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Wall Street: Ein Mega-Bulle wird zum Bär!

Warum man verstärkt auf den US-Anleihemarkt blicken sollte, wenn man wissen will, was an den US-Aktienmärkten passieren wird..

FMW-Redaktion

Es kann nur nach oben gehen – das ist die einhellige Meinung der Wall Street-Analysten. Seit der Wahl Donald Trumps ist geradezu eine Hysterie ausgebrochen, man erwartet steigende Gewinne der US-Konzerne durch Steuersenkungen und die geplanten Investitionen in die US-Infrastruktur.

Nun aber schert ein Anaylst aus, der zuvor einer der größten Bullen der Wall Street war und sowohl die Entwicklung der US-Indizes wie auch die Zinspolitik der Fed in 2016 richtig prognostiziert hatte: Thomas Lee, Mitgründer von Fundstrat Global Advisors. Und seine Skepsis bezüglich der weiteren Entwicklung des Leitindex S&P begründet er mit den Bewegungen am US-Anleihemarkt: dort gebe es „Verwirrung“ über die weitere Inflationsentwicklung, aufällig sei, dass sich die langfristige Zinskurve verflache seit der Wahl Trumps. Solche Bewegungen signalisierten meist einen Abverkauf an den Aktienmärkten von 5 bis 7%, so Lee. Er geht daher davon aus, dass der S%P500 bis Mitte des Jahres auf 2150 Punkte fallen wird, bevor sich der Index dann in der zweiten Jahreshälfte wieder auf 2275 Punkte erhole. Das entspäche praktisch einem aktuellen Stand – sodass in der Summe die US-Indizes das Jahr mehr oder weniger unverändert beenden würden.

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(S&P500)

Lee hatte 2016 den Anstieg des S&P um 9,5% richtig vorhergesehen, ebenso wie die Zinspolitik der Fed, die erst im Dezember 2016 – wie von Lee richtig prognostiziert – die Zinsen angehoben hatte.

Nach dem Abverkauf in der ersten Jahreshälfte 2017 aber, so Lee, würden sich dann die positiven Faktoren wieder durchsetzen für die US-Aktienindizes: so geht er von einem Anstieg der US-Untenrehmensgewinne um durchschnittlich elf Prozent aus (die Konsenserwartung der Wall Street liegt bei 12,3%), hinzu komme die absehbare Deregulierung der Märkte unter der Trump-Administration.

Was Lee von anderen Analysten unterscheidet, ist sein Blick auf die „Botschaft“ der Anleihemärkte sowie sein Blick auf den Einfluß dieses Marktes auch auf die Aktienmärkte. In der Tat zeigen die Anleihemärke eine Verflachung der Zinskurve seit der Wahl Trumps – was gegen die verbreitete Annahme einer schärfer anziehenden Inflation spräche. Mithin also spielen die Anleihemärkte,an denen bekanntlich wesentlich mehr Geld bewegt wird als an den Aktienmärkten und die nicht zuletzt deshalb als Tummelplatz des „smart money“ gelten, bereits ein völlig anderes Szenario.



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