Einfache Logik: Sind Anleger derart stark in Aktien engagiert, dass sie zu wenig Cash für Anschlusskäufe haben, bleibt der Kaufdruck aus, und Aktien können abstürzen. Aktuell wurden von der Bank of America Umfragedaten unter 172 Fondsmanagern veröffentlicht, die zusammen 475 Milliarden Dollar Vermögen verwalten. Die Umfrage fang vom 7. bis zum 13. November statt, also letzte Woche Donnerstag.
Die Cash-Positionen der Anleger fielen in der monatlichen Umfrage der Bank of America unter einen kritischen Schwellenwert, was zu einem sogenannten Verkaufssignal für Aktien führte, während gleichzeitig die Zweifel an den hohen Bewertungen von Technologieaktien zunahmen. Die durchschnittliche Bargeldposition globaler Fondsmanager sank auf 3,7 %, was seit 2002 nur 20 Mal vorgekommen ist. Jedes Mal, wenn dies geschah, gaben die Aktienkurse nach und Staatsanleihen erzielten in den folgenden ein bis drei Monaten eine Outperformance, schrieb Stratege Michael Hartnett laut Bloomberg News in einer Mitteilung.
Weiter wird berichtet: Die Aktienmärkte zeigen bereits Anzeichen von Anspannung, nachdem der MSCI All-Country World Index in diesem Jahr um 17 % gestiegen ist, da die Anleger sich Sorgen über eine mögliche Blase bei Aktien aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz machen. Der S&P 500 liegt nun etwa 3 % unter seinem Höchststand vom Oktober, während Swap-Händler ihre Wetten auf eine Zinssenkung der Federal Reserve im Dezember reduziert haben.
Da das Engagement der Anleger in Aktien laut einer Umfrage der BofA immer noch auf dem höchsten Stand seit Februar ist, sagte Hartnett, dass der Markt ohne eine Zinssenkung im nächsten Monat „weiter korrigieren” würde. Die Positionierung sei nun „ein Gegenwind, kein Rückenwind für Risikoanlagen”, so der Stratege.
Der Druck auf die Finanzmärkte nimmt insgesamt zu, da die Anleger die Aussichten für das Wirtschaftswachstum neu bewerten, während die Technologiegiganten weiterhin stark in künstliche Intelligenz investieren. Daniel Pinto, stellvertretender Vorsitzender von JPMorgan, warnte davor, dass die Bewertungen von KI neu bewertet werden müssten, und fügte hinzu, dass sich jeder Rückgang auf den gesamten Aktienmarkt auswirken würde.
Die BofA-Umfrage ergab, dass eine potenzielle KI-Blase als das größte Tail-Risiko eingestuft wurde, während die Anleger zum ersten Mal seit 20 Jahren angaben, dass die Unternehmen zu viel investieren.
Etwa 42 % der Befragten erwarten außerdem, dass internationale Aktien im nächsten Jahr die Anlageklasse mit der besten Performance sein werden, während nur 22 % davon ausgehen, dass US-Aktien die Nase vorn haben werden. Diese Rangfolge spiegelt eine Prognose des Strategen Peter Oppenheimer von Goldman Sachs wider, der davon ausgeht, dass US-Aktien in den nächsten zehn Jahren hinter allen anderen Aktien zurückbleiben werden.
FMW/Bloomberg
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