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Volkswagen: Dumme Käufer, bis 2025 Nummer 1 bei E-Autos, und die Sache mit dem Jobabbau

Volkswagen will bis zum Jahr 2025 Weltmarktführer bei Elektroautos werden. Das ist doch mal anders als bei Mutti´s Verkündung einer vierten Kanzlerschaft, und was sie denn konkret vor hat, eine klare Ansage

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FMW-Redaktion

Volkswagen will bis zum Jahr 2025 Weltmarktführer bei Elektroautos werden. Das ist doch mal anders als bei Mutti´s Verkündung einer vierten Kanzlerschaft, und was sie denn konkret vor hat, eine klare Ansage! Auch soll bei Volkswagen bis 2025 die operative Rendite massiv von aktuell 2% auf 6% im Jahr 2025 steigen – die Umsätze sollen kräftig steigen, und die Kosten sinken. Das ist eine klare Ansage und ein klares Ziel. War die Dieselgate-Affäre ein Weckruf, ein Aufbruchsignal für den Konzern? So kann man die heutige Veröffentlichung von Volkswagen verstehen.

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Volkswagen-Chef Matthias Müller. Foto: VW/Wikipedia (CC BY 3.0)

VW-Konzernvorstand Matthias Müller scheint so einiges noch nicht wirklich verstanden zu haben. Wer Marktwirtschaft lebt, der weiß: Ein Kunde kann ein Produkt nur nachfragen, wenn es erhältlich ist. Aber Müller sagte jüngst der Sonntagsausgabe der FAZ, dass eher die (dummen?) Kunden schuld an den geringen E-Auto-Verkäufen bei VW seien. Er nannte es ein paradoxes Phänomen. Nach seiner Meinung mangele es nicht am Angebot – ganz im Gegenteil, es mangele einfach an der Nachfrage. Zwar handelten viele Deutsche im Alltag grün, aber bei Elektroautos hätten die Kunden spitze Finger, so Müller.

Folglich heißt das, dass der dumme Kunde noch nicht gemerkt hat, dass es bei Volkswagen tolle günstige Elektroautos zu kaufen gibt? Oder kann es nicht viel eher sein, dass der Kunde auf ein finanziell vergleichbares Elektroauto wartet, mit dem er/sie den bisherigen Benziner ablösen kann? Aber gut, zurück zur heute verkündeten Zukunftsstrategie von Volkswagen. Die fehlende Profitabilität haben Experten schon lange bemängelt. Die ist vor allem bei der Kernmarke VW vorhanden. Mag das daran liegen, dass zum Beispiel Skoda in Tschechien günstiger produziert? Aber was heißt das? Noch mehr von der VW-Produktion nach Osteuropa verschieben? Es könnte schrittweise nach und nach darauf hinauslaufen.

Bei einer Verdreifachung der Marge muss die Kostenersparnis ja irgendwo herkommen. Diese schleichende Verlagerung an billigere Standorte im Konzern (vielleicht auch nur von Komponenten) kann man gut herauslesen aus der heute getroffenen Formulierung „Restrukturierung des Kerngeschäfts und einen grundlegenden Umbau entlang der gesamten Wertschöpfungskette.“ Hier die heutigen Kernaussagen von VW im Original:


Der Vorsitzende des Markenvorstandes, Dr. Herbert Diess, erklärte dazu in Wolfsburg: „Unser Anspruch ist hoch, unsere Strategie sehr ambitioniert. Wir wollen den Wandel nutzen und Volkswagen entschlossen an die Spitze der neuen Automobilindustrie führen. Volkswagen wird sich in den kommenden Jahren grundlegend verändern, nur die allerwenigsten Dinge werden so bleiben wie sie sind. Die neue Strategie ist letztlich ein großes Transformationsprogramm.“

Umbau in drei Phasen

Die Neuausrichtung der Marke erfolgt in drei Schritten. In Phase 1 geht es bis zum Jahr 2020 um die Restrukturierung des Kerngeschäfts und einen grundlegenden Umbau entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Gleichzeitig baut das Unternehmen neue Kompetenzen auf. In Phase 2, also bis 2025, strebt Volkswagen auf der Basis seiner wiedergewonnenen Stärke als führender und profitabler Volumenhersteller den Sprung an die Spitze der Elektromobilität an. Dabei zielt die Strategie auf eine Verbreiterung der Ertragsbasis, etwa durch neue Mobilitätsdienste. Auch die nach 2025 erwartete große Transformation der Branche will Volkswagen von der Spitze maßgeblich mitgestalten. Angestrebt wird bis zum Jahr 2030 die Führungsrolle in der neuen Welt der Automobilität.

Weltweit „Top of Volume“ angestrebt

Ein Kernelement der Strategie ist die Positionierung im oberen Bereich des Volumensegments, nah an den Premiumwettbewerbern. Bisher hat Volkswagen diesen Anspruch „Top of Volume“ nur in China und Europa durchgesetzt. Weltweit erreicht werden soll die Positionierung unter anderem durch eine Neuausrichtung der Produktstrategie, mit einer SUV-Offensive in erster und der geplanten Elektrifizierungswelle in zweiter Stufe. Eine weltweit einheitliche Markenführung mit neuem Designkonzept ist eine weitere Komponente.

Offensive bei Elektromobilität

Die E-Mobilität wird zum Markenkern von Volkswagen gehören. „Ab 2020 starten wir unsere große Elektro-Offensive. Als Volumenhersteller wollen wir einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dem Elektroauto zum Durchbruch zu verhelfen: Wir zielen nicht auf Nischenprodukte, sondern auf das Herz des Automarktes. Bis 2025 wollen wir eine Million Elektroautos pro Jahr verkaufen und Weltmarktführer in der Elektromobilität sein. Unsere künftigen Elektroautos werden das neue Markenzeichen von Volkswagen“, so der Vorsitzende der Marke Volkswagen.

Finanziert wird die E-Offensive unter anderem durch den Wegfall von volumen- und ertragsschwachen konventionellen Modellen und Varianten. Investitionsmittel in Höhe von mehr als 2,5 Milliarden Euro werden hierbei freigespielt.

Profitables Wachstum durch mehr Umsatz und weniger Kosten

Von der konsequenten Umsetzung des Programms „TRANSFORM 2025+“ erwartet der Markenvorstand in den kommenden zehn Jahren eine signifikante Umsatzsteigerung. Gleichzeitig wird sich die Profitabilität der Marke deutlich verbessern. Die Operative Umsatzrendite soll von zuletzt zwei Prozent in 2015 auf vier Prozent bis 2020 verdoppelt werden. Bis 2025 soll sie weiter auf sechs Prozent steigen. Nach 2025 wird eine weitere Verbesserung über diese Marke hinaus angestrebt.

Ein wesentlicher Schritt hin zu einer zukunftssichernden Rentabilität ist der am 18. November vorgestellte Zukunftspakt. Konkret soll er bis zum Jahr 2020 zu einem positiven Ergebniseffekt in Höhe von 3,7 Milliarden Euro jährlich führen; davon entfallen 3,0 Milliarden Euro auf die deutschen Standorte.

Ihre Investitionen wird die Marke Volkswagen über die kommenden Jahre bei etwa 4,5 Milliarden Euro stabil halten. Zusammen mit der verbesserten operativen Ertragskraft wird das mittelfristig zu einem deutlich positiven Netto-Cash-Flow führen.


Und was war noch? Ja, vor dem heute verkündeten Aufbruch in die Zukunft bei der Kernmarke waren da letzte Woche die schlechten Nachrichten mit dem umfassenden Abbau von Arbeitsplätzen. Was war da noch? Ja, keine Angst liebe Leute, es gibt keine betriebsbedingten Kündigungen. Man schafft den Abbau von 23.000 Arbeitsplätzen in Deutschland durch die natürliche Fluktuation (Ruhestandsregelungen ohne Neubesetzung der Stellen). Ach ja, und von Entlassungen sollen ja eh nur Zeitarbeiter betroffen sein – aber da die irgendwie nicht so richtig zum Unternehmen gehören, konnte man voller Stolz behaupten, dass der Abbau ohne Entlassungen funktioniert!

„Über die nächsten Jahre baut Volkswagen in Deutschland gleichzeitig entlang der demographischen Kurve bis zu 23.000 Arbeitsplätze über Fluktuation und Altersteilzeit ab. Dies erfolgt ausdrücklich ohne betriebsbedingte Kündigungen. Die Reduzierung der Arbeitsplätze erfolgt sozialverträglich.“

Selbst der Betriebsrat freut sich ausdrücklich, dass für die Stammbelegschaft ja alles glatt läuft beim Jobabbau:

„Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh sagt: „Die wichtigste Nachricht ist: Die Arbeitsplätze der Stammbelegschaft sind sicher. Wir haben vereinbart, dass betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2025 ausgeschlossen sind. Wenn ich sehe, was in anderen Unternehmen passiert, ist das ein großer Erfolg in schwierigen Zeiten.“

Dass von tatsächlichen Entlassungen Zeitarbeiter betroffen sind, ist klar, und wurde auch nur vom Betriebsrat nochmal klar angesprochen. So sagte Osterloh, dass es schön sei für die Stammbelegschaft für die nächsten 9 Jahre Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen zu haben. Aber es tue schon weh, dass viele Zeitarbeiter nicht mehr beschäftigt würden. Seien wir mal ehrlich: Die Zeitarbeiter machen letztlich oft genau das selbe, nur für weniger Geld, und eben nicht als offizieller Teil der Belegschaft, sondern als „entsandter Externer“. So sieht es nach außen schön aus, dass es keine wirklichen Entlassungen gibt. So viel Sozialkritik muss am Ende dieses Textes dann doch noch sein!

Und die Strategie von VW? Die sieht abseits der (wohl notwendigen?) Personalentscheidungen doch recht positiv aus. Es wirkt so, als sei die Dieselgate-Affäre der entscheidende Weckruf gewesen, bevor man von der Konkurrenz bei E-Autos in ein paar Jahren völlig überrollt wird. Jetzt fehlt nur noch ein deutscher Staat, dem klar wird, dass zu E-Autos auch entsprechende Ladestationen gehören, flächendeckend!

12 Kommentare

12 Comments

  1. Avatar

    wollfett

    22. November 2016 17:43 at 17:43

    Die Arroganz des Herrn Müller ist schon bemerkenswert. Der gute Mann scheint sich weit von der Basis entfernt zu haben und hat vergessen wer seinen Bonus bezahlt.
    Ich werde dazu zukünftig nicht mehr beitragen.

  2. Avatar

    Helmut Josef Weber

    22. November 2016 17:51 at 17:51

    …Volkswagen: Dumme Käufer…
    Bis jetzt sind die Käufer „nur“ betrogen.
    Kaufen sie sich noch einmal einen VW, dann sind sie dumm.

    Viele Grüße
    H. J. Weber

  3. Avatar

    Denker

    22. November 2016 18:59 at 18:59

    E-Autos. Und was ist mit den massen an LKWs und Kleinbussen?

    E-Autos und alles was damit zusammhängt sollte man schnell vergessen, alles vom Staat aufgezwungen wie mit dem E10 Spritt

  4. Avatar

    Rbird

    22. November 2016 19:06 at 19:06

    Das Komma macht den Unterschied :-)
    Volkswagen: Dumme Käufer bis 2025 , ….. Denn wer nach so einer Roadmap der Produkte und Ziele noch ein Verbrennungs- VW kauft, bekommt nie mehr etwas in 4-5 Jahren im Umtausch oder Wiederverkauf… denn VW sagt ja selber. Die Zukunft gehört dem E-Auto…
    ..Tja liefern statt Roadmap bla bla… und wie erwähnt …von wo kommen die Batterien so schnell ??
    >> hallo Gigafactory in Kalifornien …könnt ihr mir bitte mal eben aushelfen bis…… ha ha …

  5. Avatar

    Petkov

    22. November 2016 19:28 at 19:28

    @FWM: (Noch ein) sehr guter Artikel! Ich würde jedoch sagen, Hr. Müllers Idee mit den aktuellen E-Fahrzeugen ist gar nicht so dämlich. Wenn eine weltweit isolierte und belächelte Möchte-Gern-„Krisenmanagerin“ sich alternativlos DIE Kanzlerin nennen kann und mit dem Sloggan „Sie kennen mich“ automatisch die Wahl gewinnen kann, dann kann auch VW sagen, das ist DAS Auto, es läuft (oder humpelt) elektrisch, ist aber ein Golf, „Sie kennen ihn“, also worauf warten sie noch: kaufen, kaufen!

    Zwar kann ein Chassis, das für konventionelle Antriebe entwickelt wurde, nicht einfach mit mords-schweren Batterien beladen und auf die Straße geschoben werden. Darunter leidet die ganze Fahrdynamik und auch noch die…. Achso, warten Sie mal, habe ich Fahrdynamik gesagt? Stimmt, da hat VW echt nichts zu verlieren, Balast hin oder her.

    Dumm sind Hersteller wie BMW, die Milliarden in die Entwicklung von komplett neuen Konzepten für Elektormobilität stecken, anstatt einen 3er Touring mit Laptopbatterien aus China vollzustopfen. In der Zwischenzeit hat VW in weiser Voraussicht zugeschaut, um neulich ein neues, bahnbrechendes Projekt zu präsentieren, das wie… ein billig gestrichener i3 aussieht. Naja, Kopieren ist die höchste Form der Anerkennung, werden sich die Bayer denken.

    Übrigens muss @FWM ein Fehler im Text unterlaufen sein. Die 23.000 Arbeitsplätze werden ganz bestimmt nicht abgebaut, sondern nur aufgebaut werden. Also bitte den Artikel entsprechend korrigieren, sonst hört sich das wie eine Hetze gegen die merkel an, die es trotz Widrigkeiten aller Art geschafft hat, die benötigten Millionen Arbeitskräfte ins Land zu locken, die Firmen wie VW händerigend suchen, um eine elektrisierende Zukunft zu gestalten. Zitat Frau Raute: „Die Milliarden für die Flüchtlinge sind gut investiertes Geld“.
    Klar, muddi!

    Einen schönen Abend an alle

    • Avatar

      Petkov

      22. November 2016 19:50 at 19:50

      @FMW muss es natürlich heißen… :-) Oje, den Posting habe ich wohl viel zu schnell runtergetippt. Tut mir Leid!

  6. Avatar

    frank.trg

    22. November 2016 20:17 at 20:17

    Mehr Trump wagen! 20.000 Mitarbeiter in Deutschland zu entlassen ist inakzeptabel. Das respektlose Verhalten gegenüber den Kunden hier ist inakzeptabel. Man sollte VW mal etwas mehr Druck machen…

    • Avatar

      eobi

      22. November 2016 22:28 at 22:28

      Kleine Anmerkung: „Bundesländer für Verbot von Benzin- und Dieselautos
      Keine Benzin- und Dieselautos ab 2030? Nach dem Willen der Bundesländer sollen in 14 Jahren nur noch emissionsfreie Fahrzeuge zugelassen werden.Das fordern die SPD- und unionsregierten Länder. “
      >>Alles richtig, bis auf die Sache mit den Akkus. Mal abgesehen davon das seltene Erden nicht umsonst diesen Namen tragen, schalten wir jetzt einfach mal das Gehirn ein und überlegen mal woher die Energie für den derzeitigen Stand von 61,5 Millionen in D zugelassener Fahrzeuge kommen soll. Selbst wenn man davon ausgeht das immer nur 1/3 der Fahrzeuge gerade lädt, ergibt das bei einem Ladestrom von sagen wir 20 A und 360 Volt 7200 W Ladeenergie pro Fahrzeug, macht bei 20 Millionen sage und schreibe 144.000.000.000 Watt, respektive 144 GW oder 144 Atomkraftwerke mit 1 GW Leistung, die zur Erzeugung benötigt werden würden.

    • Avatar

      Petkov

      22. November 2016 23:49 at 23:49

      Hallo Frank, Ihr Vorschlag in Ehren, die Respektlosigkeit gehört natürlich bestraft, aber ich fürchte fast, wenn man noch etwas Druck aufbaut, wird man einen Knacks hören. Auch wenn ich VW herrlich langweilig finde, muss ich fairerweise zugeben, dass die Firma längst nicht der letzte Saftladen ist und leider erwarte ich in naher Zukunft ähnliche Personalabbaupläne auch von ganz vielen anderen Herstellern. Nicht, weil sie schlecht oder bald pleite sind, sondern weil das der neue Trend ist – Digitalisierung bzw. Industrie 4.0. Ihn umzukehren kann man nicht, egal wie viel Trump man wagt.

      Was wir aktuell brauchen, sind nicht Peitschenhiebe auf die ach so bösen deutschen Konzerne, sondern neue Geschäftsfelder, wo sie wieder weltweit den Ton angeben können. Das ist nicht leichter geworden, machbar ist es jedoch allemal. Allerdings braucht man in Zeiten von amerikanischem, chinesischem usw. Protektionismus einen präsenten, geistesgegenwärtigen Staat, der zwar nicht zu stark eingreift, aber eben kluge, unterstützende Maßnahmen ergreift. Eine erneute GroK.O. (Vielleicht sogar grün versifft), ist dazu keineswegs in der Lage. Ich meine eigentlich nicht zwangsläufig die Parteien, sondern die derzeitigen Politiker an ihren Spitzen. Die haben allesamt versagt und wer auf Besserung hofft, kann auch gleich einen Brief an den Nikolaus schicken.

      Viele Grüße

  7. Avatar

    Trumpeter

    22. November 2016 22:19 at 22:19

    Ist doch ein super PR Trick. Nach dieselgate der Weltöffentlichkeit Reue präsentieren und vom Saulus zum Paulus werden. Könnte gute Stimmung bei Schadensersatz Verhandlungen machen. Renault ist schon da, wo VW vielleicht 2020+ sein wird. Hilft aber trotz Renault eigenem 5000€ Bonus nichts. Die Nachfrage nach e-autos ist einfach nicht da, vielleicht 2024, aber was dann, wenn der Ölpreis dank Solar und Wind bei 20$ liegt und die AFD den Kanzler stellt und Trump gerade traurig den Abschiedsbesuch bei Petri macht und Europa die Ölversorgung zu 18$ garantiert.

  8. Avatar

    Lars

    23. November 2016 01:23 at 01:23

    „Ab 2020 starten wir unsere große Elektro-Offensive…
    Soll heißen, in 3 bis 4 Jahren bringt VW einen Prototyp auf den Markt.
    BMW hat mit den Modellen i3 und i8 bereits sensationellerweise ein paar hundert verkauft.
    Tesla hat seine große Offensive vor einigen Jahren gestartet und ist mit einigen zig1000 verkauften Modellen bereits voll vertreten im Markt.
    Falls nicht Trump diese Firma vernichtet, weil sie auf Energien setzt, die nicht aus der Steinzeit stammen, wird es für VW schwer werden, den Wissensvorsprung aufzuholen.
    Zum Glück gibt es die Software, die auf dem Prüfstand Versäumnisse aufholen kann. Und dumme Käufer, die nach wie vor auf die Qualität von VW und Audi schwören…

  9. Avatar

    Z0P0

    23. November 2016 12:35 at 12:35

    VW ist tot, das Schiff ist nicht mehr zu retten (siehe Nokia).

    Ich fahre seit fast 2Jahren ein E-Auto mit der Zell-Kapa des neuen E-Golf’s der ab April gebaut wird. Leute Opel/Tesla/… kommt mit der doppelten Akku große zum gleichen Preis schon im April auf dem Markt. Auf toten Pferden sollte man nicht reiten…

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Aktien

Coronakrise: Für die Verlierer folgt wohl der zweite wirtschaftliche Abschwung

Redaktion

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am

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Lufthansa mit massiven Problemen in der Coronakrise

Zum Ausbruch der Coronakrise gab es zunächst massive Staatshilfe über Kurzarbeit, Zuschüsse, Milliardenkredite und sogar Unternehmensbeteiligungen durch den Staat. Die Lage schien sich zu stabilisieren. Mit der deutschen Volkswirtschaft geht es wieder bergauf. Und wenn man sich die Headlinezahlen der Statistiker betrachtet, wirkt die Lage auch gar nicht mehr so schlimm. Aber die Verlierer-Branchen, die ab März fast komplett den Bach runtergingen, die erleben derzeit womöglich den zweiten Abschwung.

Wenn dem wirklich so ist, wäre es für Börsianer ratsam die Finger von Aktien dieser Branchen zu lassen. Denn es ist natürlich zunächst verführerisch. Was im Zuge der Coronakrise stark gefallen ist, scheint jetzt vom reinen Aktienkurs her optisch günstig zu sein. Aber kommt eine weitere kräftige Abwärtswelle bei den Aktienkursen der betroffenen Konzerne, wenn den Börsianern klar wird, dass die Coronakrise auf ganz spezielle Branchen noch viel länger sehr drastische Auswirkungen haben wird?

Lufthansa in der Coronakrise weiter im Abschwung

Da wäre zum Beispiel die Lufthansa als Paradebeispiel in Deutschland zu nennen. Zum Ausbruch der Coronakrise sanken die Passagierzahlen auf Null. Nun denkt man, dass sich die Fluggastzahlen zusammen mit der allgemeinen wirtschaftlichen Erholung auch steigern werden. Aber die Lage ist wohl schwieriger. Erstmal hilft da der gesunde Menschenverstand. Wie viele potenzielle Urlauber bleiben bitte schön solange den Flughäfen fern, bis die Maskenpflicht entfällt? Denn stundenlang als erholungssuchender Tourist im Flieger, am Flughafen, im Hotel, und an der Strandpromenade mit Maske rumzulaufen – darauf haben viele Menschen einfach keine Lust, denn das ist einfach kein richtiger Urlaub!

Nach den bisherigen massiven Einschnitten der letzten Monate sieht es bei der Lufthansa (wie bei anderen Airlines auch) nach einer erneuten Runde von Einschnitten aus. Dies lässt vermuten, dass sich die Flugzahlen eben nicht so erholen, wie man es sich erhofft hatte. Laut aktuellen Berichten soll Anfang nächster Woche bekanntgegeben werden, wie viele zusätzliche Jobs und Maschinen bei der Lufthansa gestrichen werden. Denn die Airlines leider derzeit auch darunter, dass sich die Einreisebeschränkungen einzelner Länder schnell ändern, und der potenzielle Reisende dann fernbleibt. Auch hier kann man denken aus „kaltherziger“ Börsianer-Sicht: Gut, dann warte ich die nächste Kürzungsrunde und weiter fallende Aktienkurse noch ab, und kaufe dann günstig ein.

Aber das sage mal jemand den Aktionären der Telekom, die damals in ein immer weiter fallendes Messer griffen nach dem Motto „jetzt gibts die Aktie aber günstig zu kaufen“. Natürlich ist das alles Ansichtssache. Es kann natürlich auch sein, dass ab einem gewissen Kursniveau wirklich eine Bodenbildung eintritt. Aber man sollte als Börsianer nicht all zu euphorisch agieren, nur weil der Aktienkurs optisch günstig zu sein scheint. Im folgenden Chart sehen wir in den letzten 12 Monaten in blau den Verlauf des Dax gegen die deutlich schlechter laufende Lufthansa-Aktie (beides auf CFD-Basis).

Chart zeigt Kursverlauf von Lufthansa gegen Dax

US-Airlines und Hotels

Auch in den USA geht der Abbau bei den Verlierern weiter. Nachdem die Airlines nach dem Ausbruch der Coronakrise bereits üppig vom US-Steuerzahler bedacht wurden, scheint das Geld wohl auszugehen. Nach ganz aktuellen Berichten sind die Chefs der großen US-Airlines im Weißen Haus vorstellig geworden. Das Motto lautete: Gebt erneut Staatshilfe, oder wir müssen Massenentlassungen durchführen. Auch dies ist ein klares Indiz dafür, dass es Delta, United und Co sehr schlecht geht.

Wie jüngste Berichte zeigen, und was natürlich mehr als verständlich ist: Das Spieler-Paradies Las Vegas wurde von der Coronakrise übel getroffen, aber gleich doppelt und dreifach. Da lohnt es sich einen Blick zu werfen auf die Las Vegas Sands Corp, einen Hotel- und Casino-Betreiber mit Schwerpunkten in Las Vegas, Macau und Singapur. Die Aktie notierte vor dem Beginn der Coronakrise im Februar bei 71 Dollar, jetzt bei 49 Dollar. Im folgenden Chart, der 12 Monate zurückreicht, haben wir die Kursverläufe der Hotelkette und von United Airlines übereinander gelegt. Frage: Greift man hier in ein fallendes Messer, wenn man jetzt kauft? Oder stehen die Aktien vor einem langen, langweiligen Seitwärtstrend?

Chart zeigt United Airlines und Las Vegas Sands

Nicht in das fallende Messer greifen?

Der Spruch ist einer der absoluten Börsianer-Klassiker. Man soll nicht in das fallende Messer greifen. Damit ist gemeint, dass man in einem Absturz, bei dem der Boden noch nicht erkennbar ist, nicht kaufen sollte. Natürlich sollte man auch später nie krampfhaft versuchen den absoluten Tiefpunkt für seine Einstiege an der Börse zu finden. Aber derzeit scheint es bei Aktien von Hotels und Airlines so zu sein, dass die Corona-Misere weitergeht, während sich der größte Teil der sonstigen Volkswirtschaft damit beschäftigt die alten Niveaus zu erreichen. Also, Vorsichti ist geboten bei den Problembranchen. Es sieht nicht nach einer raschen Erholung aus! Gestern berichteten wir bereits über die große Entlassungswelle bei deutschen Autozulieferern (hier finden Sie den Artikel). Auch hier sollte man bei Neueinstiegen in die entsprechenden Aktien überlegen, ob nun das Tief wirklich erreicht wird, oder ob die Misere noch einige Zeit anhalten wird, was auch die Aktienkurse weiter belasten könnte.

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Aktien

Aktuell: Grenke veröffentlicht ausführliche Stellungnahme

Claudio Kummerfeld

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am

Die Grenke AG (notiert im MDax) ist seit Tagen massiv unter Beschuss nach harten Manipulationsvorwürfen a la Wirecard (wir berichteten). Nachdem man die Vorwürfe bereits zurückwies, erfolgt ganz aktuell eine ausführliche Stellungnahme des Unternehmens. Hier zeigen wir die wichtigsten Passagen im Wortlaut. Vorab noch die Info, dass Grenke heute beschlossen hat, dass man ein Sondergutachten beim Wirtschaftsprüfer KPMG in Auftrag gibt, welches die massiven Vorwürfe entkräften soll. Nun geht es aber los, mit ausgewählten Passagen aus dem aktuellen Text von Grenke (hier in voller Länge).

Headline-Aussage:

Die GRENKE AG, globaler Finanzierungspartner für kleine und mittlere Unternehmen, weist auch nach genauer Prüfung des 64-seitigen Berichts von “Viceroy Research” die darin erhobenen Vorwürfe mit aller Entschiedenheit zurück. Nach einhelliger Auffassung des Vorstandes und des Aufsichtsrates sind sämtliche Anschuldigungen in allen Themenbereichen unbegründet. Antje Leminsky, Vorstandsvorsitzende der GRENKE AG: „Die Behauptungen in dieser sogenannten Analyse entbehren jeder Grundlage. Wir verwehren uns gegen jeglichen Vergleich mit Wirecard. Die Anschuldigungen eines Leerverkäufers, der mit dem von ihm ausgelösten Kursverfall Geld verdient, sind ein Schlag ins Gesicht unserer über 1.700 Mitarbeiter, unserer 40.000 Händler und unserer langfristig orientierten Aktionäre.“

Entscheidend – Vorwurf zu fehlenden Geldern:

Viceroy behauptet ferner, dass ein substanzieller Anteil von den im Halbjahresfinanzbericht 2020 ausgewiesenen 1.078 Mio. Euro liquiden Mitteln nicht existiere. Diese Behauptung – einer der zentralen Vorwürfe von Viceroy – ist frei erfunden. 849 Mio. Euro, also fast 80 Prozent der liquiden Mittel, befanden sich zum 30.06.2020 auf Konten der Deutschen Bundesbank – wie im Halbjahresfinanzbericht veröffentlicht. Am 15.9.2020 betrug das Guthaben bei der Bundesbank, wie bereits mitgeteilt, 761 Mio. Euro. Die Differenz von rund 20 Prozent befindet sich überwiegend auf Konten bei deutschen Großbanken.

Zum Franchise:

Viceroy unterstellt, dass die Franchise-Akquisitionen von GRENKE in der vergangenen Dekade mit nicht offengelegten verbundenen Parteien stattgefunden hätten und diese Beziehungen hätten offengelegt werden müssen. Das ist falsch.

Die GRENKE AG betont zudem, dass unter den Geschäftsführern der Franchise-Unternehmen durchaus ehemalige GRENKE-Mitarbeiter sind, diese aber alle spätestens mit Aufnahme ihrer Tätigkeit als Gesellschafter und Geschäftsführer der Franchise-Unternehmen keine Rolle im GRENKE Konzern mehr innehatten.

Viceroy behauptet zudem, die von Grenke akquirierten Franchise-Unternehmen hätten keinen reellen und tangiblen Wert und seien „underperforming“. Dennoch tauchten sie in den Büchern des Konzerns mit Goodwill auf.

Dazu erläutert GRENKE: Die Franchise-Unternehmen werden gerade deshalb nach vier, fünf oder sechs Jahren akquiriert, weil sie dann schon ein gutes Händlernetz aufgebaut und gleichzeitig viel Potenzial haben. Es ist völlig normal, dass die Franchise-Unternehmen zum Zeitpunkt des Verkaufs als wachsende Start-ups noch Verluste machen.

Geldwäsche:

Viceroy stellt außerdem die Wirksamkeit der Geldwäsche-Prävention bei GRENKE in Frage. Als vermeintlicher Beleg dafür wird angeführt, dass drei GRENKE-Bank-Kunden Geldwäsche über ihre Konten bei der GRENKE Bank hätten betreiben können, obwohl die BaFin bereits rechtlich gegen sie vorging. Auch dieser Vorwurf ist falsch: Die regulatorisch vorgeschriebenen Prozesse für „Know your customer“ (KYC) und Anti-Money-Laundering (AML) werden bei GRENKE vollumfänglich umgesetzt und regelmäßig überprüft. Als KYC-Tool nutzt GRENKE ein leistungsfähiges System, das dem Branchenstandard entspricht und unter anderem von einer dreistelligen Zahl von Volks- und Raiffeisenbanken ebenfalls einsetzt wird.

Zentrale von Grenke
Firmengelände des Unternehmens. Foto: © GRENKE AG

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Aktien

Aktienmärkte: Großer Verfall – Optionen und mögliche Turbulenzen!

Heute, vielleicht aber noch mehr Anfang nächster Woche könnte es für die Aktienmärkte richtig turbulent werden. Der große Verfall und die US-Tech-Aktien

Markus Fugmann

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Für die Aktienmärkte ist heute der große Verfall der wahrscheinlich entscheidende Faktor – es verfallen Optionen und Futures mit Laufzeit September (siehe hierzu den heutigen Videoausblick „Großer Verfall – es steht viel auf dem Spiel“). Zuletzt war in den Finanzmedien vor allem das in den USA von Privatinvestoren gehandelte Volumen an Optionen (vor allem Calls auf die großen US-Tech-Aktien) ein großes Thema – und das zurecht!

Folgende besipielhafte Grafik zeigt, wie dieses hohe Volumen an Calls bei den Borkern/Verkäufern dieser Call-Optionen Käufe des jeweiligen underlyings ausgelöst hat – in der Grafik konkret illustriert anhand der Amazon-Aktie:

Großer Verfall: Der stark gestiegene Effekt der Optionen auf die Aktienmärkte

Grafik: Benn Eifert, https://twitter.com/bennpeifert

Man sieht: der Kauf von Call-Optionen auf die Amazon-Aktie hat letzlich den Verkäufer der Call-Optionen gezwungen, sein Risiko durch den Kauf der Amazon-Aktie abzusichern, nachdem die Amazon-Aktie angestiegen war (was ja bis Anfang September der Fall war). Aus 1500 Dollar, die ein Privakunde in Amazon-Calls investiert hatte, entstanden Käufe im Volumen von 230.000 Dollar der Amazon-Aktie durch den Broker/Verkäufer der Amazon Calls.

Es war offenkundig dieser Mechanismus, der die Aktienmärkte zuletzt stark beeinflußt hatte – und die extreme Rally der US-Tech-Werte vor Anfang September mit erklären kann.

Aktienmärkte und Call-Optionen bei US-Techaktien

Der Bestand von Call-Optionen auf Amazon war vor Anfang September regelrecht explodiert und betrug 48% der Marktkapitalisierung von Amazon:

Aktienmärkte und Amazon Call-Optionen

Noch krasser die Call-Bestände bei Tesla (380% der Marktkapitalisierung) – was den unter Bewertungsgesichtspunkten absurden Anstieg der Tesla-Aktie erklären hilft:

Tesla Call-OptionenCharts: @MacroCharts

Folgende Grafik zeigt, wie extrem die Call-Bestände auf die großen US-Tech-Aktien zuletzt angestiegen waren:

Aktienmärkte: Call-Optionen auf US-Tech-Aktien und großer Verfall

So weit so extrem. Aber was passiert, um das oben aufgeführte Beispiel der Amazon-Aktie zurück zu kommen, wenn die Optionen auf die einzelnen Aktien verfallen? (zu den Uhrzeiten des Verfalls auf einzelne Aktien siehe hier – Optionen auf die US-Indizes dagegen verfallen heute um 15.30Uhr deutscher Zeit)

Dann nämlich werden die Absicherungen des Brokers, der die Amazon-Aktie gekauft hatte um sein Risiko zu hedgen, im Grunde überflüssig (siehe die Grafik oben). Es könnte also eine große Verkaufswelle für die Aktienmärkte drohen – aber wir wissen eben nicht wirklich, wieviel der nun heute auslaufenden Call-Optionen bereits vor dem Verfall verkauft wurden! Möglich ist also, dass die Schwäche der großen US-Techaktien wie Amazon in den letzten Tagen bereits ein Zeichen dafür ist, dass die Broker die underlyings verkauft hatten!

So oder so: heute, vielleicht aber noch mehr Anfang nächster Woche könnte es für die Aktienmärkte richtig turbulent werden! Oder eben auch nicht – vielleicht nämlich ist der größte Teil schon abgewickelt, Schieflagen inzwischen weitgehend bereinigt. Daher zitieren wir hier den Kaiser Beckenbauer: „Schaun mer mal, dann sehn mer scho“!

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