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Volkswagen: Dicke Abfindung für Winterkorn?

FMW-Redaktion

Martin Winterkorn dürfte mit einem goldenen Handschlag Volkswagen verlassen: Stand aktuell hat der gestern zurückgetretene VW-Chef bereits Pensionsansprüche von 28,6 Millionen Euro – und dabei wird es vielleicht nicht bleiben. Entscheidend, wie viel Winterkorn noch zusätzlich einstreichen wird ist, wie der Aufsichtsrat von Volkswagen das Ausscheiden Winterkorns einstufen wird.

Gestern hatte der VW-Sprecher Claus-Peter Tieman keine Angaben machen wollen, wie hoch die Abfindung Winterkorns sein wird. Winterkorn war ohnehin zweit-bestbezahlter CEO in Deutschland – und könnte nun für seinen Abschied noch einmal zwei Jahresgehälter überwiesen bekommen. Zumindest wenn es dabei bleibt, was der VW-Aufsichtsrat gestern behauptet hat: Winterkorn habe keine Ahnung von den Manipulationen der Steuerungssoftware gehabt.

Ist das wirklich glaubhaft? Winterkorn galt als detailversessener Kontrollfreak, der jeden Winkel seines Unternehmens überblicken wollte. Hinzu kommt, dass Winterkorn zum Zeitpunkt der Auslieferung der betroffenen Diesel-Fahrzeuge Entwicklungschef des Unternehmens war – also eigentlich gewußt haben müsste, was da vor sich ging. Sollte er es nicht gewußt haben, wäre das sowieso ein Armutszeugnis!

Heute ist zudem bekannt geworden, dass Volkswagen im April die Halter von VW-Dieselfahrzeugen mit Baujahr zwischen 2010 und 2014 einen Brief gesendet hatte – die Halter sollten ihr Auto zur Inspektion für ein Software-Update bringen, da die Fahrzeuge möglicherweise nicht die Emmissionsprüfungen in einigen Regionen bestehen könnten. Man habe eigens die Software optimiert, um die Emissionen zu verbessern:

“If the [light] illuminates for any reason, your vehicle will not pass an IM emissions inspection in some regions. (..) The vehicle’s engine management software has been improved to assure your vehicle’s tailpipe emissions are optimized and operating efficiently“.

Deutet das darauf hin, dass doch der Kreis der Mitwisser größer war bei Volkswagen als das Unternehmen zugibt? Vielleicht. Aber eines ist sicher: es wird umfangreiche Untersuchungen geben – und wenn Winterkorn und andere Vorstandsmitglieder von den Vorgängen Kenntnis hatten, beginnt das große Köpfe-Rollen. Und Winterkorn wäre mit Schadensersatzforderungen konfrontiert, die seine Abfindung auffressen könnte..



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