In ihrer neuen Analyse mit dem Titel „Bitcoin wird Investoren in die Falle locken“ werfen die Analysten von Bravos Research einen genauen Blick auf die Entwicklung von Bitcoin im Vergleich zum S&P 500 und erklären, warum die Kryptowährung derzeit hinterherhinkt. Während die Aktienmärkte anhaltende Stärke zeigen und die Fed eine lockerere Gangart signalisiert, entsteht am Kryptomarkt ein Spannungsfeld, das viele Anleger nervös macht. Die entscheidende Frage lautet: Handelt es sich um ein gefährliches Vorzeichen für einen erneuten Absturz – oder um die Ruhe vor der nächsten Aufholjagd?
Aktienmärkte hängen Bitcoin ab
Seit August 2025 haben die US-Aktienmärkte, gemessen am S&P 500, um rund zehn Prozent zugelegt. Bitcoin hingegen verlor im gleichen Zeitraum etwa ein Viertel seines Wertes. Diese Divergenz gilt als ungewöhnlich, da Bitcoin traditionell als Hochrisiko-Asset in Phasen steigender Risikobereitschaft überdurchschnittlich performt.
Ein ähnliches Muster war jedoch bereits vor dem Höhepunkt des Bullenmarktes 2021 zu beobachten: Aktien stiegen weiter, während Bitcoin an Momentum verlor – gefolgt von einem massiven Bärenmarkt. Genau diese historische Parallele nährt aktuell die Sorge vieler Investoren. In den vergangenen Tagen geriet die Kryptowährung erneut unter Verkaufsdruck und fiel bis auf 86.000 US-Dollar zurück, während der US-Leitindex S&P 500 kurz davorsteht, mit der 7.000-Punkte-Marke den nächsten Meilenstein zu erreichen.
Fed-Politik als Schlüsselfaktor
Bravos Research argumentiert jedoch, dass ein isolierter Blick auf Kursverläufe zu kurz greift. Entscheidend seien vielmehr die Liquiditätsbedingungen, allen voran die Geldpolitik der Fed. Zwar senkt die US-Notenbank seit Ende 2024 die Leitzinsen, doch der entscheidende Vergleich ist nicht die Richtung der Zinsen, sondern ihr Verhältnis zur zweijährigen US-Staatsanleihe. Diese Rendite gilt als Maßstab für das vom Markt erwartete neutrale Zinsniveau. Solange der Fed Funds Rate über dieser Rendite liegt, bleibt die Geldpolitik faktisch restriktiv – selbst bei nominalen Zinssenkungen.
Genau dieses Umfeld besteht laut Analyse seit 2023. Historisch führte eine solche Konstellation nicht zwingend zu einem Bärenmarkt, sondern oft zu sogenannten Midcycle-Korrekturen. Ein prominentes Beispiel ist das Jahr 2019: Bitcoin korrigierte deutlich, bevor eine massive Rally folgte, als die geldpolitische Linie klar expansiv wurde. Auch heute deutet vieles darauf hin, dass die Fed perspektivisch stärker lockern könnte, nicht zuletzt durch einen möglichen Wechsel an der Fed-Spitze im Jahr 2026. Laut dem FedWatch-Tool der CME rechnen die Märkte mit zwei Zinssenkungen in diesem Jahr.
Liquidität bleibt entscheidend
Der zweite zentrale Faktor ist die Bilanz der Fed. Trotz anhaltenden Quantitative Tightening, also einer gezielten Reduktion der Notenbankbilanz, durchlief Bitcoin einen ausgeprägten Bullenmarkt, der am 6. Oktober in einem Allzeithoch von rund 126.000 Dollar gipfelte. Historische Vergleiche aus den Jahren 2012 und 2019 zeigen, dass die Kryptowährung auch in Phasen rückläufiger Zentralbankliquidität erhebliche Kursgewinne erzielen kann.
Auffällig ist jedoch, dass die Fed zuletzt erneut damit begonnen hat, ihre Bilanz auszuweiten, unter anderem durch den Kauf kurzfristiger Staatsanleihen. Eine solche Lockerung der monetären Rahmenbedingungen begünstigt üblicherweise Liquiditäts-Assets wie Kryptowährungen. Umso bemerkenswerter ist, dass Bitcoin – anders als die Aktienmärkte – bislang kaum davon profitieren konnte.
Parallel dazu sind die Bankreserven im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt auf ein kritisches Niveau gefallen, was den Handlungsdruck auf die Notenbank erhöht, zusätzliche Liquidität in das Finanzsystem zu pumpen.
Vor diesem Hintergrund werten die Analysten von Bravos Research die aktuelle Schwäche von Bitcoin nicht als Vorboten eines erneuten 75-prozentigen Absturzes, wie er in der Vergangenheit häufig zu beobachten war, sondern als eine Zwischenkorrektur. Sollte sich das Muster von 2019 wiederholen, könnte Bitcoin den Aktienmärkten zeitverzögert folgen – und sie am Ende sogar deutlich übertreffen. Ob diese Rechnung aufgeht, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell und entschlossen die Fed auf die zunehmenden Spannungen im Finanzsystem reagiert.
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Der Bitcoin ist eine hochlogische Entwicklung. Allerdings ist er so hoch logisch, dass er sich den meisten Menschen entzieht.
Sollten Regierungen allerdings CBDCs durchsetzen, wird dies die Menschen in den Umgang damit zwingen und dann wird die Entscheidung immer häufiger pro Bitcoin oder vernünftiger Stabelcoins ausfallen.
Die kryptographischen Währungen spielten bis zur Lehman Pleite überhaupt keine Rolle an der Börse. Es gab sie einfach nicht.
In der Spitze wurde eine Marktkapitalisierung von etwas über 4 250 Milliarden US Dollar erreicht…
Jetzt orientieren sich die Cryptoianer um… und stecken ihre erzielten Gewinne in die Edelmetalle ….speziell in Gold und Silber.
Hoch gehebelt über Optionen und Derivate…. sind da bessere Kurssteigerungen drin ….als mit den abgelutschten Cryptos…
Und wenn die Edelmetalle ausgelutscht sind…. wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben…
Die Hoffnung der Profis ist, dass bei mehr Liquidität die Bitcoins aufholen würden, jetzt sieht es so aus,dass die Aktien den Bitcoins als Vorläufer nach unten folgen müssten. Spannend zu sehen wie lange das wacklige Aktien – Kartenhaus noch gestützt werden kann.
Dollar, Bitcoin, US- Bonds und Amerika haben Vertrauensverlust erlitten, warum sollten US- Aktien nicht folgen ?