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Volkswagen ist wieder die Nummer 1 vor Toyota – und Deutschland mit dem weltweiten größten Handelsüberschuß!

Trotz Dieslgate verkaufte Volkswagen weltweit die meisten Fahrzeuge. Und eine vergiftete Jubel-Nachricht: kein Land der Welt erzielte letztes Jahr mehr Überschuß im Aussenhandel als Deutschland..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Trotz des massiven Gegenwinds durch Dieselgate ist Volkswagen derzeit wieder der Autokonzern mit den weltweit meist verkauften Stückzahlen – und hat damit wider Toyota überholt! Während Volkswagen nach derzeitigem Stand 10,3 Millionen Fahrzeuge verkaufte, kommt Toyota nur auf 10,175 Millionen Fahrzeuge, im Vorjahr waren es 9,93 Millionen. Beide Unternehmen haben aber noch nicht ihre Verkaufszahlen für das vierte Quartal 2016 vorgelegt, die Zahlen umfassen also nur die ersten drei Quartale des Jahres 2016.

Einen Vorteil aber hat Toyota gegenüber Volkswagen: die Margen der Japaner sind deutlich besser als die der Deutschen – und zwar doppelt so hoch. Das also ist für VW die entscheidende Baustelle!


Keine Industrie-Schönheit: das Volkswagen Werk in Wolfsburg
Foto: User:High Contrast, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.en

Volkswagen aber wiederum hat derzeit gegenüber Toyota eine vielleicht entscheidenden Vorteil: man ist weniger abhängig vom US-Geschäft. Toyota baute in den USA im letzten Jahr 1,38 Millionen Fahrzeuge und ist damit in den USA hinter General Motors, Ford und Fiat Chrysler der viertgrößte Produzent, während Volkswagen seinen wichtgisten Absatz-Markt in China hat (vor Deutschland). Mithin ist also Trump für Toyota ein größeres Risiko als für Volkswagen, doch könnte eine strikte Politik der neuen US-Regierung gegenüber China eben auch VW verwundbar machen, wenn die chinesische Konjunktur dadurch leidet. Hinzu kommt, dass die Steueranreize für Auto-Käufe, die Peking gewährt hatte, bald auslaufen, mithin also auch der Absatz von VW in China sinken dürfte. Toyota wiederum hat in den USA derzeit Probleme, weil man anders als die Konkurrenten nicht vom SUV-Boom dort profitieren kann.

A propos Export: heute veröffentlichte Daten zeigen, dass Deutschland in 2016 weltweit den größten Handelsbilanz-Überschuss aller Länder der Welt hatte: so kommt Deutschland auf einen Überschuß von 297 Milliarden Dollar und hat damit wieder China überholt, das auf nur 245 Milliarden Dollar kommt. Das weltweit größte Defizit weist dagegen die USA aus mit 478 Milliarden Dollar. Sowohl im Falle Deutschlands auch als der USA sind es Waren, nicht Dienstleistungen, die hauptsächlich zu dem Überschuß (Deutschland) bzw. Defizit (USA) beitragen. Haupttrieber des deutschen Exports ist jedoch die Nachfrage aus der Eurozone bzw. der EU.

Dass Deutschland den größten Überschuß aller Länder hat, dürfte die Deutschland-Kritiker wieder auf den Plan rufen, die schon lange eine Änderung des deutschen Geschäftsmodells fordern. Mithin vor allem Donald Trump, den solche Daten in seiner Haltung gegenüber einem „unfairen“ Deutschland bestärken dürfte. Deutschland hat somit einen Aussenhandelsbilanz-Überschuß von 8,6% des BIP – Werte ab 6% hat die EU-Kommission als „stabilitätsgefährdend“ bezeichnet.

Eine Folge dieses massiven Überschusses ist nämlich auch, dass Deutschland damit auch im Kapital-Export weltweit die Nummer eins ist – man exportiert nicht nur die Waren, sondern stellt auch die Kredite zu deren Finanzierung zur Verfügung. Deutschlands Überschuüsse sind somit die Schulden anderer Länder.

12 Kommentare

12 Comments

  1. Avatar

    Christoph

    30. Januar 2017 12:56 at 12:56

    Hauptgrund ist der Euro, der für Deutschland zu schwach ist. Macht also nur Sinn das LBS auf Euro-Gruppenebene anzuschauen.

  2. Avatar

    frank.trg

    30. Januar 2017 14:04 at 14:04

    Wenn Toyota die Autos in den USA baut, also nicht exportiert, wird es von einem Trump-Zoll nicht betroffen sein. Ein Zoll oder eine Steuer wird nur Unternehmen treffen die in die USA exportieren. Unternehmen die dort produzieren haben nichts zu befürchten.

    Deutschland und Japan haben beide enorme Handelsbilanzüberschüsse gegenüber den USA und falls es zum Trump-Zoll kommt, würde das beide Länder mit aller Härte treffen.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      30. Januar 2017 14:24 at 14:24

      @frank, Toyota baut einen Teil in den USA, importiert aber sehr viel auch in die USA..

    • Avatar

      gerd

      30. Januar 2017 15:14 at 15:14

      Mit etwas Sarkasmus im Unterton sage ich, gottlob würde das nur die „Länder“ mit aller Härte treffen und nicht die Unternehmen und deren Aktionäre.

      Denn die Unternehmen können sich durch Standortverlagerung zeitversetzt anpassen.
      Und von den betroffenen Arbeitnehmern ist ja die Mehrheit ohnehin noch der Meinung, dass ihre Wunschregierung in Berlin nur das Beste für sie will und alles richtig macht. Die Malocher werden das schon tolerieren – denn die sind ja tolerant wenn es darum geht, Arbeitsplätze an andere abzutreten und sich ihre Löhne durch immer mehr Konkurrenz deckeln zu lassen.

      • Avatar

        gerd

        30. Januar 2017 15:27 at 15:27

        Laut Umfrage der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sind „Experten“ zufolge bis zu 1,6 Millionen Arbeitsplätze in Gefahr.

        • Markus Fugmann

          Markus Fugmann

          30. Januar 2017 15:33 at 15:33

          @Gerd, ich bitte Sie, „FAZ“, ist doch alles wie „Zeit“, „Spiegel“, „Süddeutsche“, „Handelsblatt“ etc. reinste Lügenpresse, alles astreine Fake News-Produzenten. Was wir brauchen sind einfach alternative Fakten – und ich fange gleich damit an: kommen die US-Importsteuern, entstehen in Timbuktu sicher 1,5 Millionen neue Jobs! Mindestens..fragen Sie mal den Spicer und die Conway..

          • Avatar

            gerd

            30. Januar 2017 16:28 at 16:28

            Endlich sind wir mal wieder einer gemeinsamen (spöttischen) Meinung.

            Vielleicht gelingt es ja mit Trump auch den Deutschen wieder mehr an sich selbst zu denken. Was ja momentan kein anderer für sie tut. Auch kein vergleichbarer Politiker, wie auch frank.trg in seinem letzten Kommentar anmerkt.

            Ganz nebenbei, es war wohl eine Umfrage der
            FASonntagszeitung (so schrieb die ZEIT) – was sich aber im Ergebnis bestimmt gleich bleibt.

          • Avatar

            Siggi50

            30. Januar 2017 19:46 at 19:46

            Es ist mir egal, was die Mainstreammedien schreiben, ich lese sie mittlerweile sowieso kaum noch.
            Fakt ist jedoch, dass die Unternehmen den Staaten dienen müssen und das ist nur dann möglich, wenn in dem Land in dem verkauft wird auch die Besteuerung erfolgt.
            Solange dies nicht sicher gestellt ist, kann man Trump nichts vorwerfen, seine Politik ist quasi Notwehr.

      • Avatar

        frank.trg

        30. Januar 2017 16:02 at 16:02

        Trump setzt sich für amerikanische Arbeiter ein. In Deutschland gibt es keinen vergleichbaren Politiker der sich für heimische Arbeitsplätze einsetzt. Das sieht man daran dass derzeit ein Hightech-Unternehmen nach dem anderen nach China verkauft wird und die Bundesregierung nichts dagegen unternimmt. Die Aixtron-Übernahme wurde nur dank der Intervention der USA gestoppt. Das muss man sich mal vorstellen und Gabriel hat gar nichts dagegen unternommen.

  3. Avatar

    Einzahler

    30. Januar 2017 19:40 at 19:40

    Vielleicht sollten die Deutschen mal den Mindestlohn so weit erhöhen, dass man davon auch leben kann und nicht noch zusätzlich Hartz4-Geld benötigt. Sie verschenken ihre guten Produkte ja praktisch ans Ausland weil sie die Kredite auch gleich dazu vergeben. Oder glaubt jemand ernsthaft dass dieses Geld jemals zurück bezahlt wird (Target2-Salden)?

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Aktienmärkte: Warum einige aktive Fonds 2020 den Markt schlagen

Wolfgang Müller

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Die Aktienmärkte sind Schauplatz eines Kampfes, der von Jahr zu Jahr härter wird: Der Wettstreit zwischen den aktiven Fonds und den preisgünstigen, passiven Indexfonds (ETFs). In diesem Jahr haben einige der aktiv gemanagten Investmentfonds die Nase vorn. Ein Grund dafür ist die auch die ungewöhnliche Konzentration der Anleger allgemein auf marktschwere Titel.

Aktienmärkte: Das Dauerduell aktiv gegen passiv

Was hatte sich der in diesem Jahr verstorbene Gründer des passiven Investierens, John Bogle, anfangs für Feinde gemacht, zumeist wurde er milde belächelt! Mitte der Siebziger war Mittelmaß als Ziel eines Investments absolut verpönt, alle wollten noch die Aktienmärkte schlagen.

Doch Bogle hatte seine Mitarbeiter beauftragt, alle im S&P 500 enthaltenen Aktien entsprechend ihrer Gewichtung zu kaufen und damit den bekannten Börsenindex einfach nachzubilden.

Damit schuf Bogle den ersten Indexfonds (Vanguard 500), mit einem aus heutiger Sicht mickrigen Volumen von 11,3 Millionen Dollar.

Doch von Jahr zu Jahr steigt die Anlagesumme in die passiven Anlagevehikel, vor gut zehn Jahren wurde die Billionen-Grenze überschritten, mittlerweile ist die von BlackRock, Vanguard, State Street dominierte Branche bei weit über sechs Billionen Dollar angelangt.

Natürlich lässt es sich auf Dauer nicht verheimlichen, dass es kaum einem aktiven Anlagevehikel jenseits der 10-Jahresfrist gelingt, den Index und damit auch den entsprechenden Exchange Traded Fund zu schlagen. Am allerwenigsten den Leitindex der Aktienmärkte, den S&P 500 als Benchmark – insgesamt liegt die Underperformance bei über 90 Prozent in den großen Märkten.

Ich habe es vor kurzem in einem Artikel dargelegt, welche Folgen es hat, wenn man in einem Jahrzehnt auch nur die zehn besten Handelstage der Aktienmärkte versäumt.

2020 und die extreme Outperformance von Growth

Blicken wir nun auf den heimischen Markt, wo die Entwicklung natürlich einmal mehr den amerikanischen Vorbildern folgt. Hier gibt auch BlackRock den Ton an mit seinen iShares, gefolgt von Lyxor und den XTrackers von DWS, einer Tochter der Deutschen Bank. Gefolgt von UBS, Amundi, Invesco und Deka Investments und damit sind auch die deutschen Sparkassen im Geschäft.

Wie eine Auswertung des Fondsverbands BVI zeigt, haben in den Privatanleger-Depots es einige der alten Namen aus der aktiven Branche geschafft, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Produkte der DWS, der Deka oder der Allianz Group und aus dem Kreise derer, die schon über ein Jahrzehnt am Markt sind. Und dies gilt auch schon für ein paar Jahre, obwohl für diese Produkte die teuren Konditionen mit dem Ausgabeaufschlag und der jährlichen Jahresgebühr von deutlich über ein Prozent p.a. gelten. Wie ist diese Performance zu erklären?

Es waren zum Teil die internen Vorschriften, die den aktiven Fondsmanagern geholfen haben – und nicht die besondere Aktienauswahl.

Man hatte innerhalb der Aktienmärkte auf Aktien gesetzt, die eine hohe Marktkapitalisierung aufwiesen, so genannte Blue Chips – und was lief in den letzten Jahren besonders gut?

Klar, der Tech-Bereich mit Titeln wie Amazon, Apple oder Microsoft, Aktien, die in den Fonds zum Teil noch stärker gewichtet waren, als zum Beispiel im S&P 500 oder im MSCI World. Aber bereits seit Anfang September ist so etwas wie eine Branchenrotation feststellbar, verstärkt durch das Ergebnis des Wahlausgangs in den USA sowie den letzten Ereignissen im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung.

Anders ausgedrückt: Was passiert, wenn die Big Player wieder auf ein „normales“ Wachstumstempo zurückfallen, um nur eine milde Kursentwicklung zu prognostizieren?

Fazit

Aus den letzen Überlegungen wird deutlich, wie schwierig es in Zukunft bleiben wird, mit spezieller Aktien-Einzelauswahl die Aktienmärkte zu schlagen. Wird es zu einer bleibenden Branchenrotation von Growth zu Value kommen, oder hält sich das Wachstum der Big Seven, oder auch der FAANG-Aktien noch eine Weile?

Man braucht sich nur den explosiven Anstieg einiger Corona-Aktienopfer seit der Impfstoffmeldung von BioNTech/Pfizer zu betrachten. Wie stark wird es noch zu großen Umschichtungen in den großen Depots, insbesondere zum Jahreswechsel kommen? Der 9. November könnte bedeutsamer gewesen sein, als bisher angenommen. Der Anstieg des Nasdaq 100 von seinem Tief vom 6. März 2009 bis zu seinem Hoch am 2. September 2020 mit sagenhaften 1154 Prozent sollte irgendwann korrigiert werden, Kurse (speziell von Indizes) wachsen nie in den Himmel. Der Dax brachte es in diesem Zeitraum auf bescheidene 354 Prozent.

Die Aktienmärkte und die aktiv verwalteten Fonds

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