“ etc nötig wie hier beschrieben.
    Zudem werden die Komunen garantiert nicht die Pendler aussperren.
    Schon lustig, nicht lange her war VW schon bei 190€ und da war das Verfahren schon
    anhängig.
    Ging manchen wohl zu schnell mit dem Kursanstieg. Deshalb jetzt mal schön bashi, bashi machen. Vielleicht kann man ja doch noch nen bißchen Panik kreieren,
    damit man nochmal günstig ran kommt.

    1. …schon klar, eine der vielen deutschen Qualitätsaktien…aber bei einem heutigen Dip grossartig nachkaufen? VW ist nicht so schlecht gelaufen in der letzten Zeit.

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