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Warum der Goldpreis von der nächsten US-Zinssenkung massiv profitiert

Gold Barren Beispielfoto

Es ist nur noch eine Frage kurzer Zeit, bis die US-Notenbank erneut an der Zinsschraube drehen wird. Für den Goldpreis eröffnet diese Perspektive das Potenzial für neue Höchststände.

Invertierte Zinsstrukturkurve, zwangsläufige Zinssenkungen und der steigende Goldpreis

Dass die US-Notenbank in Kürze die Zinsen erneut senken muss, hatte ich bereits vor Kurzem in einem Artikel erläutert. Die erneute Invertierung der Zinsstrukturkurve (rote Linie siehe Grafik unten) zwingt die Fed zu dieser Maßnahme, da die Geschäftsbanken ansonsten keine erklecklichen Zinsmargen mehr im Kreditgeschäft erwirtschaften können. Die Geschäftsbanken leihen sich das Geld kurzfristig zu einem Zinssatz von aktuell 1,55 Prozent von der US-Fed und verleihen es dann in Form von längerlaufenden Immobilien-, Auto-, Studenten- oder Konsumdarlehen weiter. Für die Verzinsung dieser Darlehen sind die längerfristigen Zinsen relevant.

Die Zinsspanne zwischen kurz- und längerfristigen Zinsen ist ein wesentlicher Bestandteil der Gewinnmarge einer Kredit-Bank. Dieses Geschäftsmodell des kurzfristigen Geldleihens und längerfristigen Geldverleihens nennt man „Fristentransformation“.
Verdienen die Banken mangels Zinsmarge weniger im Kreditgeschäft, reduziert sich ihre Bereitschaft zur Neukreditvergabe und im Gegenzug erhöhen sich die Kreditanforderungen, da auch der Risikopuffer für Kreditausfälle geringer ausfällt. Für die konsumlastige US-Wirtschaft wäre eine Verringerung der Kreditvergabe ein erheblicher Bremsfaktor, zumal sich gemäß den gestrigen Aussagen des US-Notenbankchefs Jerome Powell die Konsumaktivität der Amerikaner bereits abschwächt. In den letzten Monaten von September bis Januar hat sich die Zinsstrukturkurve entgegen der Erwartung des Großteils der US-Marktteilnehmer erneut stark abgeflacht und sogar partiell wieder invertiert (rote Linie).

Zinsstrukturkurve in den USA

Um die Zinsstrukturkurve wieder zu versteilern, bleibt der Fed nichts anderes übrig, als die Leitzinsen am kurzen Ende weiter abzusenken. Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung bereits auf der nächsten regulären Sitzung der Fed am 18. März hat sich von 3,8 Prozent von vor einer Woche auf aktuell 17,7 Prozent erhöht. Für die übernächste Sitzung am 29. April liegt die Zinssenkungswahrscheinlichkeit bereits bei 27,4 Prozent nach nur 12,4 Prozent am 23. Januar.

Im Zuge der sich nun u. a. wegen der 2019-nCoV-Epidemie und dem Boeing-Effekt zwangsläufig verschlechternden US-Wirtschaftsdaten, werden sich diese Wahrscheinlichkeitswerte sukzessive weiter erhöhen. Durch eine weitere Zinssenkung in den USA würde sich das Umfeld für das zinslose Edelmetall Gold weiter verbessern, zumal die Realzinsen (Nominalzins minus Inflation) als einer der wichtigsten Kurstreiber für den Goldpreis auch in den USA bereits deutlich negativ sind.

Die Realzinsen tauchen immer tiefer in den negativen Bereich ab

Neben der Geldmengenausweitung und der erhöhten Risikoaversion im Zuge der 2019-nCoV-Epidemie spielt für das zinslose und unproduktive Geldmetall Gold vor allem das vorherrschende Realzinsniveau (Nominalzins minus Teuerungsrate) eine entscheidende Rolle. Sind die Realzinsen negativ, suchen die Menschen den sicheren Hort Gold vermehrt auf, um die reale Kaufkraft ihres Vermögens zu erhalten. Umso negativer der Realzins, umso größer die Nachfrage nach Gold.

Das gelbe Edelmetall weist nur eine geringe Inflation durch Neuförderung auf und birgt nicht die Gefahr von Negativzinsen (abgesehen von den Lagerkosten). Außerdem schützt es vor Inflation und Risiken im Finanzsystem. Aktuell sind die Realzinsen fast überall auf der Welt im roten Bereich. Das gilt auch für die deutschen Realzinsen. In den USA sind die Realzinsen gemäß den letzten Zahlen aus dem Dezember 2019 mit minus 0,81 Prozent ebenfalls deutlich negativ. Zur Berechnung wird der Zwölfmonatszins von aktuell 1,49 Prozent mit der offiziellen jährlichen Teuerungsrate in Höhe von 2,3 Prozent subtrahiert (Daten von Statista).

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen

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