Gold/Silber

Warum der Goldpreis derzeit wirklich ansteigt

Ein Stapel Gold-Barren - der Goldpreis zieht derzeit deutlich an

Die Einflussfaktoren auf den Goldpreis sind vielfältig und können sich im Positiven wie auch im Negativen gegenseitig verstärken oder neutralisierene. Momentan überwiegen ganz klar die positiven Impulse. Dazu gehört auch aber nicht ausschließlich die Inflation im Sinne von Geldmengen-Explosion.

Die wichtigsten Einflussfaktoren auf den Goldpreis

Wie bei jedem anderen Gut unterliegt der Preis des Goldes den Gesetzen von Angebot und Nachfrage. Die Besonderheit beim Gold ist die, dass es sich um einen Rohstoff handelt, der kaum verbraucht wird. Gold wird hauptsächlich in Form von Münzen, Barren und Schmuck gehortet. Der geringe Anteil, den die Industrie absorbiert, wird fast komplett recycelt. Der überwiegende Teil allen jemals geförderten Goldes ist daher überirdisch noch vorhanden. Natürlich gibt es auch Goldschätze, die im Meer versunken und auch an Land unauffindbar sind, aber kein anderer Rohstoff weist einen derart hohen Hortungsgrad auf wie Gold. Dennoch ist das Edelmetall am Markt knapp, wie die Entwicklung an der weltweit größten Terminbörse COMEX zuletzt gezeigt hat.

Gold ist jedoch nicht nur ein Rohstoff, sondern auch eine Währung – sogar offiziell. Daher unterliegt das Metall in Deutschland auch nicht der Mehrwertsteuer. Man könnte sogar sagen, der Währungs-Charakter des Goldes ist der Schlüssel zum aktuellen Preisanstieg. Daher spielen neben dem vernachlässigbaren industriellen Verbrauch vor allem Aspekte wie die Zins- und Geldmengenentwicklung eine große Rolle. Ebenso wie politische Risiken sowie Unsicherheiten im Banken- und Finanzsystem. Gold ist zudem nahezu unzerstörbar (lediglich durch Königswasser) und gilt daher als „Ewiges Metall“. Seine Ästhetik und Unzerstörbarkeit machen das Edelmetall für die Schmuckindustrie und für religiöse Reliquien interessant. Gold ist also nicht nur ein Krisenmetall, sondern in Bezug auf Schmuck und Kunstgegenständen auch ein Wohlstandsmetall.

Das Angebot

Das Goldangebot speist sich hauptsächlich aus der Minenförderung, dem Verkauf überirdischer Bestände und dem Recycling. Dazu kommen noch Terminverkäufe von Minengesellschaften, Investmentbanken (Market-Maker) und Spekulanten. Dieser Termin- oder Papier-Goldmarkt hat jedoch zuletzt an Bedeutung verloren. Das Volumen der weltweit offenen Terminkontrakte an den neun größten Rohstoffterminbörsen hat sich seit Januar dieses Jahres von 143,3 Mrd. US-Dollar auf 101,5 Mrd. US-Dollar reduziert. Die überirdischen Bestände (Total Above Ground Stocks) existieren gemäß den Angaben des World Gold Council zu 48 Prozent in Form von Schmuck und zu 37 Prozent in Form von Barren und Münzen im Besitz von Privatinvestoren, Notenbanken und Organisationen. Der Verbleib des restlichen Metalls ist nicht bekannt. Die Minenproduktion hat bereits im Jahr 2018 ihren Höhepunkt bei 3.300 Tonnen pro Jahr erreicht und stagniert seitdem. Für die nächsten fünf Jahre wird trotz steigender Preise mit einem permanenten Rückgang der Minenproduktion gerechnet, da in der letzten Dekade zu wenig Kapital in die Erschließung und den Aufbau neuer Produktionsstätten investiert wurde und dieser Prozess mehrere Jahre in Anspruch nimmt.

Die Nachfrage

Die Nachfrage nach Gold hat sich in den letzten Jahrzehnten immer wieder gewandelt. In der globalen Boomphase von 2004 bis 2007 verteuerte sich Gold beispielsweise vor allem wegen des steigenden globalen Wohlstands, der steigenden Weltbevölkerung und steigender Kaufkraft in den Schwellenländern sowie durch den Immobilienboom. Die Schmucknachfrage hatte in dieser Phase eine größere Bedeutung für den steigenden Goldpreis, als dies jetzt der Fall ist. Der Goldpreis kann also auch in Phasen ökonomischer Prosperität ansteigen. In der sich an den Boom anschließenden Finanzkrise wurde Gold hingegen hauptsächlich von Finanzinvestoren nachgefragt, die sich vor den Risiken im Bankensystem und vor den damals unkalkulierbaren Folgen der „unkonventionellen“ Geldpolitik schützen wollten. Die Nachfrage nach Gold als Statussymbol und Wohlstandsmetall wurde abgelöst durch die Nachfrage nach Gold als der stabilsten Währung in der Geschichte des Geldes.

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