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Wall Street: Ist „FIFO“ der Grund für die Schwäche zum Ende des Jahres?

Nach der Alternative Minimum Tax enthält die Steuerreform-Version des US-Senats noch eine weitere Regelung, die zu einem g´herben Abverkauf zum Jahresende führen könnte: die "FIFO-Regel"..

FMW-Redaktion

Im Grunde steht das ganze Jahr 2017 unter dem Eindruck der nun grundsätzlich beschlossenen US-Steuerreform. Als dann am letzten Wochenende auch der US-Senat seine Version der US-Steuerreform billgte, die bekanntlich noch mit der Version des US-Abgeordnetenhauses in Einklamg gebracht werden muß, herrschte Euphorie: Jetzt wird alles gut, die Sonne lacht über den US-Aktienmärkten.

Aber nun ist die Euphorie irgendwie verflogen, und dafür gibt es trifftige Gründe. Der erste ist schon bekannt, es sit die Alternative Minimum Tax (AMT), die eine Art Untergrenze für Steuern ist. Diese AMT liegt nach der Version des Senats bei 20% und trifft inbesondere jene Firmen, die Gelder in Innovation stecken, etwa die großen Tech-Firmen, die durchschnittlich ohnehin nur durchschnittlich 24% Steuern zahlen und daher durch die Steuerreform wenig zu gewinnen hätten. Andere, wie etwa General Electric, zahlen nur reale 8% an Steuern – sie würden aufgrund der AMT als ihre Steuerlast mehr als verdoppeln! Will GE auch deshalb 4500 Stellen in Europa streichen?

Wie auch immer. Jedenfalls taucht nun ein zweiter Punkt auf, der – sollte er bestehen bleiben auch in der mit dem US-Abgeordnetenhaus abgestimmten Version – die Hoffnung auf eine Jahresendrally zunichte machen dürfte. Die Rede ist von der sogenannten „FIFO“-Regel, “first in, first out” (was zuerst gekauft wurde, wird zuerst verkauft; eine Regel, die übrigens auch bei vielen Brokern angewendet wird).

Bleibt „FIFO“ bestehen, würde das bedeuten, dass ein amerikanischer Privatinvestor jene Aktien verkaufen müsste, die er zuerst gekauft hatte. Als Beispiel: ein Amerikaner kaufte im Jahr 2011 eine Apple-Aktie für damals noch 50 Dollar, die Aktie stieg weiter, er kaufte in den folgenden Jahren weitere Apple-Aktien. Nach der FIFO-Regel müsste er nun, wenn er einen Teil der Apple-Aktien verkaufen will nach der starken Performance, zuerst jene Stücke verkaufen, die er bei 50 Dollar gekauft hatte.

Das Problem dabei: die bei 50 Dollar gekauften Stücke sind diejenigen mit den meisten Kapitagewinnen, ergo eben dann auch der nominal deutlich höher ausfallenden Steuer, die dafür zu zahlen wäre. Für Immobilien oder Private Equity Investments gilt diese Regel in der Version des Senats übrigens nicht – auch das ein Beleg, dass vorwiegend die sehr Vermögenden profitieren, und nicht die klassische Trump-Wählerklientel (die mehrheitlich eher in den unteren Schichten angesiedelt ist).

Nun würde die US-Steuerreform, wenn alles glatt läuft, zum 01.Januar 2018 wirksam werden (der Republikaner Paul Ryan sagte heute, er gehe davon aus, dass die US-Steuerreform am 25.Dezember Trump zur Unterschrift vorgelegt werden könne). Dementsprechend würde die „FIFO-Regel“ eben auch ab dem 01.01.2018 zur Anwendung kommen.

Wer die neue Regel umgehen will als US-Investor, dürfte also zusehen, vor allem jene Aktien zu verkaufen, die er schon länger im Depot hat und die vermutlich alleine schon deshalb am meisten im Plus liegen. Diese FIFO-Regel dürfte, wenn sie denn kommt, dem US-Staat einige Milliarden Dollar an Mehrheinnahmen bringen, zu Lasten der Investoren.

Vielleicht kann man als Faustregel formulieren: bleibt die FIFO-Regel auch in der zwischen Senat und Abgeordnetenhaus abgestimmten Version bestehen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass die Jahresendrally an der Wall Street dieses Jahr ausfallen wird, schlicht weil das Verkaufsinteresse zu groß sein wird. Kommt die FIFO-Regel in der Steuer-Endversion jedoch nicht, stünden die Chancen gar nicht so schlecht für diese Jahresendrally..


Die NYSE von der Wall Street aus betrachtet
Foto: Hundsgemeini
https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de



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11 Kommentare

  1. Schon wieder das Wort:“Jahresendrally“!!

    Hats die schon mal gegeben,eine Rally nach unten?
    DAX ist schon auf dem Weg nach unten,in der J-Rally..
    Aber die FMW wird Weihnachten immer noch danach schreien…
    Muss man den Germanen die Wende erst ins Hirn haemmern?

  2. Das war mir jetzt zu schwammig.

    Gibt es FiFo in Amerika jetzt noch nicht?
    Ist FiFo im vorliegenden Entwurf also erstmalig vorgesehen?
    Soll der Entwurf ggf. geändert werden und FiFo doch nicht eingeführt werden?
    Oder soll es einen Entwurf geben, nachdem eine jetzt bereits doch schon existente FiFo-Regel außer Kraft gesetzt wird?

    Nebenbei könnte man die DAX-Schwäche auch auf sowas zurückführen.
    Wie ich schon mal ausführte, wird die SPD ganz sicher die Abgeltungssteuer
    i H von nur 25% beseitigen. Wenn sie nichts durchkriegt – das aber bestimmt

    1. @Gerd, gab es nicht!

    2. Ja die Partei, deren Finanzminister die Steuer auch eingeführt hat. Sozialdemokratisch*lol*

      1. Wer war das noch gleich? Steinbrück, oder?
        Aber jetzt mit Maddin is ab sofort ja nur noch Gerechtigkeit Trumpf.

        Allerdings glaube ich letztlich genauso wenig an eine neue Groko wie ich Jamaika für möglich hielt.
        Zumindest wenn man die Äußerungen hinsichtlich roter Linien von Seehofer/Söder einerseits und etlichen Sozigrößen andererseits für bare Münze nimmt.
        Rückkehrerleichterung von Teil -auf wiederum Vollzeitbeschäftigung. Das wird genauso machbar sein wie ein paar Steueränderungen.
        Aber Bürgerversicherung und Familiennachzug wie will man da übereinkommen? Bei Letzterem kann Söder nicht nachgeben, sonst muss er fürchten, dass ihm die Thronfolge aufgrund schlechter Umfragewerte von seinen beiden parteiinternen Konkurrenten streitig gemacht wird.

        Es wird wohl eine Minderheitenregierung geben. Mit wem als Bundeskanzler? Und für wie lange?

        1. Ja Gerd,da laesst sich doch der Mich“l bald von der Minderheit regieren,lol
          Mich euch kann man jeden Scheixx machen,lol
          Ist es nicht so,wenn man in DE geboren ist,dann ist man ein gebranntes Kind?
          Nicht mal die CSU hat die Eier,dass sie sich von Raute trennen und mit FDP&AFD gemeinsame Sache machen….
          Die Alte koennte man jeden Tag stuerzen,aber der DEUTSCHE weis nicht,wie es geht<lol
          Gerd,hast du gestern die "Anstalt"gesehen?
          So schauts aus….realitaet…..

          1. FDP&AfD&CSU, das wären ja dann in der Summe schon ganze 25%. Gemeinsame Sache wäre bei den Themen dieser Parteien dennoch ein interessantes Experiment :)

  3. Was ganz anderes, zufällig unter den Wirtschaftsnachrichten entdeckt.

    In Deutschland geht es mit der Demokratie zwar rapide bergab, aber die meisten Menschen bei uns genießen doch noch vergleichsweise ein zufriedenstellendes Leben. Obwohl auch das Berichtete nur ein Bruchstück einer traurigen Welt darstellt, wünschte man sich, was tun zu können und helfend einzuwirken.
    Ein Hilferuf von Ai.

    https://www.comdirect.de/inf/news/detail.html?ID_NEWS=638097846&NEWS_HASH=e9268cfec1472bea28a439fa48a36e211ef2957&SEARCH_VALUE=&NEWS_CATEGORY=&RANGE=1W&DATE_START=&DATE_END=&REGION=&ID_SUPPLIER=DPA_AFX&ID_SUPPLIER=AKTIENCHECK&ID_SUPPLIER=BUSINESSWIRE&OFFSET=0&BLOCKSIZE=20&SORT=DATE&SORTDIR=DESCENDING

    (Muss man bei evtl. Nichtfunktionieren des langen Links evtl. insges. kopieren und manuell einsetzen)

    1. Du dachtest best.Diktatur,hast dich wohl verscgrieben…

  4. Glaub ich nicht .

    Die Apple Investoren verkaufen ihre alten Aktien ..der preis fällt : andere steigen ein .

    Gleiches wird auch mit den anderen Aktien passieren .

    Eigentümerwechsel und einfinden auf höherem Niveau .

    1. ….und wenn sich alle Insider bedient haben, wird die fifoRegel wieder gestrichen .
      In einem Jahr oder so .
      Zu unrentabel ! ;)

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