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Gold/Silber

Warum dem Silberpreis eine Konsolidierung guttut

Hannes Zipfel

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Nach der V-förmigen Erholung im Silberpreis im Anschluss an den Corona-Crash hat der Kurs des weißen Edelmetalls nun einen wichtigen Widerstand erreicht. Eine Konsolidierung würde die kurzfristige Überkauftheit abbauen und die Voraussetzungen für den Weg in Richtung 20-US-Dollar-Marke ebnen.

Silberpreis mit V-förmiger Erholung nach dem Corona-Crash

So schnell wie es mit den Notierungen des Silbers nach unten ging, so zügig ging es fast auch wieder nach oben. Dabei hat sich der Silberpreis in kürzester Zeit von einem Niveau von 11,58 US$/Oz. aus durch Fibonacci-Level, horizontale Widerstandslinien und die gleitende 200-Tage-Durchschnittslinie nach oben durchgearbeitet. Aktuell kostet die Unze Silber in der Weltleitwährung 17,86 pro Unze und damit knapp drei Prozent weniger als gestern bei in der Spitze 18,39 pro Unze. Doch nun hat der Silberpreis mit dem mittelfristigen Abwärtstrend eine charttechnisch harte Nuss zu knacken. Daher ist es kein Wunder, dass die Kurse zunächst konsolidieren. Selbst ein Rücksetzer knapp unter die 200-Tage-Linie bis in den Bereich des Schnittpunkts zwischen Aufwärtstrendlinie und horizontaler Unterstützungslinie bei ca. 16,60 US-Dollar pro Unze würde das bullische Chartbild nicht gefährden.

Silberpreis Verlauf im Chart

Zu verdanken hat der Silberpreis die schnelle Erholung, die anderen Rohstoffe, wie z. B. dem Kupfer, in dieser Dynamik bisher verwehrt blieb, vor allem der ultralaxen Geldpolitik der Zentralbanken und der reflexartigen Nachfrage darauf vonseiten der Investoren nach Silbermünzen, Barren und physisch gedeckten Silber-ETF. Zudem hat der Druck von der Terminbörse Comex auf den Silberpreis in den letzten Wochen stark nachgelassen. Die COT-Daten liegen aktuell im positiven Bereich. Der COT-Index signalisiert mit 75 Punkten (Kauf-Zone) nach wie vor ein konstruktives Umfeld für weiter steigende Terminmarktpreise (rote Linie im unteren Bereich des Charts).

Silberproduktion temporär stark eingeschränkt

Die Ausbreitung des Corona-Virus in den bedeutenden Silberförderländern Mexiko, Peru, Chile, Argentinien und Bolivien hat die Zufuhr an neuem Material zuletzt eingeschränkt. Eine Auswertung des GlobalData Mining Intelligence Center zeigt, dass bis zum 18. Mai 66 Prozent der Silberförderstätten weltweit durch Covid-19 beeinträchtigt waren. Erst Anfang Juni beginnen die meisten Silberminen wieder zu arbeiten. Die Auslastung liegt in Ländern wie Peru mit ca 35-40 Prozent jedoch noch weit unter den Normalniveaus von Mitte März dieses Jahres.

Angebotsdefizit bleibt erhalten

Seit dem Jahr 2016 ist die Silberminenproduktion rückläufig. Das Angebot aus Recycling stagniert seit dem Jahr 2015 bei ca. 17 Prozent des Gesamtangebots. Die industrielle Nachfrage ist von 2015 bis 2019 um drei Prozent angestiegen, während die Minenproduktion im selben Zeitraum um zwei Prozent zurückging. Unter Berücksichtigung der Investmentnachfrage rechnet Metals Focus im Jahr 2020 mit einem Angebotsdefizit in Höhe von 105 Millionen Unzen Silber oder 10,6 Prozent des gesamtem weltweiten Silberangebots.

Investoren bleiben auch in Zukunft ein dominierender Faktor

Silber kommt zugute, dass es neben der industriellen Anwendung als deutlich günstigere Alternative zu Gold auch als sicherer Hafen-Investment vor allem in Zeiten desperater Geldpolitik von Anlegern nachgefragt wird. So sind die Bestände der Silber-ETF zuletzt stark angestiegen. Die physischen Nettozuflüsse in Silberinvestitionen (Barren, Münzen, börsengehandelte Produkte etc.), die 2019 im Jahresvergleich um 12 Prozent zulegten, werden in diesem Jahr nach Schätzungen des The Silver Institute voraussichtlich um 18 Prozent anwachsen. Bei den Silberzugängen in die physisch gedeckten ETPs (Exchange Traded Products) wird sogar mit einem Plus von 47 Prozent gerechnet. Damit verwalten die weltweiten Silber-Fonds so viel des weißen Edelmetalls, wie nie zuvor.

Interessant sind die Korrelationen zwischen den Anlageklassen und ihrer Kapitalisierung. Zum Ultimo 2019 gab es überirdisch weltweit bekannte Silbervorräte im Wert von 44 Mrd. US-Dollar. Demgegenüber standen Goldreserven im Wert von 10,9 Billionen US-Dollar. Der weltweite Aktienmarkt hatte ein Volumen von 89,5 Billionen US-Dollar, der Wert der Staatsanleihen betrug 253 Billionen US-Dollar und der Wert aller Immobilien 280 Billionen US-Dollar (Daten-Quelle: Visual Capitalist vom 27. Mai 2020). Aufgrund dieser Korrelationen reichen schon kleinste Umschichtungen zugunsten des weißen Edelmetalls, um den Silbermarkt in ein deutliches Angebotsdefizit und den Silberpreis dynamisch weiter nach oben zu treiben.

Fazit und Ausblick

Die Kursverluste im Zuge der Coronakrise konnte der Silberpreis nahezu komplett wieder aufholen. Die Rahmenbedingungen für weiter steigende Kurse sehen jetzt sogar noch besser aus als vor der Pandemie. Neben der Nachfrage als High-Tech-Rohstoff mit für die Industrie interessanten physikalischen Eigenschaften zu überschaubaren Preisen kommt nun das Lager der Investoren wieder verstärkt auf die Nachfrageseite zurück. Die bereits vor der Coronakrise positive Preistendenz seit November 2018 wird durch die explodierenden Schulden und die dadurch in die akkommodierende Geldpolitik hineingezwungenen Notenbanken noch verstärkt. Zudem droht Silber aufgrund der massiven Investorennachfrage ein signifikantes Angebotsdefizit. Auch deshalb, weil die Produktion der Silberminen, bedingt durch die Covid-19-Einschränkungen, in diesem Jahr um ca. 5 Prozent rückläufig sein wird. Das Gesamtangebot wird um 4 Prozent geringer geschätzt. Die Gesamtnachfrage, inklusive Industrie, Schmuck und Silbergeschirr, soll um lediglich drei Prozent schrumpfen. Dies ist eine insgesamt günstige Angebots-Nachfrage-Situation im Jahr 2020 für die weitere Entwicklung beim Silberpreis.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Lausi

    3. Juni 2020 11:34 at 11:34

    Für mich sieht das Chartbild von Silber „bombig“ aus. Ich denke die Chancen stehen nicht schlecht, dass im März die 9-jährige Baisse-Phase beendet wurde.

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Gold/Silber

Gold: Die Korrektur ist noch nicht vorbei, ausser das passiert..

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am

Die sehr schwache Performance, welche sich in der vergangenen Handelswoche bei Gold eingestellt hat, konnte die jüngste Betrachtung gut nachvollziehen. Mit dieser Performance folgt das Edelmetall meiner letzten Sichtweise, wie diese im Chart dargestellt ist. Das Tragische daran ist, dass sich Gold nach wie vor im Korrekturmodus befindet und aller Voraussicht nach diesen Zustand zeitnah auch nicht verlassen wird. Die im Chart dargestellte größere Trendwende ist mit der aktuellen Korrektur noch nicht gemeint.

Ausblick für Gold:

Das mehrfache Überschreiten des Widerstandes bei 1.910 USD (0.50-Retracement) ist für sich genommen ein positives Vorzeichen auf die zu erwartende Entwicklung. Doch wurden diese Schritte immer wieder abverkauft, sodass sich der positive Effekt in sehr engen Grenzen hält. Im weiteren Verlauf von Welle (x) wird Gold noch bis zur 0.76-Linie (1.943 USD) steigen; für wesentlich mehr wird die Kraft indes nicht reichen. Die auf dem gleichen Niveau liegende Trendkanallinie unterstützt dieses Szenario zusätzlich und zudem noch sehr massiv.

Gold befindet sich nach wie vor in der Korrektur
Mit der sich anschließenden zweiten Welle (a), der komplexen Korrektur (abc-x-abcde), wird der übergeordnete Abwärtstrend bei Gold wieder aufgenommen. Das Potenzial dieser Korrektur wird sich nicht dramatisch darstellen und sollte bereits auf dem Niveau des 0.38-Retracements (1.810 USD) erschöpft sein. Andererseits würde sich erst durch einen signifikanten Sprung über den 0.76-Widerstand bei 1.943 USD ein positives Signal generieren. Diesen Schritt erwarte ich für den hier abgebildeten Zeitraum nicht.

Fazit:

Die derzeit noch laufende Korrektur steht einem Engagement bei Gold, besonders auf längere Sicht, entgegen. Ein kleines Signal würde über der 0.76-Linie (1.943 USD) entstehen.

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Aktien

Dax-Wochenausblick: Test der 1.000 Punkte Range – folgt bald der Ausbruch?

Stefan Jäger

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Im folgenden Video bespricht Marius Schweitz von Projekt30 die abgelaufene Woche im Dax und gibt einen ausführlichen Ausblick auf die kommende Handelswoche. Dabei geht er konkret auf die übergeordnet Seitwärtsrange ein und zeigt mögliche Szenarien auf, wie sich die ausgebildete 1.000 Punkte Range auflösen könnte. Im deutschen Leitindex haben sich sehr spannende Chart-Formationen herauskristallisiert, die auf eine große Bewegung hindeuten. In dem Video sehen Sie aber nicht nur einen Dax-Ausblick, sondern auch noch weitere Einschätzungen zum Dow Jones, Bitcoin, Gold, Euro, Softbank und Deutsche Bank.

Die Setiwärtsrange im Dax von Juli bis Oktober

Im März startete die rasante Corona-Rally, die viele Anleger als die „meistgehasste Rally aller Zeiten“ betiteln, aber seit ein paar Monaten ist sie ins Stocken geraten. Zwischen März und Juli kannte der deutsche Leitindex im Grunde nur eine Richtung – nämlich gen Norden. Im Juli hat der Anstieg aber erstmals ein abruptes Ende gefunden, nachdem der Dax das Hoch bei 13.315 Punkten erzielt hatte. Seitdem konnte er diesen Bereich nur zweimal wieder erreichen. Zum einen am 03.09. mit dem Hoch bei 13.460 und schließlich noch einmal am 14.09. bei 13.339.

Demgegenüber stehen zusammen mit dem Tief vom letzten Donnerstag drei Marken, die die Unterkante der Range bilden. Die drei Punkte setzen sich aus dem August-Tief (03.08.) bei 12.365, dem September-Tief (25.09.) bei 12.341 und schließlich dem Oktober-Tief (22.10.) bei 12.345 zusammen. Aus diesen drei Marken hat sich ein starker Unterstützungsbereich gebildet. Als zusätzliche Unterstützung kann man noch das Tief von Anfang Juli bei 12.254 hinzuzählen. Ein Bruch der Range-Unterkante dürfte folglich einem kräftigen Impuls auf der Unterseite auslösen. Erfahrungsgemäß wird die gleiche Höhe der Range in die entsprechende Richtung abgearbeitet. Angenommen, dass der Ausbruch im Dax auf der Oberseite gelingt, dann ergibt sich daraus ein Ziel bei 14.340 Punkten. Dementgegen liegt das Ziel bei einem Ausbruch auf der Unterseite bei 11.340 Punkten.

Dax-Wochen-Ausblick KW44 - 1.000 Punkte Seitwärtsrange von Juli bis Oktober

Aktuelle Chart-Fomationen im Dax

Auf verschiedenen Zeitebenen haben sich im Dax interessante Chart-Formationen entwickelt. Zum einen hat sich im 10-Minuten-Chart ein Descending Broadening Wedge (DBW) ausgebildet, das eine bullische Formation darstellt. Im Stundenchart ist zudem ein großes DBW-Wedge aktiv, das bei einer Auflösung hohe Ziele auf der Oberseite ermöglicht. Auf der bärischen Seite sehen wir außerdem noch eine aktive Wolfe Wave (Keil), die den bärischen Trigger bei 12.341 auslösen könnte. Dadurch würden sich Kurse unter der 12.000 Punkte-Marke ergeben. Auf Tagesbasis hat sich zwischen Juli und Oktober zusätzlich eine SKS gebildet. Sowohl die genannten Formationen, als auch die wichtigen charttechnischen Marken für die kommende Woche werden ausführlich und für jeden verständlich im Video erläutert.

Fazit

Der Dax steht vor einer ausschlaggebenden Richtungsentscheidung, diese kann eine Bewegung von mehr als 1.000 Punkten einleiten. In dem Video-Ausblick wird ausführlich auf die möglichen Szenarien eingegangen. Insbesondere die von Marius Schweitz herausgearbeiteten Chart-Formationen sind sehr sehenswert und zeigen die Möglichkeiten auf, wie es im Dax in der nächsten Woche und darüber hinaus weitergehen kann. Zudem erscheint für alle Leser und Leserinnen von Finanzmarktwelt ab Montag wie gewohnt der DAX daily. Viel Spaß beim schauen des Videos.

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Gold/Silber

Goldpreis wacklig unterwegs – Achtung US-Dollar und US-Renditen

Claudio Kummerfeld

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Ein Barren Gold

Gestern berichteten wir über das größere Bild für Gold, und warum der Goldpreis nach einem Biden-Wahlsieg in den USA eventuell spürbar steigen könnte (hier der Artikel). Heute schauen wir auf die Tagesaktualität. Die Gold-Bullen könnten im Keller verschwinden und stundenlang schreien vor Wut. War der Goldpreis noch vorgestern auf 1.931 Dollar gestiegen, und sah es endlich nach dem großen Durchbruch nach oben aus, so rauschte das Edelmetall gestern mal wieder unter die Marke von 1.900 Dollar, auf bis zu 1.893 Dollar im Tief.

Goldpreis mit Blick auf US-Dollar und Anleiherenditen

Aktuell notiert der Goldpreis bei 1.909 Dollar. Nach fast zweitägigem Ansteigen zeigt der US-Dollar seit heute wieder Schwäche. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) fällt heute von 93,08 auf 92,69 Indexpunkte. Kann man ein Niveau im Goldpreis von um die 1.900 Dollar inzwischen als charttechnische Unterstützungsmarke betrachten? Schwer zu sagen. Auf jeden Fall ist es seit Wochen ein elendiges Rauf und Runter um diese runde Marke.

Wichtig für Gold-Bullen ist, dass die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen seit einigen Tagen am Steigen ist. Binnen genau einer Woche steigt sie von 0,73 Prozent auf 0,85 Prozent. Damit werden Anleihen in Relation zum zinslosen Gold also wieder attraktiver, was den Goldpreis anfälliger für Rückschläge macht.

Die Analysten der Commerzbank merken in einem aktuellen Kommentar zu Gold an, dass die steigenden US-Renditen womöglich auch der Grund seien, dass ETF-Investoren gestern den dritten Tag in Folge Positionen verkauft haben. In den letzten drei Tagen summieren sich die Abflüsse auf 7,6 Tonnen. Auch einige spekulative Finanzinvestoren könnten laut CoBa weitere Long-Positionen geschlossen haben. Einen Eindruck hierüber gebe die CFTC-Statistik heute Abend.

Der folgende Chart zeigt seit Dienstag Abend in rot-grün den Goldpreis gegen den Dollar-Index in blau. Der ganz aktuell fallende US-Dollar könnte heute Mittag dem Goldpreis Aufschub verleihen. Aber man vergesse bitte wie gesagt nicht die steigenden US-Renditen. Und es ist weiterhin unklar, wie nun mit dem möglichen Konjunktur-Stimulus in den USA verfahren wird.

Chart zeigt Vergleich zwischen Goldpreis und US-Dollar

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