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Voll eingepreist: Letzter Aufruf vor dem morgigen OPEC-Treffen

Morgen findet das halbjährliche offizielle OPEC-Treffen in Wien statt, und wahrscheinlich wird die PK am frühen Abend stattfinden. Wie üblich werden wohl Tagungsteilnehmer auf ihren Pausengängen zu den...

FMW-Redaktion

Morgen findet das halbjährliche offizielle OPEC-Treffen in Wien statt, und wahrscheinlich wird die PK am frühen Abend stattfinden. Wie üblich werden wohl Tagungsteilnehmer auf ihren Pausengängen zu den Sanitärbereichen wartenden Journalisten ständig Infos zustecken, sodass von Mittag bis zum frühen Abend der Ölpreis rauf und runter zucken dürfe, je nachdem wer wem was zuflüstert.

Wichtig ist heute am Tag vor dem Treffen: Termin-Trader und Analysten habe im Brent und WTI-Preis bereits voll und ganz berücksichtigt, dass die OPEC morgen eine Verlängerung der Fördermengenkürzung von 1,8 Mio Barrels pro Tag beschließen wird, und zwar von März 2018 bis Ende 2018. Eine Verlängerung nur bis Herbst, oder eine Formulierung, dass man im Laufe des Jahres 2018 die Kürzungen nochmal überprüfen könnte – das wäre eventuell ein Anlass für ein Absacken im Ölpreis.

Denn die Kurse sind in den letzten Wochen kräftig nach oben gelaufen, und haben alle Euphorie schon berücksichtigt. Negativ wirken ganz aktuell noch zwei kleinere Gründe auf den Ölpreis, die für sich genommen gar nicht mal so unwichtig sind, nur eben in Relation zum OPEC-Treffen.

Die Keystone-Pipeline, die Öl quer durch Nordamerika pumpt, hatte ein Leck, wodurch massiv Öl auslief. Seit einigen Tagen war die Förderung fast ganz gedrosselt, was in Texas bei den Raffinerien für weniger Öl sorgte, das man in Benzin umwandeln kann. Das hatte tagelang einen positiven Effekt auf den Ölpreis. Jetzt hat der Betreiber „TransCanada“ bekanntgegeben, dass die Pipeline mit ihren täglichen 590.000 Barrels Kapazität wieder an den Start geht.

Das drückt natürlich die Preise. Ebenfalls preisdämpfend sind die gestern Abend veröffentlichten API-Daten zu den Öl-Lagerbeständen in den USA. Sie zeigen auf Wochenbasis einen Zuwachs von 1,8 Mio Barrels, bei Erwartungen von -3 Mio. Von seinem Hoch letzten Freitag bei 59 Dollar hat WTI-Öl bis jetzt 1,3 Dollar verloren auf 57,70 Dollar. Also, letzter Aufruf vor dem OPEC-Treffen morgen. Heute um 16:30 Uhr kommen nochmal offizielle Lagerdaten aus den USA, und dann kann die morgige Nachrichtenflut aus Wien beginnen.

Möglich sind Gewinnmitnahmen möglich nach dem Motto „kauf das Gerücht, verkaufe die Fakten“, oder auch Enttäuschungen, weil die OPEC mit Russland eventuell vereinbart, die Kürzungen nächstes Jahr laufend zu überprüfen, ob sie noch notwendig sind. Es wird spannend.


Der Kursverlauf von WTI-Öl seit dem 20. November.


Das OPEC-Logo. Gemeinfrei



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