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Warum der Dax aktuell Erholungspotential besitzt

Der aktuelle Dax-Verlauf ist für den einen oder anderen Börsianer sicherlich keine Erholung. Kaum kehrt man an einem Feiertag, wie dem ersten Mai, dem ganzen Geschehen den verdienten Rücken zu, schon fehlen wieder 400 Punkte. Das war eindeutig zu viel. Noch dazu kehren wir langsam aber sicher wieder in den Alltag zurück. Der beste Indikator für unsere wirtschaftliche Situation ist der aktuelle Ölpreis (WTI Crude Oil). Die Öl-Analysten müssen Einschätzungen für den noch wichtigsten Rohstoff unserer Welt geben. Es ist daher für jeden Händler ratsam, stets den Preis des WTI im Auge zu behalten. In dem WTI-Kurs können Sie heute sehen, was morgen eintreffen wird. Das gilt auch für den Dax.

Dax leidet unter der Politik

Der aktuelle Verbund aus Bundesregierung und Bundesländern ist mittlerweile eine Plattform der politischen Machtkämpfe geworden. Erst hieß das Spiel: Wer härter zumacht, ist der nächste Kanzler – und jetzt dreht sich alles um, und wer als erster aufmacht (Lockdown), ist vorne in der K-Frage (Kanzler-Frage). Namen wollen wir an dieser Selle nicht nennen. Erstaunlich ist aber, wie progressiv sich die ostdeutschen Länder verhalten. Es ist eine Wohltat. Auf jeden Fall haben die ganzen Querelen der letzten Woche dem Dax nicht gerade geholfen. Auch die Frage der milliardenhohen Zuschüsse an die Konzerne und Zulieferer geht jetzt in die entscheidende Runde. Diese Frage muss jetzt tausendfach in Berlin und in den einzelnen Bundesländern entschieden werden. Eine Mammutaufgabe, die garantiert keinen gerechten Ausgang finden kann. Das ist schlichtweg unmöglich. Es ist daher auch absolut verständlich, dass der Dax nach dieser starken Anstiegsphase eine Pause eingelegt hat. Trotz aller kommenden Zuschüsse und der Erhöhung der Geldmenge, wäre es nicht gerechtfertigt, dass der Dax neue Allzeithochs auf Anhieb ansteuert. Die Börsianer sind sehr empfindlich, was das politische Umfeld angeht. Die andauernden Machtkämpfe innerhalb der Bundesländer und die fehlende Autorität aus Berlin wird im Ausland sehr wohl beobachtet. Das Ergebnis ist unten im Chart ablesbar. Eine starke Korrektur von knappen 1.000 Punkten.

Neuer Anlauf

Die Lockerungen geschehen von Tag zu Tag. Mittlerweile sind manche Menschen in Europa wieder froh, zu gewissen Uhrzeiten, für eine gewisse Zeit auf die Straße gehen zu dürfen. Hätte man dieses ganze Szenario einem Menschen vor einem Jahr geschildert, wäre man als Verschwörungstheoretiker abgestempelt worden. Jetzt wird es aber wieder besser. Der bisherige Zustand der Isolation kann nicht weiter aufrechterhalten werden. Isolation ist schädlicher als alles andere. Das haben die Menschen zu verstehen gegeben. Somit werden die gleichen Maßnahmen, selbst mit einer zweiten Welle von Covid-19, nicht mehr erneut vollzogen werden. Alles wird sich mit den sukzessiv abnehmenden Einschränkungen wieder erholen. Die Finanzmärkte wissen dies bereits. Daher ist es nicht verwunderlich, dass schon in der größten Not gekauft wurde. Es ist die Zeit gekommen, in der sich der Dax aber jetzt behaupten muss. Die Politik verspricht viel Geld. Dies ist noch nicht verteilt bzw. angekommen. Die Kurzarbeit wird umfangreich genutzt, und die privaten Reserven der Bevölkerung schwinden. Somit auch die Kaufkraft. Dies ist alles bekannt, und in den nächsten 30 Tagen wird sich zeigen, wie gut unsere Regierung in Berlin ist.

Betrachtet man den Dax-Chart genauer, dann ist der Abwärtstrend im mittelfristigen Bereich abgeschlossen, und wir befinden uns in einer gesunden Gegenbewegung. Ob daraus tatsächlich ein neuer Aufwärtstrend wird, ist technisch noch nicht bestätigt. Aktuell hadert der Dax mit dem Widerstand bei ca. 10.680 Punkten (Magenta Linie). Diese Linie wurde leicht überschritten und gilt jetzt als Unterstützung. Aber als signifikant kann die Lage noch nicht bezeichnet werden. Die Kraft für höhere Regionen ist jedoch noch vorhanden. Auf dem Weg nach Norden wartet der nächste Widerstand bei ca. 10.737 Punkten (grüne Linie). Sollte auch diese Fibonacci Linie gebrochen werden, dann ist ganz klar das Kursziel bei ca. 10.854 Punkten. Spätestens hier sollte eine erneute Analyse der Marktlage erfolgen. Auf der Unterseite muss auf jeden Fall die Stop-Loss Grenze von 10.470 Punkten beachtet werden. Ein unerwarteter Durchbruch würde das technische Bild gänzlich verändern und wahrscheinlich auf die Shortseite drehen. Aus technischer Sicht, ist dieses Szenario auf der unwahrscheinlichen Seite.

Dax Chartverlauf

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.



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