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Vorwand Trump und die Dax-Korrektur – die Sicht der Wall Street und ein Anruf der Fed..

Ist der Abverkauf wegen Trump nur ein Vorwand? An der Wall Street wächst der Zweifel, und die Fed macht sich offenkundig Sorgen..

FMW-Redaktion

Wie ernst die Lage derzeit ist um Donald Trump zeigt schon die Tatsache, dass Trump gestern keinen einzigen Tweet absetzte! Auch das Weiße Haus schwieg, Einladungen von US-Fernsehstationen lehnten Mitglieder der Trump-Administration ab, weil man sich dadurch nur noch mehr in Schwierigkeiten bringen könne, weil die Trump-kritischen Medien sowieso dann verzerrt berichten würden, wie das Washingtoner Polit-Insider-Medium „The Hill“ berichtet. Trump selbst sagte in einer Rede vor Kadetten, dass er der bisher von den Medien am stärksten verfolgte Politiker der Geschichte sei – darunter geht es bei Trump bekanntlich ja nicht.

Sehen Sie hier die Rede Trumps..

Eines scheint nun klar: Steuersenkungen und andere Pläne Trumps rücken jetzt in den Hintergrund, die Trump-Administration hat jetzt erst einmal an anderen Fronten zu kämpfen. Im worst case würde, etwa bei einem Sturz Trumps, absehbar gar nichts davon umgesetzt.


Donald Trump. Foto: Michael Vadon/Wikipedia (CC BY-SA 2.0)

Interessant ist, dass ein ehemaliger Berater der New York-Fed, Scott Minerd (jetzt bei Guggenheim) davon berichtet, dass er gestern einen Anruf der Fed bekommen habe mit der Frage, wie er den Abverkauf der Aktienmärkte interpretiere. Die Fed mache sich Sorgen um die politische Unruhe und ihre Auswirkungen auf die Märkte – kein Wunder also, dass gestern die Fed Fund Futures eine massiv gesunkene Erwartung für eine Zinsanhebung im Juni einpreisten (von 80% auf nun nur noch 60%).

Dass die Trump-Rally arge Probleme hat, zeigt auch die Tatsache, dass gestern die Inflationserwartungen stark abstürzten:

Damit ist der Reflations-Trade in Frage gestellt (Erwartung steigender Inflation wegen Trumps Stimulus-Politik mit anschließenden Zinsanhebungen durch die Fed) – und der Reflations-Trade wiederum war die Basis der Trump-Rally!

Haben wir gestern das Ende der Trump-Rally gesehen? Oder war das nur ein Vorwand für einen massiv überkauften Markt? Jochen Stanzl mit einer Einschätzung der Lage:

Was sagt die Wall Street? Peter Tuchman meint, dass nun eine Grenze überschritten worden sei – die Märkte hätten lange negative Nachrichten ignoriert, aber mit der Comey-Affäre sei eine unsichtbare Linie überschritten worden. In US-Finanzmedien heißt es fast unisono: Trumps Twitter-Kommentare waren eine Sache, die man nicht allzu ernst nehmen musste, aber die Comey-Story zwang die Wall Street nun zu handeln („the story was tradeable“):



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3 Kommentare

  1. @ Herr Fugmann: An vielen Stellen – wie auch bei Ihnen – liest man, dass nun die Steuerreform und andere Versprechungen der US-Regierung nicht mehr umgesetzt oder stark verzögert werden. In frag mich, ob man sich da nicht täuschen kann. Warum sollte Finanzminister Mnuchin mit seinen Leuten nicht weiter daran arbeiten, die Steuerreform auszuarbeiten und ein Detailkonzept vorzulegen. Gerade jetzt müsste der Druck noch größer sein, zu vermitteln, dass die Regierungsarbeit ihren normalen Gang geht und man sich nicht von solchen Ermittlungen von seiner Arbeit abhalten lässt. Ob dann Mehrheiten im Kongress dafür organisiert werden können, wäre die nächste Frage. Aber warum sollten die Kongressmitglieder sich nicht sachorientiert mit den Vorhaben auseinandersetzen und abstimmen, auch wenn Trump zunehmend kritisch gesehen wird? Die Abgeordneten stehen schließlich schon bald vor wichtigen Wahlen. So ganz erschließt sich mir die ganze Argumentation nicht.

    1. Ob Kongreßmitglieder oder allgemein Politiker sachorientiert arbeiten, ist die Frage. Die arbeiten wohl eher interessenorientiert.
      Was der „Deep State“ wirklich will, wissen wie alle nicht, aber wenn er Trump weg haben will, kriegt er ihn auch weg. Dann sind auch sämtliche Programme der Trumpregierung Geschichte, zumindest in der derzeitigen Form.

  2. In wie weit die Absetzung von Herrn Comey eine Gefahr für Herrn Trump darstellt weiß ich nicht.
    Die Geschichte mit den (illegalen) Russland-Kontakten scheint mir aber eine klare Nullnummer zu sein. Der Logan Act ist von 1799, es hat seitdem nicht eine einzige Verurteilung wegen Verletzung dieses Gesetzes gegeben und die Ethik-Kommission des Kongresses hat vor Jahren schon öffentlich die Verfassungsmäßigkeit des Gesetzes in Zweifel gezogen. Da kommt nix raus.

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