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Warum der Ölpreis seit zwei Tagen schwächelt? Vier Gründe

Der Ölpreis ist seit Dienstag gefallen. Dafür lassen sich vier Gründe identifizieren. Aber die Öl-Bullen sollten nicht entmutigt sein.

Öl-Pumpe in der Wüste

Der Ölpreis ist in den letzten 365 Tagen um mehr als 100 Dollar angestiegen, von seinem wirklich historischen Tief am Terminmarkt bei -40 Dollar (wir sprachen darüber vorgestern). So eine kräftige Erholung bedeutet: Der Markt hat die globale wirtschaftliche Erholung voll eingepreist. Dazu half die OPEC noch mit einer kräftigen Fördermengenkürzung, damit der Ölpreis weiter kräftig ansteigen konnte. Und jetzt? Seit zwei Tagen fällt Öl. Dazu hier vier Gründe.

Ölpreis muss mal Pause machen auf dem Weg nach oben

Wie gesagt, seit April 2020 waren es mehr als 100 Dollar Gewinn. Da muss der Markt auf dem Weg nach oben auch mal durchschnaufen können in Form einer technischen Reaktion? Seit dem 8. März (Kurs fast bei 68 Dollar) befindet sich der Markt in einer gewissen Konsolidierungsphase. Und seit vorgestern fällt WTI-Öl von über 64 Dollar auf aktuell 61,46 Dollar. Das kann man wohl als Durchschnaufen bezeichnen, als technische Korrektur nach einer so langen Aufwärtsphase.

Aktien drückten auf die Stimmung

Vorgestern fiel der Aktienmarkt doch recht deutlich. Exakt zum selben Zeitpunkt, nämlich Dienstag Nachmittag zu Eröffnung der New Yorker Aktienbörse, fiel auch der Ölpreis. Oft ist es in der Coronakrise so: Fällt der Aktienmarkt aus Angst vor einer schlechteren wirtschaftlichen Entwicklung, fällt auch der Ölpreis – denn eine schlechtere Konjunktur bedeutet grundsätzlich auch weniger Nachfrage nach Öl.

Mehr Öl in den Lagertanks

Gestern Nachmittag wurden in den USA die wöchentlichen Öl-Lagerbestände veröffentlicht. Bei Erwartungen von -3 Millionen waren es aber dann tatsächlich +0,6 Millionen Barrels. Mehr Öl in den Lagern bedeutet zu wenig Nachfrage von den Endkunden an den Zapfsäulen, mehr Angebot, oder beides. Auf jeden Fall ist dies nicht gut für den Ölpreis, auch wenn es in diesem Fall nur ein kleiner Zuwachs bei den Lagermengen war.

Angst um Nachfrage in Indien und Japan

Indien und Japan sind große Abnehmerländer für Öl. Wie man aktuell sehen kann, springen die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in beiden Ländern derzeit sprunghaft an. Indien erlebt gerade mit 314.000 Neuinfektionen an nur einem Tag einen globalen Rekord! Die wirtschaftliche Erholung könnte sich daher in diesen Ländern verlangsamen, und damit auch die Öl-Nachfrage. Das ist aktuell wohl der stärkste Grund, der negativ auf dem Ölpreis lastet. Aber man sollte den Aufwärtsdrang nicht unterschätzen. Sind solche Nachrichten bald überholt, wenn neue Impf-Erfolge andernorts in den Vordergrund rücken, oder neue Konjunkturprogramme?

Im Chart sieht man den Ölpreis-Kursverlauf seit November 2020
Chart zeigt Ölpreis-Verlauf seit November 2020.



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