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Warum der Bann von Chinas Vorzeigekonzern Huawei durch die USA ungewollt eine neue globale Wirtschaftsordnung einleiten könnte

Der US-Präsident hat eine Entwicklung in Gang gesetzt, die eher zu neuen Produktionsstandorten und Lieferketten außerhalb den USA führen wird

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Der vielzitierte Kampf um die Vorherrschaft auf wirtschaftlichen, technologischen und militärischen Gebieten zwischen den USA und China ist in vollem Gange. US-Präsident nutzt neben der Zollwaffe auch das Mittel von Wirtschaftssanktionen mit einer gewaltigen globalen Streuwirkung – Stichwort Huawei-Bann – und löst vermutlich eine Reaktion aus, die er eigentlich gar nicht haben wollte.

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Amerikas wirtschaftliche und militärische Dominanz

Im Bewusstsein der unglaublichen Stärke der USA in diesen Kernbereichen versucht Donald Trump den Aufsteiger China mit brachialer Gewalt in Schach zu halten. Wenngleich er in einigen Punkten, in denen das ehemalige „Entwicklungsland“ entgegen der internationalen Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) unfaire Praktiken anwendet, durchaus recht hat. Zuerst ein paar Zahlen:

  • Die USA haben das größte Bruttoinlandsprodukt mit 20,5 Billionen Dollar, gefolgt von China mit 13 Billionen Dollar, die drittgrößte Nation der Welt Japan, kommt gerade noch auf 5 Billionen.
  • Von den 10 größten börsennotierten Unternehmen der Welt kommen 8 aus den USA, unter den Top 100 sind es deren gewaltige 54.
  • Die Dominanz der Wall Street ist mit über 40% an Marktkapitalisierung aller Börsen weltweit (ca. 86 Bio.$) ungebrochen, allein der S&P 500 kommt auf 20 Billionen (unser Dax ist gut eine Billion Euro wert).
  • Mit Microsoft (Windows), Google (Android), Intel (Prozessoren), Apple, Facebook (soziale Medien) Amazon (Internethandel) und weiteren Konzernen haben die USA andere Länder in eine spürbare Abhängigkeit getrieben.
  • Ebenso dominant die militärischen Größen: Der Militärhaushalt der USA betrug im letzten Jahr 640 Milliarden Dollar, China kam auf geschätzte 250 Milliarden, an Nummer drei folgt Saudi-Arabien mit 68 Milliarden (Russland 61 Miiliarden).
  • Der US-Dollar hat als Weltleitwährung immer noch einen Anteil von 60 Prozent an den Währungen, dazu haben die USA auch den größten und liquidesten Anleihemarkt. Allein der Handel mit Erdöl umfasst jährlich ein Volumen von weit über 10 Billionen Dollar.

All das nutzen die USA aus, um ihre Vormachtstellung zu behalten, indem sie unliebsame Konkurrenz vom Dollarhandel ausschließen, mit Zöllen überziehen oder mit Sanktionen drohen. Der jetzige Bann von Huawei macht aber derzeit allen klar, was eine Abhängigkeit von den USA für Folgen haben kann, wenn es deren Führung darauf anlegt, diese mit aller Macht als Druckmittel einzusetzen. Es betrifft dann nicht nur den unliebsamen Konkurrenten, sondern viele Staaten und deren Lieferketten. Das wird nicht ohne Folgen bleiben.

 

Chinas Abhängigkeit von der US-Halbleiterindustrie

Die US-Regierung weiß, dass Huawei ohne die Chips von Intel oder Qualcomm in Bedrängnis kommt. Deshalb auch das ein umfangreiche Geschäftsverbot für US-Firmen zu Beginn dieser Woche. Trump glaubt auch, dass Huawei keine Unterstützung von Halbleiterherstellern aus Europa (siehe Infineon), Südkorea und Taiwan bekommt, wegen deren Verbindungen zu den USA. Was wäre die nächste Steigerung? Ein Boykott der Zulieferung für den chinesischen Computerriesen Lenovo?

Eine brisante Zuspitzung für die chinesische Hightech-Industrie, die auf eine kurzfristige Lösung hinarbeiten muss.

 

Die Folgen

Die Asiaten werden alles daran setzen, um unabhängig von der US-Zulieferindustrie zu werden. Nur ist eine Eigenproduktion extrem aufwändig, durch Patente geschützt und die Maschinenbauer sind auch noch in Europa, den USA und Japan angesiedelt. Da helfen auch Milliardeninvestitionen kurzfristig nicht aus der Klemme. Wie es gehen kann, zeigen kleine Nationen wie Südkorea mit ihrem Marktführer Samsung oder auch TSMC aus Taiwan. Aber es wird kommen und China wird seine Investitionen in diese Industrie massiv steigern. Wie weit ist das Betriebssystem von Huawei?

Für die heute noch so mächtigen Anbieter aus den USA könnte es ungemütlich werden. Kommen so hochwertige Arbeitsplätze in die USA?

 

USA gegen Asien

Wenn sich der gesamte asiatische Wirtschaftsraum gegen die alte Dominanz der USA auflehnt, entstünde schon numerisch ein gewaltiger Konflikt. Die USA mit ihren aktuell 330 Millionen Menschen gegenüber vier Milliarden Asiaten – allein in China und Indien leben schon 2,8 Milliarden Konsumenten. Eigentlich sollte man bemüht sein, diesen Markt zu erschließen oder zumindest zu erhalten.

 

Fazit

Die Eskalation im Handelsstreit macht es überdeutlich: Wenn die Dominanz der USA auf den beschriebenen Feldern als Druckmittel eingesetzt wird, um Konkurrenten in Schach zu halten, leiden viele Staaten darunter. Der US-Präsident hat eine Entwicklung in Gang gesetzt, die eher zu neuen Produktionsstandorten und Lieferketten außerhalb den USA führen wird, als zur Reindustrialisierung der USA. Weil sich selbst Verbündete der Vereinigten Staaten nicht mehr sicher sein können, ob sie nicht auch Opfer durch US-Sanktionen werden, die eigentlich andere Ziele haben.

2 Kommentare

2 Comments

  1. tm

    23. Mai 2019 11:19 at 11:19

    Alles richtig, nur bei den Aussagen muss man m.E. doch deutlich einschränken:
    „Wenn sich der gesamte asiatische Wirtschaftsraum gegen die alte Dominanz der USA auflehnt, entstünde schon numerisch ein gewaltiger Konflikt. Die USA mit ihren aktuell 330 Millionen Menschen gegenüber vier Milliarden Asiaten “

    Es gibt keinen einheitlichen asiatischen Wirtschaftsraum. China hat Konflikte mit Japan, Taiwan, Vietnam, Indien, Malaysia. Da wird es so schnell keinen wirklichen Zusammenschluß geben. Zudem dürfte vielen asiatischen Regierungen durchaus klar sein, dass Trump nicht ewig Präsident ist, während das mächtige China auf Dauer nebenan liegt. Da wird man sich also gut überlegen, wie man sich langfristig positioniert.

  2. Walter Finger

    23. Mai 2019 11:24 at 11:24

    Nur halbgar erklärt…schon Pkt. wie BIP, was bei den Amis den größten Teil seine Finanzindustrie ausmacht…der stark sinkende Anteil der usppa von 30% 2000 auf 15% 2017 an der Weltproduktion…bei der militärischen Komponente sind sie wohl total auf dem Holzweg…diese Uneffektivität bei den milit. Ausgaben ist ja ein Zeugnis der Unfähigkeit statt einer Größe…diese usppa ist nicht ehr die Nummer eins unter Waffen…allein die Navy als entscheidente WG hat riesige Probleme der Wartung und Instantsetzung, von den FTG bis zu den U Booten…von 11 FTG sind 2 einsatzfähig usw,usf.
    Die Schlußfolgerungen, das sich die Amis das eigene Grab schaufeln ist korrekt und wird wohl noch an Geschwindigkeit zunehmen…

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Headlines der Pressekonferenz von Jerome Powell – Fed-Chef lässt sich alle Optionen offen

Die wichtigsten Aussagen des durch Donald Trump unter Druck stehenden Fed-Chairman auf seiner Pressekonferenz

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Die wichtigsten Aussagen des durch Donald Trump unter Druck stehenden Fed-Chairman auf seiner Pressekonferenz in Schlagzeilen:

Kurzfazit FMW: Powell hält sich alle Türen offen! Die Wirtschaft überwiegend stark, aber die Risiken hätten eben zugenommen, deswegen hielten manche Fed-Mitglieder perspektivisch eine laxere Geldpolitik für geboten, wenn das Umfeld sich verschlechtern sollte. Wir wollen abwarten und dann reagieren, so der Tenor. Aber: keine Andeutung einer kommenden Zinssenkung im Juli (was auch nicht völlig ausgeschlossen wird durch Powell), aber das ist doch deutlich offener als die von den Märken eingepreiste Wahrscheinlichkeit von über 80% für eine Zinssenkung im Juli. Ob die Märkte das heute noch realisieren werden, dass sie schon sehr weit vor der Kurve sind?

Hier das Fazit eines Fed-Zynikers:

– Powell nimmt Platz..es geht los!

– Unsicherheiten und geringerer Inflationsdruck, werden handeln wenn nötig

– bislang Wirtschaft noch robust, erwarten weiter anziehende Inflation wenn Arbeitsmarkt stark bleibt

– Daten aus China und Europa waren zuletzt ermutigend

– Risikobewußtsein an den Märkten hat sich verschlechtert, sichtbar in den fallenden Inflationserwartungen

– einige Fed-Mitglieder sehen eine Änderung der Geldpolitik als nötig an

– Arbeitsmarkt bleibt stark

– unser Ausblick auf die Wirtschaft bleibt optimistisch, aber die Risiken haben zugenommen, was eine akommodierendere Geldpolitik nötig machen könnte

– schwächeres Wachstum in der Weltwirtschaft könnte Inflation eindämmen

– Konsum hat sich wieder erholt

– werden abwarten, wie sich die Lage weiter entwickelt und dementsprechend handeln

Powell jetzt fertig mit seinem Vortrag, jetzt Fragen..

————–

– wir hatten zuletzt starke Arbeismarktdaten, werden jetzt einfach die kommenden Daten abwarten

– Frage: wenn es einen Handelsdeal USA-China gibt, wird die Fed die Zinsen dann nicht senken? Powell: werden das nicht an einer einzigen Sache festmachen, sondern das Gesamtbild beurteilen


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– Frage nach Trump – Powell: das Gesetz ist klar, ich werde meine vierjährige Amtszeit haben

– Frage nach Draghis Rede gestern: jede Notenbank macht das, was sie für ihren Bereich für richtig hält – wir kümmern uns um die USA

– Frage nach Inflation: wir müssen stark sein beim festhalten am 2%-Ziel:

– Frage nach dem starken Dollar – Powell: Währungspolitik ist Aufgabe des US-Finanzministeriums, nicht die der Fed

– bis auf ein fed-Mitglied waren alle gegen eine sofortige Zinssenkung, weil wir einfach abwarten wollen, wie die Dinge sich entwicklen

– wir haben global die Lage, dass die Produktion (manufacturing) schwach ist, aber der Dienstleistungssektor sehr robust bleibt

Pressekonfernenz beendet

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Aktuell: Markus Koch im LIVE-Video zur Fed-Entscheidung

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Markus Koch meldet sich aktuell LIVE im folgenden Video zur aktuellen Fed-Entscheidung. Sein Video trägt den Titel „FED LIEFERT“.

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Fed lässt Leitzins unverändert

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Soeben hat die Fed ihren Entschluß mitgeteilt, die Zinsen unverändert zu belassen!

– Unsicherheiten haben zugenommen

– Fed läßt Wort „patient“ weg

– Bullard wollte Zinsen senken

– Dot plots gesenkt – Fed erwartet unveränderte Zinsen für 2019

– werden die Entwicklung sorgfältig beobachten

– der Vergleich zum letzten Statement:

FMW: die Fed läßt sich alle Türen offen, die Fed-Mitglieder sind gespalten. Nun wird entscheidend sein, ob Powell bei der Pressekonferenz in Sachen Inflation das Wort „transitory“ fallen läßt, also seine bisherige Aussage revidiert, wonach die Inflation nur vorübergehend niedriger sei. Sollte Powell das machen, wäre das ein Hinweis auf eine Juli-Zinssenkung!


Hier das FOMC-Statement im Wortlaut:

Information received since the Federal Open Market Committee met in May indicates that the labor market remains strong and that economic activity is rising at a moderate rate. Job gains have been solid, on average, in recent months, and the unemployment rate has remained low. Although growth of household spending appears to have picked up from earlier in the year, indicators of business fixed investment have been soft. On a 12-month basis, overall inflation and inflation for items other than food and energy are running below 2 percent. Market-based measures of inflation compensation have declined; survey-based measures of longer-term inflation expectations are little changed.

Consistent with its statutory mandate, the Committee seeks to foster maximum employment and price stability. In support of these goals, the Committee decided to maintain the target range for the federal funds rate at 2-1/4 to 2-1/2 percent. The Committee continues to view sustained expansion of economic activity, strong labor market conditions, and inflation near the Committee’s symmetric 2 percent objective as the most likely outcomes, but uncertainties about this outlook have increased. In light of these uncertainties and muted inflation pressures, the Committee will closely monitor the implications of incoming information for the economic outlook and will act as appropriate to sustain the expansion, with a strong labor market and inflation near its symmetric 2 percent objective.

In determining the timing and size of future adjustments to the target range for the federal funds rate, the Committee will assess realized and expected economic conditions relative to its maximum employment objective and its symmetric 2 percent inflation objective. This assessment will take into account a wide range of information, including measures of labor market conditions, indicators of inflation pressures and inflation expectations, and readings on financial and international developments.

Voting for the monetary policy action were Jerome H. Powell, Chair; John C. Williams, Vice Chair; Michelle W. Bowman; Lael Brainard; Richard H. Clarida; Charles L. Evans; Esther L. George; Randal K. Quarles; and Eric S. Rosengren. Voting against the action was James Bullard, who preferred at this meeting to lower the target range for the federal funds rate by 25 basis points.

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