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Warren Buffett – Investorenstreik und Mißtrauen in die US-Wirtschaft

Warren Buffett findet keine Investitionsmöglichkeiten mehr. Dies sollte Mahnung sein, auch für Kritiker des Mannes

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Ausgerechnet der Mann, der es versteht mit Rezessionen umzugehen wie kein anderer, von denen er sechs aktiv gemanagt hat, hat das Investieren eingestellt und sitzt auf der Rekordsumme von 122 Milliarden Dollar in Cash: Warren Buffett, geboren im Jahre 1930, inmitten der größten Wirtschaftskrise des letzten Jahrhunderts, findet keine Investitionsmöglichkeiten mehr. Dies sollte Mahnung sein, auch für Kritiker des Mannes.

 

Ein allgemeiner Trend und allerlei Widersprüchliches

Während die großen Geldmanager von Merrill Lynch bis zu Deutsche Bank Wealth Management in letzter Zeit mehr und mehr an der Seitenlinie stehen, sprechen viele Ökonomen von der Mitte eines langwährenden Zyklus, in dem noch keine Rezession in Sicht sei. So geschehen auch von führenden US-Notenbankern. Ein Zyklus, der durch eine gigantische Reform der Unternehmenssteuern nochmals einen jetzt auslaufenden Schub erhielt. Warren Buffett selbst hat schon öfters Zweifel am Sinn der schuldenfinanzierten Steuerreform geäußert, „dass er es für unsinnig hält, wenn schwerreiche Menschen wie er weniger Steuern zahlen als die eigene Sekretärin.“ Dies reiße ein riesiges Loch in den Staatshaushalt, welches nur durch tiefere Zinsen der Notenbanken gestopft werden könne.

Man spricht bereits offen den Verdacht aus, dass die jetzige und etwaig folgende Zinssenkungen nur zu einem Zweck dienen, nämlich den Wirtschaftsboom bis zu den Wahlen 2020 zu verlängern. Für einen nachhaltigen Investor wie Buffett, geht so eine Politik gegen den Strich.

Vor allem auch Donald Trumps Kampf gegen den freien Welthandel, jenem Wirtschaftssystem, welches nach dem Zweiten Weltkrieg den Aufschwung und den Wohlstand für viele brachte.

 

Exkurs: Performance von Warren Buffett

Auch wenn in letzter Zeit über den bald 89-jährigem Investor viel Kritik laut wurde, der auf seine alten Tage so manche Entscheidung getroffen hat, die vielleicht nicht mehr up to date erscheint, so lohnt es sich immer auf den zeitlosen Value-Ansatz des erfolgreichen Anlegers zurückzublicken.

Warren Buffett, der Chef von Berkshire-Hathaway, ist ein unglaublicher Stockpicker und Firmenlenker. Seit seinem Amtsantritt im Jahr 1965 hat die Aktie bis heute gut 1,6 Millionen Prozent zugelegt, von 18 auf über 300 000 Dollar. Das macht aufs Jahr gerechnet rund 20 Prozent plus. Der US-Aktienindex S&P 500 stieg nur etwa zehn Prozent pro Jahr. Und das Besondere daran. Buffett ist ein Langfristanleger, der seine Aktien im Schnitt 11 Jahre hält. Sicher ist auch er nicht fehlerlos, was in einer Branche wie dem Börsenhandel auch unmöglicher ist, als auf vielen anderen Gebieten. Das Phänomen des Random Walk lässt grüßen.

Welcher Investor auf diesem Planeten kann über einen so langen Zeitraum eine derartige Performance vorweisen? Bisher Jeff Bezos oder Bill Gates, aber dieser beiden wurden mit einer Firma reich und haben nicht als Stockpicker über ein halbes Jahrhundert sechs Rezessionen überstanden.

 

Fazit

Dies sollte jetzt keine Lobhudelei auf den Investor Warren Buffett gewesen sein, sondern ein Hinweis auf den Zustand der US-Börsen, der von einem Mann, der über eine unglaubliche Erfahrung besitzt, bestimmt besser eingeschätzt werden kann als von zahllosen Analysten. Er hat bisher ein untrügliches Näschen erwiesen, darüber ob ein Markt billig oder teuer ist. Allerdings hat er bereits öfters eingeschränkt, dass er mit seiner Einschätzung von Markteinbrüchen immer etwas zu zeitig war. Richtig, aber oft zu früh.

 

 

Warren Buffett ist im Investorenstreik

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