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Europa

Vorleistungsgüter ziehen die Erzeugerpreise nach oben

Es bleibt bei dem Phänomen, das wir seit Monaten beschreiben. Die drei wichtigen vorlaufenden Preisindikatoren zu den letztlichen Verbraucherpreisen (Inflation) steigen alle Monat für Monat stärker als…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Es bleibt bei dem Phänomen, das wir seit Monaten beschreiben. Die drei wichtigen vorlaufenden Preisindikatoren zu den letztlichen Verbraucherpreisen (Inflation) steigen alle Monat für Monat stärker als das Inflationsziel der EZB (bis zu 2%). Dazu gehören die Großhandelspreise, Erzeugerpreise und die Importpreise. Letztere wurden heute früh für den Monat Juni vermeldet.

Auf Jahresbasis steigen die Importpreise um 2,5%. Die Energiepreise sind dabei mit +4,6% zwar ein starker Antreiber, aber am Öl liegt das nicht mehr. Es verteuerten sich nämlich vor allem Steinkohle (+46,3%) und Erdgas (+9,5%). Rohöl war dagegen um 2,4 % billiger als vor einem Jahr. Also, 4,6% Plus waren es insgesamt bei den Energiepreisen. Aber noch mehr ziehen die Importpreise bei den Vorleistungsgütern an mit +4,9%.

Das sind Güter, die importiert und dann hier von der Industrie weiterverarbeitet werden. Dazu gehören zum Beispiel Nicht-Eisen-Metallerze (+20,1%) und Eisenerze (+17,8%), Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (+19,4%) sowie Nicht-Eisen-Metalle und Halbzeug daraus (+12,1%). Auch chemische Grundstoffe waren erheblich teurer als im Juni 2016 (+8,0%). Dagegen sanken unter anderem die Preise für elektronische Bauelemente (–1,1%).

Weitere Details auch zu anderen Sektoren, die sich verbilligen im Wortlaut vom Statistischen Bundesamt:

Importierte Verbrauchsgüter verteuerten sich gegenüber Juni 2016 um 2,1 %. Im Vergleich zu Mai 2017 fielen die Preise im Durchschnitt um 0,2 %. Gegenüber dem Vorjahr waren insbesondere importierte Milch und Milcherzeugnisse teurer (+ 21,9 %).

Ebenso lagen die Preise für Fleisch (ohne Geflügelfleisch) deutlich über dem Niveau des Vorjahres (+ 12,2 %), hier insbesondere die Preise für Schweinefleisch mit einem Plus von 17,5 %. Dagegen war verarbeiteter Kakao um 21,6 % billiger als im Juni 2016.

Importierte landwirtschaftliche Güter waren gegenüber Juni 2016 um 1,7 % billiger. Während sich importierter Rohkakao stark verbilligte (– 36,9 %), wurden insbesondere Naturkautschuk (+ 14,7 %) und Rohkaffee (+ 1,5 %) zu höheren Preisen importiert.

Eingeführte Investitionsgüter verbilligten sich um 0,4 % gegenüber Juni 2016 (– 0,2 % gegenüber Mai 2017). Insbesondere Geräte und Einrichtungen der Telekommunikationstechnik wurden gegenüber Juni 2016 billiger importiert (– 4,5 %), darunter Smartphones mit einem Minus von 23,6 %.

Die Preise für Gebrauchsgüter veränderten sich gegenüber dem Vorjahr nicht. Gegenüber dem Vormonat fielen sie um 0,3 %.

Seit Dezember 2016 steigen die Importpreise stets deutlich stärker als das Inflationsziel der EZB.

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone dritten Monat in Deflation, BIP besser als erwartet

Claudio Kummerfeld

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Geldbörse in der Klemme

Soeben wurden als Vorabschätzung die Verbraucherpreise für die Eurozone für den Monat Oktober veröffentlicht. Im Jahresvergleich sinken sie um 0,3 Prozent nach -0,3 Prozent und -0,2 Prozent in den beiden vorigen Monaten. Also sehen wir den dritten Monat in Folge Deflation! Das Minus der Energiepreise wird wieder größer mit -8,4 Prozent im Jahresvergleich. Die Verbraucherpreise für Lebensmittel können von +1,8 Prozent auf +2,0 Prozent sogar zulegen, aber die Energie zieht den Schnitt weiter runter. Der Schnitt wird auch durch die deutsche Mehrwertsteuersenkung (wirksam seit Juli) negativ beeinflusst.

Grafik zeigt Details der Verbraucherpreise in der Eurozone im Oktober

BIP für Eurozone weniger schlimm als gedacht

Zusammen mit den Verbraucherpreisen wurden vorhin auch frische Daten für das Eurozonen-Bruttoinlandsprodukt für das 3. Quartal veröffentlicht. Die Wirtschaftsleistung wächst im Quartalsvergleich um 12,7 Prozent (+9 Prozent erwartet). Im Jahresvergleich ist es ein Minus von 4,3 Prozent (-7 Prozent erwartet). Also wie beim deutschen BIP – die Lage scheint etwas weniger schlimm zu sein als erwartet.

Grafik zeigt BIP in Eurozone

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Europa

Aktuell: BIP Deutschland besser – Lagarde hatte es „geleaked“

Markus Fugmann

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Das BIP in Deutschland (1.Veröffentlichung 3.Quartal) ist zum Vorquartal mit +8,2% besser ausgefallen wie erwartet (Prognose war +7,3%).

Zum Vorjahresquartal (preis- und kalenderbereinigt) sank das deutsche BIP um –4,2% (Prognose war -5,2%).

Damit wie in Frankreich die Erwartungen übertroffen – Christine Lagarde hatte das gestern auf der EZB-PK bereits „geleaked“..

Dazu schreibt Destatis:

„Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 3. Quartal 2020 gegenüber dem 2. Quartal 2020 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 8,2 % gestiegen. Das Wachstum war sowohl von höheren privaten Konsumausgaben, mehr Investitionen in Ausrüstungen als auch von stark gestiegenen Exporten getragen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, ist die deutsche Wirtschaft damit nach dem historischen Einbruch des Bruttoinlandsprodukts im 2. Quartal 2020 infolge der einsetzenden Corona-Pandemie zwar deutlich gewachsen. Im Vergleich zum 4. Quartal 2019, dem Quartal vor der globalen Corona-Krise, lag das preis-, saison- und kalenderbereinigte BIP im 3. Quartal 2020 jedoch 4,2 % niedriger. „

Das BIP in Deutschland erholt sich zum Vorquartal

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Europa

Einzelhandelsumsätze in der Krise: Viele Gewinner, ein Verlierer

Claudio Kummerfeld

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Leeres Einkaufszentrum

Die Einzelhandelsumsätze haben in der Coronakrise nicht gelitten. Sie ziehen sogar deutlich an. Wenn man nachdenkt, kommt man schnell drauf. Die Menschen gehen deutlich seltener ins Restaurant, in Bars, auf Events etc. Folglich wird deutlich mehr zuhause gekocht. Folglich werden mehr Lebensmittel eingekauft als im Vorjahr. Diesen Effekt sieht man in den heute veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamts.

Im September lagen die gesamten Einzelhandelsumsätze gegenüber dem Vorjahresmonat 6,5 Prozent höher. Im Vergleich zum Februar 2020, dem Monat vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland, war der Umsatz im September 2020 kalender- und saisonbereinigt real 2,8 Prozent höher. Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte real 6,8 Prozent und nominal 9,6 Prozent mehr um als im September 2019. Dabei lag der Umsatz bei den Supermärkten, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten real 7,0 Prozent über dem des Vorjahresmonats. Der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln (wie zum Beispiel der Facheinzelhandel mit Obst und Gemüse, Fleisch, Backwaren oder Getränken) setzte im entsprechenden Vergleich real 4,9 Prozent mehr um.

Einzelhandelsumsätze bei Nicht-Lebensmitteln

Auch die Einzelhandelsumsätze außerhalb der Lebensmittel profitiert. Aber mit einer Ausnahme. Möbel und sonstige Einrichtungsgegenstände laufen gut mit +11 Prozent, der gesamte Online-Versandhandel läuft blendend mit +21 Prozent. Aber der Bereich Bekleidung und Schuhe verliert 7,3 Prozent an Umsatz. Waren- und Kaufhäuser verlieren 9,9 Prozent an Umsatz. Die Kombination dieser beiden Zahlen zeigt ganz klar, dass Karstadt und Co die Verlierer der Krise sind. Wenn Klamotten, dann werden sie in dieser Krise eher online gekauft.

Grafik zeigt Details der Einzelhandelsumsätze im September

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