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Warum das Coronavirus den Euro beerdigen könnte!

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Euro vor dem Aus? Die EZB spielt eine entscheidende Rolle

Dass bei der Konstruktion des Euro entscheidende Fehler gemacht wurden, bemerkten die Menschen spätestens 2011 mit der Krise in Griechenland. Der für alle Teilnehmer einheitliche Wechselkurs ist für schwache Volkswirtschaften zu hoch und für starke Volkswirtschaften zu niedrig. Das verschärft die Ungleichgewichte, statt sie abzubauen, wie es das Ziel der EU ist. Das Coronavirus und die dadurch bedingten rapiden Veränderungen in Europa sind eine Chance, den Euro einvernehmlich aufzugeben und zu nationalen Währungen zurückzukehren. Am Ende profitieren davon alle.

Die Rufe nach Eurobonds, oder jetzt Coronabonds genannt, werden wieder lauter. Gemeint sind Anleihen, für die alle Eurostaaten gemeinsam haften. Die Rufe werden jetzt lauter, weil viele Menschen annehmen, dass Staaten wie Italien, Spanien und auch Frankreich aus der Krise deutlich geschwächter hervorgehen werden als zum Beispiel Deutschland. Insbesondere Italien ist ein Kandidat für massiv in die Höhe schnellende Risikoprämien, auch Zinsen genannt, für die eigenen Staatsanleihen. Das Land war schon vor dem Coronavirus das am zweithöchsten verschuldete Land Europas. Es hat die eigene Wirtschaft eher heruntergefahren als die anderen Eurostaaten und wird ausgerechnet im wirtschaftlichen Herz des Landes am stärksten getroffen, dem Norden. Man braucht nicht viel Phantasie um sich auszumalen, wo die Renditen für italienische Staatsanleihen stünden, wenn die Europäische Zentralbank sie nicht in unbegrenzter Menge kaufen würde. Kleiner Tipp: Nicht bei 1,33% für eine zehnjährige Laufzeit.

Die EZB kauft Euro-Anleihen jetzt in beliebiger Höhe zur Zinsmanipulation

Bevor die EZB ankündigte, für 750 Milliarden Euro Staatsanleihen zu kaufen, stieg die Rendite in 15 Tagen von 0,99% auf 2,43%. Als die Rendite 2,43% erreichte, kündigte die EZB am Abend des 18. März an, 750 Milliarden in Anleihen zu stecken. Die Rendite sank daraufhin bis zum vergangenen Donnerstag wieder aus 1,23%. Als sie am Freitag wieder zu steigen begann, strich die EZB kurzerhand die 750 Milliarden und ersetzte sie durch eine unbegrenzte Menge. Theoretisch könnte die EZB also auch alle Staatsschulden der Eurokrise aufkaufen. Will der Staat mehr Geld ausgeben, druckt die EZB das Geld einfach. Fragt sich nur, wann die Steuerzahler beginnen zu fragen, wozu sie überhaupt Steuern zahlen sollen, wenn die EZB doch auch einfach das Geld drucken könnte…

Die Marktreaktion zeigt, dass sich Italien neue Staatsschulden wahrscheinlich nicht mehr lange leisten könnte, wenn die EZB nicht durch den Druck neuen Geldes die Zinsen unten halten würde. Der Preis dieser Politik ist jedoch erstens eine Ausweitung der Geldmenge und zweitens eine völlige Verzerrung des Marktes. Die Zinsen am Markt spiegeln die Risiken nicht mehr wider, was zwangsläufig zu Fehlallokationen führt. Anleger werden riskante Wertpapiere kaufen, deren Zinssatz Sicherheit suggeriert.

Wann schwindet das Vertrauen in die EZB?

Das Problem ist, dass diese Maßnahmen nur solange wirken, wie die Anleger Vertrauen in die EZB haben und davon überzeugt sind, die Papiere an die Zentralbank verkaufen zu können. Denn die EZB darf derzeit keine Anleihen direkt beim Staat kaufen, sondern nur am Anleihemarkt. Das heißt, wenn Italien eine neue Anleihe herausgeben will, dann müssen zuerst Banken, Fondsmanager, Anleger und Trader das Papier kaufen und müssen anschließend hoffen, dass ihnen das Papier die EZB wieder abnimmt. Schwindet das Vertrauen, wird niemand mehr eine neue zehnjährige italienische Anleihe mit einem 1,23-prozentigen Coupon kaufen. Wenn jedoch die Nachfrage fehlt, muss Italien automatisch mehr Zinsen bieten. Sobald das geschieht, wäre die Macht der EZB gebrochen und der Anleihemarkt würde crashen.

Dass jetzt gefordert wird, die Eurostaaten sollten gemeinsam das Risiko neuer Anleihen tragen, zeigt bereits dieses Risiko. Offensichtlich gehen genügend Menschen davon aus, dass es zu genau dem beschriebenen Szenario kommen kann. Werden die Risiken italienischer Anleihen auch auf die wirtschaftlich stärkeren Schultern Deutschlands, der Niederlande oder Irlands verteilt, dann wird diese Anleihe einen geringeren Zinssatz haben als rein italienische Anleihen, wahrscheinlich aber einen höheren als deutsche Anleihen.

Kredit muss Deutschland den Importnationen ohnehin geben

Doch ob Eurobonds oder Käufe italienischer Anleihen durch deutsche Anleger: Irgendwie muss das Geld aus Deutschland ohnehin in Italien landen, um das Handelsbilanzdefizit zu finanzieren. Wenn Italien mehr importiert als exportiert, dann müssen die Exporteure Italien zwingend einen Kredit geben. Anders könnte Italien schließlich die Importe nicht bezahlen. Deutsches Geld landet also auf jeden Fall in notorischen Defizitländern wie USA, Italien, Griechenland oder auch dem Vereinigten Königreich. Die Frage ist nur, auf welchem Weg es dort landet.

Statt die Risiken jetzt über ein Notkonstrukt zu verteilen und damit den Zusammenbruch der Eurozone nur unter Inkaufnahme massiven Streits zwischen den Ländern zu verschieben, sollte man die Coronakrise als Chance nutzen, den Euro jetzt zu beerdigen. Nationale Währungen hätten den Vorteil, dass die Währungen von Importnationen abwerten und die Währungen von Exportnationen aufwerten. Die Folge wäre eine Verschiebung der Warenströme und damit ein Abbau der Handelsungleichgewichte. Italien würde weniger importieren und mehr selbst herstellen und Deutschland würde weniger exportieren und mehr selbst konsumieren.

Zudem würden die Zinsen wieder das individuelle Risiko widerspiegeln und Länder dazu animieren, Einnahmen und Ausgaben ins Gleichgewicht zu bringen.

Szenario zur Eurozonen-Auflösung

Damit eine Auflösung der Eurozone nicht unmittelbar zum Bankrott diverser Staaten führt, müsste es zumindest für die bereits emittierten Anleihen irgendeine Form der Haftungsverteilung geben. Da die EZB nun ohnehin unbegrenzt Anleihen kauft, könnte sie jedem Anleihebesitzer ein Übernahmeangebot machen. In den kommenden Wochen könnte jeder Anleihebesitzer seine Papiere zu einem bestimmten Kurs bei der EZB abladen. Wer das nicht tut, trägt anschließend das Risiko einer Staatspleite selbst. Nach Ablauf des Ankaufangebots würde die Eurozone aufgelöst werden. Die EZB würde zu einem Sonderfonds der ehemaligen Eurozonenmitglieder umgewandelt werden. Tilgungszahlungen der einzelnen Staaten wären dann an diesen Fonds zu zahlen und flössen dem allgemeinen EU-Haushalt zu.

Ja, dieses Szenario wird negative Effekte haben. Und ja, dieses Szenario beinhaltet eine gemeinsame Risikoübernahme aller Eurzonen-Länder. Doch es wäre ein Ende mit Schrecken statt Schrecken ohne Ende. Wird die Eurozone jetzt noch einmal ein Jahrzehnt künstlich am Leben erhalten, steigen die gemeinsamen Kosten weiter. Steigen werden auch die Streitigkeiten zwischen und die Abneigungen der Eurozonenmitglieder gegeneinander. Totsicher zunehmen werden auch die wirtschaftlichen Ungleichgewichte zwischen den Staaten, da ohne flexible Wechselkurse weder die starken noch die schwachen Volkswirtschaften einen Ausgleich über Wechselkursanpassungen vornehmen können.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Kritisch on fire

    30. März 2020 11:52 at 11:52

    Nein, nein, nein! Nicht das Virus könnte den EURO beerdigen – das hat schon die EZB und Politik selbst geschafft!

  2. Avatar

    Rolf Papsdorf

    30. März 2020 15:21 at 15:21

    Das Problem das viele Kleinunternehmen als sogenannte startups haben, ist das Hausbanken nicht Foerdermittelantraege annehmen und bearbeiten. Die Ausrede ist das sie sich um langjaehrige Kunden kuemmern muessen. Die gutgemeinde Hilfe des Staates erreicht dadurch nicht die Firmen und selbststaendigen die Hilfe benoetigen.

  3. Pingback: Aktuelles vom 31.03.2020 | das-bewegt-die-welt.de

  4. Avatar

    globalvoterorg

    4. April 2020 15:00 at 15:00

    Wenn man ehrlich wäre, würde man feststellen, daß der EURO mit einem Geburtsfehler auf die Welt kam und dies, völlig, unverantwortlich, in Kauf genommen wurde. Die EU ist ein gesteuertes Etwas, was nie zum Wohle der Gemeinwohlwirtschaft hätte sich entwickeln können. Stimmen wie von Prof. Hankel & Co haben nicht gefehlt. Die noch eingebauten Dämme wurden alle, ebenfalls, unverantwortlich, überrannt. Das Pferd wurde von hinten aufgezäumt. Schlimmer, allerdings, bin ich fest davon überzeugt, daß die EURO Zone ein Plan ist, eine Vorwärtsverteidigung, zu Gunsten der Weltwährung US$. Die Herren des FIAT SchuldgeldSystem´ haben keine Alternative aufgebaut, sondern ein “Wrack”. Damit wurde u.a. D, vollends, platt gemacht, wie praktisch! Brüssel ist der “klassische” Fall einer “erfolgreichen” Schweigegeldtherapie und tiefer Korruption. Ein Eldorado der Konzerne und Glücksritter. Die EZB der Pate. Mit anderen Worten, die Beerdigung der EU stand schon vorher fest! Dies wird, historisch, genau so gesehen werden. Aus die Maus.

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Aktuell: China droht den USA

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China - Peking

Aktuell hat China über sein Außenministerium den USA gedroht. Man werde “alle notwendigen Maßnahmen ergreifen um entschieden” gegen die USA zurückzuschlagen, wegen der Androhung von US-Sanktionen wegen des neuen chinesischen Sicherheitsgesetzes für HongKong. Man werde handeln, wenn die USA weiterhin Chinas Interessen schaden würden. Die USA hätten kein Recht sich in die inneren Angelegenheiten Chinas einzumischen, so die Worte, die von der Global Times aktuell der weltweiten Öffentlichkeit verkündet werden.

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Covid-19 und US-Wirtschaft nehmen Donald Trump in die Zange

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Beispielbild für Covid-19

Es ist wahrscheinlich „das“ Thema mit dem sich US-Präsident Trump rund um die Uhr beschäftigt. Wie beende ich den Lockdown in den USA in Folge der Covid-19 Pandemie und den Kollaps der US-Wirtschaft, trotz Bedenken der Virologen und der Verfahrenshoheit der US-Gouverneure? In den asiatischen Ländern wird die Pandemie mehr und mehr unter Kontrolle gebracht, vor allem meldet der Konkurrent um die Vormachtstellung, China, nur noch um die 80 verbliebene Fälle. Und die USA? Eine äußerst unangenehme Gemengelage für den US-Präsidenten wenige Monate vor seinem persönlichen D-Day. Es sind aus meiner Sicht drei Faktoren, die Donald Trump in die Zange nehmen.

Die USA, das Weltzentrum von Covid-19

Die Vereinigten Staaten mit ihren gut 330 Millionen Einwohnern verzeichnen fast ein Drittel aller weltweiten Covid-19-Fälle (bald 100.000 Tote) und dazu noch die furchterregende Zahl von bald 100.000 Coronatoten. Wenngeich die Zahl der Genesenen in den USA seit ein paar Tagen mehr und mehr an Fahrt gewinnt, so spielt diese Entwicklung für die Medien noch keine wichtige Rolle. Aktuell: 451.000 Genesene zu 1,135 Millionen aktiv Infizierte. Ein weiteres Ärgernis für Donald Trump dürfte sein, dass Staaten wie Deutschland oder die skandinavischen Länder bereits deutliche Fortschritte in der Eindämmung erzielt haben, selbst Italien und Spanien, auf die man vor nicht allzu langer Zeit mit dem Finger gezeigt hat.

Der Wirtschaftseinbruch historischen Ausmaßes

Während es in China bereits so etwas wie eine Rückkehr zu alten Produktionsziffern gibt, befindet man sich in den USA wirtschaftlich fast noch im freien Fall. Zwar ist Chinas Wirtschaftswachstum im ersten Quartal um 6,8 Prozent gefallen, aber zum Ende der 3-Monatsperiode konnte man den Lockdown landesweit beenden und die Wirtschaft wieder hochfahren. Die erste Meldung war, dass China Exporte im April bereits wieder um 3,5 % gestiegen sind. Auch wenn man große Zweifel an der Validität chinesischer Wirtschaftsdaten haben muss, so zeigen unabhängige Parameter, wie die Zunahme des Verkehrs und des Energieverbrauchs, einen eindeutigen Trend nach oben. Anders die USA: Zwar ist das Wachstum in Q1 nur mit minus 4,8 Prozent ausgefallen, was aber umso dramatischer wirkt, schließlich hat dort der Lockdown Mitte März gerade erst begonnen. Demzufolge rechnet man im zweiten Quartal mit einem Absturz der US Wirtschaft um 30 bis 35 Prozent, einem bis dato nicht für möglich gehaltenen Einbruch.

Und erst der Arbeitsmarkt: Aktuell 39 Millionen Anträge auf Arbeitslosenunterstützung, was noch nicht das Ende sein dürfte. Folge ist bereits ein um 10 Prozent rückläufiger Konsum, was in der US-Ökonomie mit ihrem 70 Prozent oder 16 Milliarden-Dollar-Anteil am Bruttoinlandsprodukt schwerwiegende Folgen nach sich ziehen muss. Vor allen Dingen für einen Präsidenten dessen Wahlspruch gewesen ist „Make Amerika great again“, vor allem für die Wählerschaft aus dem Mittleren Westen. Die Tage im Wahljahr verrinnen unbarmherzig, auch wenn sich demnächst Entspannung in der Ausbreitung der Pandemie zeigen sollte. Wieso erwischt es die USA in punkto Covid-19 und Wirtschaft stärker als den Rest der Welt? Diese Frage werden sowohl die Opposition als auch die Medien immer wieder in den Raum werfen. Auch wenn US-Präsident Trump China als großen Verursacher des Ganzen brandmarkt, kann er die Daten aus den USA nicht als Fake bezeichnen, schließlich hat er öffentlichkeitswirksam die Pandemie über Wochen als harmlos hingestellt.

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Bill Gates Stiftung in der Kritik: Wie gesund ist seine Macht? Faktencheck

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Bill Gates und seine Stiftung stehen in der Kritik – wegen seiner WHO-Finanzierung durch Spenden und weil er Impfungen fördert. Ein Faktencheck. Wer ist der einflussreichste Mann der Welt? Der chinesische Präsident? Der Papst? Christiano Ronaldo? Keiner von denen – zumindest wenn es nach den Leuten geht, die gegen die Corona-Maßnahmen protestieren. Sie haben sich auf einen Amerikaner eingeschossen, den ich bisher höchstens mit Computerviren in Verbindung gebracht habe. Aber warum eigentlich?

In diesem Video klären wir, was an der Kritik an Bill Gates dran ist: Wie stark ist sein Einfluss auf unsere Gesundheit – welche Beziehungen hat er zur Pharmaindustrie und zur WHO und warum wird ihm vorgeworfen, dass er uns alle zwangsimpfen will? Bevor wir loslegen ist mir eine Sache wichtig: Ich finde es gruselig zu sehen, wie viele falsche Informationen, Halbwahrheiten und Lügen über Bill Gates kursieren. Gleichzeitig aber gibt es zu dem Mann ein paar Dinge, die man wissen und kritisch hinterfragen sollte – ohne gleich als Verschwörungstheoretiker stigmatisiert zu werden. Und genau dafür ist dieser Beitrag gedacht.

Bill Gates und sein Vermögen: Woher stammt das Geld?

Bill Gates ist nach dem Amazon-Gründer Jeff Bezos der zweitreichste Mensch der Welt. Das US-Magazin Forbes schätzt sein Vermögen auf mehr als 105 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Das mittlere Nettovermögen eines deutschen Erwachsenen liegt laut DIW bei rund 26.000 €. Bill Gates besitzt also statistisch betrachtet so viel wie vier Millionen Volljährige in Deutschland zusammen. Wie konnte der Typ so reich werden? Alles begann im Jahr 1975, als der damals 19-Jährige zusammen mit seinem Freund Paul Allen den Softwareentwickler Microsoft gegründet hat. Die beiden haben maßgeblich beeinflusst, wie und mit welchen Programmen wir heute Computer nutzen.

25 Jahre lang war Bill Gates Chef von Microsoft und hielt als Mitgründer jede Menge Anteile an der Firma – im Jahr 1994 zum Beispiel war es knapp ein Viertel (PDF S. 6). Die Anteile von Microsoft werden an der Börse gehandelt und wurden dort über die Jahrzehnte immer wertvoller. Bill Gates hat seine Anteile nach und nach verkauft, so sammelte er ein Vermögen an. Heute besitzt er „nur noch“ knapp 1,5 % aller Microsoft-Aktien (Doc S. 53). Allein die sind aber aktuell mehr als 19 Milliarden Dollar wert.

Ein Grund für seinen Reichtum ist also, dass die von ihm gegründete Firma immer erfolgreicher wurde. Dass Microsoft – wie viele andere internationale Konzerne – so wenig Steuern wie möglich zahlt, ist unbestritten. Aber hat Bill Gates – so wie es ihm manche vorwerfen – persönlich Steuern vermieden? Das sagte er in einem Interview im jahr 2014 dazu:

Diese Aussage lässt nicht prüfen aber Fakt ist, dass Bill Gates bisher noch keinen Ärger mit Finanzbehörden hatte. Ansonsten geht er übrigens recht offen mit seinen Steuervorteilen um: Mehr als 36 Milliarden Dollar ihres Vermögens haben Bill und seine Frau Melinda an ihre Stiftung gespendet. Dadurch sparten sie knapp vier Milliarden Dollar Steuern.

Es stimmt also, dass Bill so manche Abgabe an den Staat vermieden hat. Das ganz große Geld machte er aber nicht als Steuersparfuchs, sondern als Unternehmer – und als Investor. Vor 25 Jahren gründete Gates Cascade Investment, um einen Teil seines Vermögens in Aktien anzulegen und zu vermehren. Ich würde sagen, der Plan ging auf: Mittlerweile stecken im Portfolio Unternehmensanteile im Wert von knapp 40 Milliarden Dollar.

Zu den Investments gehören der größte Abfüller von Coca-Cola, eine kanadische Eisenbahngesellschaft, ein amerikanisches Entsorgungsunternehmen (Republic Services) und die Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway. Über die sprechen wir gleich noch.

OK – kurzes Zwischenfazit: Bill Gates wurde durch die Gründung von Microsoft zum Milliardär – und brachte es durch erfolgreiche Aktieninvestments zum zweitreichsten Mann der Welt. Ein Drittel seines Vermögens hat er an seine eigene Stiftung gespendet, die er gemeinsam mit seiner Frau führt. Und was genau hat es damit auf sich? Damit kommen wir zu Frage zwei.

Was ist die Gates Stiftung?

Die Bill & Melinda Gates Foundation wurde im Jahr 2000 gegründet. Sie ist die größte private Stiftung der Welt und verfügt über knapp 50 Milliarden Dollar (PDF S. 11). Das Budget ist also höher als die jährlichen Gesundheitsausgaben mancher Länder. Neben dem Ehepaar Gates verwaltet Warren Buffett die Stiftung. Er ist der viertreichste Mann der Welt und einer der erfolgreichsten Investoren aller Zeiten.

Bill Gates und seine Frau Melinda
Bill und Melinda Gates im Jahr 2011. Foto: World Economic Forum CC BY-SA 2.0

Was sind die Ziele dieser 3 Multi-Milliardäre? Die Stiftung will sich nach eigenen Angaben dafür einsetzen, dass „alle Menschen ein gesundes und produktives Leben führen“. Aha. Und was bedeutet das konkret? Schauen wir mal auf die Zahlen im jüngsten Bericht aus dem Jahr 2018. Da hat die Stiftung fünf Milliarden Dollar in die Hand genommen, um weltweit Projekte zu unterstützen. Mehr als die Hälfte des Geldes floss in die Bereiche Global Development und Global Health. Wenn man das runterbricht, erkennt man, was die Gates Stiftung vor allem unterstützt: den Kampf gegen Infektionskrankheiten wie Polio, Malaria, HIV und Tuberkulose, außerdem das Entwickeln und Bereitstellen von Impfstoffen.

Das Interessante ist: Das Vermögen der Stiftung ruht nicht auf irgendeinem Girokonto, sondern ist in viele internationale Großkonzerne investiert – und damit kommen wir zum nächsten Punkt:

An welchen Firmen beteiligt sich die Gates Stiftung?

Die Gates Foundation besteht aus zwei Säulen: Einerseits die Stiftung selbst – sie entscheidet, wie viel Geld in welche Projekte fließen. Und dann gibt es den Bill & Melinda Gates Foundation Trust. Diese Organisation entscheidet, wie das Vermögen der Stiftung angelegt wird.

Den größten Teil des Vermögens investiert die Stiftung in Aktien, 2019 waren es mehr als 30 Milliarden Dollar. Einmal im Jahr veröffentlicht das Ehepaar Gates eine Liste mit allen Firmen, an denen sie mit der Stiftung beteiligt sind. Da sind auch große deutsche Unternehmen dabei, zum Beispiel BMW, die Telekom oder die Hannover Rückversicherung.

Die am stärksten investierten Branchen sind Industrie, Konsumgüter und IT. Beispielsweise gehört die Stiftung jeweils zu den größten Anteilshabern des Baumaschinenherstellers Caterpillar und der Supermarktkette Walmart. Pharmafirmen nehmen nur einen winzigen Teil der Investments ein. Der wertvollste Aktienbesitz aber sind Anteile an Berkshire Hathaway.

Den Chef dieser Firma kennt ihr bereits: Mister Warren Buffett persönlich. Er hat im Jahr 2006 entschieden, der Gates Stiftung im Laufe seines Lebens große Anteile seines Unternehmens zu spenden. Der bisherige Beitrag enstpricht einem Wert von mehr als 27 Milliarden Dollar.

Da Berkshire Hathaway eine Investmentfirma ist, steckt die Gates Foundation also indirekt in noch mehr Firmen drin. Schauen wir uns das mal genauer an. Das hier sind laut des jüngsten Jahresberichts die größten Investments von Warren Buffetts Firma. Da sind jede Menge Unternehmen aus dem Finanzbereich dabei, dazu unter anderem noch zwei Fluggesellschaften, der Technologiekonzern Apple und Coca-Cola.

Es gibt aber noch ein detaillierteres und aktuelleres Dokument über die Investments von Warren Buffett, abrufbar bei der amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde SEC. Dort finden sich tatsächlich drei prominente Pharmafirmen. Da ist auf der einen Seite Davita, ein Anbieter von Dialysedienstleistungen für Patienten mit Nierenversagen. Der amerikanische Konzern ist zu fast einem Drittel in der Hand von Warren Buffett.

Außerdem hält Berkshire Hathaway Anteile an der israelischen Firma Teva, dem weltgrößten Hersteller von Generika. Das sind Nachahmerprodukte, die nach Ablauf des Patentschutzes für ein Originalpräparat auf den Markt gebracht werden.

Und zu guter Letzt ist Warren Buffett in die Firma Biogen investiert – ein amerikanisches Unternehmen, das Medikamente gegen Nervenerkrankungen entwickelt.

Also, man sieht: Die Gates Foundation ist eng mit dem Multimilliardär Warren Buffett verbandelt und beide investieren ihr Geld in verschiedensten Branchen weltweit – Pharma ist ein Teil davon, aber kein besonders großer. Es gibt aber einen Fonds innerhalb der Gates Foundation, der sich rein auf Investitionen in den Gesundheitsbereich spezialisiert hat – und darüber sprechen wir im nächsten Kapitel:

Wie unterstützt Bill Gates die Pharmaindustrie?

Der Strategic Investment Fund (SIF) ist eine Art Spezialeinheit innerhalb der Stiftung. Der Fonds will mit seinem Geld zum Beispiel Unternehmen bei der Forschung unterstützen. Dafür hat das Team 2,5 Milliarden Dollar zur Verfügung. OK und wohin genau gehen die? Dazu mal ein kurzer Blick ins Portfolio.

Der Großteil der aktuellen Investitionen sind entweder Kreditbürgschaften oder Kapitalbeteiligungen. Unter den aufgelisteten Firmen sind auch zwei deutsche dabei, von denen ihr im Zusammenhang mit Corona vielleicht schon mal gehört habt.

Schon im Jahr 2015 steckte die Gates Stiftung 52 Millionen Dollar in Curevac aus Tübingen. Curevac forscht aktuell unter Hochdruck an einem Impfstoff gegen die Lungenkrankheit Covid-19 und angeblich wollte US-Präsident Donald Trump das deutsche Unternehmen sogar kaufen. Mitte Mai gab Curevac bekannt, dass die ersten Tests positive Ergebnisse erzielt hätten und schon im Juni die ersten Studien mit gesunden Freiwilligen starten sollen.

Im September 2019 investierte die Gates Stiftung bis zu 100 Millionen Dollar in Biontech aus Mainz. Dabei ging es um die Forschung an Therapien gegen die Infektionskrankheiten HIV und Tuberkulose. Biontech ist mittlerweile aber auch eine der führenden Firmen bei der Erforschung eines Covid-Impfstoffes. Gemeinsam mit dem amerikanischen Pharkonzern Pfizer laufen seit ein paar Wochen Studien in den USA, um mehrere Impfstoffkandidaten zu testen.

Bill Gates ist über seine Stiftung also tatsächlich in Pharmafirmen investiert und unterstützt damit zumindest indirekt die Forschung an Impfstoffen gegen das Coronavirus. Warum das aktuell ein möglicher Interessenskonflikt ist – darüber sprechen wir jetzt in Punkt fünf:

Wie finanziert Bill Gates die WHO?

Eine der größten Kritikpunkte an Bill Gates und seiner Stiftung ist, dass er angeblich die WHO gekapert hätte. Stimmt das? Schauen wir dazu mal auf die Webseite der Weltgesundheitsorganisation: Im Budget für die Jahre 2020 / 2021 ist die Gates Stiftung mittlerweile tatsächlich der Top-Finanzier, nachdem die USA ihre Gelder eingefroren haben. Genau genommen sind es rund elf Prozent, die Bill und Melinda Gates dem Geldtopf der Organisation beisteuern.

Seit der Jahrtausendwende unterstützte die Gates Foundation die WHO mit mehreren Milliarden Dollar, vor allem im Kampf gegen die Infektionskrankheit Polio, auch Kinderlähmung genannt. Mit diesem Geld nimmt die Stiftung Einfluss auf die WHO, weil die Spenden der Organisation nicht zur freien Verfügung stehen, sondern projektbezogen sind – und damit zu den Interessen der Gates Stiftung passen müssen. In einer Doku des öffentlich-rechtlichen Senders Arte bringt ein Professor für Weltgesundheit die Kritik daran auf den Punkt:

Dazu mal ein kurzer Blick in die Geschichte der WHO: Sie wurde kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet und ist die Gesundheitsorganisation der Vereinten Nationen. Sie wird von 194 Mitgliedstaaten getragen und ist demokratisch organisiert: Einmal im Jahr entsenden alle Mitgliedsstaaten Teilnehmer zur Weltgesundheitsversammlung. Die diesjährige World Health Assembly findet virtuell statt und konzentiert sich auf Maßnahmen gegen die Pandemie.

Die WHO ist wichtig für unser aller Leben, denn sie definiert Krankheiten – und zwar international verbindlich. Sie setzt Standards für deren Behandlung, unterstützt Mitgliedsstaaten beim Aufbau von Gesundheitssystemen und wird bei Seuchen selbst tätig – zum Beispiel entwickelt sie Tests, Medikamente und Impfstoffe. Als einen der größten Erfolge sehen WHO-Mitarbeiter die Ausrottung der Pocken im Jahr 1980.

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