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Warum Aktienmärkte wegen Coronavirus bisher wenig reagieren

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Nichts scheint das große Geld von der Investition in die Aktienmärkte abhalten zu können: da werden in China ganze Millionenstädte wegen des Coronavirus in Quarantäne versetzt – na und, was kümmert es die Amerikaner? Der gestrige Tag gab einen guten Blick auf die Verfassung der Märkte: der Dow Jones schloss nach anfänglichen starken Gewinnmitnahmen bei einem Miniminus von 0,1 Prozent, S&P 500 sowie Nasdaq drehten sogar leicht ins Plus. Woher rührt diese Sorglosigkeit und das Gottvertrauen der US-Anleger in ihre Aktienmärkte?

Die Gründe für die Zuversicht der Aktienmärkte

Die Liquidität

Klar ist diese Rally in erster Linie zunächst eine liquiditätsgetriebene Hausse. Die US-Notenbank kauft weiterhin kurzlaufende Anleihen vom Markt auf, pumpt täglich Milliarden Dollar in den Repo-Markt und sorgt damit nicht nur für Finanzspielraum der großen Player, sondern auch dafür, dass die Zinsmärkte als Konkurrenz für die Aktienmärkte mehr und mehr ausfallen.

Hinzu kommt, dass sich auch ausländische Investoren auf den US-Anleihemarkt stürzen, nicht nur in Krisenzeiten, wie jetzt mit dem Corona-Virus, da die US-Zinsmärkte zumindest etwas Rendite bringen und auch noch Spielraum für Zinssenkungen haben. Das hat die Rendite der 10-jährigen US-Treasury mit gestrigen 1,72 Prozent weiter nach unten gebracht. Damit liegt man in etwa wieder im Bereich der Dividendenrendite des S&P 500 und das steigert die Attraktivität des Aktienmarktes gegenüber dem Rentenmarkt – Stichwort TINA. Was kümmert da ein KGV des S&P 500 von überhöhten 19, wenn das KGV des Rentenmarktes bei circa 58 verweilt?

Die Konjunktur

Im Hinblick auf die weitere Wirtschaftsentwicklung spielt man dasselbe Spiel wie im Jahr 2019. Man hat zwar die Aussichten der Gewinne für die Unternehmen für das erste Halbjahr zurückgenommen, erwartet aber im Präsidentschaftsjahr ein Durchstarten der Wirtschaft im zweiten Halbjahr mit Gewinnsteigerungen der Unternehmen von dann 10 Prozent. Hinzu kommt eine gewisse Befreiung durch den Waffenstillstand mit China nach dem Phase 1- Deal, wo in diesem Jahr erstmal Ruhe einkehren könnte – Europa ausgenommen.

Die letzte Umfrage der Bank of America Merril Lynch bei Fondsmanagern, die immerhin 630 Milliarden Dollar verwalten, hat dies bestätigt: 27 Prozent der Investoren rechnen derzeit damit, dass die Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten höhere Gewinne erzielen, im Dezember lag dieser Wert nur bei 13 Prozent.

Die US-Berichtssaison hat zwar erst begonnen, dennoch fällt eine erste Bilanz positiv aus: Von den 74 Unternehmen, die bis Donnerstag ihre Zahlen vorgelegt haben, hätten 70 Prozent die Erwartungen übertroffen, meldete das US-Datenunternehmen FactSet.

Ein weiteres, stützendes Element sind die immer deutlicher werdenden Andeutungen seitens der US-Regierung bezüglich einer Steuerreform 2.0, zum Zwecke des Stimmungskaufs in der US-Bevölkerung. Eine wiederum auf Pump finanzierte Entlastung der Bürger würde natürlich dem Konsum zugute kommen und die so wichtige Komponente der US-Wirtschaft weiter stützen. Für die Staatschulden hat man die Federal Reserve und die ausländischen Investoren, die die neuen Anleihen kaufen werden – glaubt man.

Die Treiber des Marktes

Da sind eindeutig weiter die großen Hightech-Unternehmen zu nennen. Dies wird ersichtlich, wenn man die Performance von zwei großen ETFs auf Jahressicht betrachtet: Das breit gestreute Tech-ETF (Tech SPDR) kommt auf einen Jahresgewinn von über 52 Prozent, während es das Konkurrenzprodukt aus dem Konsumsektor nur auf 21 Prozent brachte. Wie zuversichtlich man für die Tech-Industrie ist, zeigt die Entwicklung des Philadelphia Semiconductor Index. Dieser als Frühindikator für die Wirtschaft geltende Index erreichte gestern ein 52-Wochenhoch. Dazu sprang auch die im Sommer schwächelnde Aktie von Intel nach besser als erwarteten Quartalszahlen nachbörslich um sechs Prozent in die Höhe. Man hatte Nachholbedarf: Während Konkurrent Advanced Micro (AMD) 2019 um sagenhafte 162 Prozent zulegen konnte, war der Fastmonopolist Intel mit dem gestrigen Sprung nur auf 40 Prozent gekommen.

Was bedeutet das für den Dax?

In Europa hat man die Bedrohung der Wirtschaft – Luftfahrt, Tourismus, Konsum – viel ernster genommen als die USA, der Dax fiel weit unter seinen neuen Rekordstand von 13.640 Punkten zurück. Das Doppel-Top hat aber noch nicht so richtig gegegriffen, schließlich konnte der Bereich um die 13.400 Punkte gehalten werden.

Nach einer Auswertung der Käufe der Anlageprofis durch den Sentimentspezialisten Joachim Goldberg seien es in den letzten Tagen vor allem Ausländer gewesen, die den Dax gekauft hätten. Erstaunlicherweise sei die Stimmung bei den heimischen Institutionellen schon fast unterkühlt gewesen. Daraus schließt er auf eine gute Chance, dass der Dax seine Jagd auf das Allzeithoch wieder fortsetzen könnte.

Bei größeren Rücksetzern käme es bereits zwischen 13.200 und 13.250 Punkten zu größerer Nachfrage.

Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass es zu keiner dramatischen Entwicklung in den Ausbreitung des Coronavirus kommt.

Fazit

Nimmt man das Thema Corona-Virus in den USA auf die leichte Schulter? Wahrscheinlich, denn noch lange nicht sind die Auswirkungen auf verschiedene Bereiche der Weltwirtschaft absehbar.

Die USA wähnen sich ein weiteres Mal als Insel, der bedrohliche Virus ist weit weg und Angelegenheit der Asiaten. Ob das in diesem Fall so gerechtfertigt ist, wird man bereits in Kürze sehen. Die Ausbreitung einer Seuche ist wahrscheinlich noch schwerer zu prognostizieren, als die Kursentwicklung der Aktienmärkte!

Nach neuesten Zahlen stieg die Zahl der Todesfälle durch das Virus auf 26, mehr als 881 infizierte Patienten wurden bestätigt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht aber noch keinen internationalen Gesundheitsnotstand, es sei aber eindeutig ein Notstand für China, so die WHO. Skurrilerweise bleibt der hauptbetroffene Aktienmarkt, der chinesische, aufgrund der Feierlichkeiten um das Neujahrsfest, jetzt fast eine ganze Woche geschlossen.

Die Aktienmärkte reagieren bisher kaum auf das Coronavirus

 

5 Kommentare

5 Comments

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    Quintus

    24. Januar 2020 09:47 at 09:47

    Erinnert sich noch jemand an den Film „Contagion“ aus 2011?
    Die auf Twitter geposteten Videos jedenfalls haben wenig beruhigenden Charakter:
    https://www.zerohedge.com/geopolitical/china-quarantines-second-city-experts-warn-its-already-too-late-stop-virus

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    Sven

    24. Januar 2020 09:47 at 09:47

    Die Zahlen sind super, die Wirtschaft brummt, die Notenbanken fluten, Tina – Kaufargumente ohne Ende…das Virus spielt dabei keine Rolle… Die Fahnenstangen bekommen immer mehr Substanz!

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    Shorti

    24. Januar 2020 11:55 at 11:55

    Es kann auch trügerisch sein, in kritischen Phasen hilft oft der Börsengott ein wenig nach um die bösen Bären abzuschrecken.Wenn die Pandemie wirklich ausarten würde, wäre interessant zu sehen ,welche Medizin die Notenbanken anwenden würden.
    Die Natur wehrt sich gegen erzwungene Importe, somit werden auch Zölle bedeutungslos im Falle von Grenzschliessungen.

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    Ranzentier

    24. Januar 2020 13:23 at 13:23

    Eine Hysterie bzgl. eines Viruses…ich glaube kaum das es genau so eine Hysterie gibt jedes Jahr, wenn wegen einer Erkältungswelle in Deutschland auch mehrere alte Menschen sterben…das ist nun mal so…ein Virus wird von starken Körpern bekämpft und besiegt…schwache Körper schaffen das nicht…das Thema ist nächste Woche genauso schnell erledigt wie vor zwei Wochen ein angeblicher dritter Weltkrieg…

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      Sven

      24. Januar 2020 13:37 at 13:37

      So sieht es aus… die Märkte wollen weiter hoch, da kommt man nicht dran vorbei. Es kann einfach nicht mehr deutlich fallen, die Situation ist zu gut. Und der Markt für die Notenbanken mittlerweile “too big to fail“…Zinsen werden in den USA auf null fallen, Geld wir immer weiter gedruckt, irgendwann kaufen die Notenbanken Aktien. Das ist wie im Börsen-Bilderbuch. Wenn erst der kleine Anleger dieses Paradies entdeckt…dann sind das alles sehr, sehr konservative Kursziele der Experten für die Indizes…

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Dax: Der deutsche Leitindex ist noch nicht über dem Berg

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Der Dax konnte sich zuletzt erholen – aber geht dieser Anstieg nun wirklich weiter?

Die Börse handelt bekanntlich die Zukunft. Während sich die einen noch in der Präsenz-Panik befinden, denkt das große Kapital schon weiter und handelt. Eines ist aber sicher: Es vergeht bisher kein Tag, ohne dass sich die Lage in der Corona-Krise nicht verschlechtert.

Dennoch hat der Dax ein starkes Bestreben, sich wieder über die bekannte Widerstandsmarke von 10.000 Punkten zu begeben. Auch die gestrigen Aussagen der berühmten fünf Wirtschaftsweisen in Deutschland, schildern ein gar nicht so düsteres Bild für die Zukunft. Nur 2-5 % Wirtschaftswachstum soll unsere Wirtschaft in der klar erklärten Rezession verlieren. Vielleicht sind unsere Weisen schon ein wenig vergreist oder leben in einem anderen Land. Unsere gesamte Volkswirtschaft fällt mehr oder weniger für einen ganzen Monat aus und 50% unseres Mittelstandes kämpft mit einem möglichen Konkurs. Unsere Wirtschaftsweisen aber sprechen von nur 2% Wirtschaftsschrumpfung! Die Auswirkungen werden sich lange und wesentlich härter gestalten als gedacht. Wir sprechen von anstehenden Verstaatlichungen. Auch wird der Staat mit möglichen neuen Schulden den ganzen  Schaden nicht auffangen können.

Der Dax ist in den letzten Jahren immer aus einer Krise wieder gut herausgekommen und konnte langfristig steigen. So wird es vermutlich auch dieses Mal sein. Der Schaden wird sich aber wahrscheinlich wesentlich größer gestalten als gedacht, daher wird ein weiterer Aufschwung nach über 10 Jahren Anstieg auf sich warten lassen.

Der Dax hängt an der Zeit

Jeder Tag, der ohne positive Nachrichten vergeht, wird der deutschen Wirtschaft viele Milliarden kosten. Es ist daher eine Frage der Zeit, wann der normale Betrieb wieder aufgenommen werden kann. Es gibt aber den berühmten Punkt des „no returns“: Er ist der Knickpunkt, wann eine Krise ohne großes Aufsehen überwunden werden kann oder nicht. Ist dieser jedoch überschritten, dann diskutiert man über Langzeitfolgen, die nur wieder schwer wettgemacht werden können. Dies ist das realistische Abbild der aktuellen Situation. In der heutigen Zeit benötigt der Bürger Mut und Zuspruch – und keine düsteren Aussichten.

Was die wirtschaftliche Lage angeht, kann derzeit keine Entwarnung geben werden. Es ist so, die restlichen Worte sind für die Volksseele und für die Beruhigung. Der Zeitfaktor ist also mehr als nur entscheidend. Es geht hier um Tage – und das ist den meisten gar nicht bewusst.

Dax hadert mit der 10.000er Marke

Neben der psychologischen 10.000er Marke gibt es auch noch den Widerstand des EMA 420 (exponential moving average). Im Chart ist deutlich das Scheitern des Dax an dieser Linie mehrmals zu erkennen. Da dies ein dynamischer Widerstand ist und sich aufgrund des Zeitfaktors nach unten zieht, bildet sich dadurch ein doppelter Widerstand in dem Bereich von 9.950 und 10.000 Punkten. Um diese zwei Marken nachhaltig durchbrechen zu können, bedarf es starker Argumente. Zugegeben, diese können jeden Moment auftreten – aber geht man vom kurzfristigen Geschehen aus, dann können beim Dax noch bessere Einstiegskurse gesehen werden. Viel besser für den längerfristigen Investor ist die Jäger- und Sammler-Strategie: Den Nagel in die Wand schlagen und eine kleine Anfangsposition kaufen. Dann bei guten Gelegenheiten im kleinen Stil nachkaufen und einen guten Mischkurs bilden.

Weiter volatil

Die Meinungsvielfalt ist noch sehr groß, daher müssen wir auch diese enormen Tagesschwankungen beobachten. Geht man von dem technischen Zustand des Dax aktuell aus, dann wird der Deutsche Leitindex an seinen angesprochenen Widerständen aufgehalten. Diese zu brechen, sollte schwer sein. Die ersten Verkaufssignale (rote Kreise) sind bereits ausgebildet. Es ist eine Korrektur bis in den Bereich von 9.360 Punkten zu erwarten. Sollten wider Erwarten die Widerstände bis in den Bereich von 10.000 Punkten genommen werden, dann ist noch viel Luft auf der Oberseite. Dieses Szenario ist aber eher als unwahrscheinlich einzustufen. Der Markt benötigt klare Fakten, um klare Entscheidungen zu treffen. Diese sind noch nicht gegeben, daher wird die Volatilität im Dax & Co weiterhin hoch sein.

Der Dax steht wahrscheinlich vor einer Abwärtsbewegung

 

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

Der Dax hat sich erholt, aber die nächste Bewegung dürfte nach unten gehen

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Coronavirus: Was erwartet „Big Money“ – Crash oder Erholung?

Das Coronavirus hat die Investoren auf dem falschen Fuß erwischt und den schnellsten Crash seit 1929 ausgelöst. Haben wir die Tiefs bei den Aktienindizes schon gesehen?

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Das Coronavirus hat die Investoren auf dem falschen Fuß erwischt und den schnellsten Crash seit 1929 ausgelöst. Die wohl am meisten gestellten Frage von Anlegern lautet derzeit wohl: Haben wir die Tiefs bei den Aktienindizes schon gesehen oder geht es noch viel stärker abwärts? Dies kann natürlich kein Mensch seriös beantworten, egal welcher Methode er sich auch bedient. Aber interessant ist es dennoch, was große Investoren in naher Zukunft erwarten, denn schließlich sind sie es, die mit ihren großen Anlagesummen die Märkte bewegen. Deshalb sind Umfragen und der Vermögensverwaltern interessant.

Coronavirus: Die große Skepsis , auch unter den Großen

Der Crash der Aktienindizes im schnellsten Tempo aller Zeiten hat Spuren hinterlassen, auch in der Zuversicht der Großanleger. Wie eine Befragung von Boston Consulting Group (BCG) im März bei 150 Investoren ergab – die nicht weniger als vier Billionen Dollar in ihren Portfolios halten – rechnen diese zwar mit einem Ende der wirtschaftlichen Vollbremsung bis Ende des dritten Quartals, aber nur ein Sechstel der Verwalter geht davon davon, dass es bereits dann wieder mit dem gewohnten Gewinnwachstum weitergeht. Die Hoffnung auf eine schnelle, V-förmige Erholung nach dem Coronavirus ist also verflogen. 60 Prozent der Vermögensverwalter glauben an weiter fallende Kurse bis Jahresende, ein Viertel von ihnen ist für die Periode neutral gestimmt. Und das ist das Neue an der Situation: Der Glaube an die Allmacht der Notenbanken hat durchd as Coronavirus schwer gelitten, zusammen mit den Konjunkturprogrammen der Regierung könne das laut Befragten nur für eine Verhinderung des ganz großen Crash sorgen. Was heißt das jetzt in konkreten Zahlen?

Für den S&P 500 sehen die Großinvestoren weiteres Abwärtspotenzial auf durchschnittlich 2062 Punkte, einige rechnen mit noch tieferen Kursen bis knapp 1800 Punkte. Angesichts des Schlusskurs beim Leitindex der Welt von 2541 Punkten am gestrigen Tag, wäre dies doch noch ein gewaltiger Vermögensverlust bei dem immer noch über 20 Billionen Dollar schweren Index.

Es wären natürlich keine professionellen Vermögensverwalter, wenn sie für die weitere Zukunft keinen Optimismus verspürten.

Über die Hälfte glaubt für 2021 wieder an steigende Kurse – und erst recht für das Jahr 2022. Eine neue Bescheidenheit scheint eingekehrt zu sein, wenn man sich die Prognose von 3075 Punkte für den S&P 500 in drei Jahren betrachtet, denn diese Kennzahl liegt immer noch etwa 10 Prozent unter dem Höchsstand der Börse von Mitte Februar 2020. Für das aktuelle Jahr ist man äußerst bescheiden geworden. Laut BCG fordert eine Mehrheit der Großinvestoren die Firmen innerhalb des nächsten Vierteljahres auf, ihre Geschäftsergebnisse anzupassen, ohne sich aber der Illusion hinzugeben, dass diese in diesem Jahr noch erreicht werden können.

Der Buyback-Boom ist vorbei

Die neue Bescheidenheit der Vermögensverwalter nach dem Crash erkennt man an ihrer Forderung, dass die Firmen für Liquidität sorgen und damit sogar Investitionen verschieben sollten, wenn dies für absehbare Zeit von Vorteil sei. Außerdem solle man Aktienrückkäufe zurückfahren und sogar Dividendenkürzungen hält man für akzeptabel.

Wenn das „Financial Engineering“ für den S&P 500 für die weitere Zukunft drastisch gekürzt würde, entfiele ein bedeutsamer Kurstreiber für die Märkte.

Schließlich haben diese in den Jahren 2019 (806 Milliarden Dollar) und 2018 (729 Milliarden Dollar) für einen Großteil der Indexgewinne gesorgt.

Fazit

Was soll man von dieser Umfrage halten? Sehr oft sind Ergebnisse solcher Umfragen als Kontraindikation zu sehen, zumindest bei eindeutiger oder extremer Positionierung. Aus der Märzbefragung hingegen ist große Unsicherheit, aber auch große Vorsicht zu entnehmen. Das Coronavirus und seine Folgen ist für jeden Investor – selbst für Warren Buffett, der bereits sechs oder sogar sieben Rezession erleben musste – Neuland. In den kommenden Wochen wird sich vermutlich in den Zentralen der Geldsammelstellen fast extremer Wankelmut breit machen (müssen). Auf der einen Seite werden die negativsten Konjunktur- und Unternehmensmeldungen im April auf die Manager einprasseln, die sie jemals in ihrem Leben lesen mussten. Auf der anderen Seite sehen sie die gewaltigsten Stützungsprogramme, die Regierungen und Notenbanken jemals auf den Weg gebracht haben.

Und nicht zuletzt muss man das mathematisch-medizinische Konstrukt einer bisher nicht erlebten Pandemie verdauen, welches in Kürze Meldungen der Niedergeschlagenheit, aber auch der Hoffnung produzieren wird.

„Wo Gefahr herrscht, wächst das Rettende auch“, schrieb einst der vor 250 Jahren geborene Dichter Hölderin. Auf die heutige Situation bezogen, könnte dies so etwas bedeuten wie: Irgendwann werden sich die Hoffnungssignale schlagartig so verstärken, dass das neu geschaffene und das geparkte Geld an die Märkte zurückfließt und einen Crackup-Boom nach dem Abflauen des Coronavirus auslöst. Jedoch gefolgt von starker Inflation und einem erneuten Test der Finanzmärkte mit ihrem FIAT-Money. Derzeit gibt es kaum Anhaltspunkte und frühere Beispiele, wie sich die Börsen kurzfristig entwickeln könnten. Eine Eigenschaft der Wertpapierbörsen funktioniert gerade nicht: Börsen können blitzschnell Informationen verarbeiten und deren mögliche Auswirkungen auf die Zukunft, aber keine Ereignisse. Und so ein Ereignis ist das Coronavirus.

Bei Covid-19 gibt es keine Insider, die von ihren frühen Kenntnissen (und auch Beziehungen) profitieren könnten. Vielleicht bedeutet das aktuell wenigstens ein wenig Chancengleichheit zwischen den Großen und den Kleinen..

Das Coronavirus hat einen Crash ausgelöst - wie geht es jetzt weiter?

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Aktienmärkte: Voraussetzungen für eine Trendwende! Videoausblick

Die Aktienmärkte konnten auch gestern wieder zulegen. Aber ist das bereits die Trendwende, wie viele glauben? Noch fehlen entscheidende Voraussetzungen

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Die Aktienmärkte konnten auch gestern wieder zulegen – und damit die massiven Verluste seit Jahresbeginn wieder etwas eingrenzen. Aber ist das bereits die Trendwende, wie viele glauben? Danach sieht es nicht aus – vielmehr fehlen noch entscheidende Voraussetzungen, dass die Aktienmärkte wirklich eine Trendwende schaffen können. Eine davon ist, dass die von Regierungen und Notenbanken versprochenen Gelder auch wirklich schnell und effektiv ankommen – unser Finanzsystem ist darauf aber nicht ausgelegt. Weitere Voraussetzug ist eine Trendwende vor allem bei Corona-Zahlen in den USA (vor allem New York) – ist der Peak wirklich Mitte April erreicht, wie die Trump-Administration annimmt? Nach wie vor spricht auch die Positionierung der Investoren für eine Trendwende..

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