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Wall Street: Heute vor 31 Jahren gab es den Crash – wie groß ist aktuell die Chance, dass das wieder passiert?

Würde der Dow Jones prozentual wie am 19.Oktober 1987 verlieren, wären das aktuell schlanke 5700 Punkte..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Es war der 19.Oktober 1987 – also heute vor 31 Jahren – an dem nicht nur der bisher größte prozentualen Fall des Dow Jones passierte (-22,6%), sondern der auch ein wegweisendes Geschehen in Sachen Regulatorik war! Denn in Reaktion auf den Crash wurden Sicherheits-Barrieren eingeführt, die noch heute gültig sind und eine Wiederholung eines solchen Ereignisses verhindern sollen. So etwa die circuit breakers – also das Aussetzen des Handels eines Index (als Future) bei einer bestimmten Verlust-Grenze, um weitere Panik-Verkäufe zu vermeiden.

 

 

Kann heutzutage so etwas Ähnliches dennoch wieder passieren? Würde der Dow Jones prozentual wie am 19.Oktober 1987 verlieren, wären das aktuell schlanke 5700 Punkte, sprich der Dow Jones würde unter die 20.000er-Marke fallen (aber damit immer noch höher stehen als bei der Wahl von Donald Trump!)

Damals (1987) ging es schon vor dem Crash 10% nach unten, dann kam eine Erholung von 8%, und erst dann folgte im Oktober „die ganz große Dusche“ mit dem massiven sell-off. 1987 befanden sich die Märkte übrigens in einer Zinsanhebungsphase – zwischen Januar und Oktober 1987 hatte die Fed die Zinsen um 100 Basispunkte auf 6% erhöht, Geld wurde damals also immer teurer (so wie derzeit).

Auch 1987 schien der damals noch neuartige Einsatz von Computer-Programmen eine Rolle gespielt zu haben (damals Programme zur “portfolio insurance”). Alan Greenspan, der erst im August 1987 ins Amt als Fed-Chef gekommen war, beruhigte die Märkte und senkte die Zinsen – und der Spuk war schnell vorbei.

Aber derzeit ist die Lage anders, Fed-Chef Powell hat einem Fed-Put (also einem Sicherheitsnetz der US-Notenbank für die Aktienmärkte) eine klare Absage erteilt – nicht zuletzt deshalb sind die Märkte aktuell extrem nervös. Dazu kommt die Mischung aus geldpolitischen (Fed mit Liquiditätsverknappung) und geopolitischen Faktoren (Handelskrieg, Italien, Saudi-Arabien, China). Kann sich also ein Ereignis wie 1987 in diesem Umfeld wiederholen?

Vor einigen Jahren erschien eine Studie amerikanischer Finanzwissenschaftler mit dem Titel “Institutional Investors and Stock Market Volatility”. In dieser Studie, die die gesamte Börsengeschichte der USA und anderer entwickelter Länder untersucht, versuchen die Autoren eine Formel zu finden, in welchen Zeiträumen Crashes auftreten. Und das Ergebnis lautet: die Wahrscheinlichkeit, dass ein Crash wie im Jahr 1987 auftritt, liegt bei 104 Jahren. Statistisch gesehen also wäre es „normal“, wenn in diesem Jahrhundert kein solcher Handelstag mit einem Verlust von 22,6% passiert!

Aber es müssen ja nicht gleich -22% sein – historisch gesehen tritt ein Abverkauf von -5% an einem Handelstag 61 mal in 100 Jahren auf, ein 10%-Verlust immerhin acht mal in 100 Jahren. Insgesamt erscheinen Crashes unvermeidlich – schon weil die Märkte durch große Investoren dominiert werden, die viel Volumen auf die Waage bringen. Und wenn diese großen Investoren gleichzeitig aus irgendwelchen Gründe verkaufen wollen oder müssen, dann kracht es!

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In den letzten Jahren dagegen war es außergewöhnlich ruhig an den Märkten. Im August 2015 wurden die US-Index-Futures zweimal kurzzeitig vom Handel ausgesetzt (circuit breaker) mit einem Minus von 5% und dann 7% – aber zum Handelsschluß wurden die Verluste eingedämmt. Das letzte Mal, dass die US-Aktienindizes an einem Handelstag -5% verloren war im August 2011. Aber statistisch-historisch gesehen – so die Formel der amerikanischen Finanzwissenschaftler – wiederholt sich ein Tagesverlust von -5% alle 1,6 Jahre, ein 10%-Tagesverlust alle 13 Jahre.

Und so ist die Wahrscheinlichkeit gar nicht gering, dass in nicht allzu ferner Zukunft wieder ein negatives Großereignis an den Aktienmärkten passiert – schon weil die Algos immer dominanter werden und ähnlich programmiert sind (sie verkaufen, wenn die Vola zu stark ansteigt), und weil die Investoren selten so massiv in US-Aktien investiert waren wie derzeit (siehe hierzu den Artikel „Das wohl zuverlässigste (längerfristige) Markt-Signal schreit: „Verkaufen!“)..

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Marko

    19. Oktober 2018 21:05 at 21:05

    Echt Markus, Du gibst einfach nicht auf.. ! :D

    „Damals (1987) ging es schon vor dem Crash 10% nach unten, dann kam eine Erholung von 8%, und erst dann folgte im Oktober „die ganz große Dusche“ mit dem massiven sell-off. 1987 befanden sich die Märkte übrigens in einer Zinsanhebungsphase – zwischen Januar und Oktober 1987 hatte die Fed die Zinsen um 100 Basispunkte auf 6% erhöht, Geld wurde damals also immer teurer (so wie derzeit).

    Auch 1987 schien der damals noch neuartige Einsatz von Computer-Programmen eine Rolle gespielt zu haben (damals Programme zur “portfolio insurance”). Alan Greenspan, der erst im August 1987 ins Amt als Fed-Chef gekommen war, beruhigte die Märkte und senkte die Zinsen – und der Spuk war schnell vorbei.“

    Wir sind derzeit in einer ganz anderen Situation als 1987, und dass weiß der Herr Fugmann ?

    Diese „unsere“ Situation ist so nicht vergleichbar, und ich glaube schon, das weiß der Fugmann ?

    Das geile für Eur Baren ist : die EZB, die spuckt Euch Bären in die Bärensuppe… Gnadenlos…

    Und das wird die EZB solange machen, wie die EZB es will ! – Und genau das da, das ist Macht !

    Punkt. Crash… ?

  2. Avatar

    Vollbulle

    20. Oktober 2018 12:42 at 12:42

    Ja Marko, da wir beide schon immer bullisch für den DAX waren u.im Januar bei 13500 gekauft haben,
    haben wir dank der Spuke der EZB nur 15% verloren.Bei einem kleinen Vermögen ist das nicht sehr viel,
    andere haben an der China Börse sogar 30% verloren. Die EZB ist eben die „GRÖSSTE
    Ich begreife auch nicht ,warum FMW Alles so negativ sieht ? ?
    Wenn Buffett voll im DAX investiert wäre, hätte der seit Anfang Feb. nur 60 Milliarden verloren, ist doch wenig ,der hat ja etwa 100 Milliarden Vermögen.Er hätte sogar Margin-Call, weil er m.W. etwa 70 % Fremdkapital hat.

  3. Avatar

    Marko

    20. Oktober 2018 19:53 at 19:53

    Ich begreife das auch nicht, wenn morgen / in den nächtsen Wochen der DAX/Crash crasht so um die 10-25 %, heisst dass doch , der Bufu steigt auf 200 Punkte ?

    Immerhin hätte dann die FED alles richtig gemacht mit ihren Zinserhöhungen, bei der FED wäre noch „Platz nach unten“ ? :D

    Bei dem EUR hätte ich da so mal meine berechtigten (?) Zweifel ? :D

    Wohin will der Bufu dann noch steigen ? Auf die 200 + ?

    Dass der Markt ein Markt ist bei dem Abhängigkeiten zwischen den verschieden Märkten bestehen, sollte klar sein ?

    Globliesierung und so ? Hier wird nur so getan, der Aktienmarkt sei teuer, alle anderen Märkte „lässt man unter den Tisch fallen“ ? Der „Bewertung“ der anderen Märkte, wen interessiert`s ?

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