Volkswagen hat heute früh Quartalszahlen präsentiert, die durch die Bank rückläufige Daten zeigen. Für Oktober bis Dezember 2025 sehen wir: Der Umsatz sank im Jahresvergleich um 4,7 % auf 83,25 Milliarden Euro (erwartet 85,10). Die Auslieferungen von Fahrzeugen sanken um 4,9 % auf 2,38 Millionen Einheiten. Das operative Ergebnis sinkt um 44,6 % auf 3,46 Milliarden Euro. Die viel beachtete Operative Umsatzrendite sinkt im Jahresvergleich von 7,2 % auf 4,2 %. Volkswagen sagt heute früh, dass man für das Gesamtjahr 2026 bei dieser Kennzahl einen Korridor von 4 % bis 5,5 % erwartet (bisher erwartet 5,23 %).
Zum Ausblick sagt Volkswagen aktuell: Die Volkswagen Group erwartet für das Jahr 2026 eine Entwicklung ihrer Umsatzerlöse in der Bandbreite von 0 bis +3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die operative Umsatzrendite für den Konzern wird voraussichtlich zwischen 4,0 und 5,5 Prozent liegen. Im Konzernbereich Automobile geht das Unternehmen für 2026 davon aus, dass die Investitionsquote zwischen 11 und 12 Prozent liegen wird. Der Netto-Cashflow des Jahres 2026 wird zwischen 3 und 6 Milliarden Euro erwartet. Die Nettoliquidität im Konzernbereich Automobile wird 2026 voraussichtlich zwischen 32 und 34 Milliarden Euro liegen. Die Volkswagen Group verfolgt unverändert das Ziel, ihre solide Finanzierungs- und Liquiditätssteuerung fortzusetzen.
Herausforderungen ergeben sich insbesondere aus dem konjunkturellen Umfeld, Unsicherheiten in Bezug auf Beschränkungen im internationalen Handel und geopolitische Spannungen, einer steigenden Wettbewerbsintensität, volatilen Rohstoff-, Energie- und Devisenmärkten sowie aus hohen Anforderungen aus emissionsbezogenen Regulierungen. Die Prognose basiert auf der Annahme, dass die derzeit gültigen Zollsätze im internationalen Handel Bestand haben.
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Kein Problem. Das müssen wir ganz unaufgeregt erstmal in einer Arbeitsgruppe analysieren, schließlich ist VW ein teilstaatlich gelenkter Konzern.
Beim Klimaschutz sind wir dafür doch auf der Zielgeraden und das Weltklima wird es uns danken. Darauf kommt es doch an.
Steuereinnahmen aus der verhassten Industrie sind auch nicht mehr so wichtig, seitdem wir ja herausgefunden haben das wir einfach Geld drucken und Sondervermögen anhäufen können, wenn mal ebbe ist im Haushalt.
Ohne Industrie, ohne Autos, ohne Chemieindustrie wird das alles schon irgendwie funktionieren und wir fahren dann alle bei Sonnenschein mit dem Elektrofahrrad mit maximal 30 km/h zum Sozialamt.
Augen zu und durch ist die neue Devise und stärke unserer Gesellschaft.
Wir lassen jetzt mit Karacho das Industriezeitalter hinter uns uns leben dann in unseren schicken Lehm-Mietshäusern mit gedeckelter Miete in Saus und Braus.
Die Vermieter werden wir dann noch kurzerhand enteignen, nachdem die zu unrentablen Konditionen die Lehmhütten errichtet haben.
Und das machen wir dann Permanent, damit wir auch dauerhaft Vermögen zu den richtigen Personen in der Gesellschaft umverteilen können. So eine Art Dauerenteignungsprogramm für unberechtigt zu Reichtum gekommen Gesellschaftsmitglieder, die einfach unsozial sind und nicht teilen wollen.
Klingt doch nach einem guten sozialistischen und klimafreundlichen Plan oder?
Dem Klimagott sei Dank sitzt im VW Aufsichtsrat zudem schon eine hochbezahlte grünen Genoss*In und Automobilhasser*In.
https://www.zeit.de/news/2025-08/10/ministerin-will-nach-landtagswahl-im-vw-aufsichtsrat-bleiben
Wir müssen den Asiaten nur noch mitteilen, dass die Bitte wieder unsere rückständigen Fahrzeuge kaufen weil die doch das schönste Ambilight haben.
Wobei wir ja jetzt auf die Rüstungsindustrie hoffen können.
Nachdem Hofreiter den Russen dann den Krieg erklärt und tausende Panzer gegen Drohenschwärme nach Moskau schicken wird, besteht noch Hoffnung für ein wirtschaftliches Wunder.
Die Autohasserin wird’s schon richten und bald die Rüstungsindustrie vorantreiben. Dann werden Klimafreundliche Kampfpanzer bei VW gebaut und VW wird VP (VolksPanzer) umbenannt.
Deutschland ist halt das Land, in dem wir gut und gerne Leben werden.
😃😃😃 Gut!
https://www.n-tv.de/politik/Von-der-Leyen-Abkehr-von-Atomkraft-war-strategischer-Fehler-id30451936.html
Und auf europäischer Ebene sind die Gehirnakrobaten nun auf den Trichter gekommen, dass Europa ein Energieproblemchen hat und das Atomstrom vielleicht doch im Vergleich zu Kohle oder Gasverfeuerung besser sein könnte🤣 Zumindest wenn man keine verarmte Ideologen Trottelgesellschaft sein möchte.
Die funktionierenden Kraftwerke haben unsere Grüntalibanistas aber leider schon gesprengt.
Der Zug des Wohlstands fährt nun ohne uns ab.
Dummheit wird dann halt von der Realität bestraft 😂
Ich mag Optimisten, die nach wie vor an die Wunderkräfte menschlichen Erfindergeistes glauben. Bei all den hässlichen Tatsachen der harten Realität könnte man sonst leicht in Depressionen verfallen.
Ein paar Fakten zur «Renaissance» der Kernkraft:
2025 wurden laut World Nuclear Industry Status Report 2025 (WNISR) weltweit vier neue Reaktoren mit einer Gesamtleistung von 4,4 Gigawatt (GW) ans Netz angeschlossen: zwei in China sowie je einer in Indien und Russland. Zugleich wurden sieben Reaktoren mit einer Gesamtleistung von 2,8 GW stillgelegt.
Auf dem gesamten amerikanischen Kontinent befindet sich derzeit kein einziger kommerzieller Kernreaktor im Bau.
Die einzige derzeit im Abschluss befindliche Anlage der EU ist der Reaktor Mochovce-4 in der Slowakei. Dessen Bau begann 1985.
– Kernkraft ist die teuerste Art der Stromerzeugung
– Bei modernen SMR-Reaktordesigns ist man noch keinen Schritt weiter
– Noch nicht einmal beim Design der kleinen «Wunderreaktoren» besteht ansatzweise Einigkeit
– Die Atomenergieagentur zählt weltweit inzwischen 127 unterschiedliche Entwürfe – 2024 waren es noch 98
– Nur ein einziges Unternehmen besitzt eine Genehmigung der US-Atomaufsicht für sein Reaktordesign
– Keine Firma hat eine Betriebsgenehmigung
– Minireaktoren sind schlicht zu klein, um effizient zu arbeiten
Die Stromerzeugung von bisherigen SMRs war noch nie wirtschaftlich – weshalb es Minireaktoren nur beim Militär gab, wo Geld keine Rolle spielt. Also hat die Branche immer größere Anlagen gebaut, bis sie schließlich bei den 1000-Megawatt-Reaktoren von heute gelandet ist. Für dieselbe Leistung müsste man mehr als ein Dutzend dieser 70-MW-SMRs bauen. Diese Anlagen wären dann in Summe aber deutlich größer und wesentlich teurer als ein klassisches AKW.
Historisch gesehen hat das Prinzip von Serienvorteil und Skalierung in der Kernkraft noch nie funktioniert, da jeder Standort individuelle Sicherheitsauflagen erfordert, die das «Fließband-Konzept» ausbremsen.
In der kanadischen Provinz Ontario soll 2030 der erste Minireaktor der westlichen Welt in Betrieb genommen werden – ein 300-MW-System der Generation III (konventioneller Siedewasserreaktor). Nicht wirklich revolutionär und auch nicht «Mini» – es fehlt nicht mehr viel zu großen Atomkraftwerken, auch nicht bei den Kosten: Der Reaktor schlägt mit mindestens 5,6 Milliarden USD zu Buche.
Falls alles wider Erwarten problemlos funktionieren sollte, weiß man erst nach 5 bis 10 Betriebsjahren, ob die Werkstoffe halten, was die Simulationen versprechen. Länder wie Polen wollen jedoch nicht so lange abwarten. Sie müssen die Milliarden-Investitionen in den «Zug des Wohlstands» schon jetzt tätigen – in der Hoffnung, dass das kanadische «Versuchslabor» keine fundamentalen Designfehler aufdeckt.
Alles in allem liest man doch sehr oft die Worte «Optimismus, Hoffnung und Glauben» 😉
Vor allem Letzteres wirkt sehr beruhigend bei einer hochgefährlichen Technologie, die mit der stärksten Kraft im Universum herumspielt.
Sie haben die richtige Geisteshaltung, um sich an der weiteren Entwicklung der Kernenergie zu beteiligen.
Genau so will man das doch haben, nicht mit Hurra-Geschrei einfach machen, sondern nachdenken und vorsichtig vorangehen.
Allerdings gab es auch erfolgreiche Bestrebungen, die Kernkraft durch Regulatorik unnötig zu verteuern. Physikalisch ist die Kernkraft die Form mit dem besten ROI, Man kann also eine Menge in Sicherheit investieren und immer noch mehr Energie daraus gewinnen, als aus Öl.
Das ist die einzige realistische Chance, um den Verbrauch fossiler Energieträger langfristig tatsächlich global zu senken.
Den deutschen Weg der Selbstkasteiung macht keiner mit.
@Felix
Ihr erster Absatz dürfte meine Chefs und Arbeitskollegen sicherlich sehr freuen 😘
Meine Geisteshaltung ist dahingehend tatsächlich sehr offen – sie sagt mir aber auch, dass es falsch ist, durchaus berechtigte Sicherheitsanforderungen als «unnötige Regulatorik» oder «Selbstkasteiung» zu verteufeln und die ungelösten Entsorgungsfragen totzuschweigen.
Wenn Sie vom «physikalischen» ROI schreiben, kann eigentlich nur der Energy Return on Investment (EROI) gemeint sein.
Schön und gut – nur nützt ein hoher physikalischer Ertrag nicht sonderlich, wenn der monetäre ROI durch enorme Preissteigerungen, Finanzierungskosten, Bauzeit und Individualisierung negativ wird.
Im Hinblick darauf möchte ich noch ein paar Ergänzungen zu Serienfertigung, Standard-Designs und Skalierbarkeit anbieten.
Denn selbst bei einem identischen Reaktordesign müssen entscheidende Faktoren für jeden Standort individuell angepasst und genehmigt werden:
Geologische und seismische Bedingungen
Ein Fundament in einer Erdbebenzone (wie in der Türkei oder Japan) muss völlig andere Scherkräfte aushalten als auf dem stabilen Granitgestein Skandinaviens. Die Bodenbeschaffenheit bestimmt die Tiefe und Art der Pfahlgründung.
Kühlwasserverfügbarkeit und Extremwetter
Ein Reaktor an einem Fluss benötigt völlig andere Kühlsysteme als einer am Meer. Beispiel Frankreich: Das Kraftwerk Civaux ist auf die Kühlung durch massive Kühltürme angewiesen, um den Fluss Vienne thermisch zu entlasten. Im Gegensatz dazu nutzt Gravelines am Ärmelkanal eine direkte Durchlaufkühlung mit Meerwasser. Solche Unterschiede erfordern komplett andere Pumpwerke, Rohrleitungssysteme und Sicherheitsvorkehrungen gegen Korrosion oder externe Einwirkungen wie Sturmfluten und Quallenplagen.
Zudem müssen lokale Risiken wie Tsunamis oder extreme Hitzeperioden (die die Kühlleistung verringern) in die Sicherheitsarchitektur eingerechnet werden.
Nationale Regulierungshoheit
Es gibt keine «Welt-Atomaufsicht». Jede nationale Behörde (wie die polnische PAA oder die britische ONR) hat eigene, historisch gewachsene Vorschriften. Ein Design, das für dünn besiedelte Regionen in Kanada genehmigt wurde, muss in Europa oft mühsam für lokale Brandschutz- oder Flugzeugabsturz-Sicherheitsnormen umgeplant werden.
Infrastruktur und Umfeld
Die Nähe zu Ballungszentren, Flughäfen oder Chemiefabriken beeinflusst die Evakuierungspläne und die notwendigen zusätzlichen Schutzmaßnahmen gegen standortspezifische Gefahrenszenarien.
Das Problem für SMRs und Standard-Designs
Genau diese Standortspezifika machen die Fließband-Idee weitestgehend zunichte. Sobald man am genormten Design auch nur eine Wand verstärken oder ein Kühlsystem umplanen muss, bricht die standardisierte Zertifizierungskette zusammen. Jede noch so kleine bauliche Abweichung erfordert neue, kostspielige Einzelprüfungen der Komponenten und reißt die Lieferanten aus ihrer effizienten Serienfertigung. Man landet sofort wieder bei der teuren Einzelanfertigung vor Ort und langwierigen Genehmigungsverfahren für modifizierte Bauteile.
Ein klassisches Beispiel für die Mehrkosten durch lokale Anpassungen ist die Zertifizierung des gescheiterten Westinghouse AP1000-Projekts für den britischen Markt im Rahmen des Generic Design Assessment (GDA).
Obwohl der AP1000 ein US-amerikanisches Standard-Design ist, das in den USA bereits genehmigt war, führten die britischen Sicherheitsanforderungen zu erheblichen Verzögerungen und Zusatzkosten – und letztendlich zum Scheitern des Projekts und zur Pleite von Westinghouse.
Ja, im ersten Schritt müssen alle möglichen Probleme erkannt und analysiert werden. Sicherheitsprobleme genauso wie manipulative Regulatorik! Aber im zweiten Schritt müssen sie überwunden werden. Nur so geht es weiter.
Möglicherweise kann eine Skalierung auf Basis kleinerer Kraftwerke erfolgen? Sie schrieben, beim „Militär spielt Geld keine Rolle“ (was leider nicht stimmt, da ist auch immer zu wenig da). Das Militär kauft aber immer nur kleinste Mengen für eine Handvoll Schiffe. Da sollte einiges möglich sein, wenn man nicht über vier U-Boote spricht, sondern über tausende Kompakt-KKWS.
@Felix
Abgesehen von ein paar kleineren Ergänzungen habe ich folgenden Text schon einmal veröffentlicht, weil sich die Debatten um wundersame SMRs regelmäßig wiederholen – während die technologische Entwicklung kaum Fortschritte macht. Daher wäre es sinnvoll, statt im Quartalsrhythmus vielleicht alle zwei bis drei Jahre nachzuhaken.
Die beiden am weitesten fortgeschrittenen «Versuchslabore» in Ontario und der Wüste Gobi werden in ein paar Jahren zeigen, ob sich die großen Hoffnungen und gewagten Wetten erfüllen lassen.
Gemeint waren übrigens das US-, das russische und chinesische Militär und deren enorme Budgets – nicht die kaputt gesparte deutsche Gurkentruppe 😘
Ihr Hinweis auf das Militär scheitert leider an entscheidenden Stellen. U-Boote funktionieren zwar seit Jahrzehnten mit Kompakt-Reaktoren – doch zu einem Preis, den kein Stromkunde bezahlen könnte. Denn ein U-Boot-Reaktor ist wie eine Rolex: präzise, klein und unbezahlbar – Manufaktur, wenn Sie so wollen.
U-Boot-Reaktoren werden nicht als Katalogware bestellt und geliefert. Sie sind zumeist integrale Bestandteile des Schiffsdesigns; oft wird das U-Boot um den Reaktor herum gebaut. Er wird meist inklusive Brennstoff versiegelt eingebaut und erst nach über 25 Jahren beim Abwracken wieder entnommen – oder man macht es wie die Russen und versenkt ausgediente Atom-U-Boote einfach im Arktischen Meer 😏
Ein ziviler SMR müsste für regelmäßige Inspektionen und Brennstoffwechsel zugänglich sein – was eine völlig andere Architektur erfordert. Während SMRs als fertige Module zum Standort geliefert und dort quasi «plug-and-play» nach dem LEGO-Prinzip montiert werden sollen, ist der Einbau in ein U-Boot ein hochkomplexer Prozess in einer spezialisierten Werft.
Ein militärischer Reaktor ist auf extreme Bedingungen (Druck, Bewegung, Kampfhandlungen) ausgelegt. Hinsichtlich extremer mechanischer Belastung gilt Ähnliches auch für Eisbrecher.
Diese auf spezielle (marine) Faktoren ausgelegte Robustheit führt zu massivem «Overengineering», das an Land keinen Nutzen hat, aber die Kosten treibt. Stattdessen kommen dort neue Anforderungen hinzu: Schutz gegen den Absturz eines Verkehrsflugzeugs, Cyberangriffe und Sabotage.
Nachfolgend die entscheidenden Gründe, warum sich militärische Reaktoren nicht einfach zivil adaptieren lassen:
Brennstoff
Militärreaktoren nutzen oft hochangereicherte Brennstoffe, um extrem kompakt zu sein. Im zivilen Sektor ist das aus Proliferationsgründen absolut tabu. Die Umstellung auf zivilen Brennstoff macht das Design sofort größer, komplexer und teurer.
Wirtschaftlichkeit
Bei Flugzeugträgern und U-Booten ist der Preis pro Kilowattstunde egal, solange sie autark operieren können. Im zivilen Netz muss sich ein SMR aber gegen Erneuerbare und Speicher behaupten. Ein erhoffter Skaleneffekt wird durch die massiven Fixkosten für Sicherheit, Fachpersonal und Versicherungsschutz an tausenden Standorten sofort wieder aufgefressen.
Sicherheitszone
Ein Reaktor in einem stählernen Rumpf unter Wasser ist etwas völlig anderes als tausende kleine Reaktoren in der Fläche. Wer soll diese Standorte nach zivilen Sicherheitsnormen bewachen, versichern und zertifizieren?
Noch ein Wort zur «manipulativen und unnötigen Regulatorik»:
Interessanterweise schreiben nicht grüne «Ökos» diese Regeln, sondern Organisationen wie die IAEA und nationale Sicherheitsbehörden (nicht nur in Deutschland), in denen Nuklear-Ingenieure sitzen.
Das hat natürlich einen guten Grund: Ein einziger schwerer Unfall mit einem «billigen Standard-SMR» würde die gesamte weltweite Atomindustrie auf Jahrzehnte nachhaltig beschädigen. Die Branche selbst hat größtes Interesse an extremen Standards, um ihr eigenes Überleben zu sichern.
Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole:
Individuelle Genehmigung
Jedes einzelne Grundstück benötigt ein eigenes langwieriges Genehmigungsverfahren (Baugrund, Erdbebenrisiko, Grundwasser, Evakuierungspläne etc.).
Keine Typgenehmigung
Bisher gibt es weltweit kein System, bei dem ein Reaktor einmal zertifiziert und dann einfach beliebig oft aufgestellt wird. IAEA und nationale Sicherheitsbehörden betonen aus gutem Grund, dass die Sicherheit an jedem Standort neu nachzuweisen sei.
In der Geschichte war alles einmal unmöglich, bis es doch möglich wurde. Ich bin daher absolut sicher, dass die Menschheit nicht bei Schritt 1 stehen bleiben wird, sondern Schritt 2 gehen wird.
Alternativen? Jemand erfindet etwas ganz neues, aber dalli, oder das Licht geht aus.
@Felix
«Aber dalli» und Schritt 2 in Form von Kernfission sind aus den genannten Gründen leider inkompatibel. Auch Kernfusion wird noch einige Jahrzehnte benötigen, bis die Technologie ansatzweise praxistauglich ist. Und bei beiden gilt: praxistauglich ist nicht gleich marktreif.
Historisch betrachtet wurde im Energiesektor noch nie eine Technologie «dalli» marktreif. Selbst nach dem militärisch extrem forcierten Manhattan-Projekt (ohne jede Rücksicht auf Kosten und wissenschaftliche Manpower) dauerte es zwölf Jahre bis zum ersten kleinen zivilen Reaktor mit ganzen 60 MW Leistung.
Seither versuchen Ingenieure weltweit vergeblich, modular und standardisiert zu bauen.
Der einzige Ausweg aus der Kostenfalle war bisher der hierarchische Ansatz zentral positionierter Großreaktoren mit immer längeren Laufzeiten – bis an die Grenze der Materialermüdung. Selbst dieses fragwürdige Konzept funktioniert nur deshalb, weil der Staat – und somit wir Steuerzahler – die Milliardenrisiken bei Bau, Versicherung und der immer noch ungeklärten Endlagerung übernehmen.
An dem Punkt erlaube ich mir zwei kleine Anmerkungen:
1. Dezentrale SMRs erfordern einen vergleichbaren Netzausbau wie dezentrale Erneuerbare. Bei Letzteren wird dieser Ausbau gerne als ultimatives und kostentreibendes Totschlagargument verwendet. Bei Ersteren scheint dieses Argument neben dem Entsorgungsthema noch nicht einmal einer Randnotiz wert zu sein 😉
2. Nach aktuellem Stand der Technik ist Elektrifizierung via Wärmepumpe und E-Auto in der Summe auch im Wärme- und Verkehrssektor deutlich effizienter als Verbrennen. Selbst Gaskraftwerke zur zusätzlichen Stromerzeugung beanspruchen letztendlich weniger Rohstoffe und Kosten als direkter Betrieb von Heizungen oder ineffiziente Verbrennermotoren.
Ob es uns gefällt oder nicht: Die einzige Technologie, die heute gleichzeitig bezahlbar, verfügbar und skalierbar ist, sind die Erneuerbaren Energien. Alles andere ist Warten auf ein Wunder, während das Licht tatsächlich auszugehen droht.
Wobei ich mir persönlich weniger Gedanken um energieeffizientes LED-Licht mache, als vielmehr amüsiert die aufkeimende Panik im völlig übertriebenen Hype um KI und die vielen Milliarden der oberschlauen Tech-Bros verfolge.
Um den Kreis zu Ihrer Panikattacke zu schließen: Die Menschheit hat tatsächlich immer Lösungen gefunden – meistens waren es Fähigkeiten wie Geduld, sich Zeit für rationale Entscheidungen zu nehmen, aktuelle Entwicklungen nicht überzubewerten, Resilienz statt Überreaktionen 😘
Gerade dem letzten Satz stimme ich ausdrücklich zu. Allerdings braucht es auch die manchmal chaotisch wirkende Tätigkeit einzelner Querköpfe. Man nehme das Elektroauto: älter als der Verbrenner, aber es hat einen Elon Musk gebraucht, um es halbwegs einsatzfähig zu machen. Das wird bei der Kernkraft genauso laufen, nur leider nicht in Deutschland.
@Felix
Elons glorreiches Motto von «Trial & Error» sowie «Move fast and break things» mag bei Elektroautos funktionieren. Bei Nuklearreaktoren sind «breaking things» wohl nicht die schlaueste Idee – genau wie chaotisch wirkende Tätigkeiten und halbwegs einsatzfähige Entwicklungsstadien 😘
Die Regierung Trump dient nun als Demonstrator für genau solch verantwortungslosen Unfug – ein reales Experiment am lebenden Objekt im Versuchslabor «Bevölkerung der USA»:
– Verlängerte Betriebsdauer uralter, maroder Meiler auf 80 Jahre
– Abbau von Sicherheitsstandards wie Anforderungen an Wachpersonal, Schutz von Kernmaterial und Grundwasserschutz
– Neubewertung von Strahlungsrisiken entgegen allen wissenschaftlichen Erkenntnissen
– Vorrang für wirtschaftlichen Nutzen und die nationale Sicherheit (wie immer) zulasten öffentlicher Gesundheit und Sicherheit
Ich für meinen Teil bin ganz froh, dass halbwegs einsatzfähige Kernkraft in Deutschland nicht laufen wird 😉
@Atomkraft ja Bitte!
Die Dampflok fährt augenscheinlich eher, indem sie den Wohlstand durch fossile Energieimporte verfeuert. Darauf deuten zumindest aktuelle Tankstellenpreise und Heizkostenabrechnungen hin.
Ob die nukleare „Wiederauferstehung“ Rettung oder Verdruss für die Steuerzahler ist, wird sich in Polen zeigen: Dort fließen gerade 150 bis 200 Milliarden Euro (auf einer nach oben offenen Skala) in eine nationale Nuklear-Wette – subventioniert durch eine 30-prozentige Eigenkapitalspritze des Staates und 100 % staatliche Schulden-Garantien. Ohne diese würde kein privater Investor auch nur einen Cent in solche Projekte stecken.
Am Ende entscheiden nicht die günstigsten Technologien und freie Märkte, sondern die Belastbarkeit der Steuerzahler.
Ganz offensichtlich ist Kernkraft ohne das Sicherheitsnetz des Staates am freien Markt schlicht nicht existenzfähig.
Ebenfalls sehr auffällig ist: Wie immer spricht niemand auch nur ein Wort vom Elefanten im Raum – der Müllentsorgung.
Es ist erschreckend, wie man es schafft, die Schuldigen zu deklarieren. Fast immer sind es grüne oder sozialistische Kräfte.
Es ist schon richtig, dass ein totalitäres Klimadiktat eine üble Sache für die Wirtschaft wäre.
Nur vertreten diese Auffassung eben nur die strengen Ökos, das sind nicht so viele und die haben auch keine 16 Jahre regiert. Deren Schaden ist begrenzt auf Heizungen.
Der Atomausstieg wurde unter Merkel beschlossen. Die Pipeline wurde unter Merkel beschlossen.
Pipeline gesprengt, weg. Atomkraftwerke weg. Schach!
Erzählt mir blos nicht , dass die paar Ideologen der Ampel für diese Mist verantwortlich sind, auch wenn ich die nicht mag.
Merkels naiver Populismus war das.
Großer Bär
Ihre Posts zu diesem Thema erwecken den Eindruck, als ob unsere Politiker tun könnten, was sie wollen. Sie sind erstens abhängig von den Wählern, und die sind eben so, wie Menschen sind, wenn ihnen der Wohlstand zu Kopf gestiegen ist, und zweitens bekommen sie natürlich ständig Angebote, die sie nicht ablehnen können.
Maßgeblich wirkt derzeit noch die UN-Agenda 2030 noch in der EU, die in der Gesamtwirkung den Westen aufgelöst hätte.
Die Grünen sind die eifrigsten Vertreter dieser Agenda und setzten damit natürlich alle anderen Politiker unter Druck, die dieser Agenda nicht grundsätzlich widersprechen. Merkel hat dabei völlig versagt oder ist Teil der Kabale. Damit sind die Grünen die gefährlichste Partei in allen demokratischen Ländern. Mit den logisch für Umweltschutz argumentierenden Grünen ihrer Gründungszeit haben diese Leute heute nichts mehr gemein.