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Wann kommt die Rezession in den USA – oder wie war es in den letzten Jahrzehnten? Ein kleiner Rückblick

Über Veschuldung und steigende Aktienkurse in den USA – oder: viel Show, wenig Substanz..

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Obwohl die US-Industriedaten seit Oktober gefallen sind, zeigen die Verbraucher in der 70%-Konsumökonomie kaum Schwächen. Was zunächst einmal nicht verwundert, schließlich sorgt der abrupte Stopp im Zinsanstieg der Fed erstmal für eine Verschnaufpause für die verschuldeten Verbraucher und auch für manche Zombiefirma. Was sind denn nun die Hauptzutaten für eine Rezession in den USA? Blicken wir zuerst auf die unglaublichen Daten dieser Superhausse seit 2009, nach einer Untersuchung von Bank of America/Merril Lynch.

 

Dekade der Überheblichkeit

Verschuldung allerorten. Die drei großen Notenbanken (Fed, BoJ, EZB) pumpten nicht weniger als 10 Billionen Dollar in die Märkte bei gleichzeitigen Zinssenkungen, was Staaten und Unternehmen zu massiver Verschuldung animierte. Laut der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) sind die Verbindlichkeiten von Industriestaaten und Unternehmen (ohne China) von 48,3 Billionen Dollar auf 86,2 Billionen geklettert.

So stieg der Börsenwert des S&P 500 im Verlauf der Hausse um über 400%, der Dax um über 210%, insgesamt wurden an den Weltbörsen 50 Billionen Dollar geschaffen. Jetzt kommt die Divergenz: Das globale BIP kletterte nur um 20 Billionen Dollar oder mit anderen Worten – für einen Dollar Wirtschaftsleistung mussten über zwei Dollar neue Schulden gemacht werden.

Die ökonomisch stark wirkenden Vereinigten Staaten schlugen dabei besonders über die „Schuldenstränge“. Der bekannte Stratege Jeff Gundelach sprach davon, dass die Schulden der USA 2018 um 1,5 Billionen Dollar oder um sieben Prozent gestiegen sind, dagegen waren die europäischen Sorgenstaaten richtige Sparmeister.

 

Kommende Probleme

Amerikanische Unternehmen haben in dem Beobachtungszeitraum ihre Schulden auf sieben Billionen $ in die Höhe getrieben, knapp die Hälfte davon befindet sich schon im BBB-Bereich, also nur noch knapp über Ramschstatus. 700 Milliarden Dollar davon müssen in diesem wie auch im neuen Jahr umgeschuldet werden, zu zweifellos höheren Konditionen. (Ein Grund für die 180-Grad-Zinswende der Fed Ende Dezember). Aus Sicht der Konjunktur hatten die mindestens 900 Milliarden Dollar an Buybacks auch keinen künftigen investiven Wert.

Die Fed hat ihre Zinsanhebungen nach der neunten Steigerung bei 2,50% gestoppt, was nicht einmal der Hälfte des Niveaus der Jahre 2000 (6,50%) und 2007 (5,25%) entspricht. Was waren nun die regelmäßigen Voraussetzungen für eine Rezession in den letzten Jahrzehnten?

 

Die Auslöser für Rezessionen

Vor jeder Rezession der letzten 50 Jahre in den USA trat eine so genannte Zinsinversion auf, der Kurzfristzins war über den langfristigen Zins gestiegen (2-Jährige versus 10-jährige US-Staatsanleihe). Man kann diese Konstellation getrost als absolutes Verkaufsignal bezeichnen.

Ebenso sicher ging einer Rezession eine deutlich steigende Inflationsrate voraus.

Was natürlich nicht in Stein gemeißelt sein muss, es gibt bestimmt externe Ereignisse (schwarze Schwäne), die anstelle der Zins-/Inflationsthematik ursächlich sein können.

 

Fazit

Es liegt nach wie vor ganz stark in den Händen der Notenbank, ob es in einem Staat zu einer Rezession kommt (zumindest in den Ländern, in denen der Staat in der eigenen Währung verschuldet ist). Die Fed kennt diese Problematik und deshalb ist das Thema Zinsanhebung – besonders unter einem Präsidenten Donald Trump – ein so sensibles Unterfangen. Ich habe schon einmal den letzten Chief Economic Advisor der US-Regierung zitiert (nicht Larry Kudlow), der folgende Bemerkung zur aktuellen Fed-Politik (im Dezember) gemacht hat: „Die US-Notenbank war in den letzten drei Zyklen mit ihren Zinsanhebungen mitverantwortlich für den Absturz der Wirtschaft in die Rezession. Wenn die Fed ihre Unabhängigkeit als Institution garantieren will (besonders unter dem aktuellen Präsidenten), wird sie dieses Mal vorsichtiger agieren“. Gesagt getan, denn es geschah bereits wenige Tage später.

Betrachtet man den Kurs der 10-jährigen US-Staatsanleihe (2,62%) im Vergleich zur aktuellen Fed Funds Rate, so nähern wir uns schon der Voraussetzung Nummer eins (wobei auch hier ein zeitlicher Vorlauf besteht). Nummer zwei ist ein Anstieg der Inflation. Diese liegt aber ganz besonders in den Händen des US-Präsidenten, dazu braucht er nur die Einfuhrzölle auf 25% anzuheben.

 

 

Hollywood als Symbol für viel Show und wenig Substanz..

Von Thomas Wolf, www.foto-tw.de, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=43944546

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Hondo

    15. März 2019 13:08 at 13:08

    Moin,
    Es ist vielleicht ein drastischer Vergleich.
    Ich kenne ein ähnliches Muster von der Jagd. Trifft man Flugwild durch eine Schrotkugel dirkt ins Hirn steigen diese senkrecht nach oben. Man nennt das auch „himmeln“. Danach fallen sie wie ein Stein zu Boden. Eigentlich sind sie gleich schon beim Auftreffen der Kugel tot durch Schock aber der Körper absorbiert die Engie und leitet sie in einen Steilflugum, bis die letzte Engie aufgebraucht ist. Bar jeglicher Lebensengie kann der Körper aufgrund seiner Masse dann nur noch zu Boden fallen. Auf Grund der physikalischen Gesetze ist die die Geschindigkeit des Absturzes natürlich von Gewicht und Höhe des toten Körpers abhänging. Sehe ich auf die amerikanischen Indizies dann habe ich so das Gefühl es wirken die selben Gesetze nur auf anderen Ebenen.
    Beste Grüße

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      Koch

      16. März 2019 10:39 at 10:39

      Nein,Hondo.Es ist kein drastischer Vergleich,sondern die Wahrheit und nichts als diese,in einem genialen Zusammenhang erklärt!Zur Zeit erleben wir einen „Dead-Bird-Bounce“ par excellence.Der beinahe flugunfähig gemästete Truthahn wird massebedingt einen ganz schön grossen Krater reissen.P.s.Ich freue mich auch,dass Sie bisher von keinem Gutmenschen als seelenloser Killer gebrandmarkt wurden.Weiter so!

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    Columbo

    15. März 2019 13:37 at 13:37

    Wichtiger Faktor einer Rezession und Inflation ist der Ölpreis. Bleibt der tief oder geht noch tiefer, ist das nicht die beste Voraussetzung für Rezession und Inflation. Bleiben dann noch die Handelszölle aus und wird das von Trump geplante milliardenschwere Infrastrukturprogramm umgesetzt, frag ich mich, woher Rezession und Inflation kommen sollen?

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      Wolfgang M.

      15. März 2019 14:51 at 14:51

      Hallo Columbo. Klar spielt die Inflation (wegen der dann folgenden Zinsanhebungen) eine zentrale Rolle. Aber noch wichtiger ist die inverse Zinskurve. Warum? Weil dann die Banken kein Geschäft mehr machen und die Finanzindustrie ist für ein Viertel aller Grwinne an der Wall Street verantwortlich. Ein Einbruch in diesem Bereich reißt die ganze Wirtschaft mit nach unten. Deshalb beobachten Analysten diese Kurve mit Argusaugen.
      Gruß

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    Incamas SRL- Asuncion / Paraguay

    15. März 2019 18:46 at 18:46

    Man kann es nun den Briten in die Schuhe schieben : In diesem Februar gab es beruhigende Meldungen aus dem Statistischen Bundesamt: Deutschlands Wirtschaft sei noch einmal an einer Rezession vorbeigeschrammt. Trotz der vielen Probleme mit Trump, Brexit und Co.: Im vierten Quartal 2018 sei die Leistung der deutschen Unternehmen nicht geschrumpft. Die Wirtschaft sehe gut da!

    Jetzt stellt sich heraus:
    „Wir stecken schon tief in einer Rezession“, sagt Heiner Flassbeck jetzt gegenüber n-tv. Und das ist nicht irgendwer: Flassbeck ist ehemaliger Staatsekretär im Bundesfinanzministerium und langjähriger Chefökonom der UN-Organisation für Welthandel und Entwicklung.

    Was das Bundesamt nicht veröffentlicht hat: Der Produktionsindex zeigt in den vergangenen beiden Quartalen ein Rückgang von insgesamt 5 Prozent.

    Und das kann nur heißen:

    Es geht bergab. Und zwar kräftig. In allen wichtigen Bereichen ist die Leistung und die Produktion um volle 5 Prozent zurückgegangen. Innerhalb von nur 6 Monaten.

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      leftutti

      15. März 2019 21:23 at 21:23

      Was ist eigentlich so dramatisch und furchtbar an normalen Konjunkturzyklen? Wieso macht man sich in die Hose, wenn es Richtung Rezession oder gar Depression geht? Ähnlich, wie die Natur nach wochenlangen Hitze- und Schönwetterperioden nach Kühle und Regen lechzt, sind auch Abschwungphasen wie ein reinigendes Gewitter, um die Märkte zu bereinigen. Zombie-Firmen und andere, wenig leistungsfähige oder unflexible Unternehmen werden evolutionär aus dem Markt gefegt. Analog dazu verhält es sich auf dem Arbeitsmarkt im Angestellten- und Arbeitersektor.

      In solchen Phasen sollten Notenbanken und Politik eingreifen und ihre Instrumente weise und gezielt einsetzen ;)

      Historisch gesehen ging es nach Rezessions- und Depressionsphasen regelmäßig immer wieder aufwärts zu neuen Rekordhochs und noch mehr Prosperität. Wie in der Aufwärtsspirale eines Schraubengewindes.

      Und auch hier sollten Notenbanken und Politik eingreifen und ihre Instrumente weise und gezielt einsetzen ;)

      Seltsamerweise wurden in dem aktuellen, seit 10 Jahren schon viel zu lange andauerndem, weil künstlich erhaltenem Aufschwung alle historisch gewonnenen Erkenntnisse über Bord geworfen. Eine harmlose, wenn auch etwas anstrengendere Rezessionsphase wird blind und voller Angst verleugnet, bis es zu spät ist und es tatsächlich richtig kracht.
      Keine kühlere Wetterperiode mit Regenschauern, Nieselregen und etwas gemäßigteren Temperaturen, sondern Gewitterstürme mit Temperatursturz um 20°C, Orkanböen, Platzregen und Hagel.

      Wie auch immer, es geht inzwischen deutlich und bald recht rasant bergab, und das ist auch gut so. Draghi wird es ohnehin nie kapieren, was dieses Individuum angeht, müssen wir bis 1. November warten. Die Aktienmärkte leben ohnehin in einem Paralleluniversum mit etwa 10-jährigen ATH-Märchenphasen und abschließendem kurzen Realitätsschock. Hier müssen wir auf den baldigen nächsten Big Crunch warten. Und unsere Politiker? Die drehen in Aufschwung- wie in Abschwungphasen die steuerlichen Daumenschrauben an, verschleiern derweil laufend bestmöglich ihre eigenen Seilschaften, Klüngeleien und Lumpereien wie die Panama-Papers und vieles Vergleichbare und sehen es als einziges erstrebenswertes Ziel an, die nötige Amtszeit für unverschämte Pensionsansprüche zu erfüllen.

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Allgemein

US-Wahl egal für die US-Märkte? Experte Andre Stagge mit ausführlicher Erklärung

Redaktion

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Von

Ande Stagge über die aktuelle Lage im S&P 500 und zur US-Wahl

Ist der Ausgang der US-Wahl letztlich egal für die US-Aktienmärkte? Das denken manche Beobachter. Der Börsenexperte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) bespricht dieses Thema im folgenden aktuellen Video im Detail. Ausführlich geht er auf die einzelnen Standpunkte von Joe Biden und Donald Trump ein. Zum Beispiel seien die Steuerideen von Joe Biden eindeutig schlecht für die Wirtschaft. Natürlich muss man fair sein und erwähnen, dass die US-Unternehmen durch die große Steuersenkung von Donald Trump im Jahr 2017 massiv profitiert hatten. Andre Stagge glaubt an einen Wahlsieg von Joe Biden, und dass dies letztlich nicht gut für die Märkte wäre – auch wegen der Idee von Joe Biden den Mindestlohn in den USA drastisch anzuheben. Wichtig werde auch die Phase direkt nach der Wahl, und ob Donald Trump bei einer möglichen knappen Wahlniederlage Probleme machen wird.



Ist die US Wahl egal by Andre_Stagge on TradingView.com

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Aktien

Dieser Sektor überstrahlt die Tech-Aktien nachhaltig

Hannes Zipfel

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Tech-Aktien erfreuen sich großer Beliebtheit und werden an den Börsen dementsprechend ambitioniert bewertet. Doch allzu oft sind profitable Geschäftsmodelle in diesem Sektor so häufig anzutreffen wie Einhörner in freier Wildbahn. Abgesehen von einigen wenigen dominierenden Unternehmen mit funktionierenden Businessmodellen investieren Anleger in diesem Sektor allzu oft in grandios überteuerte Phantasie- und Hoffnungswerte. Dass es auch anders und sogar profitabler geht, zeigt eine noch stark vernachlässigte Branche.

Tech-Aktien allein sichern keinen Reichtum

Wenn Börsenprofis von Sektor-Rotation sprechen, dann wird dabei in der Regel nur ein sehr enges Spektrum betrachtet. Meist wird bei dem Tausch von Aktien aus einem Sektor in einen anderen Sektor lediglich zwischen Value und Growth unterschieden. Sowohl institutionellen Anleger als auch Privatanleger schichten je nach Börsenumfeld von Zyklikern in Wachstumswerte, primär Tech-Aktien um. Diese Sichtweise ist jedoch sehr limitiert und wird der Vielfalt der Investitionsmöglichkeiten am Aktienmärkt nicht gerecht.

Wie wäre es alternativ mit einer neuen Variante der Sektor-Rotation, bei der Gewinne im aufgeblähten Tech-Sektor (volksw. Sekundärsektor) realisiert und in einen von den weltweiten Anlegern noch stark vernachlässigten Sektor investiert werden. Dabei geht es um einen Sektor, der mit gesunden Bilanzen (oft komplett schuldenfrei), hohe Margen á la Apple & Co., starken Free-Cash-Flows, zweistelligen Gewinnsteigerungen und attraktiven Dividendenrenditen aufwarten kann.

Nicht ganz unwichtig in Zeiten der Pandemie ist zudem der Status dieses Sektors in vielen Ländern als systemrelevant, weshalb die Produktion hier auch nur peripher von den Lockdowns betroffen war und ist. Das beste aber ist der dieser Branche zugrunde liegende Jahrhunderttrend (Säkularer Bullenmarkt), der nahezu zwangsläufig zu steigenden Investitionen in diesem Sektor führt.
Im Klartext geht es um die Unternehmen, die direkt und indirekt Hartgeld in Form von monetären Edelmetallen aus dem Boden holen. Jahrelang litt die Branche unter Preisverfall und hohen Schulden. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Die meisten Minen haben sich zu investorenfreundlichen Cash-Maschinen gewandelt, die schuldenfrei und mit prall gefüllten Kriegskassen wie zuletzt die Vorstände der Tech-Aktien auf Einkaufstour gehen (M&A) oder eigene Aktien zurückkaufen.

Einsen und Nullen vs. Schaufeln und Bagger

Nicht umsonst bezeichnet man in der Ökonomie den Bergbau als Primärsektor (Urproduktion), da ohne diesen nichts geht – auch nicht im Zeitalter der Digitalisierung und des 3D-Drucks. Für alles, wovon wir uns ernähren, womit wir uns fortbewegen, unsere Gesundheit schützen, arbeiten und uns unterhalten, benötigen wir nach wie vor Rohstoffe – und zwar in einer Menge wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte.

Ein besonders spannender Bereich in diesem primären Sektor ist die Förderung monetärer Edelmetalle wie Gold und Silber, die mit modernsten Abbaumethoden zutage gefördert werden. Keine digitale Notenpresse der Welt kann deren Wert verwässern. Es könnte sich sogar in Zukunft als essenzieller Vorteil erweisen, dass unser digitales Giralgeldsystem, auf das wir uns in unserem täglichen Leben verlassen und das lediglich aus virtuellen Einsen und Nullen besteht, zusätzlich durch eine physische Alternative in Form von weltweit anerkanntem und über Jahrtausende wertstabilem Hartgeld abgesichert ist. Zu dieser Thematik empfiehlt sich das Buch der Deutschen Bundesbank mit dem Titel „Das Gold der Deutschen“. Dort ist die Bedeutung des Goldes für die Reservehaltung unserer Zentralbank sowie für das gesamte Finanzsystem unseres Landes bis hin zur Wohlstandswahrung der Deutschen anschaulich beschrieben. Gold und Silber sichern die Kaufkraft ganzer Nationen, auch im Falle einer weltweiten Pleitewelle – auch von Staaten.

Über den Minen-Sektor können Sie an diesem Megatrend partizipieren und in Unternehmen investieren, die nicht selten 60 Prozent Bruttomarge sowie knapp 30 Prozent Netto-Marge erzielen – mit stark steigender Tendenz in den letzten fünf Jahren. Darüber hinaus zahlen diese Konzerne größtenteils und ebenfalls mit steigender Tendenz Quartalsdividenden aus, die im Schnitt für das Jahr 2021 bei 2,4 Prozent p. a. liegen (Forward Dividend Yield der 25 internationalen Werte im Philadelphia Gold and Silver Sector Index). Die Zeiten, in den Gold- und Silberminen unter Schuldenlasten litten, sind längst passé. Die Unternehmen dieses Sektors haben sich in den letzten Jahren zu wahren Cash-Maschinen gemausert.

Perspektiven

Schaut man sich die Perspektive der Branche an, dann sind die Ursachen für deren Sonderkonjunktur kein temporäres Phänomen, sondern systembedingt: In dem Maße, wie die globale Überschuldung in Höhe von mittlerweile über 330 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (260 Billionen US-Dollar im 1. Quartal 2020) die Kreditportfolios der Banken durch die Zombifizierung der Unternehmen belasten und die Notenbanken zu Nullzinspolitik und Geldmengenausweitung á la Heißluftballon zwingen, um die Staaten vor dem finanziellen „Sudden Death“ zu bewahren, bleibt die Förderung von Gold und Silber ein lukrativer Megatrend.

Der direkte Vergleich

Doch genug der Lobpreisungen und zurück zu den harten Renditefakten: Es ist unumstritten, dass Anleger in den letzten Jahren und speziell seit März dieses Jahres mit einem Index-Investment in den NASDAQ und erst recht in ausgesuchte High-Teck-Aktien wie Apple, Microsoft, Tesla, Amazon oder Alphabet eine herausragende Performance erzielen konnten. Damit war diesen Aktien auch die volle Aufmerksamkeit der Börsenberichterstatter sicher. Dass nur eine Handvoll der im NASDAQ Index enthaltenden Werte für die sehr positive Wertentwicklung verantwortlich sind sei hier nur am Rande erwähnt. Ganz anders sieht die Situation bei den Gold- und Silberminen aus, deren Aufschwung von einer ausgeprägten Marktbreite getragen wird. Auf Jahressicht befinden sich alle 25 im Philadelphia Gold and Silver Sector Index befindlichen Aktien im Plus. Viele sogar auf oder in der Nähe ihrer Allzeithöchststände. Vergleicht man den NASDAQ-Index mit dem Schwerpunkt Tech-Aktien mit einem Index der weltweit 25 größten Gold- und Silberproduzenten sowie Minenfinanzierer (Royalty- und Streaming-Unternehmen) dann ergibt sich folgendes überraschendes Bild:

Chart zeigt Vergleich von Philly Fed-Rohstoffen gegen Tech-Aktien

Auch andere Zeithorizonte belegen die Attraktivität einer Beimischung von Minenaktien in einem breit diversifizierten und mittelfristig ausgerichteten globalen Aktienportfolio. So betrug die Performance des oben dargestellten Minenindex seit Jahresbeginn in US-Dollar +37 Prozent. Der NASDAQ brachte es im gleichen Zeitraum auf +21 Prozent. Über zwei Jahre hinweg betrachtet betrug die Outperfromance des Minenindex gegenüber dem NASDAQ ganze 46,5 Prozent (+108 vs. +61,5 Prozent). Auf Sicht von drei Jahren ist die Wertentwicklung mit 71,5 zu 71,25 Prozent nahezu identisch. Seit 20. Oktober 2016 performte der NASDAQ mit +96 Prozent besser als der Minenindex mit +66 Prozent. Auf Sicht von 5 Jahren hatte dann aber wieder der Minenindex klar die Nase mit +172 gegenüber +135 Prozent vorn.

Erhellend ist auch ein Vergleich der Marktkapitalisierung zwischen einem einzelnen Vertreter der Tech-Aktien und allen börsengelisteten Aktiengesellschaften der Edelmetallindustrie. Aus den Renditevergleichen, den Bewertungen sowie den Zukunftsperspektiven, die im Bereich der Tech-Aktien von Zerschlagungsintentionen überschattet werden, ergibt sich auch durch die extrem asymmetrische Kapitalallokation enormes Umschichtungspotenzial zugunsten des Minensektors.

Grafik zeigt Apple Marktwert gegenüber Edelmetallen

Fazit

Umso tiefer die Welt unaufhaltsam in den Schuldenstrudel gerät, umso interessanter wird eine Branche: die Geldproduzenten. Und damit sind nicht etwa die Zauberlehrlinge aus den Notenbankzentralen gemeint, sondern die Bergbauunternehmen, die das bewährte Geld der Vergangenheit und das verlässliche Geld der Zukunft aus der Erde schürfen. Gäbe es diese Branche nicht, würden den Anlegern eine interessante Investmentopportunität entgehen und die Möglichkeit, hart erarbeiteten Wohlstand auch in unsicheren Zeiten zu sichern, schwieriger. Auch die Weltwirtschaft und das Weltfinanzsystem können sich über das oft zu Unrecht verteufelte kosmische Geschenk der Edelmetalle freuen, genauso wie unsere Vorfahren, denen Gold und Silber durch unzählige Krisen half.

Dieser Megatrend, der seit Jahrtausenden funktioniert, verdient seinen Namen und die Unternehmen aus diesem Sektor verdienen trotz aller bekannten Risken zumindest einen Platz auf der Watchlist der Anleger. Wie interessierte Investoren ein Startportfolio in diesem Sektor aufbauen können, hatten wir bereits vor gut einem Jahr erläutert.

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Finanznews

Aktienmärkte: Warten auf den Ausbruch! Videoausblick

Die Aktienmärkte sind nach wie vor in einer intakten Seitwärtsbewegung. Mal herrscht Stimulus-Optimismus (so wie heute), mal herrscht Stimulus-Pessimismus..

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte sind nach wie vor in einer intakten Seitwärtsbewegung, ohne aktuell klar erkennbare Richtung. Mal herrscht Stimulus-Optimismus (so wie heute, nachdem Pelosi die Deadline dann doch nicht gestern enden lassen wollte), mal herrscht Stimulus-Pessimismus – es ist ein ständiges hin und her. Die Verhandlungen über den Stimulus dürften mindestens bis zum Wochenende weiter gehen, ergo die Aktienmärkte in der übergeordneten Seitwäersbewegung bleiben. Auffallend ist die Schwäche des Dollars bzw. die Stärke beim Euro, die Renditen für US-Staatsanleihen steigen derweil auf den höchsten Stand seit Juni. Obwohl die Aktienmärkte hoffnungsvoll sind, sinkt die Wahrscheinlichkeit für einen Stimulus-Deal je näher die US-Wahl rückt..

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