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Warum das US-Handelsdefizit gerade jetzt explodiert – Trump ist nur indirekt schuld

Trotz aller Bemühungen von Donald Trump verschlechtern sich die Außenhandelsdaten der USA immer mehr. Und gerade jetzt scheint das Defizit zu explodieren. Mit dem roten Pfeil in der folgenden US-Statistik, die bis 2010 zurück reicht, möchten wir den aktuellen Anstieg im Warenhandelsdefizit der USA aufzeigen.

Auch zeigt diese zweite Grafik (Kreis), wie die Importe stramm weiter klettern, während die Exporte einen Knicks nach unten machen in den letzten Monaten.

Jetzt könnte man denken, dass Donald Trumps Handelspolitik gescheitert sei, und dass das strukturelle Defizit immer weiter wächst. Das wirkt aber nur auf den ersten Blick so. Aus Angst vor steigenden US-Importzöllen für Waren aus China (ab  Januar) sind die US-Importeure nämlich schon seit Monaten dabei, deutlich mehr Waren zu importieren als in den selben Zeiträumen der Vorjahre.

Man macht also seine Lager so voll wie nur irgend möglich. Bei Zusatz-Zöllen ab Januar spart man also, weil man auf jetzt noch schnell importierte Zusatzmengen noch keine Extrazölle zahlt. Das lässt die Importe aktuell explodieren, und somit auch das Defizit. Die Schlussfolgerung daraus lautet: Ab Januar dürfte das Warenhandelsdefizit der USA vermutlich spürbar zurückgehen, weil dann dieser Effekt der vorgezogenen Käufe wegfällt. Dann dürfte es sogar deutlich weniger Käufe geben als üblich in einem Frühjahr.

Aber zurück zur Gegenwart. Im Oktober ist das Handelsdefizit der USA mit China auf einen Rekordwert von 43,1 Milliarden Dollar gestiegen. Die Daten verschiedener US-Institutionen zeigen, dass die Importe aus China in US-Häfen derzeit auf ein Rekordniveau geklettert sind. Mit 2 Millionen Containern in nur einem Monat laufen die Geschäfte auch Hochtouren, und die Lager würden sich sehr schnell füllen, aus Angst vor anstehenden Zöllen. So sagt es unter anderem die „National Retail Federation“.

Also: Wenn die Vermutung stimmt, dann dürften die Importe ab Januar wieder spürbar sinken, und damit auch das US-Handelsdefizit. Donald Trump ist momentan also schon schuld am wachsenden Defizit, aber anders, als man es denken würde. Die Angst vor seinen Zöllen sorgt für einen Vorzieh-Effekt, der später aber relativiert werden sollte.



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