Der Ausverkauf an der Wall Street nimmt kein Ende. Die Ankündigung von höher als erwarteten Zöllen durch Donald Trump am Mittwoch hat die US-Aktienmärkte erneut auf Talfahrt geschickt und den S&P 500 um rund 5 Prozent einbrechen lassen. Seit seinem Rekordhoch im Februar hat der Leitindex mittlerweile 12 Prozent verloren und befindet sich damit wieder in der Korrekturzone. Angesichts der negativen Auswirkungen von Trumps Zollpolitik auf die Wirtschaft haben einige Strategen ihre Prognose für den S&P 500 gesenkt, darunter auch die UBS.
S&P 500: UBS senkt Prognose
Laut einem Bericht von Bloomberg hat UBS Global Wealth Management US-Aktien herabgestuft und warnt vor anhaltender Marktvolatilität aufgrund der Auswirkungen der reziproken Zölle auf die größte Volkswirtschaft der Welt sowie vor weitreichenden Folgen für das globale Wachstum.
Die Großbank stufte US-Aktien von „attraktiv“ auf „neutral“ herab und senkte das Jahresendziel für den S&P 500 Index aufgrund niedrigerer Gewinnschätzungen und Bewertungen von 6.400 auf 5.800 Punkten. Die neue Prognose impliziert immer noch einen Anstieg von 7,5 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Donnerstag.
„Das Ausmaß der angekündigten Zölle hat sowohl uns als auch den Markt im Allgemeinen überrascht“, schrieb Chief Investment Officer Mark Haefele in einer Notiz vom 3. April. Die Aktienmärkte werden volatil bleiben angesichts einer möglichen Eskalation der Zölle. Gegenmaßnahmen der betroffenen Länder könnten zu weiteren US-Zöllen führen, und der wahrscheinlichen Herabstufung der Gewinne und der Konjunktur“, fügte er hinzu.

Wachsende Sorgen an der Wall Street
Die Herabstufung unterstreicht die wachsende Sorge, dass Präsident Donald Trump seine Handelspolitik fortsetzen wird, obwohl die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in der größten Volkswirtschaft der Welt steigt. US-Aktien, die Trump in seiner ersten Amtszeit oft als Maßstab für seinen Erfolg heranzog, erlebten am Donnerstag nach der Ankündigung der Zölle ihren heftigsten Ausverkauf seit fünf Jahren. Die Abwärtsrisiken sowohl für die Wirtschaft als auch für die Aktienmärkte sind nach dem Zollschock weiter gestiegen.
UBS Global Wealth schliesst sich der wachsenden Liste von Analysten an, die seit Anfang März ihre Prognosen für den S&P 500 Index gesenkt haben, darunter Goldman Sachs und Yardeni Research.
Der europäische Vermögensverwalter, der mehr als 4 Billionen Dollar an Vermögenswerten verwaltet, prognostizierte im November noch einen Anstieg des Leitindex um 10 Prozent bis Ende 2025. Seitdem ist der S&P 500 Index um einen ähnlichen Betrag gefallen. Die Trump-Administration spielt den Ausverkauf an der Wall Street jedoch herunter. Trump geht davon aus, dass die Aktienmärkte nach der Korrektur wieder boomen werden.
Haefele und sein Team gehen davon aus, dass höhere Zölle und geringeres Wachstum die Gewinne der US-Unternehmen unter Druck setzen werden. In der Zwischenzeit dürften die anhaltende Unsicherheit, schwächere Wirtschaftsdaten und die offensichtliche Bereitschaft der Trump-Administration, wirtschaftliche Abwärtsbewegungen zu tolerieren, die Risikoprämien hoch halten.
Der Wall Street-Stratege hat auch seine Einschätzung des US-Technologiesektors, der künstlichen Intelligenz und taiwanesischer Aktien von „sehr attraktiv“ auf „attraktiv“ herabgestuft.
FMW/Bloomberg
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