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Indizes

Wall Street – wie weit geht die Erholung?

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Sechs Handelstage in Folge haben die US-Indizes an der Wall Street nun hintereinander Verluste einstecken müssen – gestern und dann heute Nacht im asiatischen Handel rauschte es impulsiv nach unten. Die US-Indizes sind dabei schon stark überverkauft, von daher sollte die heutige technische Gegenreaktion – ausgelöst durch das niedrigere Fixing der chinesischen Notenbank im Dollar-Yuan-Kurs – nicht wirklich erstaunen.

Folgender Chart des S&P-Futures gibt interessante Aufschlüsse, in welcher Lage nun die Wall Street ist:

Auffallend ist zunächst, dass der S&P-Future seinen seit Weihnachten 2018 bestehenden Aufwärtstrend nun durchbrochen hat – und das “mit Schmackes”. Das zeigt, dass mit den jüngsten Verlusten nach der vorherigen Vertrauensseligkeit viel Porzellan zerschlagen ist. Faktisch wurden damit die Gewinne aus Juni und Juli in nur wenigen Tagen komplett pulverisiert:

Auffallend ist zweitens, dass in der “Panik” heute Nacht der S&P-Future knapp unter die 2800er-Marke gefallen war (nachdem die USA China offiziell als “Währungsmanipulator” brandmarkten), aber dann faktisch an der 200-Tage-Linie wieder nach oben drehte. Andere US-Indizes wie etwa der Nebenwerte-Index Russell 2000 oder auch der Bankenindex im S&P 500 handeln dagegen schon deutlich unter ihrer 200-Tage-Linie – mithin gab es also bei anderen Indizes schon Warnzeichen für einen bevorstehenden Abverkauf. Was vor allem auch fehlte, war die Marktbreite – eine sehr geringe Anzahl von Aktien erreichte neue 52-Wochenhochs an der Wall Street:

 

Der Hauptgrund für diesen Abverkauf an der Wall Street? Die Hoffnungen auf einen absehbaren Handelsdeal haben sich weitgehend zerschlagen – Goldman Sachs etwa erwartet keinen Deal USA-China mehr vor den Wahlen im Jahr 2020 – das ist ein “game changer”:

Gleichzeitg mit der Verabschiedung von der Illusion eines baldigen Deals nehmen aber die Erwartungen zu, dass die Fed die Zinsen schneller senkt – heute Nacht im asiatischen Handel lag die von den Fed Fund Futures eingepreiste Wahrscheinlichkeit, dass die Fed schon im September die Zinsen um 0,5% senkt, zwischenzeitlich bei über 50%:

Durch die Beruhigung der Wall Street durch das niedrige Fixing bei Dollar-Yuan durch Chinas Notenbank, ist die Wahrscheinlichkeit jedoch wieder auf 24,6% für eine 0,5%-Senkung gefallen.

Was aber ist nun zu erwarten an der Wall Street? Vermutlich eine Erholungsrally, die den stark überverkauften Zustand abbaut. Aber wohl eben nicht gleich wieder der Anlauf auf neue Allzeithochs. Vielmehr dürfte der S&P 500 (bzw. der S&P 500-Future) wieder versuchen, an den gebrochenen Aufwärtstrendkanal heran zu laufen – dieser Aufwärtstrend liegt knapp über der 2900er-Marke (siehe Chart oben). Von dort aus ist die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Abprallers hoch – die “Malaise” ist noch nicht überstanden!

Zwei NASA-Astronauten an der Wall Street - aber der Höhenflug ist unterbrochen, die Laune deutlich schlechter geworden

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Falk Immendörfer

    6. August 2019 14:45 at 14:45

    Hallo Markus,

    welchen Chart meint Sven Henrich mit $XVG?

    Freundliche Grüße + Danke

    Falk

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Aktien

Markus Koch LIVE zum Handelsstart in New York – Trump vs Twitter

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE zum Handelsstart in New York. Donald Trump feuert gegen Twitter und Facebook. Die Twitter-Aktie hat schon negativ reagiert.

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Allgemein

Aktuell: Sicherheitsgesetz für Hongkong verabschiedet!

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Volkskongress in China beschließt Sicherheitsgesetz für Hongkong

Soeben wurde das neue sogenannte “Sicherheitsgesetz” für Hongkong durch Chinas Volkskongress (de facto durch die KP) verabschiedet. Diese Entscheidung war quasi der Abschluss des diesjährigen Volkskongresses. Damit sollen beispielsweise Aufruhr und Separatismus in Hongkong verfolgt werden. De facto, so meinen Kritiker, kann nun jegliche demokratische Aktivität, welche die Macht der Zentralregierung aus Peking vor Ort in Hongkong in Frage stellt, unter Strafe gestellt werden. Ist dies nun das Ende des Sonderstatus von Hongkong, das Ende der freien Rede, von Demonstrationen auf der Straße? Man darf es annehmen (lesen Sie hier einen Erfahrungsbericht vor Ort in Hongkong).

Nun, was hat es mit uns hier in Europa zu tun, oder was hat es mit Ihrer Geldanlage zu tun liebe Leserinnen und Leser, wenn China ein Gesetz für Hongkong beschließt? Nun, eine Menge! Hongkong ist neben Singapur das Wirtschaftszentrum in Südostasien, und eine Art Drehkreuz für Waren, Geld, Dienstleistungen. Es war die chinesische Insel der Rechtssicherheit für Investoren. Noch wichtiger: Donald Trump lies die letzten Tage schon ganz klar durchblicken, dass er Maßnahmen gegen China einleiten wird, falls man dieses Sicherheitsgesetz für Hongkong verabschieden würde. US-Sanktionen gegen chinesische Unternehmen oder Politiker können womöglich heute Abend oder morgen von Donald Trump verabschiedet werden. Oder neue Importzölle auf chinesische Waren? China hat bereits angekündigt, dass man so eine US-Reaktion entsprechend beantworten wird. Also, stehen wir unmittelbar vor einer neuen Eskalation im Handelskrieg, was man nach den desaströsen wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise nun wirklich nirgendwo gebrauchen kann?

Diese wohl kurz bevorstehende Eskalation zwischen China und den USA kann heute, morgen, und die nächsten Tage Aktienkurse zum Absacken bringen, wie auch den Ölpreis. Und der Goldpreis könnte als “Hort der Sicherheit” (Risk Off Trade) profitieren. Also, Augen auf! Aktuell reagiert der Dax sogar mit einem Anstieg von 30 Punkten, der Goldpreis verliert 2 Dollar. Also ist diese schlechte Nachricht noch nicht verarbeitet, oder besser gesagt: Die Angst vor einer negativen Auswirkung ist noch nicht im Markt angekommen.

 

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Indizes

Aktienmärkte: Trotz Rally fließt das Geld woanders hin!

Trotz der gestiegenen Kurse der Aktienmärkte haben Anleger ihre Cashreserven erhöht. Einer Erhebung der Privatbank Berenbank zufolge sind von Januar bis Mitte Mai weltweit 1,2 Billionen Dollar in Geldmarktfonds geflossen

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Aktienbären – also jene, die Rallys der Aktienmärkte gerne zum shorten nutzen –  hassen dieses Wort: TINA. Zumal es aberwitzig erscheint, wenn zu Zeiten des größten Wirtschaftseinbruchs aller Zeiten, die Aktienmärkte immer weiter steigen. „Spinnen die Aktienmärkte“, lautet eine noch zahme Umschreibung der Situation. Allerdings gibt es einfach dieses „blöde“ Akronym (TINA) – und die Lage wird nicht besser, wenn man neue Meldungen berücksichtigt.

Die Flucht in Sicherheit – trotz Rally der Aktienmärkte

Die Coronakrise hat die Volkswirtschaften der Länder in die tiefste Rezession (zumindest kurzfristig geführt), die man in Geschichtsbüchern nachlesen kann. Die Schrumpfung von -2,2 Prozent (Deutschland) und –4,8 Prozent (USA) sind erst ein müder Abklatsch des Kommenden, da der Höhepunkt des Lockdowns in den westlichen Staaten der Monat April und damit das zweite Quartal sein wird. Quartalseinbrüche von minus 15 bis minus 35 Prozent machen die Runde – und der Monat April dürfte in die statistischen Tabellen als der schlimmste Monat eingehen, den es je in Zeiten der globalisierten Wirtschaftswelt gegeben hat.

Demzufolge sind trotz hoher Kurse der Aktienmärkte sehr viele Anleger in die Warteposition der Geldmarktfonds gegangen. Warum die Kurse dennoch so hoch stehen, ist das Thema der Gegenwart (siehe gestriger Artikel) durch eine Geldflut biblischen Ausmaßes, die den Anlagemärkten stark zugute kommt. Weil die Notenbanken den Anlagezins zerstören und selbst die konservativste Stiftung zur Generierung von Ausschüttungen auf die so gefürchteten, unberechenbaren Aktienmärkte schielt.

Bei der gestrigen Emission einer 2-jährigen deutschen Anleihe mit Nullkupon und einer Rendite von minus 0,66 Prozent können nur Anlagerichtlinien befolgt werden, aber kein Ertrag erzielt werden. Außer man hofft auf einen weiteren Rückgang der Zinsen in den Minusbereich und Kurzzeitgewinne durch Duration. Aber dies ist nichts für Stiftungen, eher für spekulierende Banken. Den Versicherungen wird wohl oder übel nicht anderes übrig bleiben, als ihren Aktienanteil zu erhöhen, wenn am Anleihemarkt nichts mehr zu holen sein wird. Im Jahr 2000 vor dem Platzen der Dotcom-Blase hatte der Aktienanteil der deutschen Versicherer schon einmal 26,4 Prozent betragen – und liegt seither stets unter 10 Prozent. Hat Börsen-Urgestein Gottfried Heller recht, als er bereits letztes Jahr behauptet hat, die Niedrigzinsphase werde die Versicherer zwingen, ihre Anlagenrichtlinien zu ändern? Der größte Staatsfonds der Welt – der norwegische Statens Pensjonsfond – , hatte dies bereits im letzten Jahr getan und die Aktienquote von 60 auf 70 Prozent erhöht.

Die gestiegenen Cashquoten

Trotz der gestiegenen Kurse der Aktienmärkte haben Anleger ihre Cashreserven erhöht. Einer Erhebung der Privatbank Berenbank zufolge sind von Januar bis Mitte Mai weltweit 1,2 Billionen Dollar in Geldmarktfonds geflossen. Das bedeutet insgesamt die unglaubliche Summe von 4,8 Billionen Dollar in real negativ verzinsten Papieren. Dies ist, wie die Bank bemerkt, mehr als die gesamte Marktkapitalisierung der Aktien der Euro-Zone von etwa 3,7 Billionen Dollar – oder fast so viel wie die gesamte Marktkapitalisierung der Schwellenländer in Höhe von 5,1 Billionen (ex China). Noch gibt es ein bisschen Zinsen auf das Tagesgeld, aber was passiert, wenn die Zinsen auch in den USA ins Negative gleiten, wie es von vielen Volkswirten schon erwartet wird? Das Geld wird nicht allzu lange bei Negativverzinsung parken. Die Frage ist nur, wohin damit? In die Aktienmärkte?

Fazit

Auch wenn man immer wieder hört, dass viele US-Kleinanleger am Markt zocken, überinvestiert sind, so stehen immer noch große Summen an der Seitenlinie, die investiert werden können. Ob dies derzeit eine so gute Idee ist, steht auf einem anderen Blatt. Jede Hausse der Aktienmärkte, so absonderlich sie auch sein mag, wird immer wieder durch Gewinnmitnahmen unterbrochen. Auch wenn die Sell im May-Regel in dieser ungewöhnlichen Situation eines Lockdowns und einer V-förmigen Erholung nicht ertragreich sein sollte, so ist das berüchtigte Sommerloch bis in den Herbst doch überaus häufig.

Insgesamt betrachtet liegt noch viel Geld auf den Konten, trotz Corona. Erst recht bei den Deutschen. Wie hoch waren laut Bundesbank die Einlagen auf Girokonten und Tagesgeldkonten noch vor wenigen Monaten? 2,4 Billionen Euro, allein über eine Billion auf dem Girokonto. Allein davon könnte man den Dax zwei Mal erwerben. Aber Deutsche und die Aktienmärkte, das ist eine besondere Beziehung..

Trotz Rally fließt Geld eher nicht in die Aktienmärkte, sondern in die Geldmärkte

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