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Volle Kanne Richtung Steuerfinanzierte Rente?

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Geht die Entwicklung in Deutschland volle Kanne Richtung Steuerfinanzierte Rente? Schon jetzt erhöht sich der Beitrag der Steuerzahler zur StĂŒtzung der gesetzlichen Rente auf 98 Milliarden Euro alleine im Jahr 2019 (sehen Sie dazu unsere letzten Berichte hier und hier). Wir haben uns dazu schon mehrfach Ă€ußerst kritisch geĂ€ußert. Durch die am Freitag von Bundesarbeitsminister Heil vorgestellten PlĂ€ne wird die Bezahlung von Renten und Rentenzusatzleistungen aus Steuermitteln nochmal weiter erhöht.

Das „Institut der deutschen Wirtschaft“ hat soeben eine kurze Denkschrift veröffentlicht, die genau die selbe Kritik Ă€ußert. Man sieht, wie sich die beitragsgedeckte Rente immer mehr in eine steuerfinanzierte Rente verwandelt. Ist das besonders gut, oder besonders sinnvoll? Man kann darĂŒber streiten. Aber die Rente wird eigentlich gezielt ĂŒber RentenbeitrĂ€ge finanziert. SelbststĂ€ndige, die beispielsweise unter großen Anstrengungen jahrzehntelang privat vorsorgen, mĂŒssen nun ĂŒber Steuern auch die Renten von Angestellten mitbezahlen, obwohl sie selbst aus diesem Rententopf nie einen Cent sehen werden. Hier die aktuelle Sichtweise des IW, Zitat:

Es droht der Einstieg in die steuerfinanzierte Rente

In ihrem Koalitionsvertrag haben Union und SPD zahlreiche Leistungsverbesserungen bei der Rente versprochen, nun hat Bundesarbeitsminister Hubertus Heil die Rechnung prĂ€sentiert. Seine PlĂ€ne lassen sich nur mit deutlich mehr Geld vom Bund realisieren – mit entsprechenden Folgen fĂŒr die Steuerzahler.

Nach den ReformvorschlĂ€gen soll das Rentenniveau bis zum Jahr 2025 bei mindestens 48 Prozent stabilisiert werden. Gleichzeitig soll der Beitragssatz nicht ĂŒber 20 Prozent steigen. Diese doppelte Haltelinie kann nur eingehalten werden, wenn der Zuschuss durch den Bund deutlich erhöht wird. Denn die Mehrbelastungen sind angesichts der demografischen Entwicklung enorm: Von anfĂ€nglich 4 Milliarden Euro im Jahr 2019 steigen sie bis 2025 auf 5 Milliarden Euro pro Jahr. BerĂŒcksichtigt man außerdem die zu erwartenden jĂ€hrlichen Rentenanpassungen, liegt die Summe schon bei etwa 5,9 Milliarden Euro.

Langfristig drohen dadurch gravierende Folgen fĂŒr Steuer- und Beitragszahler: Eigentlich wĂŒrde es die aktuelle Entwicklung erlauben, den Beitragssatz zur Rentenversicherung im kommenden Jahr noch einmal um 0,3 Punkte zu senken – nun bleibt er zunĂ€chst bei 18,6 Prozent. Danach wird er StĂŒck fĂŒr StĂŒck erhöht. WĂ€hrend die neue Haltelinie von 20 Prozent ohne die Rentenerhöhungen erst im Jahr 2026 ĂŒberschritten wĂŒrde, kann sie nun ab dem Jahr 2024 nur noch mit zusĂ€tzlichen Steuermitteln gehalten werden.

Gleichzeitig hilft den Rentnern das Versprechen des Bundesarbeitsministers von einem Sicherungsniveau in Höhe von mindestens 48 Prozent nur temporĂ€r: Auch nach der Reform muss bereits 2027 mit einem Unterschreiten der neuen Haltelinie gerechnet werden. Nach bisherigem Recht wĂ€re die 48-Prozent-Marke gerade einmal zwei Jahre frĂŒher unterschritten worden. Im Jahr 2030 liegt das nun zu erwartende Sicherungsniveau mit 45,9 Prozent lediglich 0,6 Punkte ĂŒber der ursprĂŒnglich errechneten Marke. Sollte die Beitragssatzobergrenze aber „unbegrenzt“ gelten, stellt sich die Frage, was nach 2025 passiert. Prognosen des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigen, dass allein im Jahr 2030 zusĂ€tzliche Steuermittel von fast 30 Milliarden Euro notwendig wĂ€ren, um das Sicherungsniveau und den Beitragssatz auf dem jetzt verabredeten Niveau zu stabilisieren.

Es bleibt abzuwarten, wie die von der Bundesregierung einberufene Rentenkommission auf das Maßnahmenpaket reagieren wird – sollte der Entwurf tatsĂ€chlich als Gesetz verabschiedet werden, wird der Reformspielraum der Kommission jedenfalls deutlich eingeschrĂ€nkt.

Steuerfinanzierte Rente?
Foto: Gordito1869 edited by Alchemist-hp (CC BY 3.0)

2 Kommentare

2 Comments

  1. Marcus

    16. Juli 2018 17:37 at 17:37

    Das wird sich mittel-bis langfristig ĂŒberhaupt gar nicht mehr vermeiden lassen das die Rente ausschließlich steuer finanziert wird. Entweder man setzt das System komplett neu auf wo dann auch wirklich alle Personen-und Berufsgruppen einzahlen, oder man wird das System auf alle Ewigkeit mit Steuern subventionieren mĂŒssen, auch wenn man davon nicht wirklich profitiert.

    Oder wir steigen aus der staatlichen Rente komplett aus, und jeder sorgt eigenverantwortlich privat vor.

  2. md

    16. Juli 2018 18:03 at 18:03

    ich finde die idee sehr gut. steuern fĂŒr die rentenkasse ist sinnvoll. somit bezahlt querbeet jeder indirekt ĂŒber steuern in die rentenkasse. endlich mal eine sinnvolle steuer die man gern bezahlt weil es dem michel mal zugute kommt.

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Nichts fĂŒr DonaldÂŽs Ohren: Deutschland drittes Jahr in Folge einsame Weltspitze in der Leistungsbilanz

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Im Warenhandel ist Deutschland schon richtig gut im Rennen in Sachen ÜberschĂŒsse, wo man mit den Chinesen konkurriert. Aber die Leistungsbilanz sagt mehr darĂŒber aus, wie der Geldfluss und der Vermögensstatus einer Volkswirtschaft wirklich aussieht. Denn die Leistungsbilanz berĂŒcksichtigt auch, dass Volkswirtschaften mit großen AußenhandelsĂŒberschĂŒssen diese Gelder irgendwo anlegen mĂŒssen.

Das tun sie oft im Ausland, wodurch sie gegen das Ausland ZahlungsansprĂŒche entwickeln (Renditen aus Kapitalanlagen). Und wenn Deutschland immer mehr ĂŒberschĂŒssige Gelder im Ausland anlegt, wachsen auch die ZahlungsansprĂŒche. Dadurch wird der deutsche Überschuss gegen das Ausland (LeistungsbilanzĂŒberschuss) immer grĂ¶ĂŸer. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Deutschland im Jahr 2018 das dritte Jahr in Folge mit weitem Abstand die Nummer 1 sein wird beim LeistungsbilanzĂŒberschuss.

Der soll laut ifo-Institut voraussichtlich bei 299 Milliarden Dollar liegen, wovon ein Großteil aus dem Überschuss im Warenhandel stammt. Danach soll Japan folgen mit einem LeistungsbilanzĂŒberschuss von 200 Milliarden Dollar und die Niederlande auf Platz 3 mit 110 Milliarden Dollar. Dabei ist deren Wert wohl am Beeindruckendsten mit einer Relation von 12% zum BIP! Auch wenn Deutschland das dritte Jahr in Folge diese Betrachtungsweise der Außenhandels-Statistik anfĂŒhrt, so soll der Überschuss minimal geringer ausfallen als 2017. Zitat ifo-Institut:

Deutschlands Überschuss in der Leistungsbilanz sinkt leicht. Er dĂŒrfte im laufenden Jahr zurĂŒckgehen auf 7,8 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung, nach 7,9 Prozent im Jahr 2017, wie Berechnungen des ifo Instituts fĂŒr das Forschungsnetz EconPol ergeben haben. Die EU hĂ€lt höchstens sechs Prozent fĂŒr langfristig tragfĂ€hig. „Der RĂŒckgang ist auf drei Ursachen zurĂŒckzufĂŒhren: Der Überschuss beim Warenexport dĂŒrfte nicht mehr zulegen. Die Einkommen aus dem Auslandsvermögen werden wohl leicht rĂŒcklĂ€ufig sein. Außerdem wird die Jahreswirtschaftsleistung einschließlich Inflation recht krĂ€ftig um 3,7 Prozent steigen“, sagt ifo-Forscher Christian Grimme.

Zum Hintergrund des deutschen Erfolgs, und warum China in Sachen Leistungsbilanz nicht ganz vorne auftaucht, sagt ifo folgendes:

Der Überschuss in der deutschen Leistungsbilanz von erwarteten 264 Milliarden Euro lĂ€sst sich vor allem auf den Warenhandel zurĂŒckfĂŒhren; ausgehend von den Zahlen fĂŒr das erste Halbjahr 2018 dĂŒrfte sich ein Überschuss von rund 265 Milliarden Euro fĂŒr das Gesamtjahr ergeben. Haupttreiber fĂŒr die Ausfuhr an Waren im ersten Halbjahr war die Nachfrage aus den anderen LĂ€ndern des Euroraums, den anderen EU-LĂ€ndern und aus den USA. Zum Überschuss tragen auch die ErtrĂ€ge aus Auslandsvermögen von rund 63 Milliarden Euro bei. Zahlungen an das Ausland, z.B. bei der internationalen Zusammenarbeit, dĂŒrften den Überschuss um rund 45 Milliarden Euro dĂ€mpfen. Das Defizit bei den Dienstleistungen wird wohl rund 18 Milliarden Euro betragen.

China ist in diesem Jahr nicht mehr unter den ersten drei LĂ€ndern mit den höchsten ÜberschĂŒssen zu finden. Aufgrund sehr starker Einfuhren und schwĂ€cherer Ausfuhren ist der WarenĂŒberschuss deutlich niedriger im ersten Halbjahr 2018; dabei wurde vor allem weniger in die USA und nach Europa exportiert. Außerdem sind die Einnahmen aus dem Auslandsvermögen kleiner im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017.


Containerschiff im Hamburger Hafen. Foto: Huhu Uet (CC BY 3.0)

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EU-Kommission jubelt ĂŒber „Abschluss des StabilitĂ€tshilfeprogramms fĂŒr Griechenland“

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Die EU-Kommission ĂŒberschlĂ€gt sich heute geradezu mit Lobeshymnen fĂŒr Griechenland. Heute ist der Stichtag. Heute endet das gigantische Hilfsprogramm fĂŒr die Griechen. Aber halt: Dass es endet, bedeutet ja nicht, dass Athen die 86 Milliarden Euro des Programms zurĂŒckgezahlt hat. Mit „Ende“ ist nur gemeint, dass diese Programm-Gelder nun vollumfĂ€nglich an Griechenland ĂŒberwiesen wurden, und dass das Land bei weiterem Kapitalbedarf die internationalen privaten KapitalmĂ€rkte anzapft, und eben nicht mehr die EU-Partner.

Mehr bedeutet das „Ende“ dieses Programms eigentlich nicht. ZurĂŒckzahlen muss Griechenland das Geld natĂŒrlich erst noch an die EU-Partner. Da darf man gespannt sein, wie lange sich diese RĂŒckzahlung hinzieht. Die Bestsellerautoren Marc Friedrich und Matthias Weik hatten sich erst heute mehr als kritisch zum Thema „Gesundung in Griechenland“ geĂ€ußert. Sie schauen hier besonders auf die Schuldenlast und die kaputten Banken. Auch wir hatten dieses Thema mehrmals thematisiert. Es zeigt nĂ€mlich, dass die Banken mehr als nur kaputt sind – sie sind aber noch liquide, was die Optik völlig verzerrt.

Dass die griechischen Banken eigentlich nur noch aus notleidenden Krediten bestehen (ĂŒbertrieben formuliert), deren Raten nicht mehr bedient werden, wird in der heutigen EU-Jubelei gar nicht erst erwĂ€hnt. Genaueres dazu können Sie hier lesen. BrĂŒssel spricht heute zwar von einer „tiefgreifenden Reform der Bankenverwaltung und konkreten Maßnahmen zur Umsetzung einer Strategie zum Abbau notleidender Kredite“ – aber dass die notleidenden Kredite ĂŒberhaupt nicht abgebaut werden, wird sozusagen als Info nicht erwĂ€hnt. Überschuldung in Athen? Keine Probleme sind wirklich gelöst? Nein, in den Augen der EU-Kommission sieht das alles ganz anders aus, alles lĂ€uft total super, geradezu bestens. Hier der aktuelle Jubel-Text aus BrĂŒssel (EU-Kommission):

„Der Abschluss des StabilitĂ€tshilfeprogramms ist fĂŒr Griechenland und Europa ein bedeutender Moment“, sagte KommissionsprĂ€sident Jean-Claude Juncker dazu.„Die europĂ€ischen Partner haben ihre SolidaritĂ€t unter Beweis gestellt, und die Griechen haben – so wie wir sie kennen – auf jede Herausforderung mit Mut und Entschlossenheit reagiert. Ich habe immer dafĂŒr gekĂ€mpft, dass Griechenland im Herzen Europas verbleibt. Die griechischen BĂŒrgerinnen und BĂŒrger schlagen nun in ihrer traditionsreichen Geschichte ein neues Kapitel auf. Dabei werde ich ihnen stets als Partner und Freund zur Seite stehen“, fĂŒgte Juncker an.

Pierre Moscovici, EU-Kommissar fĂŒr Wirtschafts- und Finanzangelegenheiten, Steuern und Zoll, verwies heute in BrĂŒssel bei einer Pressekonferenz darauf, dass das Ende des Programms nicht das Ende des Wegs bedeute. Es mĂŒssten immer noch Reformanstrengungen unternommen werden. Zugleich wĂŒrdigte er die außerordentlichen Anstrengungen und Opfer der griechischen Bevölkerung: „Der Abschluss des StabilitĂ€tshilfeprogramms ist sowohl fĂŒr Griechenland als auch fĂŒr das Euro-WĂ€hrungsgebiet sehr positiv. FĂŒr Griechenland und seine Bevölkerung beginnt nach acht ausgesprochen schwierigen Jahren ein neues Kapitel. Nun kann ein symbolischer Schlussstrich unter eine existenzielle Krise des Euro-WĂ€hrungsgebiets gezogen werden. Die umfangreichen Reformen, die Griechenland durchgefĂŒhrt hat, haben den Grundstein fĂŒr eine nachhaltige Erholung gelegt: Diese Erholung muss nun mit großer Umsicht gefestigt werden, damit die griechischen BĂŒrgerinnen und BĂŒrger von den geleisteten Anstrengungen und erbrachten Opfern profitieren können. Auch in Zukunft wird Europa an Griechenlands Seite stehen.“

Im Rahmen des StabilitÀtshilfeprogramms hat Griechenland auf der Grundlage der Umsetzung eines beispiellosen Reformpakets Darlehen in Höhe von insgesamt 61,9 Mrd. Euro erhalten. Mit dem Programm wurden langjÀhrige, tief verwurzelte Strukturprobleme, die zur Wirtschaftskrise in Griechenland beigetragen hatten, in koordinierter Weise angegangen.

Griechenland hat Maßnahmen ergriffen, um die TragfĂ€higkeit seiner öffentlichen Finanzen zu gewĂ€hrleisten. So ist es dem Land gelungen, den gesamtstaatlichen Haushaltssaldo von einem erheblichen Defizit auf einen Überschuss im Jahr 2017 anzuheben, der zudem den Prognosen zufolge gewahrt werden kann. Diese Reformmaßnahmen und Konsolidierungsanstrengungen werden im Laufe der Zeit eine kumulative Wirkung entfalten und so die TragfĂ€higkeit der öffentlichen Finanzen noch lange nach Abschluss des Programms positiv beeinflussen.

Dank erfolgreicher Rekapitalisierungsmaßnahmen, einer tiefgreifenden Reform der Bankenverwaltung und konkreter Maßnahmen zur Umsetzung einer Strategie zum Abbau notleidender Kredite ist der Finanzsektor nun erheblich besser aufgestellt. Diese Maßnahmen gilt es nun fortzufĂŒhren.

Effizienz und Wirksamkeit der öffentlichen Verwaltung wurden verbessert. Dies wurde unter anderem durch die EinfĂŒhrung neuer Vorschriften fĂŒr Einstellung, Beurteilung und MobilitĂ€t der BeschĂ€ftigten im öffentlichen Dienst, die Einrichtung der UnabhĂ€ngigen Behörde fĂŒr öffentliche Einnahmen und Maßnahmen zur Verbesserung der Effizienz des Justizwesens erreicht.

DarĂŒber hinaus wurden bedeutende Strukturmaßnahmen getroffen, mit denen die Rahmenbedingungen und die WettbewerbsfĂ€higkeit der griechischen Unternehmen verbessert werden sollen. Ziel ist es, Griechenland fĂŒr Investoren attraktiv zu machen und bereits in Griechenland tĂ€tige Unternehmen in die Lage zu versetzen, zu expandieren, innovativ zu arbeiten und ArbeitsplĂ€tze zu schaffen. Ferner sollen mithilfe der Strukturmaßnahmen nachhaltige universale Renten-, Gesundheits- und Sozialleistungssysteme geschaffen werden, einschließlich eines garantierten Mindesteinkommens.

Diese tiefgreifenden Reformen haben die Grundlage fĂŒr eine nachhaltige Erholung gelegt, denn sie haben die Voraussetzungen fĂŒr nachhaltiges Wachstum, die Schaffung von ArbeitsplĂ€tzen und die TragfĂ€higkeit der öffentlichen Finanzen in den kommenden Jahren geschaffen.

Der AufwĂ€rtstrend bei den Wirtschaftsindikatoren zeigt, dass die geleisteten Anstrengungen bereits greifbare Ergebnisse zeigen und eine Ordnung der öffentlichen Finanzen, einen RĂŒckgang der Arbeitslosigkeit und die RĂŒckkehr zum Wachstum bewirkt haben. Diese Anstrengungen mĂŒssen nun fortgesetzt werden. Das Wirtschaftswachstum ist von -5,5 Prozent im Jahr 2010 auf 1,4 Prozent im Jahr 2017 gestiegen. FĂŒr die Jahre 2018 und 2019 wird ein Wert von rund 2 Prozent erwartet. Der Haushaltssaldo hat sich von einem massiven Defizit von 15,1 Prozent im Jahr 2009 auf einen Überschuss von 0,8 Prozent im Jahr 2017 verbessert (was in Bezug auf das Programm einem PrimĂ€rĂŒberschuss von 4,2 Prozent entspricht). Wenngleich die Arbeitslosigkeit nach wie vor untragbar hoch ist, lag sie jĂŒngsten Angaben der griechischen Statistikbehörde zufolge im Mai 2018 bei 19,5 Prozent und damit erstmals seit September 2011 unter 20 Prozent

Mit dem Abschluss des Programms beginnt fĂŒr Griechenland ein neues Kapitel. Vorrangiges Ziel wird es weiterhin sein mĂŒssen, die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Krisenjahre in vollem Umfang anzupacken. Dies setzt voraus, dass die griechischen Behörden die Reformen, zu denen sie sich auf der Sitzung der Euro-Gruppe am 22. Juni 2018 verpflichtet haben, auch weiterhin in Eigenverantwortung und in nachhaltiger Weise umsetzen. Dies ist von entscheidender Bedeutung, damit insbesondere unmittelbar nach Programmende das Vertrauen der MĂ€rkte gefestigt und die wirtschaftliche Erholung Griechenlands konsolidiert werden kann.

Griechenland wird in vollem Umfang in das EuropĂ€ische Semester fĂŒr die Koordinierung der Wirtschafts- und Sozialpolitik einbezogen, um sicherzustellen, dass die Anstrengungen der vergangenen Jahre dem Land und seiner Bevölkerung uneingeschrĂ€nkt zugutekommen. In der Zeit nach Abschluss des Programms werden die DurchfĂŒhrung, Vollendung und FortfĂŒhrung der im Rahmen des Programms vereinbarten Reformen auch Gegenstand einer verstĂ€rkten Überwachung sein.

Der Dienst der Kommission zur UnterstĂŒtzung von Strukturreformen wird die griechischen Behörden auf deren Wunsch weiterhin bei der Gestaltung und Umsetzung wachstumsfördernder Reformen unterstĂŒtzen.


© European Union, 2017 / Source: EC – Audiovisual Service / Photo: Mauro Bottaro

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EZB-Politik treibt alle Geldanlagen der Deutschen insgesamt ins Minus

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Dass die EZB-Politik der abgeschafften Zinsen fĂŒr Anleger real Verluste bringt, ist vor allem beim reinen Zinssparen keine große Überraschung (Nullzinsen abzĂŒglich Inflation ergeben zwangslĂ€ufig Negativrenditen). Aber laut heutiger Veröffentlichung der Bundesbank schafft es die Inflation derzeit alle Anlageklassen insgesamt ins Minus zu drĂŒcken. Dazu zĂ€hlen neben einfachen Kontoguthaben und Sparkonten auch Geldanlangen in Aktien. Hier auszugsweise im Wortlaut von der Bundesbank:

Diese Gesamtrendite stieg im Jahr 2017 auf durchschnittlich 1,4%, wĂ€hrend sie 2016 noch bei 0,9% gelegen hatte. Parallel zu den Wertpapierrenditen sank sie jedoch im Verlauf des vergangenen Jahres und war Anfang 2018 mit – 0,8% erstmals seit sechs Jahren negativ. GedĂ€mpft wurde die Gesamtrendite insbesondere von den Renditen auf Bankeinlagen, deren Beitrag zur Gesamtrendite seit Ende 2016 so tief im negativen Bereich lag wie nie zuvor im Berichtszeitraum. Auch die Wertpapierrenditen reduzierten die Gesamtrendite im ersten Vierteljahr 2018 nennenswert. Lediglich der Beitrag von AnsprĂŒchen gegenĂŒber Versicherungen war wie im gesamten Berichtszeitraum auch am aktuellen Rand positiv, allerdings seit 2017 auf einem sehr niedrigen Niveau.

Was lernen wir daraus? Das inzwischen jahrelange Verharren der Nullzinsen auf ihrem Status Quo sorgt nicht fĂŒr eine gleichbleibend schwache Rendite bei Geldanlagen. Nein, durch die zuletzt spĂŒrbar gestiegene Inflation in Deutschland (EZB-Ziel von 2% erreicht) sinkt die tatsĂ€chliche Rendite sogar ins Minus. Und je mehr die Inflationsrate steigt, desto weiter macht der Anleger im Gesamtschnitt Verluste mit seinen Geldanlagen (Nullzinsen abzĂŒglich Inflation).

Diese Grafik macht den Verlauf der Renditen aller Geldanlagen anschaulicher. Rechts mit dem Pfeil markiert sieht man den aktuellen Absturz in den Negativbereich. Zuletzt ging es ins Negative durch die schnell fallenden Aktienkurse vor zehn Jahren, die somit auch die Gesamtrendite aller Geldanlagen ins Minus drĂŒckten. Heute sieht die Lage ganz anders aus. Aktien laufen halbwegs gut, aber dafĂŒr sind es die Nullzinsen abzĂŒglich Inflation, was die Gesamtsituation in den Keller drĂŒckt.

Die folgende Grafik zeigt, wie das Geldvermögen aufgeteilt ist, und wie es sich im Lauf der Jahre verÀndert hat.

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