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Walmart – umsatzstärkstes Unternehmen der Welt – zeigt, was Trumps Handelskrieg bewirken wird!

Warum Trump keine Ahnung hat, welche Folgen der Handelskrieg wirklich haben wird..

Markus Fugmann

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Bislang ist der Handelskrieg für die Amerikaner eine sehr abstrakte Sache: bis zu diesem Wochenende werden chinesische Waren im Volumen von 50 Milliarden Dollar bezollt, am kommenden Montag erhöht sich dann das Volumen um weitere 200 Milliarden Dollar – 78 Milliarden davon sind Konsumgüter. Noch also spürt der US-Konsument praktisch nichts in seinem Geldbeutel – aber das wird sich schon bald ändern, wie das weltweit umsatzstärkste Unternehmen Walmart in einem Brief an den US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer aufzeigt. Dort lautet der zentrale Satz:

„The immediate impact will be to raise prices on consumers and tax American business and manufacturers“.

Also klipp und klar: die Zölle werden zu Preissteigerungen sowohl für die US-Konsumenten führen als auch eine Art Steuer sein für amerikanische Firmen!

Vor zwei Wochen hatte Walmart die US-Regierung gebeten, auf die Bezollung von aus China gelieferten Weihnachtslichtern, Shampoo, Hundefutter, Fahrräder, Klimaanlagen etc. zu verzichten. Vergeblich – auch wenn einige Produktgruppen wie Fahrradhelme, Autositze, die Apple Watch und andere Produkte doch noch ausgenommen wurden.

Aber das sind Ausnahmen – und damit werden dann vor allem ab Montag die ersten Ausläufer des Handelskriegs bei den US-Konsumenten real ankommen – derzeit versuchen vor allem US-Importeure fieberhaft, möglichst viele von den Zöllen betroffene Waren noch ins Land zu bringen, wie Insider berichten.

Und Walmart, so heißt es weiter in dem Brief an Lighthizer: entweder werden die US-Konsumenten mehr bezahlen, oder Zulieferer werden weniger verdienen, oder Konsumenten werden eben weniger kaufen oder Käufe ganz sein lassen:

„Either consumers will pay more, suppliers will receive less, retail margins will be lower, or consumers will buy fewer products or forego purchases altogether“.

Sollten dann, wie von der Trump-Administration ab dem 01.Januar geplant, die Zölle von 10% auf dann 25% erhöht werden, dürfte sich die Kosten für US-Verbraucher noch einmal potenzieren: so beziffert der US-Einzelhandelsverband National Retail Federation die Mehrkosten für US-Konsumenten auf 4,5 Milliarden Dollar pro Jahr, wenn aus China importierte Möbel mit diesem Satz bezollt würden. Reise-Utensilien wie Koffer und Handtaschen würden dann die Amerikaner 1,2 Milliarden Dollar pro Jahr mehr kosten.

Ein besonders signifikantes Beispiel aber sind Fahrräder: sie bestehen meist aus 40 Produktgruppen, die allesamt aus China importiert werden. Selbst bei einem Zoll von 25% würde Walmart weiterhin in China diese Produktgruppen einkaufen, weil US-Hersteller gar nicht in der Lage seien, diese Volumina zu liefern. Und genau das trifft den Nerv der Sache: die Trump-Administration hat keinen Schimmer von Lieferketten und ihrer Bedeutung, wie etwa der US-Einzelhandelsverband (National Retail Federation) seinerseits in einem Brief an Robert Lighthizer klar stellte:

„The [administration] continues to overestimate the ability of US companies to shift supply chains out of China. Global supply chains are extremely complex. It can take years to find the right partners who can meet the proper criteria and produce products at the scale and cost that is needed.“
.

Lieferketten seien also extrem komplex – und wer Qualität sicher stellen wolle, der brauche zum Aufbau solcher Lieferketten oft Jahre, so der Tenor. Und: Einkaufsmamanger bestellen Produkte mit einem Vorlauf von einem halben Jahr bis einem ganzen Jahr – bei vielen sei inzwischen schon Panik ausgebrochen, wie sie bestimmte Produkte für das Jahr 2019 überhaupt noch in die Verkaufsregale bekommen könnten!

Walmart machte im Vorjahr 500 Milliarden Dollar Umsatz, davon hängen 50 Milliarden unmittelbar mit China zusammen: der Löwenanteil sind Importe aus China, ein kleiner Teil davon sind Investitionen von Walmart in China. Und Walmart gilt in den USA als Billig-Anbieter, nicht zuletzt wegen der günstigen Produkte aus China, und ist daher gerade für viele Millionen von Amerikanern mit geringem Einkommen von zentraler Bedeutung. Ca. 10% der gesamten Einzelhandelsumsätze in den USA gehen über die Kassen von Walmart, deren Kundschaft sich vorwiegend neben Geringverdienern aus der unteren Mittelschicht speist.

Nun ist es kein Geheimnis, dass Trumps Wählerbasis sich vor allem im Mittleren Westen des Landes befindet – der „fly over zone“, wie Ost- und Westküstler lästern, die über ein durchschnittlich deutlich höheres Einkommen verfügen als Menschen des Mittleren Westens. Mit anderen Worten: das Beispiel Walmart zeigt eindringlich, wer von den Zöllen Trumps besonders betroffen ist: eben seine eigenen Wähler!

 


By Brandonrush – Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=23262727

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Corona belastet die Aktienmärkte

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Verschärfung der Coronakrise belastet heute die Aktienmärkte.

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Indizes

Dax: Sentimentanalyse sieht deutschen Leitindex gedeckelt

Der Dax kommt nicht über die Marke von 14.000 Punkten. Gemäß der aktuellen Sentimentanalyse könnte diese Zone als „Deckel“ fungieren..

Wolfgang Müller

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am

Der deutsche Leitindex DAX ist ein sehr volatiler Index, mit großen Einbrüchen, aber auch rasanten Anstiegen. Andererseits läuft er oft lange Zeit quer, so dass ihm manche Marktbeobachter als langweilig titulieren. Trotz weiterer Anstiege in den USA schwankt er derzeit unterhalb der Marke von 14.000 Punkten. Gemäß der aktuellen Sentimentanalyse könnte diese Marke als Deckel fungieren.

Dax – die Rally seit Ende Oktober

Dax-Investoren brauchen starke Nerven. Im Coronajahr fiel der Leitindex im Februar/März binnen 35 Tagen um 40 Prozent von 13.795 auf 8255 Punkte intraday (deutlich mehr als die US-Indizes), um sich bis zum 8. Juni, also in zehn Wochen wieder bis auf 12.913 Punkte zu erholen – inmitten des schwärzesten Quartals seit Dekaden. Dann eine monatelange Schaukelbewegung und der Einbruch im Oktober von 13.150 auf 11.555 Punkte. Während einige schon die Jahresendrally abgeschrieben hatten, sprang der volatile Index infolge des Wahlergebnisses und der Impfstoffrally binnen Monatsfrist auf 13.455 Punkte. Während alle den November mit den historischen US-Daten als außergewöhnlich verglichen hatten, war der Dax dennoch stärker gestiegen, um dann wiederum einige Wochen nicht von der Stelle zu kommen und nicht an sein Allzeithoch zu gelangen.

Nach dem Jahreswechsel kam dann der Sprung bis auf 14.132 Punkte und seither verschnauft der Index unterhalb der runden Marke. Starke Anstiege und eine zugrundeliegende Euphorie werden häufig mit scharfen Korrekturen abgebaut, oder mit längeren Querbewegungen. Die Sentimentanalyse scheint das letztere Szenario anzudeuten.

Die Kaufbereitschaft lässt nach

Das Window Dressing zum Jahresende und die Santa Claus Rally (die letzten fünf und die ersten zwei Tage eines Jahres) haben wunderbar funktioniert. In den USA kam noch einmal ein Schnaps oben drauf, das bedeutet, dass man für die reibungslose Amtsübergabe an den Börsen noch einmal applaudiert hatte. War auch klar, dass ein Ereignis (Randale), auf das man sich fast 14 Tage vorbereiten konnte, kaum große Schäden anrichten könnte. Durch die Präsenz von 15.000 Nationalgardisten, der Polizei, dem FBI, der CIA und anderen Nachrichtendiensten und mittels aller Einsatzmittel, die man seit dem 11. September weiterentwickelt hatte: Gesichtserkennung, Schleppnetzfahndung, Überwachung von Mobilfunk, Auswertung von Seiten der sozialen Medien, V-Leute, die Sicherheitsmaßnahmen waren gigantisch. Washington war am 20. Januar der sicherste Ort.

Die großen Adressen kamen vorher noch einmal billiger in den Markt. Beim Dax könnte das die Marke von 13.700 Punkten gewesen sein (vor dem Wochenende mit 13.672 Punkten), wie es die Sentimentanalysen von Joachim Goldberg (Goldberg&Goldberg) und Stephan Heibel (Handelsblatt) ergeben haben. Es sei jetzt zu wenig Kaufbereitschaft vorhanden und spätestens beim letzten Allzeithoch um die 14.150 Punkte müsse man mit Abgabedruck rechnen, ein Deckel für die Kursentwicklung sei beim Dax auszumachen.

Die gestrige Sitzung der Europäischen Zentralbank war ein Non-Event. Es ging um die Finanzierungsbedingungen in der Eurozone und um den Instrumentenkasten der EZB, der noch voll gefüllt sei. Man stelle sich die Marktreaktionen vor, hätte daran Madame Lagarde Zweifel aufkommen lassen!

Fazit

Auch wenn die Sentimentanalyse für Trader den ein oder anderen Hinweis für die Entwicklung des DAX gibt, sollten zwei Dinge nicht außer Acht gelassen werden. Der deutsche Leitindex ist mehrheitlich in ausländischen Händen. Wenn die Angelsachsen einen Feiertag nehmen, schläft der Umsatz in Frankfurt schon zur Mittagszeit ein. Und wenn die US-Börsen wegen der vielfach beschriebenen Überhitzungszeichen (Russell 2000, Margin Debts, Put/Call-Ratio) doch einmal korrigieren sollten, hilft das Sentiment der deutsche Anleger wenig.

Die Wall Street gibt den Takt vor und so unglaublich es auch klingen mag, selbst die „Irrational Excuberance“ der neuen Anlegerklasse der RobinHoodies. Der US-Präsident hat voller Elan bereits am ersten Tag begonnen Entscheidungen zu fällen. Das große Thema Stimulus ist nun wohl schon eingepreist, einige Wall Street-unfreundliche Umorientierungen nicht. Der marktbreite S&P 500 ist seit seinem Novembertief von 3269 Punkten nun schon auf 3855 Punkte gestiegen – ein Plus von 17,9 Prozent. Wie hoch war der Anstieg im ganzen Jahr 2020? 16,26 Prozent, eine Korrektur liegt in der Luft, der Anlass dafür ist wie immer unbekannt, auch wenn die potentiellen Auslöser dafür schon so oft benannt wurden.

Ist beim Dax der Deckel drauf?

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Bitcoin

Bitcoin als Warnsignal für die Aktienmärkte? Videoausblick

Sind die Kurtsverluste bei Bitcoin eine Art Warnsignal für die Aktienmärkte, dass die Party zumindest kurzfristig erst einmal vorbei ist?

Markus Fugmann

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Sind die Kurtsverluste bei Bitcoin eine Art Warnsignal für die Aktienmärkte, dass die Party zumindest kurzfristig erst einmal vorbei ist? Bitcoin ist ja eben nicht ein Hedge, sondern vielmehr ein Liebling der Retail-Investoren – und verhält sich damit faktisch wie zyklische Aktien. Daher ist es auch kein Zufall, dass Bitcoin im März 2020 in der ersten Corona-Welle ebenso wie die Aktienmärkte deutlich gefallen ist. Die Aktienmärkte zeigen derzeit ein ähnliches Muster wie 2020: Tech steigt, aber die Marktbreite fehlt wieder – das war bis zur Impfstoff-Meldung am 09.November 2020 das dominante Muster gewesen. Die Luft nach oben scheint dünner zu werden, ohnehin ist die Beste aller Welten lämngst eingepreist, da darf also nichts schief gehen..

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