Europa

Warum alles so super bleibt wie es ist! Und warum es nie wieder Rezessionen gibt..

Sind Volkswirte „Untergangspropheten“? Das meint zumindest der Volkswirt Carsten Brzeski von ING Markets – diese Volkswirte würden mit Negativ-Prognosen viel Aufmerksamkeit erregen, und wenn dann die Prognose nicht eintreffe, würden sich eben alle freuen und sagen: „Schwamm drüber!“.

Da wolle er doch einmal dagegenhalten, so Brzeski, denn eigentlich sei doch alles super, der Aufschwung gehe ungetrübt weiter. So würden die Notenbanken (durch Anhebung von Zinsen) die Konjunktur nicht abwürgen – alles also weiter frei Fahrt. Auch der Handelskrieg sei bisher kaum relevant und umfasse nur einen geringen Teil des globalen Handels (dagegen warnt aber etwa der amerikanische Einzelhandelsverband davor, dass bestehende Lieferketten gesprengt würden, die zu ersetzen Jahre dauern würde, einmal ganz abgesehen von der infaltionären Wirkung von Zöllen..).

Und, so meint Brzeski weiter, auch die Schwellenländer-Krise sei viel zu klein, um als Faktor wirklich eine Rolle zu spielen. Also empfiehlt unser optimistischer Volkswirt: zurück lehnen und die letzten Sonnenstrahlen genießen. Unbedingt, Mr. Brzeski, machen wir doch glatt!

Aber andere sehen das ein bißchen anders – immer diese ewigen Schwarzmaler und Defätisten! Zum Beispiel die (stets nörgelnden?) deutschen führenden Konjuntkurinstitute, die heute vor einer Rezession warnen, wenn der Handelskrieg weiter eskaliert. Und dabei noch dreisterweise ihre Prognose für das deutsche BIP für das Jahr 2018 von +2,2% auf nun nur noch +1,7% absenken. Unverschämtheit!

Aber sicher hat Herr Brezski recht mit seiner Prognose, dass alles so supertoll bleibt nach kaum einmal zehn Jahren Aufschwung. Da freuen wir uns doch in vollster Siegeszuversicht auf die nächsten 300 Jahre Aufschwung, weil Rezessionen doch ein Ding der Vergangenheit sind – in der heutigen Zeit der Überschuldung können wir uns ja schließlich auch eine Rezession gar nicht mehr leisten, nicht wahr?


Ewiger Konjunktur-Sommer in Deutschland?
Von I, Luc Viatour, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=998412



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2 Kommentare

  1. So sehen das die europ. Aktienmärkte seit 10 Uhr wohl auch ….

  2. ….:-)))) ja, das ist wohl wahr. Seit Jahren schon zählen die Fundamentaldaten nicht mehr.
    Es wird alles in die gleiche Richtung gelenkt indem man bei jeder News einfach die Algos auf Kaufen stellt.
    Und so wird auch jede news, egal ob positiv oder negativ für die Märkte, POSITIV dargestellt.
    Dann lösen die shorties ihre Posis auf und so kommt der Dominoeffekt das alles nur noch wie von Geisetrhand gesteuert nach oben läuft.
    Traden nach Fakten ist schon seit vielen Jahren nicht mehr möglich.

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