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Warum auch ein Warren Buffett kein Abo auf Erfolg hat!

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Warren Buffett

Dass auch Erfolgsinvestor Warren Buffett, der vor der Spende eines Großteils seines Vermögens reichster Mensch der Welt war, nicht immer richtig liegen muss, beweist der heute gemeldete Verkauf seines Zeitungsgeschäfts. Gänzlich zurückziehen wird sich Buffetts Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway (hat gigantische Cash-Reserven) jedoch nicht. Sie gibt dem Käufer der Zeitungen mehr als eine halbe Milliarde US-Dollar Kredit… für den Kauf der Zeitungen. Und wie sieht es mit dem Rest des Beteiligungsportfolios aus? Da schlummern einige erstaunliche Risiken!

Warren Buffett bevorzugt es, Unternehmen zu behalten, statt damit zu handeln!

Dass Warren Buffett sich einmal von gekauften Unternehmen trennt, ist selten. Sein Erfolgsmodell basiert nicht zuletzt darauf, dass er sich Unternehmen in stabilen Branchen sucht, die von erfolgreichen Managern geführt werden und kontinuierlich positive Cashflows generieren. Nach dem Aufkauf belässt er die Manager an ihrem Platz, die die Unternehmen erst so erfolgreich machten, dass Buffett sie kaufen wollte. Im Idealfall können solche Unternehmen ewig im Besitz von Berkshire Hathaway bleiben. Zumindest solange, wie sie positive Cashflows generieren, mit denen Berkshire neue Unternehmen aufkaufen kann.

Beim Zeitungsgeschäft scheint das inzwischen nicht mehr der Fall zu sein. Oder zumindest denkt Buffett, dass die Unternehmen in absehbarer Zukunft keine positiven Cashflows mehr für ihn generieren werden. Unrealistisch ist diese Aussicht nicht. Noch nie seit den 40er Jahren des vorherigen Jahrhunderts wurden in den USA so wenige Zeitungen verkauft wie 2019. Und was seltener gelesen wird, ist auch für Werbetreibende zunehmend unattraktiv. Das Zeitungssterben in den USA ist in vollem Gange.

Umso erstaunlicher ist, dass Buffett trotzdem 576 Millionen US-Dollar investiert, um die Zeitungen loszuwerden. Das ist der mit hohen 9% pro Jahr finanzierte Kredit, den Berkshire Hathaway dem Käufer für den Kauf der Zeitungen und das Ablösen alter Verbindlichkeiten gab. Und der Käufer, das ist kein anderer als Lee Enterprises, die schon bisher das Zeitungsgeschäft für Berkshire managten. Wieso Lee Enterprises jedoch denkt, das Ruder ohne Berkshire herumreißen zu können, wenn es schon nicht mit Berkshire gelang, ist ein Rätsel. Warren Buffett jedoch scheint zumindest davon auszugehen, dass das Zeitungsgeschäft lange genug überlebt, um die 576 Millionen US-Dollar Kredit wieder abzutragen.

Klimaschutz ist bei Warren Buffett ein blinder Fleck

In Zukunft könnte noch mehr von Berkshires Geschäft unter Druck geraten. Denn die Unternehmensbeteiligungen bringen es auf nicht weniger als 189 Millionen Tonnen CO2-Ausstoß pro Jahr. Das entspricht etwa 20% des Gesamtausstoßes der deutschen Volkswirtschaft.

In Sachen Klimaschutz gibt sich Berkshire Hathaway jedoch vollständig verschlossen. Auf Anfragen des Carbon Disclosure Projects, die die Klimaschutzanstrengungen von Unternehmen messen, antwortet Berkshire regelmäßig überhaupt nicht. Das ist seltsam, denn Berkshire Hathaway ist vom Klimawandel in besonderem Maße betroffen. Das Unternehmen ist im Wesentlichen eine Versicherung mit angeschlossenen Unternehmensbeteiligungen. Über GEICO ist Berkshire im Erst- und über General Re im Rückversicherungsgeschäft tätig. Mehr noch: Berkshire Hathaway Reinsurance Group ist auch noch der weltgrößte Versicherer für Rückversicherer gegen Naturkatastrophen, also eine Versicherung, die Rückversicherer versichert, denen die Risiken zu groß sind, gegen die sie Erstversicherer absicherten. Und die Zahl und Schwere der Naturkatastrophen nimmt erwiesenermaßen im Zuge des Klimawandels zu.

Es sollte also Berkshires ureigenstes Interesse sein, den Klimawandel zu begrenzen, um seine negativen Auswirkungen auf das eigene Kerngeschäft gering zu halten. Doch davon ist bis jetzt nichts zu spüren. Neben Versicherungen gehören Unternehmen der Baustoff-, Energie- und Transportbranchen zu Berkshires Kerninvestments. Die eigene Eisenbahngesellschaft hat nicht nur das größte Schienennetz der USA, sondern auch eine Flotte bestehend ausschließlich aus Dieselloks. BNSF Railway ist einer der größten Dieselverbraucher der USA. Berkshire ist über die eigenen Beteiligungen Betreiber diverser Kohle- und Gaskraftwerke sowie Kohleminen.

Mehr Klimaschutz könnte den Wert von Buffetts Beteiligungen reduzieren

Und während andere Versicherungs- und Kapitalanlagegesellschaften inzwischen einen Bogen um klimaschädliche Investitionen wie die in Kohleminen machen, scheint bei Berkshire noch kein Umdenken stattgefunden zu haben. Das kann mittel- und langfristig ein Problem werden. Einerseits durch stärkeren Druck vom Gesetzgeber in Richtung klimaschonenderen Wirtschaftens, was die Kosten erhöhen oder bestimmte Geschäfte gänzlich verunmöglichen könnte.

Und andererseits durch sinkende Marktwerte der eigenen Beteiligungen. Ein Kohlekraftwerksbetreiber könnte in einem Jahrzehnt unverkäuflich sein, während er heute noch gutes Geld bringen würde. Als Anleger und Aktionär von Berkshire Hathaway sollten Sie diesen blinden Fleck des Erfolgsunternehmens im Blick behalten. Er könnte die Ursache künftigen Misserfolgs sein. Und dass auch ein Warren Buffett kein Abo auf Erfolge hat, zeigt der heutige Verkauf des scheiternden Zeitungsgeschäfts.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – TINA is back!

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Alternativlosigkeit zu Aktien sei zurück, sowie die Angst bei der Rallye Gewinne zu verpassen.

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Tesla: Frank Thelen ist voll des Lobes über den „Battery Day“ -Video

Claudio Kummerfeld

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Für die Börsianer war der diese Woche stattgefundene „Battery Day“ von Tesla eine Enttäuschung. Die Produktion viel günstigerer Autos mit sehr langer Batterielaufzeit dauere noch drei Jahre. Und zack, die Aktie von Tesla fiel spürbar. Aber der aus der „Höhle der Löwen“ bekannte Investor und Tech-Experte Frank Thelen singt im folgenden Instagram-Video ein Loblied auf den Battery Day von Tesla. Er sieht hier von A-Z ein sensationelles Konzept, und einen großen Schub hin zu einem wirklich erschwinglichen Auto. Dass so ein riesiger Sprung nach vorne nun mal nicht sofort funktioniere, sondern drei Jahre dauere, sei ganz normal. Aber sehen Sie selbst.

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Aktien: Vermögensreport offenbart, Deutsche investieren mehr

Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik wirkt, die Bürger wenden sich stärker Aktien zu

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Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Der aktuelle Allianz Global Wealth Report hat es dargelegt: Die Notenbankpolitik der Länder wird dazu führen, dass das Vermögen der Wohlhabenden global trotz Corona ansteigen wird – auf 198 Billionen Euro zu Jahresende – FMW berichtete darüber. Der Report zeigt aber auch, dass sich die deutschen Sparer mehr den Aktien als Anlagevehikel zuwenden.

Aktien: Corona und die Vermögensbildung

Die Volkswirte der Allianz werteten Daten aus 57 Nationen aus, zum Vermögen aus Bargeld und Bankeinlagen, angelegtem Geld in Versicherungen und Pensionskassen sowie Anlagen in Wertpapieren und Fonds. Trotz der Pandemie erhöhte sich dies im ersten Halbjahr des Jahres um 1,5 Prozent, der Frühjahrseinbruch von geschätzten 4,3 Prozent ist damit mehr als ausgeglichen. Über die Gründe braucht nicht großartig spekuliert zu werden: Staatliche Rettungsprogramme, die Geldpolitik der Notenbanken, eine erhöhte Sparneigung der Konsumenten und natürlich der Anstieg der Aktien. Noch ein kurzer Blick auf die Vermögensübersicht der Länder pro Bürger:

USA: 209.524 Euro
Schweiz: 195.388 Euro
Singapur: 116.657 Euro

18. Deutschland: 57.097 Euro

An dieser Übersicht wird wieder einmal das Problem einer statistischen Erfassung von Durchschnittswerten ersichtlich. Die vier reichsten Amerikaner besitzen ein Vermögen von über 500 Milliarden Dollar, verteilt auf die 331 Millionen Amerikaner würde dies bereits 1500 Dollar pro Bürger ergeben. Dabei gab es 2019 allein schon 607 Milliardäre in den Vereinigten Staaten. Man bräuchte aus so einer Statistik nur den reichsten Mexikaner, Carlos Slim, aus der Liste entfernen und schon hätte man veränderte Zahlen für das Land. Aber erstaunlich ist diese Vermögensverteilung auf der Welt dennoch. Im Jahr 2019 lagen von den 192 Billionen Euro Weltvermögen nicht weniger als 83,7 Billionen in den USA.

Die Entwicklung in Deutschland

Was bedeutet das für das Land der (Geld-)Sparer, mit deren 2,4 Billionen Euro auf nicht verzinslichen Konten? Die Allianz stellt fest, dass sich die Bankeinlagen um 3,5 Prozent und damit weniger als in anderen Ländern erhöht haben (Frankreich plus 6 Prozent, China plus 9 und die USA plus 10 Prozent).

Dennoch stieg das Vermögen der Haushalte um 1,3 Prozent im ersten Halbjahr und sollte nach der Schätzung der Allianz zum Jahresende 6,8 Billionen Euro erreichen. Da dies nicht am Geldmarkt zu verdienen war, deutet dies auf eine Verhaltensänderung im Sparverhalten hin.

Die langsame Hinwendung zu Aktien

Lange hatte man es eigentlich schon erwartet, dass die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank wirkt und sich die Bürger stärker den Aktien zuwenden. Die Allianz stellt fest, dass die deutschen Sparer in den vergangenen drei Jahren 20 Prozent ihrer verfügbaren Ersparnisse direkt in Aktien angelegt haben. Auf Sechsjahressicht waren dies 5,8 Prozent und das Interessante daran ist, dass US-Bürger in dieser Zeit nur 0,7 Prozent in Aktien investiert haben. Das bevorzugte Investment waren börsengehandelte Indexfonds. Allerdings beziehen sich diese Werte auf die Zeit vor Corona und seither gibt es den großen Hype um die gebührenfreien Brokerdepots – Stichwort RobinHood. Diesen Trend gibt es auch in Deutschland mit der riesigen Zahl neu eröffneter Depots bei günstigen Direktanlagebanken.

Es verändert sich auch der so genannte Home Bias, also die Bevorzugung heimischer Titel. Deutsche Anleger investieren verstärkt in ausländische Aktien, die Quote stieg in den vergangenen sechs Jahren von 25 auf 38 Prozent. Aber noch ist Deutschland weit von der angelsächsischen Aktienpräferenz entfernt.

In den USA liegen 53 Prozent der Ersparnisse auf Wertpapierkonten, in Deutschland 25 Prozent.

Fazit

Auch wenn das Pflänzchen Anlage in Aktien in Deutschland langsam wächst, sind es laut Allianz vorwiegend die Haushalte mit einem höheren Einkommen, die sich an diese Assetklasse heranwagen. 30 Prozent unserer Haushalte besitzen kaum Geldvermögen. So zählt auch Deutschland zu den Ländern, in dem „die Vermögensverteilung relativ ungleich verteilt ist“, so Arne Holzhausen, Leiter Insurance und Wealth Markets bei der Allianz.

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