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Vor dem Oil Freeze-Meeting Montag-Mittwoch: Heute schon mal positionieren, oder ganz raushalten?

FMW-Redaktion

Beim letzten Oil Freeze, dem Versuch die weltweitere Fördermenge für Öl auf einem bestimmten Leven einzufrieren, kam ein Desaster raus – es gab noch nicht mal eine gemeinsame Erklärung. Das war im April. Jetzt ab Montag den 26. September findet in Algerien das Internationale Energie-Forum statt. Dabei wollen die OPEC-Staaten, Russland und einige andere einen angeblich besseren Anlauf nehmen. Für ein Gelingen spricht: Diesmal will der Iran am Treffen teilnehmen, denn dort hat man sein gewünschtes Level an Produktion erreicht – man hat jetzt wieder so weit hochgefahren, wie man vor den westlichen Sanktionen förderte.

Traden Sie Öl über die Futures WTI, Brent, über CFDs oder Zertifikate? Wollen Sie sich heute noch positionieren, und dann am Montag bei einem möglichen wilden Ritt dabei sein? Man kann nicht im Geringsten vorhersehen, was passieren wird. Im April hätte der Ölpreis eigentlich weiter stark einbrechen müssen, weil keine Einigung zustande kam, und die meisten Teilnehmer sofort danach verkündeten weiter kräfitg auf die Tube zu drücken. Der Preis stieg danach kräftig an, was zu dem Zeitpunkt irrational war. Von daher kann es auch ab Montag zu irrationalen Bewegungen kommen.

Das Treffen in Algerien findet von Montag bis Mittwoch statt. Ob es überhaupt eine Oil Freeze-Vereinbarung geben wird, und ob man sich dazu am Montag, Dienstag oder Mittwoch durchringt, ist alles unklar. Denn letztlich sind die OPEC-Mitglieder keine homogene Masse. Dazu kommen noch externe Förderländer wie das Schwergewicht Russland. Es lässt sich derzeit kein Bankanalyst finden, der von einer Einigung ausgeht. Wenn die ausbleibt, geht es wohl weiter wie es jetzt gerade passiert.

Russland hat ganz aktuell seinen Output auf über 11 Millionen Barrels pro Tag erhöht, ein Rekord! In Nigeria kam es zu Einigungen der Regierung mit Rebellen im Niger-Delta, was die Produktion ansteigen lässt. Auch in Libyen kommt es zu einer Verbesserung der Lage, was die Fördermenge aktuell ansteigen lässt. Iran steigert, die Saudis steigern, und auch der Irak steigert kräftig. Sind die Ölpreise niedrig, muss man eben um so mehr fördern, scheint dort die Logik zu sein. Die aktuelle Folge: Das globale Öl-Angebot entfernt sich wieder von der Ausbalancierung in Bezug auf die Nachfragemenge.

Ganz grob kann man schätzen, dass diese Entfernung in Größenordnungen von 0,5-1 Mio zusätzlichen Barrels pro Tag stattfindet. Kommt es nächste Woche zu keiner Einigung, dürfte es so weitergehen. Wie auch im April müsste das eigentlich bedeuten, dass die Ölpreise fallen. Aber wie man damals ja sah: Der Markt reagierte irrational. Also, nächste Woche kann es hoch hergehen beim Öl-Trading!



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1 Kommentar

  1. Ich habe mich schon positioniert, allerdings nachdem ich interday bei 48$ ver- und bei 45,90 kaufen konnte. Meines Wissens haben wir bei ca. 45,8 eine gewisse Unterstützung. Um dem wilden Ritt gelassen entgegenzusehen ist es ein OpenEnd Zertifikat ohne Hebel – Tracker. Finden die meisten Zeitgenossen hier wahrscheinlich totlangweilig und vielleicht auch falsch, bin aber 2016 gut damit gefahren und habe aktuell keine Verluste mit Brent erleiden müssen. Da aber der Markt aktuell extrem irrational ist, hatte ich bestimmt mehr Glück als Verstand. Wünsche allen Öltradern hier ein glückliches Händchen.

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