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Warum 2018 für die Aktienmärkte viel schwieriger wird als 2017! Über „neues Geld“

Was ist entscheidend für die Aktienmärkte? Ganz einfach: Neues Geld!

FMW-Redaktion

Im Jahr 2017 kannten die Aktienmärkte, besonders die US-Indizes, nur eine Richtung: nach oben! Und das obwohl den Märkten durchaus klar sein konnte, dass die Fed die Zinsen weiter anheben würde – es hat damals einfach nicht interessiert. Jetzt aber interessiert das auf einmal, und die Frage stellt sich: warum jetzt und nicht vorher?

Ein Faktor für die Schwäche der US-Indizes gegen Ende Januar war sicher die sogenannte „blackout period“, also die Phase vor der Veröffentlichung von Quartalszahlen eines börsengelisteten US-Unternehmens, in der es untersagt ist, eigene Aktien zurück zu kaufen. Mithin fehlte also weitgehend der größte Nachfrager nach US-Aktien, nämlich die US-Unternehmen selbst.

Das ist aber nur eine Seite der Medaille. Noch wichtiger aber als Unternehmenszahlen, Aktenrückkäufe, die Fed-Politik, Politik insgesamt oder sonstige Faktoren ist schlichtweg eines: Nachfrage und Angebot nach Aktien. Liegt die Nachfrage über dem Angebot, steigen die Aktienindizes – und umgekehrt. So viel, so einleuchtend. Der ehemalige Morgan Stanley Banker Thomas H. Kee Jr. hat nun eine Formel entwickelt, die er als „Investmentrate“ bezeichnet.

Entscheidend für die Aktienmärkte sei, so Thomas H. Kee Jr., „neues Geld“. Schließlich würden Aktienmärkte nicht steigen, wenn etwa frei werdende Liquidität durch einen Aktienverkauf wieder in einen Aktienkauf investiert wird – das wäre ein Nullsumenspiel. Die Investmentrate wiederum mißt „neues Geld“, das an den Markt kommt, u.a. durch demografische Trends und soziale Normen. So konnte Thomas H. Kee Jr. also für die „Investmentrate“ eine Formel entwickeln (deren genaue Zusammensetzung er nicht verrät), die er dann bis ins Jahr 1900 „backtestete“.

Dabei stellte er fest, dass die Investmentrate in den Jahren 1928-1938 und 1969-1981 negativ war – also zur Zeit der Großen Depression (ab 1928) sowie zur Zeit der Stagflation (1969-1981). Interessant ist nun die Feststellung von Thomas H. Kee Jr, dass die Investmentrate seit fünf Jahren rückläufig ist – und nur durch die Zentralbanken mehr als kompensiert wurde, sodass die Aktienmärkte trotz der rückläufigen Investmentrate weiter stiegen.

Nun aber, im Jahr 2018, fällt der Notenbankstimulus weg – wegen der Fed, die ihre Bilanzsumme reduziert, während die EZB noch unter vermindertem Tempo aber mit absehbarem Ende ihr QE weiter betreibt. Mithin wird also ab 2018 die seit fünf Jahren stetig rückläufige Investmentrate als großer Negativ-Faktor auf die Märkte wirken, weil nun das kompensierende Element, nämlich die Notenbanken, wegfallen wird.

Daher sagt Thomas H. Kee Jr: plötzlich interessieren nun Dinge wie Zinsanhebungen, die vorher nicht interessiert haben bzw. ignoriert werden. Wourm es geht ist Angebot und Nachfrage, und dabei um altes Geld und vor allem neues Geld. Stupid!


Foto aus der Bargeld-Endverarbeitung. Foto: Deutsche Bundesbank



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3 Kommentare

  1. Entweder unlogisch (in den letzten 5 Jahren wurde so viel neues Geld aus dem Nichts erschaffen wie noch nie) oder nicht genug erklärt, was der Mann meint….!

    1. Kee’s Formel ergibt seid 5 Jahren eine rückläufige Investmentrate. Die Formel beinhaltet aber scheinbar kein Notenbankgeld. Dieses frische Geld hat nach dieser Aussage verhindert das die gleiche Reaktion an den Märkten stattfand wie bei früheren rückläufigen Investmentraten.
      Nun fällt dieser Punkt weg…
      Ist doch alles gesagt

  2. Dazu passt dieser Artikel, https://econimica.blogspot.de/2018/02/how-did-america-go-bankrupt-slowly-at.html mit vielen interessanten Grafiken.

    Die Wirkung der (Falsch-)Geldspritzen lässt deutlich nach. Man kann sich halt nicht durch Verschuldung selbst aus dem Sumpf ziehen.

    Zudem kommen jetzt auch in Amiland die Babyboomer ins Rentenalter. Da werden die Investments aufgelöst und konsumiert. Und die nachkommenden Generationen haben genug damit zu tun, ihre Studentendarlehen abzuzahlen. Da bleibt nichts für den Aktienkauf.

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