Folgen Sie uns

Allgemein

Von 0,8 auf 1,2 auf letztlich 1,5 oder 2 Millionen offene Stellen in Deutschland?

Redaktion

Veröffentlicht

am

Laut Bundesagentur für Arbeit gab es im Juli laut aktuellsten Daten 822.582 offene Stellen. Dies sind Arbeitsplätze, die von Arbeitgebern angeboten werden, und für die man aber keine passenden Bewerber findet. So bleiben sie unbesetzt. Alleine im Monatsvergleich von Juni auf Juli stieg diese Zahl um 17.000 an.

Aber bei dieser statistischen Zahl handelt es sich nur um die offenen Stellen, die von Arbeitgebern aktiv an die Arbeitsagenturen gemeldet werden. Um die Dunkelziffer von offenen Stellen zu erfassen, die nicht gemeldet werden, führt die Forschungstochter der Bundesagentur für Arbeit „IAB“ vier Mal im Jahr eine Umfrage bei 9000 Arbeitgebern durch.

Basierend darauf kommt die IAB auf aktuell 1,21 Millionen offene Stellen in Deutschland. Das ist ein Rekordwert! Gegenüber dem zweiten Quartal 2017 erhöhte sich die Zahl der offenen Stellen um rund 115.000, gegenüber dem ersten Quartal 2018 um fast 25.000. Zitat IAB:

Das Verhältnis von sofort zu besetzenden offenen Stellen und sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung, die so genannte Vakanzrate, beträgt im Bundesdurchschnitt 2,8 Prozent. Auf 100 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte kommen also fast drei offene Stellen. Im Jahr 2012 waren es erst zwei offene Stellen. Die Personalnachfrage ist somit deutlich angewachsen.

Zur Erhebungsmethode ihrer Zahlen sagt die IAB nur:

Das IAB untersucht mit der IAB-Stellenerhebung viermal jährlich das gesamte Stellenangebot, also auch jene Stellen, die den Arbeitsagenturen nicht gemeldet werden. Im zweiten Quartal 2018 wurden Antworten von rund 9.000 Arbeitgebern aller Wirtschaftsbereiche ausgewertet.

Hat die IAB also basierend auf der Befragung von 9000 Arbeitgebern für die ganze Volkswirtschaft hochgerechnet/geschätzt, und kommt so auf 1,2 Millionen? Das ist unklar. Daher kann man auch vermuten, dass jenseits dieser 9000 Betriebe noch jede Menge weitere offene Stellen vorhanden sind. Womöglich liegt ihre tatsächliche Zahl dann bei 1,5 oder 2 Millionen? Unsere Dauerfrage: Bei so vielen offenen Stellen, warum da nicht die tatsächlich 3,2 Millionen Arbeitslosen in Deutschland zumindest teilweise mit Jobs versorgen? Kann man diese Zahl nicht auf beispielsweise 2 Millionen runterdrücken? Warum ist das in Deutschland kaum möglich? Wir haben uns dazu schon oft geäußert. Der eine sieht die Faulheit der Arbeitslosen. Wir möchten aber vor allem auf völlig sinnlose „Weiterbildungsmaßnahmen“ der Arbeitsagenturen und Jobcenter hinweisen, die wohl hauptsächlich veranstaltet werden um diese Arbeitslosen zeitweise aus der Arbeitslosenstatistik streichen zu können.

Offene Stellen

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Sabine

    9. August 2018 13:19 at 13:19

    So ein Schmarrn, das Märchen vom Fachkräftemangel!
    a) Das IAB ist Berufsforschungszentrum der BA, also nicht objektiv, sondern unterstreicht nur die Jubelmeldungen der BA. Es sind diesselben Zahlen!
    b) Es ist seit langem bekannt, daß
    – Anzeigen der Zeitarbeitsfirmen stehen gelassen werden, obwohl besetzt, um Lebensläufe zu sammeln. Außerdem wird eine Stelle von der Fa. selbst und verschiedenen Zeitarbeitsfirmen angeboten –> Diesselbe Stelle ist mehrmals drin. Außerdem stellen Zeitarbeitsfirmen in verschiedenen Orten diesselbe Stelle aus. Und dann gibts auch noch Fake-Stellen. Alles kommt ungeprüft in die Statistik. Einfach Test machen. Hab jahrelang gesucht. Konnte mir oft die Zeitarbeitsfirma aussuchen, wenn die Fa. selbst nicht eingestellt hat. Und dann (Sahnehäubchen) nennt die BA eine Stelle als nicht besetzt, wenn sich nur 3 Bewerber melden. Also nicht, wenn sie überhaupt nicht besetzt wird, was eigentlich logisch ist.

    c) Die Zahlen sind politisch gewollt. Wer die noch glaubt, ist nicht politisch korrekt, sondern politisch brav! Der Fachkräftemangel bei Ingenieuren existiert gar nicht. Die Vakanzen von Unternehmen bleiben deutlich länger offen – durchschnittl. 125 Tage. Doch selbst die Ba sagt, dass auf 100 gemeldete offene Stellen rechnerisch 174 arbeitslose Experten der Maschinen- und Fahrzeugtechnik kommen.

    • Avatar

      tm

      9. August 2018 14:06 at 14:06

      Was ist denn eigentlich Ihre Kritik? Es bestreitet doch niemand, dass das IAB selbstverständlich mit den Zahlen der BA rechnet – mit welchen auch sonst?

      Bei b) zeigen Sie, dass Sie die Methodik des IBA – an der es ja auch durchaus zu Recht Kritik gibt – nicht kennen.

      zu c) Also gibt es in Deutschland Ihrer Meinung nach aktuell mehr Arbeitslose als 2005?

      Abgesehen davon habe ich selbst Zweigel am angeblichen Fachkräftemangel, da die weiterhin moderaten Lohnsteigerungen dagegen sprechen, aber sämtliche Personaler, die ich kenne – und das sind nicht wenige – sagen mir, dass sie Probleme haben, Stellen zu besetzen.

      • Avatar

        Werner Wohmann

        10. August 2018 08:36 at 08:36

        Zitat: Sämtliche Personaler berichten, dass sie Probleme haben, Stellen mit Fachkräften zu besetzen… Zitat-Ende.
        Das ist nur dann verständlich, wenn man weiss, welche Kriterien dabei angesetzt werden. Früher stellte man gutausgebildete Leute ein unter der Prämisse, dass man langfristig entwicklungsfähige Berufsleute im Betrieb integrieren wollte. Heute gilt, dass der gesuchte Mitarbeiter sehr hohe nachweisbare Erfahrung mitbringt, bei minimalster Einarbeitungszeit den Betrieb gleich mit seinem Now-how an die Spitze führt und noch sehr jung ist, um die hohen Kosten älterer Arbeitnehmer nicht zu verursachen. Solche Facharbeiter sind natürlich auf dem Markt eher selten zu finden und eine Arbeitsstelle mit diesen Anforderungen nur sehr schwer zu besetzen. Da hilft nur die Personenfreizügikeit der EU, indem man zusätzlich nach diesen Leuten im benachbarten Ausland suchen kann.

      • Avatar

        chri

        10. März 2019 12:47 at 12:47

        Sie verstehen das leider nicht

        Es gibt keine verlässliche Quelle darüber, wieviele offene Stellen es wirklich gibt

        heute kann jede Firma billig oder im Idealfall umsonst Stellen ausschreiben. Viele tun es auch. Und das hat bestimmte Gründe. Einige schreiben aus, weil sie werbung für sich machen wollen und andere gründe

    • Avatar

      chri

      10. März 2019 12:45 at 12:45

      völlig korrekt
      das ist ein hohn für alle die arbeitslosen, die sich nun dumm vorkommen werden, weil sie nichts finden bei so vielen offenen Stellen

  2. Avatar

    chri

    10. März 2019 12:44 at 12:44

    Wie kann man bloss so unmenschlich sein und solche Fake news einfach so aufschnappen und wiedergeben ?

    Zahlen sind nIchtssagend

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Donald Trump und die Deutsche Bank – hochinteressante Doku

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Warum hat Donald Trump von der Deutschen Bank immer wieder Geld bekommen? Das ist vielleicht die interessanteste Frage, die in der folgenden Doku besprochen wird. US-Banken wollten Donald Trump offenbar kein Geld mehr leihen. Aber die Deutsche Bank tat es, und gab immer mehr Geld, für immer mehr Immobilienprojekte des heutigen US-Präsidenten. Und das, obwohl er vorher zahlreiche Projektpleiten hingelegt hatte. Gab es Sicherheiten aus Russland?

Die Doku beleuchtet im Detail die Beziehungen von Donald Trump nicht nur zur Deutschen Bank, sondern auch wie eng tatsächlich seine Verbindungen zu russischen Geschäftskreisen in New York und in Russland selbst waren. Bisher kam der Präsident selbst bei den Mueller-Ermittlungen in den USA ungeschoren davon. Der Schlüssel liegt wohl in den Geschäftsunterlagen der Deutschen Bank. Wer machte mit wem Geschäfte? Wer hat eventuell Geld gewaschen? Auffällig oft haben russische Käufer bei Trump-Projekten Wohnungen gekauft. Beispielhaft beleuchtet wird dieses Lizenz-System an einem Hochhaus in New York, für das er nur seinen Namen gab, und dafür 18 Prozent der Einnahmen kassierte.

Wusste Donald Trump, dass über seinen Namen und seine Projekte womöglich in gigantischem Umfang Geldwäsche zwielichtiger russischer Kreise abgewickelt wurde? Nachweisen lässt sich bis jetzt definitiv nichts, aber die Dokumentation der Geschäftsabläufe, wie es im folgenden Beitrag gezeigt wird, ist doch sehr aufschlussreich.

Donald Trump im Jahr 2020
Donald Trump

weiterlesen

Allgemein

Immobilienpreise steigen kräftig an – keine Spur von Corona!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Hausbau

Bei Immobilien ist keinerlei Spur von der Coronakrise zu entdecken. Unfassbar. Die Immobilienpreise klettern weiter nach oben wie in den letzten Jahren auch. Im zweiten Quartal sind die Preise für Wohnimmobilien nämlich im Vergleich zum 2. Quartal 2019 um 6,6 Prozent gestiegen, wie das Statistische Bundesamt heute meldet. Die folgende Grafik zeigt den Häuserpreisindex seit dem Jahr 2015. Es ist keinerlei Einbruch erkennbar in den letzten beiden Quartalen. Nochmal… unfassbar, dass bei 10 Millionen Kurzarbeitern im Höhepunkt der Krise kein Einbruch der Immobilienpreise erkennbar war. Die Statistiker melden aktuell auch, dass die Preise für Wohnungen sowie für Ein- und Zweifamilienhäuser gegenüber dem Vorquartal um 2 Prozent gestiegen sind. Damit verteuerten sich Wohnimmobilien trotz Corona-Krise weiterhin sowohl in der Stadt als auch auf dem Land.

Immobilienpreise klettern mitten in der Coronakrise immer weiter nach oben

Hier weitere Details von den Statistikern im Wortlaut:

Im 2. Quartal 2020 waren in den sieben größten Metropolen (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf) Ein- und Zweifamilienhäuser 6,5 % und Eigentumswohnungen 6,1 % teurer als im Vorjahresquartal. Damit setzte sich der Anstieg der Preise für Wohnimmobilien in Metropolen zwar fort, jedoch weiterhin mit einer abnehmenden Dynamik bei Wohnungen. Für Eigentumswohnungen hatte die Veränderungsrate zum Vorjahresquartal im 2. Quartal 2019 noch 7,9 % betragen, im 2. Quartal 2018 lag sie bei 11 %. In den anderen Großstädten ab 100 000 Einwohnerinnen und Einwohnern stiegen im 2. Quartal 2020 die Häuserpreise um 7,3 % und die Preise für Eigentumswohnungen um 8,2 % im Vergleich zum Vorjahresquartal. Auch in ländlichen Kreisen wurden Wohnimmobilien im Durchschnitt teurer. So erhöhten sich die Preise für Häuser in dichter besiedelten ländlichen Kreisen um 8,9 % und für Eigentumswohnungen um 5,9 %. In dünn besiedelten ländlichen Kreisen stiegen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser um 4,8 %, Wohnungen verteuerten sich um 6,6 %.

weiterlesen

Allgemein

US-Wirtschaft: Warum es ohne KMUs keine Erholung gibt

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

am

US-Wirtschaft ist angewiesen auf Arbeiter bei den KMUs

Die kleinen und mittleren Unternehmen sind für die US-Wirtschaft von besonderer Bedeutung. Sie stellen einen Großteil der Arbeitsplätze, stehen aber vor enormen Herausforderungen und viele sogar vor dem Aus. Ohne die KMUs wird es keine nachhaltige Erholung und erst recht keinen Wirtschaftsboom in den USA geben.

US-Wirtschaft braucht dringend neue Finanzhilfen

Als Steven Terner Mnuchin (Rep.), seit Februar 2017 US Finanzminister, am Dienstagnachmittag vor dem US-Repräsentantenhaus vom kommenden Boom der US-Wirtschaft im vierten Quartal schwärmte, muss dem ehemaligen Chef der Investmentbank Goldman Sachs die zuvor veröffentlichte Umfrage zum Paycheck Protection Program (PPP) seines früheren Arbeitgebers entgangen sein. Das Ergebnis der Umfrage kontrastiert die Jubelstimmung, die auch von seinem Amtskollegen Olaf Scholz (SPD) in Deutschland immer häufiger zu vernehmen ist.

Nüchterner war da schon die dringende Empfehlung des US-Notenbankchefs Jerome Powell an die Abgeordneten im US-Kongress, die kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) des Landes mit zusätzlichen fiskalischen Maßnahmen zu unterstützen, da ansonsten eine nachhaltige Erholung der US-Wirtschaft nicht möglich sei.

Gemäß der jüngsten verfügbaren Daten gab es in den USA im Jahr 2019 gut 31 Millionen Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Diese sogenannten „Small Businesses“ repräsentieren 99,9 Prozent aller Unternehmen und sind größter Arbeitgeber im privaten Sektor der US-Wirtschaft. Die amerikanischen KMUs schufen im letzten Jahr mehr als 1,5 Millionen neue Arbeitsplätze. Daher ist das Schicksal der kleinen und mittleren Unternehmen bei der Wiederherstellung der wirtschaftlichen Erholung von so großer Relevanz.

Weil das so ist, hat die Trump-Administration Ende April im Rahmen des CARES Act (Coronavirus Aid, Relief and Economic Security Act) das Paycheck Protection Program (PPP) über 659 Milliarden US-Dollar verabschiedet. Das ermöglichte es vor allem kleinen und mittelgroßen Unternehmen, zinsgünstige Privatkredite zu beantragen, um ihren Gehaltsverpflichtungen trotz Coronakrise weiter nachzukommen.

Die Höhe eines PPP-Darlehens entsprach dabei ca. dem Zweieinhalbfachen der durchschnittlichen monatlichen Lohnkosten des Unternehmens. Die Darlehen können neben der Zahlung von Löhnen (Paychecks) auch für Mieten, Zinsen und Nebenkosten verwendet werden. Das Darlehen wurde aber nur dann gewährt, wenn das Unternehmen versprach, die Anzahl seiner Mitarbeiter und die Löhne stabil zu halten. Die ursprüngliche Frist für die Beantragung eines PPP-Darlehens war zunächst der 30. Juni dieses Jahres und wurde später bis zum 8. August 2020 verlängert.

Der PPP-Stimulus läuft aus

Nachdem das Gesetz seit fünf Monaten in Kraft ist, läuft die Hilfe nun aus und kann wegen der Blockade im US-Kongress für ein fünftes Konjunkturpaket nicht aufgestockt und verlängert werden. Das bringt viele KMUs an den Rand des Ruins – ein enormes Problem für die US-Wirtschaft!. Gemäß einer aktuellen Umfrage von Goldman Sachs unter US-KMUs haben 88 Prozent ihre PPP-Kredite bereits vollständig ausgeschöpft. Ein Drittel der befragten Unternehmen sah sich bereits gezwungen, die Löhne zu kürzen oder Entlassungen vorzunehmen. Weitere ca. 30 Prozent gaben an, dass ihnen ohne weitere Finanzhilfen bis zum Ende des Jahres das Geld ausgeht.

Anders als Großkonzerne können sich kleine Unternehmen nicht direkt über den Kapitalmarkt refinanzieren und kommen somit auch nicht in den Genuss der Unternehmensanleihekäufe durch die US-Notenbank (Fed), die in diesem Jahr ein neues Rekordvolumen erreicht haben.

Die auf Banken zur Refinanzierung angewiesenen KMUs haben ein weiteres, sich verschärfendes Problem: Wegen der anhaltend schlechten geschäftlichen Situation, aufgebrauchter Rücklagen und ausgeschöpfter Kreditlinien sind die Perspektiven für viele potenzielle Kreditnehmer so schlecht, dass die Banken sie als zu risikoreich einstufen und weitere Kredite verweigern. Schattenbanken, v. a. Hedgefonds, die in diese Lücke springen, verlangen dem Risiko angemessene hohe Zinsen, die für die in Not geratenen KMUs nicht zu stemmen sind.

Da gleichzeitig die im Sommer vom US-Finanzministerium an US-Bürger mit geringen und mittleren Einkommen verteilten Schecks in Höhe von 1.200 US-Dollar pro Person zunehmend eingelöst und aufgebraucht sind, haben viele Kleinunternehmer, Soloselbstständige und Freiberufler auch immer stärker eingeschränkte private Finanzspielräume.

US-Wirtschaft mit Entlassungswelle ab 1. Oktober

Ohne neue Fiskalstimuli droht der US-Wirtschaft im Abschlussquartal eine sich wieder verstärkende Entlassungswelle. Zumal ab 1. Oktober auch die US-Fluggesellschaften trotz vorheriger finanzieller Unterstützung aus dem PPP wieder Massenentlassungen vornehmen dürfen und dies auch bereits für Anfang Oktober angekündigt haben. Allein die größte US-Fluggesellschaft American Airlines will ab diesem Stichtag 20 Prozent ihrer Belegschaft abbauen – also jeden fünften Mitarbeiter. Ähnliche Ankündigungen gibt es von der zweitgrößten US-Fluggesellschaft Delta Airlines und kleineren Fluggesellschaften. Damit wird in den USA das nachgeholt, was bei deutschen und europäischen Airlines wie Lufthansa oder Ryanair bereits Realität ist.

Besonders betroffen von dem Auslaufen des PPP sind neben den Branchen Verkehr und Touristik vor allem Gastronomen, Konzert-Veranstalter, Kreuzfahrt Reedereien, stationäre Einzelhändler, Unterhaltungskünstler, Wedding Planner und andere Event-Manager. Besonders in der US-Gastronomie sind viele KMUs tätig. Generell wird der Dienstleistungssektor von KMUs dominiert. Für die US-Wirtschaft hat dieser Sektor eine besondere Bedeutung: 79,4 Prozent aller Erwerbstätigen ist hier angestellt, davon über 90 Prozent bei KMUs (Daten von 2019, Quelle: Statista).

Fazit

Die Indizien verdichten sich, dass es im vierten Quartal entgegen der Beschwichtigungsrhetorik mancher Politiker statt eines Booms einen Pleite-Tsunami und Massenentlassungen in der US-Wirtschaft geben könnte. Das Erschreckende dabei ist, dass diese Entwicklung noch keine zweite Pandemie-Welle berücksichtigt, die den Schaden in der US-Wirtschaft nochmals maximieren würde. Es bleibt für die KMUs Amerikas zu hoffen, wenn aus heutiger Sicht auch unwahrscheinlich, dass sich der US-Kongress nach dem Wahltermin Anfang November schnell auf ein neues, billionenschweres Hilfspaket einigen kann.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen