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Devisen

Vor dem Brexit: massive Gold-Käufe

Im Vorfeld der Brexit-Abstimmung ist es laut Daten der CFTC zu massiven Gold-Käufen gekommen – und was sonst noch auffällig war..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Im Vorfeld der Brexit-Abstimmung ist es laut Daten der CFTC zu massiven Gold-Käufen gekommen. Demnach haben vor allem Hedgefonds noch einmal knapp 12.000 Long-Kontrakte akkumuliert, während die Short-Kontrakte um weitere gut 4000 Kontrakte reduziert worden waren. Das ist insofern bemerkenswert, als Gold im Vorfeld der Abstimmung um 50 Dollar gefallen war, nachdem der Markt davon ausging, dass eine Mehrheit für den Verbleib der Briten in der EU so gut wie sicher sei. Insgesamt stehen nun 256.898 Long-Kontrakte zu Buche beim Gold, ein Allzeithoch. Gleichzeitig jedoch nur 22.481 Short-Kontrakte, sodass das Verhältnis Long-Short über 12:1 beträgt.

Normalerweise macht eine so einseitige Positionierung einen Markt anfällig für scharfe Korrekturen. Das könnte jedoch diesmal anders sein, weil in der derzeitigen Unsicherheit viele Argumente für das gelbe Metall sprechen. Gesucht war übrigens auch Silber mit gut 10.000 neuen Long-Kontrakten, während gleichzeitig knapp 4000 Short-Kontrakte abgebaut worden sind. Dennoch ist das Verhältnis Long-Short nicht so krass wie beim Gold, es beträgt knapp 8:1.

Auch Long-Positionen im Öl wurden weiter ausgebaut (gut 11.000 Kontrakte), Short-Positionen reduziert (knapp 10.000 Kontrakte). Damit beträgt das Verhältnis Long zu Short beim WTI-Öl 3,5:1.

Interessant ist die Positionierung am Devisenmarkt. Hier ist allgemein erkennbar, dass die Positionierungen insgesamt deutlich reduziert worden sind kurz vor der Brexit-Abstimmung. Da jedoch Dollar-Shortpositionen weniger abgebaut worden sind als Dollar-Longpositionen, ist der Dollar tendentiell gesucht worden. Beosnders auffallend: kurz vor der Abstimmung wurde der Höhenflug des Pfund bei dem sich umgreifenden Optimismus für den Aufbau von Short-Positionen genutzt, Long-Positionen waren weiter reduziert worden. Es gab also durchaus einige Gewinner mit Pfund-Short-Positionen, die nun wohl erst jetzt wieder aus dem Champagner-Rausch aufgewacht sein dürften..

Weiterhin signifikant ist, dass vor der Brexit-Abstimmung vor allem der kanadische Dollar verkauft worden ist – auch das eine indirekte Spekulation auf den Brexit, da der Kanada-Dollar sehr stark mit Rohstoffen korreliert ist und zu erwarten war, dass im Falle eines Brexit der US-Dollar würde stark zulegen können – so kam es bekanntlich dann ja auch. Starker Dollar aber beudeutet meist fallende Rohstoffpreise – und damit ein schwächerer kanadischer Dollar. Offenkundig ist, dass viele die immensen Risisken eines direkten Engagements im britischen Pfund gemieden haben und sich stattdessen für Nebenschauplätze entschieden haben, die das erwartete Szenario (Brexit oder eben kein Brexit) in abgemilderter Form abbildeten..

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Devisen

Aktuell: Goldpreis fällt 30 Dollar nach guten US-Daten

Claudio Kummerfeld

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Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis fällt in den letzten Minuten von 1.867 auf 1.837 Dollar. Gleichzeitig springt der US-Dollar nach oben. Der Dollar-Index (Währungskorb) steigt von 92,10 auf 95,49 Indexpunkte. Der Grund dahinter ist zu finden in den vorhin veröffentlichten Einkaufsmanager-Daten aus den USA, die deutlich besser ausfielen als erwartet (hier die Details). Die veröffentlichten Preise zeigen einen Rekordanstieg – dadurch, so die Logik, entsteht Inflations-Druck, was wiederum die US-Notenbank perspektivisch zu Zinsanhebungen zwingen könnte!

Im Chart sehen wir den Goldpreis-Verlauf seit Freitag in rot-grün gegen den US-Dollar in blau. Die negative Korrelation zwischen Gold und US-Dollar ist mehr als eindeutig. Beim Klick an dieser Stelle finden Sie unsere Bericherstattung von heute Mittag über Gold, und welche Faktoren bis 15:45 Uhr den Goldpreis bewegt hatten.

Chart zeigt Verlauf von Goldpreis gegen US-Dollar

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Devisen

Türkische Lira verliert spürbar – warum das kein gutes Zeichen ist

Redaktion

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Türkei Flagge

Die türkische Lira verliert heute spürbar gegenüber US-Dollar und Euro. US-Dollar vs Lira steigt gegenüber Freitag Abend von 7,62 auf 7,78. Euro vs Lira steigt von 9,02 auf 9,24. Das entscheidende bei diesen Kursbewegungen ist: Die Kursgewinne für die türkische Lira, die seit letztem Donnerstag entstanden, sind jetzt wieder verpufft. Denn wir erinnern uns: Am letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank den Leitzins um gigantische 4,75 Prozentpunkte auf 15 Prozent angehoben, um endlich die Inflation in der Türkei einzudämmen. Gut, genau diese Höhe der Zinsanhebung war erwartet worden – aber sie war durch die steigende türkische Lira in den beiden Wochen vorher schon gut eingepreist worden. Dennoch dürfte es aktuell für die Lira-Bullen am Devisenmarkt deprimierend sein, dass diese drastische Zinsanhebung nicht in einer schnell weiter aufwertenden Lira mündet.

Im folgenden Chart sehen wir den Kursverlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen. Die aktuelle Lira-Abwertung ist derzeit auch deswegen so auffällig, weil gerade heute der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) im Chartverlauf ganz klar verliert, und ein Tief aus den letzten Tagen nach unten durchbrochen hat. Also: Der US-Dollar ist heute ganz eindeutig der Verlierer, kann aber gegen die türkische Lira klar gewinnen. Daran sieht man, dass es sich wohl um eine eigenständige Schwäche der Lira handelt!

Türkische Lira immer noch unter Druck durch physische Verkäufe im Inland?

Das andere schlechte Zeichen für die türkische Währung ist, dass türkische Bürger und Unternehmen die Lira-Stärke der letzten Tage offenbar dafür nutzen um ihre Bestände in US-Dollar und Euro weiter aufzubauen, wofür natürlich die türkische Lira verkauft werden muss. Denn nur mit Markttechnik und Gewinnmitnahmen aus den letzten Tagen ist diese aktuelle Lira-Abwertung nur schwerlich zu erklären. Laut aktuellen Berichten bestehen jetzt 57 Prozent aller Bankguthaben in der Türkei aus Fremdwährungen – im Juli seien es noch 50 Prozent gewesen. Und die türkischen Sparer würden immer noch relativ geringe Zinserträge in Lira erhalten in Relation zur hohen Inflation.

Das würde natürlich erklären, dass man die Flucht in Fremdwährungen weiter bevorzugt. Die Umsätze in der Lira am internationalen Devisenmarkt waren heute Vormittag eher dünn. Von daher liegt die Vermutung nahe, dass Bürger und Unternehmen in der Türkei eben diese Lira-Stärke seit letztem Donnerstag nutzten um auch heute am Montag türkische Lira gegen US-Dollar und Euro zu tauschen. Ist kaum großes Volumen am internationalen Devisenmarkt in der Lira vorhanden, kann so ein physischer Kaufdrang den Kurs spürbar beeinflussen. Es ist gut möglich, dass die Lira deswegen heute diese Abwertung vollzieht.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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Allgemein

Brexit-Einigung? Wie das Pfund letztlich auch auf den Goldpreis abstrahlen kann

Claudio Kummerfeld

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Das Brexit-Wort über dem Union Jack

Auch wenn die Brexit-Verhandlungen jüngst wegen einem Corona-Fall in der EU-Delegation unterbrochen wurden, so legt ein ganz aktueller Artikel im „The Guardian“ nahe, dass der Brexit-Deal zwischen Großbritannien und der EU doch noch ein Erfolg werden könnte. Über die wichtigsten Punkte gäbe es bereits Einigungen. Also, nehmen wir jetzt mal an, dass wirklich dieses kleine Wunder geschieht, und man sich in den nächsten Tagen wirklich noch auf einen Brexit-Deal einigt.

Brexit-Deal bringt Pfund spürbar nach oben?

Dann, da ist sich die Analystengemeinde relativ einig, sollte dies für das britische Pfund eine spürbare Aufwertung gegenüber US-Dollar und Euro bedeuten. Denn bei einem geregelten und relativ zollfreien Handel mit dem Kontinent wäre das ein kräftiger Pluspunkt für die britische Wirtschaft! Aber kommen wir zu den möglichen Folgewirkungen, die sich bis zum Goldpreis erstrecken können.

Der Dollar-Index ist ein Währungskorb des US-Dollar gegenüber anderen weltweit wichtigen Währungen wie dem Euro, Pfund, Schweizer Franken, Yen usw. Der Euro stellt in diesem Korb gegenüber dem US-Dollar das Schwergewicht dar mit 57,6 Prozent Gewichtung. Das britische Pfund ist in diesem Korb mit 11,9 Prozent Anteil vertreten. Dennoch: Sollte das Pfund dank Brexit-Einigung plötzlich kräftig aufwerten, könnte dies den Dollar-Index spürbar runterziehen.

Fallender US-Dollar bringt Goldpreis zum Steigen

Und ein fallender US-Dollar bedeutet grundsätzlich eine Aufwertung für alle Assets, die global hauptsächlich in US-Dollar gehandelt werden, wie der Ölpreis und auch der Goldpreis. Letzterer ist seit Monaten äußerst sensibel in Bezug auf Bewegungen im US-Dollar. So kann eine kräftige Aufwertung im britischen Pfund daher über einen schwächeren US-Dollar zu einem steigenden Goldpreis führen. Soweit das Szenario. Ob es so kommt, und ob das mit dem Brexit-Deal überhaupt etwas wird… das kann Stand jetzt wohl nicht mal die beste Glaskugel sagen. Im Chart sehen wir den Verlauf des Pfund gegen den US-Dollar seit Mitte 2017.

Chart zeigt Pfund gegen US-Dollar seit dem Jahr 2017

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