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Wall Street und Dax: Einfach nur eine extreme Bärenmarktrally – und der Auftakt für etwas Großes

Bei intakten Bullenmärkten passieren solche extremen Bewegungen nicht – eine Erinnerung an das Geschehen im Oktober 2008!

Markus Fugmann

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Was in den letzten Tagen an den Märkten passiert ist, kann man einfach nur als extrem bezeichnen. Das einzige, was derzeit zuverlässig passiert: es purzeln Rekorde!

So schon am Weihnachtstag (24.12.) beim verkürzten Handel in den USA: dreifacher Umsatz wie sonst üblich an solchen verkümmerten Handelstagen, dazu der größte jemals verzeichnete Tagesverlust der US-Indizes an einem Weihnachtstag mit knapp -3%.  Ein Auslöser der Fortsetzung des massiven sell-offs war ein schwerer Fehler des US-Finanzministers Mnuchin mit seiner per Twitter mitgeteilten Versicherung, dass die Liquidität angesichts der Turbulenzen an den Märkten gewährleistet sei. Damit eröffnete Mnuchin ein Problem, das bisher von den Märkten so gar nicht wahr genommen worden war – und schwups, es gab eine Art von Panikreaktion.

 

Dazu dann der nächste Angriff auf die Fed von Donald Trump – und die Frage stand im Raum, ob der US-Präsident den Fed-Chef feuern würde oder könnte (kann er de facto nicht bzw. nur dann, wenn dieser sich etwas zu Schulden kommen läßt, aber nicht einfach wegen dessen Geldpolitik).  Die Talfahrt schien einfach ungebrochen weiter zu gehen.

 

Aber dann gestern die Drehung, und wie: die größte Rally in Punkten in der (ja nicht gerade kurzen) Geschichte des Dow Jones mit knapp über 1000 Punkten Gewinn. Dafür waren formal einige Gründe relevant: Aussagen des Kreditkarten-Anbieters Mastercard, wonach die konsumierenden Amerikaner im Weihnachtsgeschäft richtig Gas gegeben hatten (das zog den gesamten Einzelhandelssektor nach oben, vor allem aber Amazon). Dann die Versicherung eines Präsidenten-Beraters, wonach Trump Powell nicht feuern werde.

Und vor allem die extreme Überverkauftheit des Marktes mit einem Fear & Greed Index bei 2! Das schrie nach einer Gegenreaktion – und sie kam dann massiv, unterstützt durch ohnehin dünne Liquidität. Ca. +5% stiegen die US-Indizes – auch nachdem Trump gemeint hatte gegenüber Reportern, dass das doch eine super Kaufgelegenheit sei auf aktuellem Niveau (zuletzt hatte ein US-Präsident ähnliches im Jahr 2009 geäußert – Barak Obama kurz vor Erreichen der Finanzkrisen-Tiefs).

 

Nun also eine harte Rally, die auch ein Short-Squeeze ist. Aber sollten die Bullen darüber jubeln? Im Gegenteil! Denn bei intakten Bullenmärkten passieren solche extremen Bewegungen nicht! Ein Bullenmarkt zeigt normalerweise stetig steigende Kurse, nicht extrem, aber langsam und nachhaltig. Was derzeit passiert, erinnert fatal an das, was im Oktober 2008 – also einen Monat nach der Lehman-Pleite – geschah. Damals kam es in einem völlig intakten Bärenmarkt zu zwei immensen Rallys: zwischen 10. und 13.Oktober 2010 steigen die US-Indizes um +12%, dann zwischen 27. und 28.Oktober ein Anstieg von +11%.

 

Danach krachte es wieder. Und es ist gut möglich, dass die Wall Street nun weitere +10% noch zulegen kann – aber es ist wahrscheinlich, dass es dann wieder heftig knallt. Das, was wir derzeit erleben, ist der Rhythmus von Bärenmärkten, die durch exrem heftige Rallys unterbrochen werden, aber in der Summe dennoch fallende Kurse sehen.

 

Das wird auch diesmal so sein: die Märkte riechen etwas für 2019! Ob das eine Rezession ist, ein eskalierender Handelskrieg zwischen den USA und China oder den USA und dem Rest der Welt, ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump – oder etwas, das noch niemand „auf dem Zeiger hat“. Daher fallen die Märkte so krass seit Oktober. Und man tut gut daran, das als Auftakt für etwas Großes zu verstehen, selbst wenn solche immensen Rallys wie gestern passieren!

 

Der Dax wurde außerbörslich schon im Bereich der 10200 Punkte getaxt von Brokern nach dem erneuten Einbruch der Wall Street am Weihnachtstag – nun eröffnet er über der 10600er-Marke. Aber man sollte sich nicht täuschen lassen: früher oder etwas später wird der deutsche Leitindex deutlich unter die 10.000er-Marke rutschen.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Altbär

    27. Dezember 2018 14:59 at 14:59

    So wie das aussieht war das gestrige Rally ein Eintagesrennen u.vom PPT organisisiert.Übrigens wurde dieses Team nach dem 87 er Crash genau für solche Situationen gegründet.Aber wenn sich fundamental
    Nichts geändert hat , was sich anscheinend nich hat, ( der Vix steigt wieder, der Bond steigt auch wieder u.das Öl fällt wieder) kann das die Baisse nur verlangsamen.Einige Haussiers konnten immerhin ihre Positionen mit Hilfe des PPT zu besseren Preisen loswerden.Ist ja auch vernünftig, dass diese Anleger ,die sämtliche Warnschüsse bisher überhört haben, mit staatlicher Hilfe auf Kosten des Steuerzahlers unterstützt werden.

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Aktienmärkte: Bis US-Wahl jede Rally „gedeckelt“? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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Ist von nun an jede Rally der Aktienmärkte „gedeckelt“, solange die Unsicherheit über den Ausgang und die Folgewirkungen der US-Wahl besteht? So sieht es zumindest die US-Großbank Goldman Sachs. Entscheidend ist vor allem, ob Trump im Vorfeld der Wahl doch noch sagt, dass er auch eine Niederlage akzeptieren würde – was jedoch aufgrund seiner konstanten Kritik an der Briefwahl in den USA eher unwahrscheinlich ist. Gerade angesichts der deutlich steigenden Zahl an Brief-Wählern dürfte die Fersehdebatte zwischen Biden und Trump heute besondere Bedeutung haben, und wenn Biden keine schlechte Figur machen sollte, wäre das für die US-Demokraten schon ein wichtiger Punktsieg. Die Aktienmärkte sind im Vorfeld der Debatte nervös und zappeln hin und her..

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Rüdiger Born: Chancen im Nasdaq

Rüdiger Born

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Aktienmärkte: Dänemark, der Börsenstar des Jahres

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Jeden Tag blicken wir gespannt auf die Aktienmärkte in den USA, um an der Wall Street die wundersame Rally der Hightechwerte zu verfolgen. Apple, Amazon und Co haben den Nasdaq zu einem Highflyer gemacht, dessen Performance aufgrund von nur sieben Titeln die Indizes der Welt in den Schatten gestellt hat.

Aber relativ unbemerkt gibt es in Europa einen der kleinsten Aktienmärkte, der sogar in Schlagweite zur Technologiebörse in den USA geblieben ist: der OMX in Dänemark.

Aktienmärkte: Der dänische Leitindex trotzt Corona

Dänemark ist nicht nur ein relativ kleines Land in Europa mit gerade einmal 5,8 Millionen Einwohnern, auch umfasst der Leitindex OMX Copenhagen nur 20 Aktien. Was ihn aber nicht davon abgehalten hat, sich im Coronajahr an die Performance-Spitze der größeren Aktienmärkte der Welt zu setzen. Zum Ende letzter Woche ergab sich dabei folgende Performance zum 1.1. 2020:

OMX Kopenhagen + 16,9 Prozent
CSI China + 11,6 Prozent
S&P 500 + 0,5 Prozent
Dax – 9,1 Prozent
Einzig der Nasdaq 100 lieferte mit plus 22 Prozent noch etwas mehr. Allerdings spielt auch der Wechselkurs noch eine Rolle und da hat die dänische Krone gegenüber dem Euro sogar noch etwas aufgewertet.

Gründe für das gute Abschneiden

Da ist zum einen die Entwicklung von COVID-19 in dem skandinavischen Land zu nennen. Aufgrund eines frühen Lockdowns litt das Land nicht so sehr unter den ökonomischen Folgen der Pandemie, das dänische Bruttoinlandsprodukt verlor im zweiten Quartal um 6,9 Prozent, weniger als der Durchschnitt in Europa (-12,1%), aber auch weniger als Deutschland oder den USA (-9,7%/9,5%). Hinzu kommen die weltweit üblichen Rettungspakete, die auch die dänische Regierung verabschiedet hat. Alles das wäre aber nicht in der Lage, den Index so zu „pushen“ – es ist vielmehr die Zusammensetzung des Leitindex in Dänemark.

Es sind eine Reihe von Pharma- und Biotechfirmen, die im Index sehr dominant vertreten sind und die von der Pandemie im Besonderen profitiert haben: Der weltgrößte Insulinhersteller Novo Nordisk, die Medizintechnikfirma Ambu, Coloplast, Genmab, CHR Hanssen und Novozymes, Firmennamen, die in unseren Breiten nicht allzu bekannt sind. Damit kommen die Gesundheitsfirmen auf die Hälfte der Marktkapitalisierung des Index in Höhe von 370 Millionen Euro. Dennoch ganz schon imposant im Vergleich zu unserem DAX, dem Leitindex in einem Land mit 83 Millionen Menschen, der gerade eine gute Billion Euro auf die Wage bringt.

Ein großer Nachteil eines Engagements ist damit schon erklärt, denn man fokussiert sich dann ziemlich stark auf eine Branche mit wenigen Titeln. Zumal die Unternehmensbewertung durch die Hausse deutlich nach oben gegangen ist. KGVs von 22 (Novo Nordisk) bis hin zu 60 (Genmab) oder 110 (Ambu) zeigen ein weiteres Gefahrenmoment auf. Aber die Wachstumsstory ist noch intakt und der dänische Index ist noch wenig auf dem Radar internationaler Fonds gesichtet – anders als etablierte Aktienmärkte dieser Welt. Natürlich gibt es zu Zeiten von Corona auch Verlierer im OMX, wie den Bürodienstleisters ISS, die Danskebank oder die Brauerei Carlsberg. Diese vermochten es aber nicht, die Performance des Index arg zu dezimieren.

Fazit

„We Are Red We Are White, We Are Danish Dynamite“, lautete einmal ein Song des fußballbegeisterten Dänemark, insbesondere beim Gewinn des Europameistertitels 1992 in Schweden. Ausgerechnet gegen den damals amtierenden Weltmeister Deutschland. Scheint so, als ob für die Börse des kleinen nordischen Landes in diesem Jahr auch wieder so ein kontinentaler Titel möglich ist.

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