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Voll automatische anonyme standardisierte Kreditvergabe – die Lawine setzt sich in Bewegung

Die Lawine setzt sich jetzt so richtig in Bewegung. Kreditvergabe an Privatkunden, ohne Einzelprüfung, ohne Gespräch, ohne Berücksichtigung von individuellen Bedürfnissen, Problemen oder sonstigen…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die Lawine setzt sich jetzt so richtig in Bewegung. Kreditvergabe an Privatkunden, ohne Einzelprüfung, ohne Gespräch, ohne Berücksichtigung von individuellen Bedürfnissen, Problemen oder sonstigen Details. Kein Mensch der nachfragt. Der Computer (besser gesagt der Algorithmus) entscheidet, ob Sie noch Kredit bekommen oder nicht. Ist das eine düstere Zukunftsvision? Nein, diese Entwicklung beginnt genau hier und jetzt in Deutschland.

Wo derzeit bei Direktbanken immer noch in internen Abteilungen Menschen sitzen, die Kreditrisiken bewerten und auf Kundenschicksale individuell eingehen können, wird die Finanzbranche von den sogenannten „Fintechs“ überrollt, also hunderten kleiner Startups, die mit innovatischen technischen Ideen den gesamten Finanzsektor revolutionieren. Die ganze Branche wird derzeit nach Kräften unterstützt aus Politik und Wirtschaft. Bloß nicht nochmal den Anschluss verpassen bei der nächsten Innovationslawine, scheint das Motto in Deutschland zu sein. Deshalb wird die Branche von A-Z hofiert.

So hat das in Berlin sitzende Fintech-Unternehmen „n26“ letzten Sommer eine Vollbanklizenz erhalten, und könnte nun also von Baufinanzierungen über Wertpapiergeschäfte bis hin zu Sparbüchern alles anbieten, was Sparkassen, Commerzbank und Co auch anbieten. Bisher war das Girkonto mit ausschließlichem Zugang per Handy-App das Produkt von n26. Wie man heute vermeldet, rollt man ab sofort den Kreditmarkt auf. Hier n26 mit seiner Originalmeldung:

Ab sofort bietet N26 seinen Kunden in Deutschland Echtzeit-Konsumentenkredite zwischen 1.000 und 25.000 Euro mit einer Laufzeit von ein bis fünf Jahren. Der Kredit kann komplett digital in der App beantragt werden. Die Bonitätsprüfung läuft vollautomatisiert im Hintergrund, so erhält der Kunde in nur wenigen Minuten ein transparentes Angebot. Nach elektronischer Signatur steht das Geld sofort auf dem N26 Konto zur Verfügung. Der effektive Jahreszins beginnt abhängig von der Bonität bei 2,99%.

Jetzt kann man sagen, dass ja schon bei vielen anderen Banken automatisierte Bonitätsprüfungen ablaufen usw. Aber hier findet keine menschliche Gesamtprüfung des Vorgangs mehr statt. Irgendwann irgendwo programmiert jemand den Algorithmus (Software), der von da an völlig autonom stumpf anhand von Schufa-Auskunft und sonstigen Datensätzen entscheidet, wer Kredit bekommt und wer nicht. Wie man im obigen Text liest, erhält der Kunde in kürzester Zeit seinen Kredit. Anders rum wird es aber genau so laufen. Wer nicht ins Raster passt, hat eben Pech gehabt.

Auch wenn die Entwicklung in die Kreditvergabe per Raster schon seit Jahren kräftig in Gang ist, wird diese Standardisierung und voll automatische Kreditentscheidung nicht bei n26 Halt machen. Gerade in Zeiten von nicht vorhandenen Zinsspannen (dank der EZB) werden die normalen Kreditinstitute hier kaum ewig zusehen können. Das Szenario, wie wir es uns gerade vorstellen, könnte schneller als man denkt so aussehen:

Sie als Kunde einer Sparkasse oder normalen Geschäftsbank wollen einen 10.000 Euro-Kredit. Sie fragen am Schalter nach einem Beratungsgespräch. Dort sagt man ihnen dann plötzlich, dass sie für so etwas keinen Berater mehr sprechen können, erst ab Summe X. „Für einen 10.000 Euro-Kredit gehen Sie doch bitte vorne in der Schalterhalle an diesen schönen neuen Automaten.“ Dort steht man dann wie jetzt schon bei Überweisungen, und gibt seinen Kreditwunsch ein.

Neben der schnellen bequemen Zusage gibt´s auch die Absage sofort gnadenlos ohne Ausnahme auf dem Display des Automaten. Das war´s. Sie sind ausgeknipst. Die Entwicklung nimmt ihren Lauf, und ist wohl kaum aufzuhalten. Die EZB fordert die Banken ja ständig im Rahmen des derzeitigen Umfelds zu Strukturveränderungen auf. Genau so was könnte damit gemeint sein. Individualprüfungen, die bei der Bank eh nur Personalkosten verursachen, werden wohl nach und nach abgebaut.

Persönliche Gespräche für Kredite gibt´s dann nur noch ab Summe X. Wo ist die, bei 25.000 oder 50.000 Euro? Bei der Geldanlage scheint es in eine ähnliche Richtung zu gehen. Man versucht schon jetzt an einigen Stellen Kunden mit dem Vorteil der Bequemlichkeit und besseren Übersicht von sogenannten „Robo-Beratern“ zu überzeugen. Eine Onlinemaske auf einer Webseite, wo der Kunde ein Frage-Antwort-Spiel mitmacht. Am Ende kann er/sie dann per JA-Button entscheiden, ob man die vom Algorithmus ausgeworfene Geldanlage buchen will.

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Gerd

    6. Februar 2017 16:19 at 16:19

    Finde ich gut.
    War doch blöd früher, da musste man ggf. auch noch seine Gehaltsabrechnungen vorlegen.

    Heute kann ich dann wohl einfach eintippen, dass ich netto 9000€/mtl. verdiene und schon einen Tag später kann ich dann den big spender spielen und das Leben vorübergehend genießen, mit Weib, Wein und Gesang.

    Und danach muss ich halt wieder mit Hartz4 unterhalb der Pfändungsfreigrenze auskommen

    • Avatar

      joah

      7. Februar 2017 10:49 at 10:49

      Ganz so primitiv werden die Algorithmen dann auch wieder nicht gestrickt sein, um dermaßen plump umgangen zu werden.

  2. Avatar

    leser

    6. Februar 2017 16:40 at 16:40

    Der nächste Schritt ist der implantierte Chip mit Zahlungsfunktion. Der Algo berücksichtigt dann automatisch nicht nur die Kreditwürdigkeit, sondern auch noch das Wohlverhaltenskonto, http://www.fr-online.de/wirtschaft/ueberwachung-in-china-eine-horrorvision-wird-realitaet,1472780,34772338.html. Bei Verstößen gibt es statt Geld einen Stromstoss. Der feuchte Traum jeder Polit-Größe mit echtem Machtanspruch. Dagegen ist Orwell ein Kinderbuch.

  3. Avatar

    joah

    7. Februar 2017 10:57 at 10:57

    Vielleicht ist es ja wirklich besser so, wenn die Leute keine Kredite mehr bekommen – was letztendlich die Folge wäre -, denn dann lernen sie endlich mal wieder mit dem umzugehen was sie haben und nicht, was sie hätten haben können.

  4. Avatar

    Lisa

    14. Februar 2017 18:03 at 18:03

    Diese Echtzeit-Konsumentenkredite gibt es doch schon länger. Da ist N26 meines Wissens nach nicht der Pionier. Da waren andere bereits schneller, die bieten sogar Echtzeit-Konsumentenkredite bis zu einer Kreditsumme von 120.000 Euro (siehe http://konsumentenkredit24.com).

    Kein Witz, da läuft die Bonitätsprüfung ebenfalls vollautomatisiert im Hintergrund ab, man bekommt seinen echten Zinssatz genannt, bei stimmiger Bonität eine Online-Sofortzusage und der Kredit ist je nach Zeitpunkt der Beantragung entweder noch am selben Tag oder am nächsten Tag auf dem Konto des Antragstellers.

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Donald Trump und die Deutsche Bank – hochinteressante Doku

Redaktion

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Von

Warum hat Donald Trump von der Deutschen Bank immer wieder Geld bekommen? Das ist vielleicht die interessanteste Frage, die in der folgenden Doku besprochen wird. US-Banken wollten Donald Trump offenbar kein Geld mehr leihen. Aber die Deutsche Bank tat es, und gab immer mehr Geld, für immer mehr Immobilienprojekte des heutigen US-Präsidenten. Und das, obwohl er vorher zahlreiche Projektpleiten hingelegt hatte. Gab es Sicherheiten aus Russland?

Die Doku beleuchtet im Detail die Beziehungen von Donald Trump nicht nur zur Deutschen Bank, sondern auch wie eng tatsächlich seine Verbindungen zu russischen Geschäftskreisen in New York und in Russland selbst waren. Bisher kam der Präsident selbst bei den Mueller-Ermittlungen in den USA ungeschoren davon. Der Schlüssel liegt wohl in den Geschäftsunterlagen der Deutschen Bank. Wer machte mit wem Geschäfte? Wer hat eventuell Geld gewaschen? Auffällig oft haben russische Käufer bei Trump-Projekten Wohnungen gekauft. Beispielhaft beleuchtet wird dieses Lizenz-System an einem Hochhaus in New York, für das er nur seinen Namen gab, und dafür 18 Prozent der Einnahmen kassierte.

Wusste Donald Trump, dass über seinen Namen und seine Projekte womöglich in gigantischem Umfang Geldwäsche zwielichtiger russischer Kreise abgewickelt wurde? Nachweisen lässt sich bis jetzt definitiv nichts, aber die Dokumentation der Geschäftsabläufe, wie es im folgenden Beitrag gezeigt wird, ist doch sehr aufschlussreich.

Donald Trump im Jahr 2020
Donald Trump

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Immobilienpreise steigen kräftig an – keine Spur von Corona!

Claudio Kummerfeld

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Hausbau

Bei Immobilien ist keinerlei Spur von der Coronakrise zu entdecken. Unfassbar. Die Immobilienpreise klettern weiter nach oben wie in den letzten Jahren auch. Im zweiten Quartal sind die Preise für Wohnimmobilien nämlich im Vergleich zum 2. Quartal 2019 um 6,6 Prozent gestiegen, wie das Statistische Bundesamt heute meldet. Die folgende Grafik zeigt den Häuserpreisindex seit dem Jahr 2015. Es ist keinerlei Einbruch erkennbar in den letzten beiden Quartalen. Nochmal… unfassbar, dass bei 10 Millionen Kurzarbeitern im Höhepunkt der Krise kein Einbruch der Immobilienpreise erkennbar war. Die Statistiker melden aktuell auch, dass die Preise für Wohnungen sowie für Ein- und Zweifamilienhäuser gegenüber dem Vorquartal um 2 Prozent gestiegen sind. Damit verteuerten sich Wohnimmobilien trotz Corona-Krise weiterhin sowohl in der Stadt als auch auf dem Land.

Immobilienpreise klettern mitten in der Coronakrise immer weiter nach oben

Hier weitere Details von den Statistikern im Wortlaut:

Im 2. Quartal 2020 waren in den sieben größten Metropolen (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf) Ein- und Zweifamilienhäuser 6,5 % und Eigentumswohnungen 6,1 % teurer als im Vorjahresquartal. Damit setzte sich der Anstieg der Preise für Wohnimmobilien in Metropolen zwar fort, jedoch weiterhin mit einer abnehmenden Dynamik bei Wohnungen. Für Eigentumswohnungen hatte die Veränderungsrate zum Vorjahresquartal im 2. Quartal 2019 noch 7,9 % betragen, im 2. Quartal 2018 lag sie bei 11 %. In den anderen Großstädten ab 100 000 Einwohnerinnen und Einwohnern stiegen im 2. Quartal 2020 die Häuserpreise um 7,3 % und die Preise für Eigentumswohnungen um 8,2 % im Vergleich zum Vorjahresquartal. Auch in ländlichen Kreisen wurden Wohnimmobilien im Durchschnitt teurer. So erhöhten sich die Preise für Häuser in dichter besiedelten ländlichen Kreisen um 8,9 % und für Eigentumswohnungen um 5,9 %. In dünn besiedelten ländlichen Kreisen stiegen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser um 4,8 %, Wohnungen verteuerten sich um 6,6 %.

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US-Wirtschaft: Warum es ohne KMUs keine Erholung gibt

Hannes Zipfel

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US-Wirtschaft ist angewiesen auf Arbeiter bei den KMUs

Die kleinen und mittleren Unternehmen sind für die US-Wirtschaft von besonderer Bedeutung. Sie stellen einen Großteil der Arbeitsplätze, stehen aber vor enormen Herausforderungen und viele sogar vor dem Aus. Ohne die KMUs wird es keine nachhaltige Erholung und erst recht keinen Wirtschaftsboom in den USA geben.

US-Wirtschaft braucht dringend neue Finanzhilfen

Als Steven Terner Mnuchin (Rep.), seit Februar 2017 US Finanzminister, am Dienstagnachmittag vor dem US-Repräsentantenhaus vom kommenden Boom der US-Wirtschaft im vierten Quartal schwärmte, muss dem ehemaligen Chef der Investmentbank Goldman Sachs die zuvor veröffentlichte Umfrage zum Paycheck Protection Program (PPP) seines früheren Arbeitgebers entgangen sein. Das Ergebnis der Umfrage kontrastiert die Jubelstimmung, die auch von seinem Amtskollegen Olaf Scholz (SPD) in Deutschland immer häufiger zu vernehmen ist.

Nüchterner war da schon die dringende Empfehlung des US-Notenbankchefs Jerome Powell an die Abgeordneten im US-Kongress, die kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) des Landes mit zusätzlichen fiskalischen Maßnahmen zu unterstützen, da ansonsten eine nachhaltige Erholung der US-Wirtschaft nicht möglich sei.

Gemäß der jüngsten verfügbaren Daten gab es in den USA im Jahr 2019 gut 31 Millionen Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Diese sogenannten „Small Businesses“ repräsentieren 99,9 Prozent aller Unternehmen und sind größter Arbeitgeber im privaten Sektor der US-Wirtschaft. Die amerikanischen KMUs schufen im letzten Jahr mehr als 1,5 Millionen neue Arbeitsplätze. Daher ist das Schicksal der kleinen und mittleren Unternehmen bei der Wiederherstellung der wirtschaftlichen Erholung von so großer Relevanz.

Weil das so ist, hat die Trump-Administration Ende April im Rahmen des CARES Act (Coronavirus Aid, Relief and Economic Security Act) das Paycheck Protection Program (PPP) über 659 Milliarden US-Dollar verabschiedet. Das ermöglichte es vor allem kleinen und mittelgroßen Unternehmen, zinsgünstige Privatkredite zu beantragen, um ihren Gehaltsverpflichtungen trotz Coronakrise weiter nachzukommen.

Die Höhe eines PPP-Darlehens entsprach dabei ca. dem Zweieinhalbfachen der durchschnittlichen monatlichen Lohnkosten des Unternehmens. Die Darlehen können neben der Zahlung von Löhnen (Paychecks) auch für Mieten, Zinsen und Nebenkosten verwendet werden. Das Darlehen wurde aber nur dann gewährt, wenn das Unternehmen versprach, die Anzahl seiner Mitarbeiter und die Löhne stabil zu halten. Die ursprüngliche Frist für die Beantragung eines PPP-Darlehens war zunächst der 30. Juni dieses Jahres und wurde später bis zum 8. August 2020 verlängert.

Der PPP-Stimulus läuft aus

Nachdem das Gesetz seit fünf Monaten in Kraft ist, läuft die Hilfe nun aus und kann wegen der Blockade im US-Kongress für ein fünftes Konjunkturpaket nicht aufgestockt und verlängert werden. Das bringt viele KMUs an den Rand des Ruins – ein enormes Problem für die US-Wirtschaft!. Gemäß einer aktuellen Umfrage von Goldman Sachs unter US-KMUs haben 88 Prozent ihre PPP-Kredite bereits vollständig ausgeschöpft. Ein Drittel der befragten Unternehmen sah sich bereits gezwungen, die Löhne zu kürzen oder Entlassungen vorzunehmen. Weitere ca. 30 Prozent gaben an, dass ihnen ohne weitere Finanzhilfen bis zum Ende des Jahres das Geld ausgeht.

Anders als Großkonzerne können sich kleine Unternehmen nicht direkt über den Kapitalmarkt refinanzieren und kommen somit auch nicht in den Genuss der Unternehmensanleihekäufe durch die US-Notenbank (Fed), die in diesem Jahr ein neues Rekordvolumen erreicht haben.

Die auf Banken zur Refinanzierung angewiesenen KMUs haben ein weiteres, sich verschärfendes Problem: Wegen der anhaltend schlechten geschäftlichen Situation, aufgebrauchter Rücklagen und ausgeschöpfter Kreditlinien sind die Perspektiven für viele potenzielle Kreditnehmer so schlecht, dass die Banken sie als zu risikoreich einstufen und weitere Kredite verweigern. Schattenbanken, v. a. Hedgefonds, die in diese Lücke springen, verlangen dem Risiko angemessene hohe Zinsen, die für die in Not geratenen KMUs nicht zu stemmen sind.

Da gleichzeitig die im Sommer vom US-Finanzministerium an US-Bürger mit geringen und mittleren Einkommen verteilten Schecks in Höhe von 1.200 US-Dollar pro Person zunehmend eingelöst und aufgebraucht sind, haben viele Kleinunternehmer, Soloselbstständige und Freiberufler auch immer stärker eingeschränkte private Finanzspielräume.

US-Wirtschaft mit Entlassungswelle ab 1. Oktober

Ohne neue Fiskalstimuli droht der US-Wirtschaft im Abschlussquartal eine sich wieder verstärkende Entlassungswelle. Zumal ab 1. Oktober auch die US-Fluggesellschaften trotz vorheriger finanzieller Unterstützung aus dem PPP wieder Massenentlassungen vornehmen dürfen und dies auch bereits für Anfang Oktober angekündigt haben. Allein die größte US-Fluggesellschaft American Airlines will ab diesem Stichtag 20 Prozent ihrer Belegschaft abbauen – also jeden fünften Mitarbeiter. Ähnliche Ankündigungen gibt es von der zweitgrößten US-Fluggesellschaft Delta Airlines und kleineren Fluggesellschaften. Damit wird in den USA das nachgeholt, was bei deutschen und europäischen Airlines wie Lufthansa oder Ryanair bereits Realität ist.

Besonders betroffen von dem Auslaufen des PPP sind neben den Branchen Verkehr und Touristik vor allem Gastronomen, Konzert-Veranstalter, Kreuzfahrt Reedereien, stationäre Einzelhändler, Unterhaltungskünstler, Wedding Planner und andere Event-Manager. Besonders in der US-Gastronomie sind viele KMUs tätig. Generell wird der Dienstleistungssektor von KMUs dominiert. Für die US-Wirtschaft hat dieser Sektor eine besondere Bedeutung: 79,4 Prozent aller Erwerbstätigen ist hier angestellt, davon über 90 Prozent bei KMUs (Daten von 2019, Quelle: Statista).

Fazit

Die Indizien verdichten sich, dass es im vierten Quartal entgegen der Beschwichtigungsrhetorik mancher Politiker statt eines Booms einen Pleite-Tsunami und Massenentlassungen in der US-Wirtschaft geben könnte. Das Erschreckende dabei ist, dass diese Entwicklung noch keine zweite Pandemie-Welle berücksichtigt, die den Schaden in der US-Wirtschaft nochmals maximieren würde. Es bleibt für die KMUs Amerikas zu hoffen, wenn aus heutiger Sicht auch unwahrscheinlich, dass sich der US-Kongress nach dem Wahltermin Anfang November schnell auf ein neues, billionenschweres Hilfspaket einigen kann.

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