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Vollbeschäftigung! Kanzleramt verspricht uns allen, was wir hören wollen

Wer hört das nicht gerne? Und wer will nicht gerne daran glauben? Es wird in Deutschland Vollbeschäftigung geben, und das nicht trotz Digitalisierung und Automatisierung, sondern gerade deswegen!. So zumindest sieht es die Bundesregierung…

Claudio Kummerfeld

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Wer hört das nicht gerne? Und wer will nicht gerne daran glauben? Es wird in Deutschland Vollbeschäftigung geben, und das nicht trotz Digitalisierung und Automatisierung, sondern gerade deswegen! So zumindest sieht es die Bundesregierung. Für sie spricht der Chef des Bundeskanzleramts Helge Braun. Er ist gleichzeitig auch Angela Merkels Beauftragter für das Thema Digitalisierung.

So bekommen wir Vollbeschäftigung

Die Vollbeschäftigung wird kommen, da ist Braun sich sicher. So klingen zumindest seine Aussagen gegenüber der BamS. Natürlich würden viele Arbeitsplätze durch Digitalisierung wegfallen, so Braun. Aber auf der anderen Seite würden auch viele Menschen gebraucht um neue Geräte und Software zu programmieren, und bedienen und zu warten (sinnbildlich von uns ausgedrückt).

Es werde für jeden Bürger einen Platz (in der neuen Arbeitswelt) geben, so Braun. Damit meint er, dass auch Geringqualifizierte irgendwie und irgendwo untergebracht werden. Wie das gehen soll? So genau hat er das nicht erklärt. Auf jeden Fall geht die grobe Rechnung so: Es entfallen Jobs, dafür entstehen aber auch neue Jobs. Gleichzeitig sorgt der Demografiewandel dafür, dass es immer weniger Menschen auf dem Arbeitsmarkt gibt (Menschen mit Arbeit + Arbeitssuchende). So soll sich das Problem wohl quasi von selbst erledigen. Das ist zumindest von den Argumenten her nachvollziehbar.

Mehr ein Wunschtraum?

Aber wird es auch so kommen? Da gibt es zwei Probleme. Zum einen darf man annehmen, dass durch die Automatisierung deutlich mehr Arbeitsplätze wegfallen, als gleichzeitig neue geschaffen werden. Denn sonst würde sich diese Effizienzsteigerung für die Unternehmen unterm Strich ja gar nicht lohnen! Und da wäre noch der jährliche Zuzug von hunderttausenden Flüchtlingen. Jetzt und wohl auch in den nächsten Jahren kommen jedes Jahr vielleicht 100.000 oder 200.000 Flüchtlinge neu nach Deutschland.

Es geht hier gar nicht darum diesen Zuzug gut oder schlecht zu finden. Es geht um den nüchternen Fakt, dass diese Menschen irgendwie auch auf dem Arbeitsmarkt untergebracht werden müssen. Zahlenmäßig sollten sie zumindest dem Demografie-Schwund hierzulande mehr als entgegenwirken. Somit dürfte die grobe Idee von Herrn Braun kaum zu halten sein. Das Versprechen „Jobs für alle und Vollbeschäftigung“ klingt ebenso plakativ und allgemein wie der Spruch der Kanzlern „die Spareinlagen der Deutschen sind sicher“.

„Wohlfühl-Aussagen für die breiten Massen“ darf man sowas wohl nennen. Ja, wir geben zu: Auch wir wissen nicht, wie die Zukunft verlaufen wird. Aber dass die von Herrn Braun beschriebene Zukunft tatsächlich so rosarot aussehen wird, daran wird man wohl ernsthaft Zweifel äußern dürfen! Im folgenden Video hat Helge Braun schon am 9. Februar erklärt, dass er in Sachen Digitalisierung vor hat in wenigen Jahren quasi alle offenen Probleme zu erledigen. Immerhin: Ambitionen zu haben ist besser als keine Ambitionen zu haben!

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Helge Braun sieht die Vollbeschäftigung kommen!
Helge Braun sieht die Vollbeschäftigung kommen! Foto: Tobias Koch – cducsu.de / Wikipedia (CC BY-SA 3.0 de) – Ausschnitt aus Originalfoto

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

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