Die Märkte trotzen schwachen Konjunkturdaten: Während die Aktienmärkte weltweit auf Rekordkurs bleiben, markiert der S&P 500 neue Höchststände und der DAX hält sich überraschend stabil. Fondsmanager André Stagge analysiert in seinem neuen Video „Schlechte Nachrichten und gute Kurse“, warum schlechte Nachrichten die Aktienkurse kaum bremsen, welche Chancen sich jetzt bieten und welche Risiken Anleger im Blick behalten müssen.
Aktienmärkte: Anhaltender Höhenflug
Trotz trüber Konjunkturdaten präsentieren sich die Aktienmärkte erstaunlich robust. Im Mittelpunkt steht der S&P 500, der am Donnerstag ein neues Allzeithoch markierte, obwohl die Erstanträge auf Arbeitslosigkeit in den USA den höchsten Stand seit Oktober 2021 erreicht haben und die Inflation hartnäckig über drei Prozent verharrt. Fondsmanager André Stagge sieht darin ein typisches Spätphänomen eines langen Bullenmarkts: schlechte Nachrichten werden von den Aktienmärkten ignoriert, solange die Hoffnung auf Zinssenkungen durch die Fed anhält. Er rechnet bereits in der kommenden Woche mit einer Zinssenkung der US-Notenbank von 25 Basispunkten und hält sogar zwei weitere Senkungen bis Jahresende für möglich.
Vor diesem Hintergrund empfiehlt Stagge eine differenzierte Marktstrategie. Während er im S&P 500 seit Mai ein klares Long-Signal erkennt, rät er bei kurzfristigen Rücksetzern zur Geduld und sieht diese als mögliche Kaufgelegenheit. Seine vielzitierte „Burger-vs.-Bratwurst“-Strategie, die den US-Leitindex mit dem DAX vergleicht, signalisiert für das dritte Quartal eine deutliche Überlegenheit des S&P 500. Bis Ende September dürfte die US-Aktienmärkte nach seiner Einschätzung die Nase vorn haben, ehe im vierten Quartal der DAX wieder in den Vordergrund rücken könnte. Stagge erwartet, dass die europäische Konjunkturpolitik zusätzliche Impulse setzen wird und damit eine Jahresendrally im DAX begünstigt.
Wo liegen Chancen und Risiken?
Trotz optimistischer kurzfristiger Signale warnt Stagge vor überzogener Bewertung vieler US-Titel. Gerade im Technologiesektor seien die Gewinnschätzungen ambitioniert, das beste Beispiel ist hier der jüngste Ausblick von Oracle. Er mahnt deshalb, die psychologische Komponente nicht zu unterschätzen: Spätestens 2026 könnte sich die Anlegerstimmung abrupt drehen. Auch innerhalb der Aktienmärkte setzt er auf Diversifikation. Chancen sieht er neben dem DAX und dem S&P 500 insbesondere in China und ausgewählten Emerging Markets, die inzwischen aus technischer Sicht nach oben ausgebrochen sind.
Darüber hinaus verweist Stagge auf Gold, das durch anhaltende Inflationssorgen zusätzlichen Rückenwind erhält, sowie auf Devisenstrategien rund um Euro und skandinavische Währungen. Langlaufende Anleihen hingegen meidet er: Steigende Renditen infolge wachsender Geldmengen und höherer Inflation ließen hier Kursverluste erwarten.
Sein Gesamtfazit: Die Aktienmärkte wirken trotz hoher Bewertungen weiterhin stabil. Kurzfristig dürfte der S&P 500 besser performen, mittelfristig sieht Stagge wieder stärkere Impulse für den DAX. Doch die Aktienmärkte bleiben anfällig, wenn sich die wirtschaftliche Realität stärker durchsetzt. Anleger sollten deshalb wachsam bleiben und sich nicht allein auf die aktuellen Kursrekorde verlassen.
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Die explodierende Schuldenlast in den USA oder die politische und finanzielle Krise in Frankreich etwa werden bei dieser Analyse völlig ausgeblendet!
Den veröffentlichten Wirtschaftsszahlen in den USA ist sowieso nicht mehr zu trauen, nachdem die Satistikbehörde unter Trump-Kontrolle gebracht wurde. Die notorische Lügerei in den USA wird zur Staatsräson.
Sinkende Zinsen werden in Deutschland und anderen Ländern nur dann zu wirtschaftlichem Aufschwung führen, wenn die strukturellen Probleme (Bürokratie, Infrastruktur, Kosten etc.) gelöst werden. Aber das dauert und ist nicht in Sicht…. Vor diesem Hintergrund ist die Euphorie an den Aktienmärkten völlig überzogen und vor allem durch die ausufernde Geldmenge getrieben.
…ich schätze Herrn Stagge sehr für seine stets unaufgeregten und strukturierten Markteinschätzungen…dabei ist es auch egal, ob er mal falsch liegt, aber den Spruch mit dem „Spätestens 2026 könnte sich die Anlegerstimmung abrupt drehen“ könnte er sich eigentlich sparen…sagt er jedes Jahr und es tritt eher nicht ein…dann sollte man das weglassen…
und der Dollar stabil bis steigend mit diesen Miserablen Daten die ganze Woche durch.
Man muss es nur lange genug wiederholen. Irgendwann trifft es zu.