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Indizes

Warum der Dax aktuell Erholungspotential besitzt

Agata Janik

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Der aktuelle Dax-Verlauf ist für den einen oder anderen Börsianer sicherlich keine Erholung. Kaum kehrt man an einem Feiertag, wie dem ersten Mai, dem ganzen Geschehen den verdienten Rücken zu, schon fehlen wieder 400 Punkte. Das war eindeutig zu viel. Noch dazu kehren wir langsam aber sicher wieder in den Alltag zurück. Der beste Indikator für unsere wirtschaftliche Situation ist der aktuelle Ölpreis (WTI Crude Oil). Die Öl-Analysten müssen Einschätzungen für den noch wichtigsten Rohstoff unserer Welt geben. Es ist daher für jeden Händler ratsam, stets den Preis des WTI im Auge zu behalten. In dem WTI-Kurs können Sie heute sehen, was morgen eintreffen wird. Das gilt auch für den Dax.

Dax leidet unter der Politik

Der aktuelle Verbund aus Bundesregierung und Bundesländern ist mittlerweile eine Plattform der politischen Machtkämpfe geworden. Erst hieß das Spiel: Wer härter zumacht, ist der nächste Kanzler – und jetzt dreht sich alles um, und wer als erster aufmacht (Lockdown), ist vorne in der K-Frage (Kanzler-Frage). Namen wollen wir an dieser Selle nicht nennen. Erstaunlich ist aber, wie progressiv sich die ostdeutschen Länder verhalten. Es ist eine Wohltat. Auf jeden Fall haben die ganzen Querelen der letzten Woche dem Dax nicht gerade geholfen. Auch die Frage der milliardenhohen Zuschüsse an die Konzerne und Zulieferer geht jetzt in die entscheidende Runde. Diese Frage muss jetzt tausendfach in Berlin und in den einzelnen Bundesländern entschieden werden. Eine Mammutaufgabe, die garantiert keinen gerechten Ausgang finden kann. Das ist schlichtweg unmöglich. Es ist daher auch absolut verständlich, dass der Dax nach dieser starken Anstiegsphase eine Pause eingelegt hat. Trotz aller kommenden Zuschüsse und der Erhöhung der Geldmenge, wäre es nicht gerechtfertigt, dass der Dax neue Allzeithochs auf Anhieb ansteuert. Die Börsianer sind sehr empfindlich, was das politische Umfeld angeht. Die andauernden Machtkämpfe innerhalb der Bundesländer und die fehlende Autorität aus Berlin wird im Ausland sehr wohl beobachtet. Das Ergebnis ist unten im Chart ablesbar. Eine starke Korrektur von knappen 1.000 Punkten.

Neuer Anlauf

Die Lockerungen geschehen von Tag zu Tag. Mittlerweile sind manche Menschen in Europa wieder froh, zu gewissen Uhrzeiten, für eine gewisse Zeit auf die Straße gehen zu dürfen. Hätte man dieses ganze Szenario einem Menschen vor einem Jahr geschildert, wäre man als Verschwörungstheoretiker abgestempelt worden. Jetzt wird es aber wieder besser. Der bisherige Zustand der Isolation kann nicht weiter aufrechterhalten werden. Isolation ist schädlicher als alles andere. Das haben die Menschen zu verstehen gegeben. Somit werden die gleichen Maßnahmen, selbst mit einer zweiten Welle von Covid-19, nicht mehr erneut vollzogen werden. Alles wird sich mit den sukzessiv abnehmenden Einschränkungen wieder erholen. Die Finanzmärkte wissen dies bereits. Daher ist es nicht verwunderlich, dass schon in der größten Not gekauft wurde. Es ist die Zeit gekommen, in der sich der Dax aber jetzt behaupten muss. Die Politik verspricht viel Geld. Dies ist noch nicht verteilt bzw. angekommen. Die Kurzarbeit wird umfangreich genutzt, und die privaten Reserven der Bevölkerung schwinden. Somit auch die Kaufkraft. Dies ist alles bekannt, und in den nächsten 30 Tagen wird sich zeigen, wie gut unsere Regierung in Berlin ist.

Betrachtet man den Dax-Chart genauer, dann ist der Abwärtstrend im mittelfristigen Bereich abgeschlossen, und wir befinden uns in einer gesunden Gegenbewegung. Ob daraus tatsächlich ein neuer Aufwärtstrend wird, ist technisch noch nicht bestätigt. Aktuell hadert der Dax mit dem Widerstand bei ca. 10.680 Punkten (Magenta Linie). Diese Linie wurde leicht überschritten und gilt jetzt als Unterstützung. Aber als signifikant kann die Lage noch nicht bezeichnet werden. Die Kraft für höhere Regionen ist jedoch noch vorhanden. Auf dem Weg nach Norden wartet der nächste Widerstand bei ca. 10.737 Punkten (grüne Linie). Sollte auch diese Fibonacci Linie gebrochen werden, dann ist ganz klar das Kursziel bei ca. 10.854 Punkten. Spätestens hier sollte eine erneute Analyse der Marktlage erfolgen. Auf der Unterseite muss auf jeden Fall die Stop-Loss Grenze von 10.470 Punkten beachtet werden. Ein unerwarteter Durchbruch würde das technische Bild gänzlich verändern und wahrscheinlich auf die Shortseite drehen. Aus technischer Sicht, ist dieses Szenario auf der unwahrscheinlichen Seite.

Dax Chartverlauf

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Bullen, Bären und fliegende Schweine

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Ab morgen startet das verlängerte Thanksgiving-Wochenende in den USA. Die gut laufenden Kurse im November sind im Fokus seiner heutigen Berichterstattung.

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Indizes

Aktienmärkte: Abkühlung gefällig nach dem Novemberwunder?

Der Börsenmonat November wird in die Statistik eingehen, als Ausnahmemonat für die Aktienmärkte, wie es ihn in Jahrzehnten nicht gegeben hat!

Wolfgang Müller

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Wenn es noch ein paar Tage so weitergeht, wird der Börsenmonat November in die Statistik eingehen, als Ausnahmemonat für die Aktienmärkte, wie es ihn in Jahrzehnten nicht gegeben hat. Doch gemach, zieht man die zwei vorherigen Monate mit in die Betrachtung, sieht es schon erheblich unspektakulärer aus. Dennoch lagen die Indizes am gestrigen Börsenschluss wieder deutlich im Plus und die Frage wird täglich aufs Neue gestellt: Wann kommt die Abkühlung?

Aktienmärkte: Die aktuelle Novemberbilanz

Vier Handelstage vor dem Monatsultimo – in den USA wegen Thanksgiving nur zweieinhalb – bahnt sich eine extrem gute Monatsbilanz der Aktienmärkte an. Am Ende des gestrigen Tages lagen sowohl Dow Jones, als auch S&P 500 mit 10 Prozent auf Monatssicht im Plus. Besonders spektakulär das Durchbrechen der 30.000-Punkte-Marke beim altwürdigen Index. Hatte nicht Präsident Trump davon gesprochen, dass die Aktienmärkte dramatisch einbrechen würden, falls er nicht wiedergewählt werden sollte? Ich hatte schon am 5.11. in einem Artikel („Aktienmärkte und Wahlausgang: Warum fallen die Märkte nicht?“) mit historischen Daten belegt, warum die Rolle des Präsidenten für die Aktienmärkte überschätzt werde, es geht um andere Kriterien. Erstaunlicherweise liegt der Dax mit 11,5 Prozent seit der US-Wahl plus noch vor den US-Indizes, sicher auch wegen der Branchenrotation hin zu Value und weil der deutsche Leitindex einfach stets volatiler daherkommt.

Damit hätte der Monat bereits die durchschnittliche Jahresperformance der großen Indizes, über mehrere Jahrzehnte gerechnet, übertroffen. Und dies in einer Phase, in der viele Staaten gerade wieder in eine Rezession abrutschen. Aber das ist wiederum sehr häufig an der Börse, auch wenn Beobachter wieder viele unheimliche Kräfte für das Spiel verantwortlich machen. Wenn ein Wirtschaftsabschwung auf ein Ende zugeht, kommen oft die größten Zuwächse, wenn er dokumentiert wird, die Gewinnmitnahmen. Oder, „wenn die Nacht am dunkelsten ist, ist die Dämmerung am nächsten.“

Die aktuelle Konjunkturlage

Am gestrigen Tag wurde das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts für das dritte Quartal in Deutschland veröffentlicht, es fiel mit plus 8,5 Prozent besser aus, als die vorherige Schätzung. Was aber kurstechnisch keine Rolle spielt, denn „fürs Gehabte gibts nichts“ so ein bekannter Börsenspruch aus der Vergangenheit. Aber vermutlich auch nicht für den Ifo-Index, der bereits zum zweiten Mal in Folge gefallen ist und die ständig weiter nach unten geschraubten Wachstumszahlen für Q4 des laufenden und Q1 des kommenden Jahres. Eine „Double-Dip-Recession“ steht in vielen Industriestaaten an, dennoch dürfte sich der Kursschaden (temporär) sehr in Grenzen halten, denn es gibt gewaltige Gegenkräfte. Doch dazu später mehr.

Die Branchenrotation

Auch wenn es bisher nicht zum Abverkauf der dominanten Hightech-Titel gekommen ist, wie ETFs auf „Information Technology“ beweisen, so ist doch eine gewaltige Rotation hin zu Value, zu Industrietiteln und vor allem zu Nebenwerten erkennbar (Russel 2000). Die Techwerte laufen seitwärts, die Zurückgebliebenen haussieren.

So im SPDR Industrial erkennbar, einem ETF auf amerikanische Industriewerte, genau wie in einem Sammelindex für die Luftfahrtindustrie, in einem Bankenindex, bei Versicherungen, bei Reise- und Freizeitindizes, im Energiesektor und bei Grundstoffwerten. Am stärksten lief die Rally bisher im Nebenwerte-Segment, dessen Index sich schon über 25 Prozent von seinem Aufwärtstrend nach oben abgesetzt hat.

Was sagt uns das alles? Die Aktienmärkte blicken nicht auf die Aktualität, wie eigentlich immer, auch wenn dies viele, gebannt durch die tägliche Berichterstattung nicht wahr haben wollen, sondern deutlich in die Zukunft. Und da erwartet man die Rückkehr zur Normalität, die Coronazeit wird ausgepreist.

Die Notenbankpolitik

Hat nicht vor kurzem eine US-Großbank von einem Re-Balancing bei Mischfonds gesprochen, dergestalt, dass man die Aktien/Anleihe-Relation von 60/40 wiederherstellen müsse und damit bis zum Jahresende weltweit Aktien in Höhe von 300 Milliarden Dollar zu verkaufen wären? Aber was ist diese Summe gegen die Geldflut der Notenbanken (Fed, EZB, BoJ, BoE, SNB), um nur die Größten zu nennen, die demnächst aktiv werden? Soll nicht Janet Yellen neue US-Finanzministerin werden, die ehemalige Chefin von Jerome Powell? Der Fed-Chef wird sich eher mit der Professorin in Verbindung setzen, als mit Steven Mnuchin zu diskutieren, der in gut 30 Handelstagen sowieso nichts mehr zu sagen hat und wenn, könnte es die Neue umgehend wieder korrigieren.

Was nichts anderes heißt, als dass man in der schwierigen Phase des nochmaligen Anschwellens der Coronazahlen die Notenpresse in Gang hält, um zu unterstützen, wie es Jerome Powell erst kürzlich betont hat. In Kürze jährt sich der Kommunikationsgau von Powell zum zweiten Mal, als er 2018 die Aktienmärkte mit „hawkishen“ Bemerkungen bis fast ins Bärenterritorium gejagt hatte. Er wird gerade in der Phase der „transition“, des Übergangs, alles Marktschädliche unterlassen.

Die Impfhoffnung und die möglichen Konsequenzen

Auch wenn die Kursreaktionen nach jeder Impfstoffmeldung abnehmen, verbleibt das Vakzin gegen Covid-19 der fast alles bestimmende Faktor. Hunderte Impfzentren entstehen allein in Deutschland und wie viele werden es wohl weltweit werden, demnächst? Wird die Meldung für die Zulassung eines Impfstoffes und damit dem Beginn der Impfungswelle nicht noch einmal für einen Kurssprung sorgen? Wenn es Realität würde, dass man in 2 Minuten einen Menschen impfen könnte, so wie es in Deutschland berichtet wurde und das tausendfach in hunderten Impfzentren.

Würde dann die Zahl der Geimpften nicht schneller steigen, als es die Zahl bei den Infektionen in der Spitze getan haben – nur dann kontinuierlich? Ist es das, was die Märkte für das nächste Halbjahr einpreisen?

Fazit

Es kommt schon Vieles zusammen im Nebelmonat November. Ein Wahlkrimi, der anlegertechnisch in eine gewaltige Short Squeeze mündete und in eine Branchenrotation, die es nur ganz selten in dieser Ausprägung gab. Dann kamen noch die Impfstoffmeldungen, als Game Changer oben drauf, die das Ganze noch verstärkten. Als Turbo für viele ängstliche Investoren, die plötzlich Licht am Horizont sahen und eine Notwendigkeit für viele Investmentfonds, wenn man nicht endgültig gegen die passiven Vehikel ins Hintertreffen geraten will.

Am 9. November wurde durch die Märkte das Ende von Corona ausgerufen. Das Ergebnis ist eine Euphorie, die in normalen Situationen in einen gewaltigen Kurseinbruch münden würde. Wahrscheinlich aber nicht zum Ende des Coronajahrs 2020, in dem sich zwei Kräfte gegenseitig potenzieren: Die Hoffnung auf einen Anstieg der Wirtschaft zur Jahresmitte 2021, wenn „tote“ Branchen aufgrund der Impfauswirkungen zum Leben erweckt werden und eine Geldversorgung durch Notenbanken, die die Kapitalanleger „noch“ in eine Anlageklasse zwingt. Dennoch: Sollte es tatsächlich noch bis zum Monatsende mit den Kursen weiter nach oben gehen, der Monat November zum Jahrhundertrekord avancieren? Ich denke spätestens dann im Anschluss sollte die Schwerkraft mal kurz und kräftig zuschlagen. Ich bin nur auf den Anlass gespannt, wenn es wieder heißt „die Kurse machen die Nachrichten“  und die Aktienmärkte dann eine Zwischenkorrektur einlegen..

Die Aktienmärkte erleben im November eine Art Wunder

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Finanznews

Aktienmärkte: Alle sitzen im selben Boot! Videoausblick

Die Euphorie der Aktienmärkte scheint grenzenlos: Der Dow Jones mit dem besten Monat seit dem Jahr 1987. Aber alles sitzen im selben Boot!

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte auch gestern mit einem weiteren Anstieg – die Euphorie und die Rally scheinen kein Ende zu nehmen. Das Problem aber ist: alle sitzen auf der selben Seite des Bootes (vor allem in den Aktien, die zu den Corona-Verlierern gehört hatten) – und wenn plötzlich ein unerwartetes Hindernis auftaucht, dann bekommt das Boot Schlagseite und kentert. Nach dem morgigen Thanksgiving (Freitag ist halber Feiertag in den USA) werden Fonds und Pensionskassen ihre Aktien-Bestände reduzieren müssen – und das wird dann ein Gegegnwind für die Aktienmärkte. Der Dow Jones mit dem besten Monat seit dem Jahr 1987, der Russell 2000 mit dem besten Monat aller Zeiten – das Chance-Risiko-Verhältnis wird nun immer ungünstiger..

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